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Aphasiologie in der Neurolinguistik. Möglichkeiten und Grenzen

Titel: Aphasiologie in der Neurolinguistik. Möglichkeiten und Grenzen

Hausarbeit , 2015 , 9 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Karl Kleinke (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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In dieser Arbeit soll es um die Frage gehen, wie sich die Organisation von Sprache im Gehirn mithilfe der Aphasie- Forschung erklären lässt. Dafür wird es nötig sein, zunächst den Begriff und die Bedeutung von Aphasie zu erklären, bevor es um eine Darstellung der verschiedenen Syndrome gehen wird.

Abschließend werden die Möglichkeiten und Grenzen der Aphasiologie für die neurolinguistische Forschung evaluiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aphasie

3. Globale Aphasie

4. Broca Aphasie

5. Wernicke Aphasie

6. Amnestische Aphasie

7. Aphasiologie als Forschungsgebiet der neurolinguistischen Forschung

8. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die Organisation von Sprache im Gehirn anhand der Aphasieforschung zu analysieren und zu erklären. Dabei werden die neurologischen Grundlagen von Sprachstörungen beleuchtet, die verschiedenen Aphasiesyndrome differenziert dargestellt und die Erkenntnisse hinsichtlich der Lokalisierung sprachlicher Funktionen in den Kontext der modernen Neurolinguistik eingeordnet.

  • Grundlagen der Sprachverarbeitung und ihre neurologische Verankerung.
  • Differenzierung der vier Hauptformen der Aphasie (Global, Broca, Wernicke, Amnestisch).
  • Zusammenhang zwischen Hirnschädigungen und Sprachverlust.
  • Evaluierung der Möglichkeiten und Grenzen der Aphasiologie als Forschungsdisziplin.
  • Die Rolle der rechten und linken Hemisphäre bei komplexen Sprachprozessen.

Auszug aus dem Buch

Broca Aphasie

Zu einer Broca Aphasie kommt es, wenn der Versorgungsbereich für das Hirngewebe im seitlichen Stirnlappen betroffen ist (Lutz 2011: 30). Der Bereich entspricht der, vom Namensgeber Paul Broca 1861 festgestellten sprachverarbeitenden Broca Region (Müller 2013: 89). Pierre Paul Broca konnte an einem Patienten zeigen, dass eine Gewebezerstörung im Gyrus frontalis, eine charakteristische Sprachstörung verursacht. Broca Aphasie ist durch eine stockende, verlangsamte und unflüssige mitunter agrammatische Sprache gekennzeichnet. Häufig fehlen Funktionswörter wie Artikel, Konjunktionen oder Präpositionen, was in einer unvollständigen oder fehlerhaften Satzbildung resultiert (Lutz 2011: 30). Sinntragende Zielwörter (Nomen, Verben, Adjektive) werden in der Regel beherrscht, weshalb eine Kommunikation durchaus möglich ist, da die Ausdrucksfähigkeit zwar beschränkt ist aber der Sinn zumindest erahnt werden kann. Durch den guten Umgang mit den sinntragenden Wörtern, haben die Betroffenen häufig ein recht gutes Verständnis (Lutz 2011: 31). Die schriftliche Verarbeitung (Lesen, Schreiben) ist in ähnlichem Maße betroffen wie die mündliche. Trotz der besseren Kommunikationsmöglichkeit der Betroffenen, kommt es nicht selten zu Frustrationen, da sonstige geistige Fähigkeiten intakt sind und somit auch ein Bewusstsein über die Sprachstörung existiert. Die Diskrepanz zwischen der Sprechintention, der Planung und tatsächlichen Äußerung werden bewusst wahrgenommen und frustrieren die Betroffenen (Müller 2012: 89). Neben der grammatischen Störung, kommen auch lautliche Abweichungen von Zielwörtern vor (Bulme statt Blume) (Lutz 2011: 30).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Neurolinguistik ein und definiert die Arbeit als interdisziplinäre Untersuchung, die Zusammenhänge zwischen Gehirnvorgängen und sprachlichem Handeln aufklärt.

Aphasie: Hier werden die Ursachen von Hirnschädigungen, insbesondere Schlaganfälle, und deren Auswirkungen auf die neuronalen Prozesse der Sprachverarbeitung erläutert.

Globale Aphasie: Der Abschnitt beschreibt die schwerwiegendste Form der Aphasie, die alle Sprachmodalitäten umfasst und häufig aus einem Komplettverschluss der mittleren Hirnarterie resultiert.

Broca Aphasie: Dieses Kapitel erläutert die charakteristische stockende und agrammatische Sprache bei Schädigungen im Bereich des seitlichen Stirnlappens.

Wernicke Aphasie: Der Text behandelt die sensorische Aphasie, bei der die Wortbildung flüssig, aber semantisch oft sinnfrei ist, bedingt durch Schädigungen im hinteren Stirnlappen.

Amnestische Aphasie: Dieses Kapitel fokussiert auf die leichteste Form der Aphasie, deren Hauptsymptom in Wortfindungsstörungen bei weitgehend intakter Grammatik liegt.

Aphasiologie als Forschungsgebiet der neurolinguistischen Forschung: Hier wird der historische Wandel von der einfachen Lokalisationslehre hin zu einer komplexeren Sichtweise der Zusammenarbeit mehrerer Gehirnareale dargestellt.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sprachverarbeitung ein komplexer, durch mehrere Areale koordinierter Prozess ist, wobei auch die rechte Gehirnhälfte eine bedeutsame Rolle übernimmt.

Schlüsselwörter

Neurolinguistik, Aphasie, Sprachverarbeitung, Globale Aphasie, Broca Aphasie, Wernicke Aphasie, Amnestische Aphasie, Gehirn, Hirnschädigung, Schlaganfall, Sprachstörung, Lokalisationslehre, Hemisphäre, neuronale Netzwerke, Aphasiologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Neurolinguistik und Aphasiologie, um die Organisation der Sprache im menschlichen Gehirn durch die Analyse pathologischer Sprachstörungen zu erforschen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die anatomischen Grundlagen der Sprachverarbeitung, die Klassifikation verschiedener Aphasiesyndrome sowie die historische Entwicklung der Lokalisationslehre in der Gehirnforschung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen spezifischen Hirnschädigungen und den daraus resultierenden Sprachstörungen aufzuklären und die Rolle verschiedener Hirnareale bei der Sprachproduktion und dem Sprachverstehen zu evaluieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung genutzt?

Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse aktueller neurolinguistischer Erkenntnisse und klinischer Aphasieforschung, um die Zusammenhänge zwischen Gehirnvorgängen und sprachlichem Handeln darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der vier Hauptsyndrome (Global, Broca, Wernicke, Amnestisch) und eine kritische Auseinandersetzung mit den theoretischen Ansätzen zur Lokalisierung sprachlicher Funktionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neurolinguistik, Sprachverarbeitung, Aphasiesyndrome, neuronale Netzwerke und Hemisphären-Dominanz charakterisiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Broca- und Wernicke-Aphasie klinisch so bedeutsam?

Die Unterscheidung ist deshalb bedeutsam, weil sie Rückschlüsse auf spezifische Defizite zulässt – sei es in der Produktion (Grammatik/Artikulation) bei der Broca-Aphasie oder im semantischen Verständnis bei der Wernicke-Aphasie.

Welche Rolle spielt die rechte Gehirnhälfte laut der Arbeit bei Aphasikern?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die rechte Gehirnhälfte nicht nur für emotionale Anteile der Sprache und Sprechmelodien zuständig ist, sondern auch bei Ausfällen in der linken Hemisphäre eine übergeordnete Rolle einnehmen kann.

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Details

Titel
Aphasiologie in der Neurolinguistik. Möglichkeiten und Grenzen
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Karl Kleinke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
9
Katalognummer
V358904
ISBN (eBook)
9783668435971
ISBN (Buch)
9783668435988
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aphasiologie neurolinguistik möglichkeiten grenzen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karl Kleinke (Autor:in), 2015, Aphasiologie in der Neurolinguistik. Möglichkeiten und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358904
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Leseprobe aus  9  Seiten
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