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Immanuel Kants Entwurf "Zum ewigen Frieden". Frieden durch Institution - Völkerbundskonzept und -realität

Title: Immanuel Kants Entwurf "Zum ewigen Frieden". Frieden durch Institution - Völkerbundskonzept und -realität

Seminar Paper , 2003 , 30 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Markus Josef Prutsch (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Der Friede, wiewohl einer der ältesten Wunschträume der Menschheit - er verkörpert doch in jeder Hinsicht ein „vernachlässigtes Ideal“ (Vgl. Höffe 1995a, 5). Denn wie oft er auch beschworen worden sein mag, wie emphatisch man ihn zum Durchbruch verhelfen suchte , so oft konterkarierte doch die Realität das hehre Bemühen, zeigte sich die Welt hoffnungslos in Gewalt, Hass und Krieg verstrickt. Umso mehr aber gilt es, der Frage nach dem „Warum“ und dem „Wie“ nachzugehen: „Warum“ der Versuch der Friedensstiftung sic h als solch schwieriger, nur allzu oft von Misserfolg begleiteter erweist, beziehungsweise „wie“ Auswege zu finden sind und eine dauerhafte Friedensordnung etabliert zu werden vermag. Beide Fragen standen auch für Immanuel Kant, jenen Königsberger Denker, der sich als Wegbereiter der „Aufklärung“ - vielleicht die nachhaltigste der europäischen Geistesbewegungen - einen dauerhaften Platz unter den großen Philosophen zu sichern vermochte, im Raum, als er 1795 unter dem Eindruck der Aufbruch wie Unsicherheit gleichermaßen verkörpernden Französischen Revolution zum Entwurf für einen Frieden gelangte, der sogar den Anspruch auf „Ewigkeit“ erhob. Mit seiner Abhandlung „Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf von Immanuel Kant“, 1796 erweitert in zweiter Au flage erschienen, ordnete der sich der zum damaligen Zeitpunkt bereits über 70jährige nicht nur in die Reihe maßgeblicher „politischer Denker“ ein, sondern konnte eingedenk dessen, dass „Pax“ erstmals explizit in den Rang eines philosophischen Grundbegriff es gehoben wurde, sogar den Anspruch einer Vorreiterrolle erheben. Tatsächlich stellt denn auch Kants Schrift bis heute den vielleicht wichtigsten „klassischen“ Text zu Frieden als eine der vordringlichsten - wenngleich allzu oft nur wenig geachteten - Aufgaben der Politik dar. Sich diesem wirkungsmächtigen Text in knapper Form unter dem doppelten Gesichtspunkt von „formaler“ Gestalt und Relevanz für die Ausgestaltung einer „realen“ internationalen Ordnung anzunehmen, mag ebenfalls Aufgabe vorliegender Proseminararbeit sein. Dementsprechend stehen zwei Hauptfragestellungen im Mittelpunkt des Forschungsinteresses: I) Wie stellt sich Immanuel Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ in Form und Inhalt dar? II) [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. EINLEITUNG

1. FRIEDENSBEGRIFF UND FRIEDENSKONZEPTION VOR KANT – EIN ÜBERBLICK

2. „ZUM EWIGEN FRIEDEN“

2.1. „PRÄLIMINARARTIKEL“

2.2. „DEFINITIVARTIKEL“

2.3. „ZUSÄTZE“

2.4. „ANHANG“

3. KANTS FRIEDENSENTWURF – ANTIZIPATION ODER UTOPIE?

4. KANT UND DIE HEUTIGE INTERNATIONALE STAATENORGANISATION

4.1. „ZUM EWIGEN FRIEDEN“, DIE VEREINTEN NATIONEN UND IHR DILEMMA

4.2. ZUR REVISION DES KANT’SCHEN VÖLKERBUNDSKONZEPTES

5. RESÜMEE UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Schrift Immanuel Kants „Zum ewigen Frieden“ hinsichtlich ihrer inhaltlichen Struktur und ihrer Bedeutung für die Konzeption einer internationalen Friedensordnung. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit Kants Entwurf als praktikables Modell für heutige Institutionen, wie die Vereinten Nationen, dienen kann oder ob er primär utopischen Charakter trägt.

  • Analyse der historischen Friedensbegriffe vor Kant
  • Strukturelle Untersuchung der „Präliminar-“ und „Definitivartikel“ von Kants Friedensentwurf
  • Evaluierung der praktischen Anwendbarkeit des Kant’schen Völkerbundideals
  • Diskussion des Dilemmas heutiger internationaler Staatenorganisationen im Spiegel der Kant’schen Philosophie
  • Überlegungen zur Notwendigkeit einer „Rekonzeptualisierung“ des Völkerbundes

Auszug aus dem Buch

2. „ZUM EWIGEN FRIEDEN“

Die Schrift, die Immanuel Kant seinem Verleger anbot und die eingedenk ihres großen Erfolges noch im Erscheinungsjahr 1795 zu einer zweiten, erweiterten Auflage von 1500 Stück im Folgejahr nötigte (Vgl. Malter 1984, 72), bietet sich in recht bescheidenem Umfang dar. Umso dichter aber erscheint der Inhalt des Werkes, das sogar als „Wendepunkt in der Geschichte der Friedenstheorien“ (Mühleisen 1997, 251) gedeutet wird.

Der Text „Zum ewigen Frieden“ – im Übrigen ein ironischer Verweis auf ein holländisches Wirtshausschild, auf dem unter dem Schriftzug „Zum ewigen Frieden“ ein Friedhof abgebildet ist (Vgl. Kant 1796, 51) – ist nach dem Modell damaliger Friedensverträge in Präliminar- und Definitivartikel gegliedert, ergänzt durch zwei „Zusätze“ – deren einer eine „Geheimklausel“ repräsentiert – und einen Anhang. Zunächst aber gilt es sich den Zeitbezogenheit wie allgemeine Gültigkeit gleichermaßen verkörpernden Präliminarartikeln zuzuwenden, deren Aufgabe es im Wesentlichen ist, „Bedingungen [zu] definieren, die erfüllt sein müssen, wenn ein dauerhafter Friede möglich sein soll“ (Patzig 1996, 17).

Zusammenfassung der Kapitel

0. EINLEITUNG: Darstellung der Forschungsfrage, die das Verhältnis zwischen Kants Theorie und der heutigen internationalen Realität untersucht.

1. FRIEDENSBEGRIFF UND FRIEDENSKONZEPTION VOR KANT – EIN ÜBERBLICK: Historischer Rückblick auf Friedensideen von der Antike bis zur frühen Neuzeit zur Kontextualisierung von Kants Werk.

2. „ZUM EWIGEN FRIEDEN“: Detaillierte Analyse der Präliminarartikel, Definitivartikel, Zusätze und des Anhangs der Kant’schen Schrift.

3. KANTS FRIEDENSENTWURF – ANTIZIPATION ODER UTOPIE?: Auseinandersetzung mit der Frage, ob Kants Entwurf eine realistische Prognose oder ein utopisches Wunschbild darstellt.

4. KANT UND DIE HEUTIGE INTERNATIONALE STAATENORGANISATION: Untersuchung des Dilemmas zwischen Kant’schem Ideal und der Praxis der Vereinten Nationen inklusive notwendiger Revisionen.

5. RESÜMEE UND AUSBLICK: Zusammenfassende Beantwortung der Hypothesen und Fazit zur dauerhaften Relevanz von Kants Friedensidee.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden, Internationale Politik, Friedensordnung, Völkerbund, Vereinte Nationen, Friedensethik, Rechtsphilosophie, Republikanismus, Weltbürgerrecht, Souveränität, Politische Theorie, Friedenssicherung, Aufklärung, Internationale Organisationen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Proseminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Immanuel Kants philosophischem Entwurf „Zum ewigen Frieden“ und dessen Relevanz für das Verständnis internationaler Beziehungen und Institutionen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Friedensideen, die Struktur von Kants Friedensartikel, das Ideal des Völkerbundes sowie die kritische Reflexion der Vereinten Nationen unter Kant’schen Vorzeichen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu klären, wie Kants Schrift inhaltlich aufgebaut ist und ob sein Konzept heute als brauchbare Grundlage für globale Friedensordnungen dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der Primärquelle (Kants Schrift in der Zweitauflage von 1796) unter Hinzuziehung relevanter und aktueller politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Kants Artikel, Zusätze und der Anhang detailliert analysiert und anschließend kritisch auf die heutige Weltpolitik und die Vereinten Nationen angewandt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Völkerbund, Republikanismus, Weltbürgerrecht, Friedensethik und Souveränität geprägt.

Warum hält die Arbeit Kants Entwurf für teilweise inpraktikabel?

Der Autor argumentiert, dass Kants Forderung nach einer exklusiven Mitgliedschaft republikanisch verfasster Staaten in der heutigen UN-Realität nicht erfüllt ist und Kants Modell einer Institution mit eigener Durchsetzungsmacht fehlt.

Welche Rolle spielt der Begriff „positive“ Begrifflichkeit des Friedens?

Der Autor betont, dass ein „negativer Friede“ als reine Abwesenheit von Krieg nicht ausreicht; ein „positiver“ Friede muss auch soziale Gerechtigkeit und die innere Dimension von Menschenrechten miteinbeziehen.

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Details

Title
Immanuel Kants Entwurf "Zum ewigen Frieden". Frieden durch Institution - Völkerbundskonzept und -realität
College
University of Salzburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
PS Einführung in die Internationale Politik II
Grade
Sehr gut
Author
Markus Josef Prutsch (Author)
Publication Year
2003
Pages
30
Catalog Number
V35834
ISBN (eBook)
9783638356381
Language
German
Tags
Immanuel Kants Entwurf Frieden Institution Völkerbundskonzept Einführung Internationale Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Josef Prutsch (Author), 2003, Immanuel Kants Entwurf "Zum ewigen Frieden". Frieden durch Institution - Völkerbundskonzept und -realität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35834
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