Israel zählt mit seinen über acht Millionen Einwohnern zu einem der am höchsten entwickelten Industrieländer der Welt und ist das einzige Land, in dem die Mehrheit der Einwohner Juden sind. Diese Arbeit soll dem Leser zeigen, wieso die Kibbuz-Bewegung entstand und wie sich das Leben von vielen in Europa aufgewachsenen Juden verändert hat. Zudem soll sie dem Leser den Einfluss des Kibbuzim auf die Gründung des Staates Israel verdeutlichen.
Als im Jahr 1909 der erste Kibbuz als eine Art Experiment entstand und zum Erfolg erklärt wurde, entstanden immer mehr und größere Siedlungen dieser Art. Das Kollektiv vergrößert und entwickelte sich nicht nur zum Wohnort für viele Flüchtlinge sondern auch zu einer Gemeinschaft, die als obersten Stellenwert die Gleichheit und Gemeinsamkeit für alle darin lebenden Individuums vertrat.
Schlussendlich kann man sagen, dass ohne die Kibbuz-Bewegung und die dadurch resultierende Unterstützung Großbritanniens, die Gründung des Staates Israel sehr unwahrscheinlich gewesen wäre und das Land und die darin lebenden Leute niemals den Einfluss in Bezug auf die Politik, sowie die Wirtschaft unserer Gesellschaft hätte.
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract
2. Einleitung: Israel heute
3. Definition und Entstehungsgeschichte des Zionismus
3.1 Die jüdische Diaspora
3.2 Die Situation der osteuropäischen Juden
3.3 Die jüdische Bevölkerung Westeuropas
3.4 Die Entstehung des Staates Israel
4. Der Kibbuz
4.1 Vorläufer des Kibbuz
4.2 Kibbuz als Wohnort und Arbeitsplatz
4.2.1 Der Produktionssektor
4.2.2 Industrielle Revolution im Kibbuz
4.3 Kommunismus im Kibbuz
4.4 Kapitalismus im Kibbuz und seine Folgen
5. Kibbuz heute
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die historischen Wurzeln der jüdischen Einwanderungsbewegung nach Palästina und analysiert die Entwicklung der Kibbuz-Bewegung als Lebens- und Arbeitskollektiv. Das zentrale Ziel ist es, den Einfluss des Kibbuz auf die Staatsgründung Israels zu beleuchten und die sozioökonomischen Veränderungen innerhalb dieser Gemeinschaft vom Beginn im Jahr 1909 bis in die heutige Zeit darzustellen.
- Historische Entstehung und ideologische Grundlagen des Zionismus
- Soziale Struktur und Gemeinschaftsleben innerhalb der frühen Kibbuzim
- Der Wandel des Kibbuz von der agrarischen Utopie zur industriellen Realität
- Auswirkungen von Kapitalismus und gesellschaftlichem Wertewandel auf das Kollektivmodell
Auszug aus dem Buch
4.2 Kibbuz als Wohnort und Arbeitsplatz
Im Laufe der Zeit konnte der Kibbuz an sich, als dörfliche Gemeinschaft bezeichnet werden. Die Bedürfnisse jedes Bewohners soll durch die Gruppierung gedeckt werden. Die dadurch entstandenen Kibbuzim trugen wesentlich zur Besiedlung des Staates Israels bei und spielen auch heute noch eine wesentliche Rolle im Denken der Israelis. (Georgi; Der Kibbuz.) Ein wesentlicher Beitrag der das menschliche Zusammenleben im Kibbuzim möglich macht besteht darin, auf einer Basis von freiwilliger Mitgliedschaft Wege zu finden, um die Bewältigung von Alltagsproblemen herbeizuführen. Deshalb wurden Verhaltensregeln beschlossen. Diese Regeln besagen, dass das gesamte Kibbuz-Eigentum, Gemeinschaftseigentum ist. Zudem gibt es keine Lohnarbeit. „Der Kibbuz hält am Prinzip der selbstbestimmenden Arbeit fest“ (Heinsohn; S. 23.) Die Arbeit wird gerecht auf die Gemeinschaft aufgeteilt. Außerdem gibt es im Kibbuz ein gleiches Pro-Kopf-Einkommen. Dieses führte zur Unabhängigkeit zwischen dem Beitrag der Produktion und dem Realeinkommen. (Heinsohn; S.23.)
Auch die Kindererziehung war im Kibbuz eindeutig geregelt. Da in einem Kibbuz alles der Gemeinde gehörte, war die Erziehung nicht allein die Aufgabe der Eltern des Kindes, sondern des gesamten Kollektivs. Der Nachwuchs wohnte nicht bei ihren Eltern, sondern lebte mit anderen Kindern gemeinsam. Nur wenige Stunden pro Tag darf die Mutter ihren Abkömmling zu sich nehmen und mit ihm interagieren. Durch diese Maßnahme sollten die Heranwachsenden schneller unabhängig werden und die Mutter konnte sich mehr auf die Gemeinde konzentrieren und für diese arbeiten. Die Kinder im Kibbuz sollten auch so früh wie möglich das Arbeiten erlernen. Deshalb hielten sie das Kinderhaus sauber, sortierten Erbsen und Bohnen und kümmerten sich um den Gemüsegarten. Beschäftigungen wie das Malen, Dichten oder Musizieren hatten einen geringen Stellenwert in der eher antiintellektuellen Gesellschaft der Kibbuzniks und wurden daher in der Erziehung der Kinder kaum bis gar nicht gefördert. Für sie zählt nur die harte Arbeit. Um dem Nachwuchs das Gefühl von Arbeitsliebe zu vermitteln, sowie Fürsorge und Selbstständigkeit zu fördern, halfen die Eltern ihren Kindern bei der Feldarbeit, sangen und aßen mit ihnen gemeinsam am Feld.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract: Bietet einen Überblick über die Bedeutung der Kibbuz-Bewegung für die Staatsgründung Israels und skizziert den sozioökonomischen Wandel des Kollektivs.
2. Einleitung: Israel heute: Beschreibt die politische Lage Israels seit 1948 und erläutert den Rahmen sowie die Zielsetzung der vorliegenden Literaturarbeit.
3. Definition und Entstehungsgeschichte des Zionismus: Analysiert die historische Notwendigkeit der zionistischen Bewegung vor dem Hintergrund der Diaspora und der Verfolgung in Europa.
4. Der Kibbuz: Beleuchtet die organisatorischen Aspekte, die Ideologie, die Produktionsweisen und den späteren Einfluss des Kapitalismus auf das Kibbuz-System.
5. Kibbuz heute: Untersucht den Status quo der Kibbuz-Siedlungen, die sich an moderne Wirtschaftsbedingungen angepasst haben, ohne ihren Pioniergeist vollständig zu verlieren.
6. Fazit: Führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Rolle der Kibbuz-Bewegung als essenzieller Faktor für das Bestehen des Staates Israel.
Schlüsselwörter
Kibbuz, Zionismus, Israel, Staatsgründung, Kollektiv, Gemeinschaftseigentum, Palästina, Diaspora, Antisemitismus, Kibbuz-Bewegung, soziale Gleichheit, Arbeitsmoral, Agrarwirtschaft, Industrialisierung, Nahostkonflikt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Geschichte, Entwicklung und Ideologie der Kibbuzim in Palästina und Israel sowie deren entscheidende Rolle bei der Entstehung des jüdischen Staates.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der zionistischen Bewegung, den Lebens- und Arbeitsumständen im Kibbuz, dem erzieherischen Modell des Kollektivs und der Transformation der Siedlungen durch wirtschaftliche Einflüsse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist aufzuzeigen, wie die Kibbuz-Bewegung als kollektive Gemeinschaft die Staatsgründung Israels ermöglicht hat und wie sich ihr ursprüngliches Gleichheitsideal über die Jahrzehnte gewandelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine reine Literaturarbeit, die sich auf diverse historische und soziologische Quellen stützt, um die Entwicklung der Kibbuzim zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis des Zionismus, die historische Situation in Europa und Palästina sowie eine detaillierte Analyse der Kibbuz-Strukturen, inklusive Produktionssektor und Erziehungsmodell.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Zionismus, Kibbuz, Staatsgründung, Gemeinschaftseigentum, Kollektiv und das Spannungsfeld zwischen Sozialismus und Kapitalismus.
Warum wurde die Kindererziehung im Kibbuz so streng kollektiv geregelt?
Das Ziel war die schnelle Unabhängigkeit der Kinder vom Elternhaus und die stärkere Einbindung der Frauen in den Arbeitsprozess der Gemeinschaft.
Welche Rolle spielt die Privatisierung im heutigen Kibbuz-Alltag?
Durch die Privatisierung vieler Fabriken und die Einführung von Löhnen hat sich die ursprüngliche Form des Gemeinschaftseigentums hin zu einem System entwickelt, in dem Mitglieder für ihre Arbeit entlohnt werden und für ihre privaten Ausgaben selbst aufkommen.
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- Andrea Culic (Author), 2016, Die Entwicklung des Kibbuz in Palästina, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358799