Multisensuales Event. Pink Floyd "The Wall"


Seminararbeit, 2016
33 Seiten, Note: 1.7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.1 Stand der Forschung
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Event

3. Multisensuales Event
3.1 Visuell
3.2 Auditiv
3.3 Gustatorisch
3.4 Olfaktorisch
3.5 Taktil

4. Methode und Operationalisierung
4.1 Methodenwahl
4.2 Einzelfallanalyse - Methodenvorstellung
4.3 Leitfadeninterview - Methodenvorstellung
4.4 Operationalisierung

5. Untersuchungsgegenstand
5.1 Szenario
5.2 Pink Floyd (The Floyd)
5.2.1 Pink Floyd - The Wall (Album)
5.2.2 Pink Floyd - The Wall (Film)
5.3 Planetarium
5.4 Starlight Productions
5.5 Rezipientenauswahl
5.5.1 Rezipient 1 - Einzelfallanalyse
5.5.2 Rezipient 2 - Leitfadeninterview

6. Einzelfallanalyse
6.1 Ergebnisdarstellung
6.2 Interpretation

7. Leitfadeninterview
7.1 Ergebnisdarstellung
7.2 Interpretation

8. Bewertung der Ergebnisse

9. Fazit

10. Abbildungsverzeichnis

11. Tabellenverzeichnis

12. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Bedürfnisse der Gesellschaft rücken derzeit zunehmend in den Vordergrund, was sich deutlich durch die Forschungstheorie Uses & Gratifications Approach, die bereits seit den 1970ern besteht, zeigt. Hierbei treten drei wesentliche Aspekte in den Vordergrund: der Rezipient ist erstens aktiv und hat demnach die Möglichkeit aus dem Medienangebot frei zu wählen, zweitens wählt er um seine Bedürfnisse zu befriedigen und drittens ist seine Mediennutzung „interpretatives soziales Handeln“ (Hugger, 2008, S. 174). Wie sehr sich diese Erkenntnisse auf die aktuelle Zeit übertragen, wird in vielen Medienbereichen deutlich. So werden im Bereich Fernsehen Zufriedenheitsbefragungen durchgeführt und im virtuellen Bereich Nutzeranpassungen vollzogen. Diese Forschungstheorie findet ebenso Anwendung im Event -Bereich. Der Fokus liegt hierbei meist auf der Forschung im Bereich Event -Marketing (Bruhn & Hadwich, 2012). Allerdings soll die vorliegende Arbeit Anlass dazu geben an die Wurzeln eines Events zu greifen. Im Zusammenhang mit der Forschungstheorie soll geprüft werden, welche Rolle die Multisensualität bei einem Event spielt. Auf dieser Basis ergeben sich folgende untersuchungsleitende Forschungsfragen:

F1: Findet eine grundsätzliche Beeinflussung der Sinne untereinander statt?

F2: Kann ein Stimulus die Wirkung eines weiteren Stimulus verstärken oderabschwächen?

1.1 Stand der Forschung

Beschäftigt man sich mit dem Thema Event, fällt schnell auf, dass es mit einem großen Umfang verbunden ist und sich ständig wandelnde Informationen beinhaltet. Selbst bei den Definitionen sind sich die Experten nicht einig. Allerdings kristallisiert sich deutlich Frau Professor Doktor Cornelia Zanger als Autorin heraus, denn sie hat sich auf die Sport- und Eventforschung, Event-Marketing und Emotionen spezialisiert. Nur wenige ihrer Publikationen weichen von diesen Themen ab (Technische Universität Chemnitz, 2016). Sie macht deutlich, dass sich mehrere Bereiche mit dem Forschungsgegenstand Event auseinander setzen und dementsprechend auch jeweils die Herangehensweisen variieren. In der folgenden Grafik soll verdeutlicht werden, in welchen Gebieten der Begriff Event vorrangig erforscht wird:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Forschungsgebiete (abgewandelt) (Zanger, 2010)

Laut Cornelia Zanger gibt es derzeit „drei zentrale Forschungsperspektiven“ (Zanger, 2010, S. 7). Die erste Forschungsperspektive besteht seit Mitte der 1990er Jahre, die sich vor allem mit der Soziologie auseinandersetzt. Im Hinblick dessen erforscht sie die „Wirkungsmechanismen und Funktionsweisen von Events“ (Zanger, 2010, S. 7). Zum Ende der 1990er entstand die zweite Forschungsperspektive, die „psychologisch und verhaltensgeprägt“ (Zanger, 2010, S. 8) ist und auf die Kommunikationswirkung der Events eingeht. Diese Perspektive bemüht sich um die „Entwicklung eines Eventcontrolling-Ansatzes“ (Zanger, 2010, S. 9). Das beinhaltet die Budgetoptimierung von Events, Effizienzmessungen und ökonomische Wirkungen von Events (Zanger, 2010).

Während der Recherche rund um die Themen Event und Multisensualität traten folgende weitere Publikationen besonders in den Vordergrund:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Aufstellung relevanter Quellen

(A: Autor, ED: Erscheinungsdatum, TP: Titel der Publikation, AP: Art der Publikation, ZF: Kurzzusammenfassung, B: Bewertung)

1.2 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit umfasst neun Kapitel und ist in einen theoretischen und einen empirischen Teil gegliedert, sodass der Leser anfänglich einen Überblick über die Grundlagen der Multisensualität und Eventforschung erhält. Kapitel 4 beschäftigt sich mit den Grundlagen der ausgewählten Methoden. Das nun folgende Kapitel widmet sich der Erläuterung des Untersuchungsgegenstandes. In diesem Zusammenhang bilden sich dazugehörige Unterkapitel, die unter anderem Pink Floyd, deren Album The Wall und das Entstehen einer 360-Grad-Multimedia-Choreographie beschreiben. Im Kapitel 6 und 7 stehen die durchgeführten Methoden im Mittelpunkt, die durch die Ergebnisdarstellung und der Interpretation umfassend vertieft werden. Hierbei handelt es sich um ein leitfadengeführtes Interview und eine Einzelfallanalyse. Abschließend finden in den letzten beiden Kapiteln eine Bewertung der Ergebnisse, sowie ein Fazit bezüglich der Fragestellung statt.

2. Event

Der Begriff Event wird in verschiedenen Fachkreisen unterschiedlich definiert. Einerseits erklären Experten Events wären alle Veranstaltungen, die beispielsweise keine Messen, Meetings oder Konferenzen sind. Andererseits wird das Event eher als eine außergewöhnliche Veranstaltung betitelt (Drengner, Events als Quelle inszenierter außergewöhnlicher und wertstiftender Konsumerlebnisse - Versuch einer Definition des Eventbegriffes, 2014). Um solch eine außergewöhnliche Veranstaltung erzeugen zu können, kann man sich an mehreren Hilfsmitteln bedienen. Dazu gehört auch die Interaktion zum und mit dem Rezipienten oder die Erzeugung einer gewissen Exklusivität der Teilnahme an dem Event. Des Weiteren kann ein solches, besonderes Event durch ein Ansprechen mehrerer Sinne des Rezipienten hervorgerufen werden.

3. Multisensuales Event

Auch bei dem Begriff der Multisensualität gehen die Definitionen auseinander. So wird die Multisensualität einerseits als „Ansprache aller Sinneskanäle des Menschen“ (Thiemer, 2004, S. 168) oder „möglichst vieler Sinne“ (Wolf, 2005, S. 67) beschrieben, wobei Antje Wolf diese relativ offene Definition präzisiert durch das Ansprechen von mindestens drei Sinnen eines Rezipienten. Andererseits spricht Immendörfer allerdings von einem „Zusammenwirken der Sinne“ (Immendörfer, 2005, S. 220). Im vorliegenden Text wird auf der Definition von Antje Wolf aufgebaut (Steiner, 2011).

Wenn also ein multisensuales Event besucht wird, wird davon ausgegangen, dass mehrere Sinne des Rezipienten angesprochen werden. Dies tritt beispielsweise bei einer großen Veranstaltung, wie einem Festival, vermehrt auf, bei dem der Rezipient die Musik des Künstlers hört, während er ihn sehen kann und dabei den Bass unter seinen Füßen und gegebenenfalls die Pyrotechnik auf dem Gesicht fühlt. Gleichzeitig spürt er die Masse an Menschen, in der er sich befindet und nimmt verschiedene Gerüche auf. Meist ist dieses Erlebnis untermalt von Erfrischungsgetränken, wie beispielsweise Bier. Das bedeutet, dass ein Festival mit allen Sinnen des Menschen wahrgenommen werden kann.

Aber auch bei einem Besuch im Kino werden mehrere Sinne angesprochen. Abhängig vom Format des Kinos, variiert die Anzahl der beanspruchten Sinne. Wird ein Kino aufgesucht, in dem 5D-Filme gezeigt werden, nutzt der Rezipient nahezu alle Sinne. Nicht nur Hören und Sehen, wie es meist üblich ist, werden vom Rezipienten gefordert, sondern auch Fühlen und Riechen, denn in solchen Kinos werden die Sitze bewegt und Geruchsstoffe ausgeschüttet (pressetext, 2006).

Um zu überprüfen, welche Empfindungen die Summierung mehrerer angesprochener Sinne bei einem Event hervorgerufen werden, wird folgende Hypothese aufgestellt:

H1: Je mehr Sinne eines Rezipienten während eines Events angesprochenwerden, desto intensiver wird das Erlebnis empfunden.

3.1 Visuell

Das menschliche Auge ist das wohl wichtigste Sinnesorgan zur Wahrnehmung und Beobachtung (Epping, Fischer, Rauch, Wahl, & Wedlich, 2006). Durch das Sehen werden Menschen in Richtungen gelenkt, die anschließend die Nutzung weiterer Sinnesorgane hervorruft. Hierbei kann ein attraktiv aussehendes Essen bewirken, dass eine Wasseransammlung im Mund eines Rezipienten stattfindet und den Kauf und die Zunahme des Essens erwirkt.

Welchen Stellenwert das Auge im Vergleich zu den weiteren Sinnesorganen einnimmt, wurde durch Paul Steiner verdeutlicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Eigene Darstellung, abgewandelt (Birbaumer & Schmidt, 2005)

Durch die oben abgebildete Tabelle wird aufgezeigt, dass das Auge mit Abstand die höchste Übertragungsrate hat. Durch diese hohe Übertragungsrate, soll das Auge laut Steiner dementsprechend auch die meisten Emotionen auslösen (Steiner, 2011).

3.2 Auditiv

Das auditive Sinnesorgan Ohr ist nicht nur für das Hören, sondern auch für das Gleichgewicht des Menschen verantwortlich (Epping, Fischer, Rauch, Wahl, & Wedlich, 2006). Die drei wichtigsten Wahrnehmungen eines akustischen Reizes sind die Lautstärke, die Tonhöhe und die Klangfarbe. Das Gehör hat die Möglichkeit unterschiedliche Töne zu selektieren und zu zuordnen (Steiner, 2011).

3.3 Gustatorisch

Ein Event kann zu einem Gustatorischen Event werden sobald der Rezipient die Möglichkeit hat etwas zu schmecken. Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten diesen Sinn anzusprechen, da die Zunge, die für das Schmecken verantwortlich ist, fünf Bereiche mit unterschiedlichen Geschmacksknospen aufweist: Süß, Salzig, Bitter, Sauer und Umami (Epping, Fischer, Rauch, Wahl, & Wedlich, 2006). Des Weiteren kann dieser Sinn durch beispielsweise ein Getränk, einen Snack oder einer Mahlzeit beansprucht werden.

3.4 Olfaktorisch

Vor allem im Bereich des Einzelhandels steigt die Nutzung von Gerüchen zunehmend, um den Einkauf angenehmer zu gestalten oder zu beeinflussen. Gerüche werden über die Nase aufgenommen und können Emotionen und Erinnerungen hervorrufen. Sie spielen ebenfalls bei der Nahrungsaufnahme eine große Rolle, da sie den Geschmack maßgeblich beeinflussen (Epping, Fischer, Rauch, Wahl, & Wedlich, 2006).

3.5 Taktil

Eine Berührung in bestimmten Situationen oder der Bass bei einem Konzert - diese Empfindungen verändern Momente und machen diese angenehmer oder unangenehmer. Die Aufnahme der Berührungen erfolgt über die Haut, dem größten Organ des menschlichen Körpers.

Jan Drengner unterteilt den taktilen Einfluss jedoch in haptische, vestibuläre und thermale Reize (Drengner, Imagewirkungen von Eventmarketing: Entwicklung eines ganzheitlichen Messansatzes, 2006). Wenn nur das Haptische betrachtet wird, liegt der Fokus auf dem Tastsinn (Duden, 2016).

Bei thermalen Einflüssen handelt es sich dementsprechend um die vorherrschende Temperatur, sowie die Luftfeuchtigkeit und andere wetterbedingten Einflüssen (Zanger, 2010).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Verlauf des Wahrnehmungsprozesses (Zimmer, 2015)

Bei der vestibulären Wahrnehmung handelt es sich hingegen um das Gleichgewicht (Koblinger, 2016).

Renate Zimmer geht noch einen Schritt weiter als Jan Drengner und fügt zur taktilen Wahrnehmung ebenfalls die vestibuläre, aber auch die propriozeptive Wahrnehmung hinzu (Abb. 2). Das bedeutet, dass auch unbewusste Empfindungen, die von „Muskeln, Knochen und Sehnen ausgehen“ (Roley, Blanche, & Schaaf, 2004, S. 116), in die Wahrnehmung einbezogen werden.

4. Methode und Operationalisierung

4.1 Methodenwahl

Im Fall der oben genannten Fragestellungen ist es empfehlenswert mittels zwei Methoden den Untersuchungsgegenstand zu operationalisieren. Zum Einen wird hierbei eine Einzelfallanalyse durchgeführt, die als Einstieg helfen soll. Zum Anderen wird zur Festigung der Ergebnisse eine Befragung durchgeführt. Für beide Untersuchungsmethoden steht je eine Person zur Verfügung, die jeweils die Veranstaltung besucht haben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Multisensuales Event. Pink Floyd "The Wall"
Hochschule
Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft
Note
1.7
Autor
Jahr
2016
Seiten
33
Katalognummer
V358691
ISBN (eBook)
9783668436374
ISBN (Buch)
9783668436381
Dateigröße
721 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
multisensuales, event, pink, floyd, wall
Arbeit zitieren
Franziska Stegemann (Autor), 2016, Multisensuales Event. Pink Floyd "The Wall", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358691

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Multisensuales Event. Pink Floyd "The Wall"


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden