Die vorliegende Arbeit behandelt die bilanzielle Darstellung von Bewertungseinheiten unter Berücksichtigung der aktuellen, nationalen sowie internationalen Rechnungslegungsvorschriften.
Das erste Kapitel der Arbeit stellt die theoretischen Grundlagen als Basis für den weiteren Gang der Untersuchung vor. Dabei wird zunächst der Begriff der Sicherungsbeziehung abgegrenzt um anschließend auf Klassifizierungsmöglichkeit einzugehen. Nachfolgend werden die Charakteristika klassischer zur Absicherung eingesetzter Finanzinstrumente erläutert. Im zweiten Kapitel wird die bilanzielle Abbildung der Sicherungsbeziehung innerhalb der Rechnungslegungssysteme beschrieben. Einleitend wird dabeiauf die handelsrechtliche Bildung von Bewertungseinheiten eingegangen.
Als Grundlage wird zunächst die handelsrechtliche Ausgangsbasis dargestellt, um die Notwendigkeit der Bewertungseinheitskonzeption aufzuzeigen. Nachfolgend werden Voraussetzungen zu deren Bildung erläutert sowie sich ergebende bilanziellen Konsequenzen aufgezeigt. Das zweite Unterkapitel beschreibt die steuerrechtliche Würdigung der Bewertungseinheitskonzeption, aufbauend auf den vorher gewonnenen handelsrechtlichen Erkenntnissen. Im Anschluss daran erfolgt im dritten Unterkapitel die Darstellung der bilanziellen Abbildung einer Sicherungsbeziehung gemäß der internationalen Rechnungslegungsstandards. Analog zur Vorgehensweise der vorherigen Kapitel wird eingangs die Ausgangsbasis der IFRS im Hinblick auf die Notwendigkeit zur bilanzielle Abbildung einer Sicherungsbeziehung erläutert.
Nachfolgend werden Voraussetzungen zu deren Bildung und die bilanzielle Würdigung beschrieben. Die Arbeit schließt im dritten Kapitel mit der Gegenüberstellung, der durch die Arbeit gewonnenen zentralen Erkenntnisse, in Form einer Synopse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Begriffsabgrenzung und Formen von Sicherungsbeziehungen
2.1.1 Begriff der Sicherungsbeziehung
2.1.2 Systematisierung von Sicherungsbeziehungen
2.2 Charakteristika der Grundformen von Finanzinstrumenten zur
2.2.1 Originäre Finanzinstrumente
2.2.2 Derivative Finanzinstrumente
2.2.2.1 Unbedingte Finanzinstrumente
2.2.2.2 Bedingte Finanzinstrumente
3. Bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen
3.1 Die handelsrechtliche Abbildung von Sicherungsbeziehungen
3.1.1 Die Ausgangsbasis der Bewertungseinheitskonzeption
3.1.2 Voraussetzungen zur Bildung einer Bewertungseinheit
3.1.2.1 Anforderungen an das Grundgeschäft
3.1.2.2 Anforderungen an das Sicherungsgeschäft
3.1.2.3 Anforderungen an die Wirksamkeit
3.1.2.4 Anforderungen an die Dokumentation
3.1.3 Bilanzielle Folgen der Bildung einer Bewertungseinheit
3.1.3.1 Verpflichtungsgrad der Norm
3.1.3.2 Bilanzielle Abbildung einer Bewertungseinheit
3.1.3.3 Beispiel zur Einfrierungs- und Durchbuchungsmethode
3.1.3.4 Beendigung einer Bewertungseinheit
3.1.3.5 Angaben im Anhang und Lagebericht
3.2 Die steuerliche Abbildung von Sicherungsbeziehungen
3.3 Die Abbildung von Sicherungsbeziehungen nach IFRS
3.3.1 Die Ausgangsbasis des Hedge Accounting nach IFRS
3.3.2 Voraussetzungen der Anwendung des Hedge Accounting
3.3.2.1 Anforderungen an das Grundgeschäft
3.3.2.2 Anforderungen an das Sicherungsgeschäft
3.3.2.3 Anforderung an die Effektivität der Sicherungsbeziehung
3.3.2.4 Anforderung an die Dokumentation
3.3.3 Bilanzielle Folgen des Hedge Accounting
3.3.3.1 Bilanzielle Abbildung der Sicherungsbeziehung
3.3.3.2 Beendigung der Sicherungsbeziehung
3.3.3.3 Angaben im Anhang
4. Synopse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt auf einen fundierten Vergleich der bilanziellen Behandlung von Bewertungseinheiten zwischen den nationalen handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) ab, um Gemeinsamkeiten und Differenzen in der Risikomanagement-Abbildung herauszuarbeiten.
- Theoretische Grundlagen von Sicherungsbeziehungen und Finanzinstrumenten
- Handelsrechtliche Anforderungen an die Bildung und Dokumentation von Bewertungseinheiten
- Bilanzielle Methoden (Einfrierungsmethode vs. Durchbuchungsmethode) unter dem HGB
- Abbildung von Hedge Accounting unter IFRS 9
- Synoptische Gegenüberstellung der Rechnungslegungssysteme
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Begriff der Sicherungsbeziehung
Die Ausgangsbasis einer Sicherungsbeziehung bildet die Absicherung, der aus einem Grundgeschäft erwachsenen Risiken, wie insbesondere aus Preisentwicklungen, Zins- oder Wechselkursschwankungen mittels des Einsatzes von Sicherungsinstrumenten. Die Herstellung eines solchen Sicherungszusammenhangs wird als Hedging bezeichnet. Der aus dem Angelsächsischen stammende Begriff „Hedging“ beschreibt eine typische Vorgehensweise im Rahmen des Risikomanagements und Risikocontrollings zur präventiven Abwehr von Risiken. Das grundsätzliche Ziel des Hedging ist per definitionem die Kompensation künftiger Wertänderungen und unsicherer Zahlungsströme, um – im Idealfall – einen vollständigen Ausgleich der Wertänderungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts zu erreichen. Die Risikoimmunisierung in Bezug auf ein dem Grundgeschäft anhaftendes Risiko – als Optimum einer Sicherungsbeziehung – wird durch eine paritätisch gegenläufige Bewegung von Grund- und Sicherungsgeschäft erreicht. Indikatoren für den Erfolg eines Sicherungsgeschäfts sind die sog. Hedge-Ratio und die Korrelation der designten Geschäfte. Die Hedge-Ratio beschreibt den prozentualen Umfang von abgesichertem Grundgeschäft zu korrespondierendem Sicherungsgeschäft. Eine Hedge-Ratio von 100% beschreibt eine vollständige, ergo perfekte quantitative Absicherung der Risiken des Grundgeschäfts durch die eingegangene Sicherungsbeziehung. Der Korrelationskoeffizient beschreibt die Stärke des linearen Zusammenhangs zweier Variablen. Eine Reduktion der Risiken eines Grundgeschäfts wird grundsätzlich durch einen negativen Korrelationskoeffizienten ermöglicht, da im Falle eines positiven Korrelationskoeffizienten eine Änderung des Grundgeschäfts durch eine gleichgerichtete Änderung des Sicherungsgeschäfts noch verstärkt würde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die steigende Relevanz des Risikomanagements durch Sicherungsbeziehungen im Zuge der Globalisierung und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie den Aufbau des Vergleichs vor.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Sicherungsbeziehung, klassifiziert verschiedene Formen und charakterisiert die zugrunde liegenden Finanzinstrumente als Basis für die weitere Untersuchung.
3. Bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen: Der Hauptteil analysiert detailliert die handelsrechtlichen Voraussetzungen und Folgen der Bildung von Bewertungseinheiten sowie die entsprechenden Regelungen des Hedge Accounting nach IFRS.
4. Synopse: Das Kapitel bietet eine übersichtliche synoptische Zusammenfassung, welche die Kernunterschiede und Gemeinsamkeiten der bilanziellen Behandlung zwischen HGB und IFRS tabellarisch gegenüberstellt.
Schlüsselwörter
Bewertungseinheit, Sicherungsbeziehung, Hedge Accounting, HGB, IFRS, Risikomanagement, Finanzinstrumente, Grundgeschäft, Sicherungsgeschäft, Einfrierungsmethode, Durchbuchungsmethode, Effektivitätsmessung, BilMoG, Dollar-Offset-Methode, Risikokompensation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit behandelt den Vergleich der bilanziellen Behandlung von Bewertungseinheiten, wobei die nationalen Vorschriften des HGB den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) gegenübergestellt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die Abgrenzung von Sicherungsbeziehungen, die Charakterisierung von derivativen und originären Finanzinstrumenten sowie die spezifischen Anforderungen an die Dokumentation und Wirksamkeitsprüfung von Hedges.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen Risiken aus Grundgeschäften mittels Sicherungsinstrumenten bilanziell abbilden können und welche Unterschiede sich dabei zwischen dem deutschen Handelsrecht und IFRS ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung aktueller Rechnungslegungsstandards, ergänzt durch eine synoptische Gegenüberstellung am Ende der Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die handelsrechtliche Abbildung unter Berücksichtigung der Bewertungseinheitskonzeption nach § 254 HGB und die Abbildung von Sicherungsbeziehungen nach IFRS 9.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hedge Accounting, Bewertungseinheit, BilMoG, IFRS 9, Risikomanagement und Effektivitätsmessung definieren.
Welchen Stellenwert nimmt die Dokumentation für Bewertungseinheiten ein?
Die Dokumentation ist sowohl nach HGB als auch nach IFRS eine zwingende Tatbestandsvoraussetzung, um eine Bewertungseinheit zu bilden und das Risiko-Management-Ziel sowie die Wirksamkeit nachzuweisen.
Was sind die Unterschiede zwischen der Einfrierungs- und der Durchbuchungsmethode?
Die Einfrierungsmethode lässt Wertänderungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts unberücksichtigt, während die Durchbuchungsmethode die Wertänderungen erfolgswirksam in der Bilanz erfasst.
- Citar trabajo
- Philipp Orth (Autor), 2017, Vergleich der Behandlung von Bewertungseinheiten in der nationalen und internationalen Rechnungslegung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358832