Integration von E-Business in das Supply Chain Management


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
38 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Grundlagen
2.1 Supply Chain Management
2.1.1 Marketing Channels
2.1.2 Abgrenzung des Supply Chain Managements zu Marketing Channels
2.1.3 Das Supply Chain Konzept
2.2 Electronic Business
2.2.1 Grundlagen
2.2.2 Portale
2.2.3 Elektronische Marktplätze
2.2.4 Online-Shops
2.2.5 Intranet- und Extranet-Lösungen

3. E-Business und Supply Chain Management
3.1 Zusammenhang von E-Business und Supply Chain Management
3.2 Informations- und Kommunikationstechnologien (Praxisinstrumente)
3.2.1 Informationstechnologien
3.2.2 Kommunikationstechnologien
3.3 Anwendungsbereiche
3.3.1 E-Commerce
3.3.2 Electronic Procurement (E-Procurement)
3.3.3 E-Fulfillment
3.3.4 E-Collaboration
3.3.5 E-Information
3.3.6 E-Messaging

4. Kritische Betrachtung

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aufbau einer Supply Chain

Abbildung 2: Segmente des E-Business mit Relevanz für das SCM

Abbildung 3: Startseite con click2procure

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Problemstellung

Aufgrund des steigenden Wettbewerbdrucks durch die Globalisierung sind die Unternehmen immer mehr gezwungen, nach Optimierungen in der Wertschöpfungskette zu streben. Durch ganzheitliche und prozessorientierte Ansätze wie das Supply Chain Management und das Electronic Business (E-Business) können Unternehmen drastische Einsparungen erzielen, den Kundenservice erhöhen und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Der Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien stellt bereits heute einen wichtigen Wettbewerbsfaktor dar und wird in Zukunft einen noch größeren Stellenwert haben.

Ziel dieser Arbeit ist es, zunächst grundlegende Begriffe und Ansätze des Supply Chain Managements und des Electronic Business zu erklären. Anschließend werden die Möglichkeiten der Integration des Electronic Business in das Supply Chain Management-Konzept untersucht. Dabei wird auch auf die bereits bestehende Software des Supply Chain Managements eingegangen. Zuletzt erfolgt die kritische Beurteilung über die Zusammenführung beider Konzepte.

2. Grundlagen

2.1 Supply Chain Management

2.1.1 Marketing Channels

Unter Marketing Channel versteht man die Zusammenarbeit mehrerer voneinander abhängiger Unternehmen, die gemeinsam ein Produkt oder eine Dienstleistung anbieten.

Marketing channels can be viewed as sets of interdependent organizations involved in the process of making a product available for use or consumption[1].

Traditionell besteht ein Marketing Channel aus Hersteller, Großhändler und Einzelhändler. Jeder dieser Mitglieder übernimmt bestimmte Funktionen in diesem Zusammenspiel. Diese Funktionen werden innerhalb spezifischer Channel Arrangements wahrgenommen. Channel Arrangements bestehen wiederum aus Ownership Channel, Negotiations Channel, Financing Channel, Promotions Channel und Logistics Channel.[2]

Im Ownership Channel geht es um das Eigentumsrecht an der Ware. Alle Mitglieder im Ownership Channel übernehmen über die Lagerfunktion zeitweise das Eigentum an der Ware. Außerdem übernehmen sie auch alle Risiken, die mit der Lagerhaltung verbunden sind. Der Negotiations Channel beinhaltet alle Kauf- und Verkaufsvereinbarungen. Beispielsweise werden hier die Lieferbedingungen festgelegt. Im Financing Channel legen die Mitglieder Zahlungsbedingungen sowie die Krediterteilung fest. Insbesondere ist hier die meist unterschiedliche Finanzierungskraft der Mitglieder zu berücksichtigen. Der Promotions Channel beinhaltet alle Aktionen zur Verkaufsförderung eines bestehenden oder neuen Produktes.

Die Hauptaufgabe im Logistics Channel ist die Sortiments-Zusammenstellung. Hierbei werden Produktsortimente so angeordnet, damit sie in geeigneter Weise beim Endkunden ankommen.[3]

2.1.2 Abgrenzung des Supply Chain Managements zu Marketing Channels

Supply Chain Management ist die unternehmensübergreifende Koordination und Optimierung der Material-, Informations- und Wertflüsse über den gesamten Wertschöpfungsprozess von der Rohstoffgewinnung über die einzelnen Veredelungsstufen bis hin zum Endkunden mit dem Ziel, den Gesamtprozess sowohl zeit- als auch kostenoptimal zu gestalten.[4]

Das Supply Chain Management kann in insgesamt sieben Bereichen zum Marketing Channel-Konzept abgegrenzt werden. Der wohl wichtigste Unterschied zwischen Supply Chains und Marketing Channels ist die Länge. Während ein Marketing Channel nur die Lieferkette vom Hersteller bis zum Endverbraucher beinhaltet, umfasst das Supply Chain Management die gesamte Lieferkette vom Lieferanten der Rohmaterialien über Zwischenlieferanten, Hersteller, Großhändler, Einzelhändler bis zum Endkunden. Ein weiterer Aspekt des Supply Chain Managements ist die Möglichkeit der Produktneugestaltung. Während sich die Mitglieder des Marketing Channels auf bereits bestehende Produkte konzentrieren, wird in SCM der stetige Produktfluss in den Vordergrund gestellt. Dabei ist es auch möglich, Produkte neu zu gestalten, damit sie besser in die Kette passen, oder sogar ganz neue Produkte zu entwickeln. Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist der Übergang vom „Push-System“ zum „Pull-System“. Das Pull-System im Supply Chain Management sieht vor, dass nur das produziert wird, was der Kunde verlangt, während im Push-System eine maximal mögliche Kapazitätsauslastung angestrebt wird und die daraus resultierenden Überschüsse notfalls mit besonderen Werbemaßnahmen an den Kunden gebracht werden.

Weitere Eigenschaften des Supply Chain Managements sind eine effizientere Lagerhaltung, bessere Kommunikationsmöglichkeiten, eine firmenübergreifende Koordination und der Abschluss von Langzeitverträgen.[5]

2.1.3 Das Supply Chain Konzept

Das Supply Chain Konzept beinhaltet im Gegensatz zu klassischen Logistikkonzepten die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit aller Unternehmen der Wertschöpfungskette, bei der der Güter- und Informationsfluss aller Beteiligten aufeinander abgestimmt wird.[6] Dieses Konzept bezieht sich nicht nur auf zwei Unternehmen, sondern auf alle Unternehmen der gesamten vertikalen Wertschöpfungskette, das heißt von den „Lieferanten der Lieferanten“ bis zu den „Kunden der Kunden“.[7]

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Verknüpfung der einzelnen Mitglieder in einer Supply Chain. Der Warenfluss erfolgt hier vom Zulieferer über alle Wertschöpfungsstufen hinweg zum Endkunden. Der Informations- und Geldfluss dagegen geht vom Endkunden aus in umgekehrter Richtung bis zum Rohstofflieferanten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufbau einer Supply Chain

Quelle: in Anlehnung an: Schulte, G. (2001), S. 17

Das Oberziel des Supply Chain Konzepts ist das Erreichen einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit. Nicht das einzelne Unternehmen ist nunmehr für die Entwicklung wettbewerbsfähiger Produkte und Dienstleistungen zuständig, sondern die gesamte Lieferkette.

Um eine effektive Zusammenarbeit garantieren zu können, muss die Verbindung für alle Mitglieder Vorteile erbringen, d.h. sie müssen sich in einer win-win-Partnerschaft[8] befinden. Eines der wichtigsten Ziele für die gesamte Supply Chain ist das Erreichen einer hohen Kundenzufriedenheit. Bei der Gestaltung einer solchen Partnerschaft geht es in erster Linie darum, organisatorische Barrieren zu überwinden, Strategien anzupassen und den Warenfluss zu beschleunigen.[9]

Im Vergleich zu traditionellen Lieferanten-Hersteller-Beziehungen ermöglicht das Supply Chain Konzept einen intensiveren Informationsaustausch über alle Produktions- und Logistikvorgänge zwischen den beteiligten Unternehmen. Das Supply Chain Management erlaubt außerdem eine drastische Reduzierung der Vorräte und Lagerbestände. Beim traditionellen Lieferkonzept wird die Information über den Bedarf erst bei Auftragserteilung weitergeleitet. Kurzfristige Lieferungen können nur erfolgen, wenn ein gewisser Vorrat auf Lager gehalten wird. Durch die sukzessive Informationsweitergabe ergeben sich zusätzlich lange Produktions- und Lieferzeiten, die für die Kunden oftmals inakzeptabel sind. Das Supply Chain Konzept beinhaltet als Zielsetzung eine Kostensenkung bei gleichzeitiger Erhöhung des Lieferservices.[10]

2.2 Electronic Business

2.2.1 Grundlagen

„Electronic Business (E-Business) umfasst alle Aktivitäten von Marktteilnehmern und Organisationen, deren Ziel es ist, aus digitaler Transaktion und Kommunikation wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.“[11]

Wirtschaftlicher Nutzen entsteht durch optimierte Abläufe, verbesserten Kundenservice, erhöhte Kundenbindung und durch die Nutzung neuer oder erweiterter Vertriebskanäle. Dabei entstehen elektronische Netzwerke sowohl im unternehmensinternen Bereich als auch mit Kunden. Akteure im Electronic Business sind demzufolge Unternehmen (Business), öffentliche Institutionen (Administration) und private Konsumenten (Consumer). Die gängigsten Erscheinungsformen von Interaktionsnetzwerken im Supply Chain Management sind Business-to-Business (B2B) und Business-to-Consumer (B2C).

Der Begriff Business-to-Business beinhaltet den Leistungsaustausch zwischen zwei Unternehmen. Dieser Teil des E-Business hält den höchsten Umsatzanteil, da sowohl interne als auch externe Geschäftsprozesse in die Wertschöpfungskette einbezogen werden. Vor allem in den Bereichen Kosten, Zeit, Absatz, Wettbewerb und Kundenservice werden durch Einsatz des Electronic Business hohe Effizienzsteigerungen erzielt. Beispielhaft für diese Erscheinungsform ist die Bestellung beim Lieferanten über Electronic Data Interchange (EDI).[12] EDI ist der elektronische Austausch standardisierter Datenformate zwischen Unternehmen. Bestellungen oder Auftragsbestätigungen werden dabei schnell, sicher und kostengünstig übertragen.[13]

Der Leistungsaustausch zwischen Unternehmen und privaten Kunden wird als Business-to-Consumer bezeichnet.[14] Amazon, einer der derzeit bekanntesten Internethändler, hat es sich zum Oberziel gesetzt das kundenorientierteste Unternehmen der Welt zu werden, und bietet sowohl neue als auch gebrauchte Produkte aus verschiedenen Bereichen, wie z.B. Bücher, Musik, Elektronik und Software, an.[15]

Typische Instrumente im E-Business sind Elektronische Marktplätze, Portale, Online-Shops sowie Intranet- und Extranet-Lösungen. Diese Instrumente werden weitgehend auch im Supply Chain Management eingesetzt. Sie werden nachfolgend näher erklärt.

2.2.2 Portale

Ein Portal ist sinngemäß eine Zugangshomepage zum Internet. Diese sollen Unternehmen die Möglichkeit bieten, ihre Kommunikations- und Informationsprozesse über das Internet darzustellen. Es gibt Portale, die selbst mehrere Bereiche abdecken.

Die häufigste Erscheinungsform sind allerdings Portale, die nur als Plattform für die verschiedenen Bereiche agieren. Solche Portale sind meistens Verzeichnisdienste, die die verschiedenen Anbieter nach bestimmten Kriterien klassifizieren und darstellen. Die gelisteten Unternehmen können beispielsweise ihre Preise und Konditionen, technische Produktdaten und allgemeine Geschäftsbedingungen darstellen. Häufig findet man auf hier auch Communities. Zu Communities zählen Expertenchats oder Diskussionsforen, auf denen Teilnehmer direkt Kontakt mit Vertretern des Unternehmens oder mit anderen Portalmitgliedern aufnehmen können.

Bei Portalen unterscheidet man zwischen horizontalen und vertikalen Portalen. Vertikale Portale finden zwischen Unternehmen einer Branche statt. Häufig findet man hier Brancheninformationen, aber auch Kleinanzeigen, Auktionen und sogar Ausschreibungen.[16] Ein bekanntes Beispiel in diesem Bereich ist InFreight Logistics. Auf dem Internetportal InFreight-OnLine können registrierte Kunden ihre Transportdaten und Frachtraten in Echtzeit abrufen. Außerdem bietet die Plattform eine Software zur Erstellung von Frachtstatistiken.[17]

Auf horizontalen Portalen bieten Dienstleister über mehrere Branchen hinweg ihre Leistungen an. Eines der bekanntesten horizontalen Portale ist yahoo.[18] Allerdings sind horizontale Portale eher auf die Masse denn auf tief greifende Informationen ausgerichtet. Deshalb eignen sie sich selten für den Einsatz im Supply Chain Management.

2.2.3 Elektronische Marktplätze

Elektronische Marktplätze sind zwischenbetriebliche Plattformen, auf denen Informationen über Preise und Produktangebot für alle teilnehmenden Anbieter und Kunden zur Verfügung gestellt werden.[19] Ein elektronischer Marktplatz ist im Gegensatz zum realen Marktplatz unabhängig von Raum und Zeit.

[...]


[1] Johnson, J., Wood, D., Wardlow, D., Murphy, P. (1999), S. 31

[2] Der Begriff Marketing Channel könnte mit Vertriebsweg übersetzt werden. Unter Channel Arrangements versteht man die Gruppierung der Mitglieder nach bestimmten Aufgaben. Dabei könnte man Ownership mit Besitztum, Financing mit Finanzierung, Promotions mit Werbung und Logistics mit Logistik übersetzen.

[3] Vgl. Johnson, J., Wood, D., Wardlow, D., Murphy, P. (1999), S. 31-42

[4] Vgl. Arndt, H. (2004), S. 46

[5] Vgl. Johnson, J., Wood, D., Wardlow, D., Murphy, P. (1999), S. 38 - 42

[6] Vgl. Corsten, Gössinger, (2001), S. 83

[7] White, J. zitiert in: Johnson, J., Wood, D., Wardlow, D., Murphy, P. (1999), S. 38

[8] Unter win-win-Partnerschaft versteht man eine Partnerschaft, die für alle mehr ergibt als die Summe

aller Einzelleistungen

[9] Vgl. Stadtler, H. in: Stadtler, H. (Hrsg.), Kilger, C. (Hrsg.) (2002), S. 8f.

[10] Vgl. Werners, B., Thorn, J., Freiwald, S. (2003), S. 7

[11] Schildhauer, T. (2003), S. 90f.

[12] Vgl. Schulte, G. (2001), S. 570

[13] Vgl. Baumann, M., Kistner, A. (2000), S. 506

[14] Vgl. Wirtz, B., (2002), S. 55f. und S. 27

[15] Vgl. o.V. (2004a), www.amazon.de

[16] Vgl. Rüther, M., Szegunis, J. (2000), S.5

[17] Vgl. o.V. (2004b) www.infreightlogistics.com

[18] Vgl. o.V. (2004c) www.yahoo.de

[19] Vgl. Shaw, M., Blanning, R. Strader, T., Whinston, A. (2000), S. 78

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Integration von E-Business in das Supply Chain Management
Hochschule
Fachhochschule Worms
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
38
Katalognummer
V35844
ISBN (eBook)
9783638356459
Dateigröße
826 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Integration, E-Business, Supply, Chain, Management
Arbeit zitieren
Daniela Pfeffer (Autor), 2004, Integration von E-Business in das Supply Chain Management, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35844

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