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Die Besonderheiten des Tagelieds Walthers von der Vogelweide und sein ironisch-performativer Charakter

Título: Die Besonderheiten des Tagelieds Walthers von der Vogelweide und sein ironisch-performativer Charakter

Trabajo Escrito , 2015 , 18 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Nadine Fischer (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Das Tagelied "Friuntlîchen lac ein rîter" von Walther von der Vogelweide wird in der Forschung aufgrund angeblicher Unzulänglichkeiten mehrfach scharf kritisiert. Diese Arbeit möchte, angelehnt an Asher, einen anderen Blick auf das Tagelied ermöglichen. Hierfür werden zunächst das Tagelied in mittelhochdeutscher Sprache und eine neuhochdeutsche Übersetzung desselben aufgeführt. Anschließend soll auf inhaltliche und formale Besonderheiten eingegangen und deren Interpretation ausgearbeitet werden. Daraufhin werden Beispiele für die mannigfaltige Kritik bekannter, wissenschaftlicher Autoren an Walthers Tagelied geliefert. Schließlich werden basierend auf Ashers Aufsatz, sowie einem kurzen Überblick, wie Ironie im Mittelalter eigentlich aussah, Merkmale des Tagelieds erläutert, die es vielmehr zu einem absichtlich parodistischen Kunstwerk als zu einem Versagen Walthers machen.

Extracto


Gliederung

1. Walthers Tagelied Friuntlîchen lac ein rîter

1.1 Mittelhochdeutscher Text

1.2 Neuhochdeutsche Übersetzung

2. Besonderheiten des Tagelieds

2.1 Inhaltlich

2.2 Formal

3. Kritik an Walthers Tagelied

4. Ironie im Mittelalter

5. Walthers Tagelied als parodistisches Kunstwerk nach Asher

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Tagelied „Friuntlîchen lac ein rîter“ von Walther von der Vogelweide, das in der Forschung häufig als qualitativ minderwertig oder fehlerhaft eingestuft wird. Ziel der Untersuchung ist es, durch eine detaillierte Analyse der inhaltlichen und formalen Struktur sowie unter Einbeziehung der Theorie von Asher nachzuweisen, dass es sich bei diesem Werk nicht um ein literarisches Versagen, sondern um eine gezielte parodistische Auseinandersetzung mit der Gattung des Tagelieds handelt.

  • Analyse des mittelhochdeutschen Originaltextes und der deutschen Übersetzung
  • Untersuchung inhaltlicher und formaler Besonderheiten (z.B. Reimschema, Waisen)
  • Kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Forschungsliteratur
  • Diskussion des Begriffs der Ironie im mittelalterlichen Kontext
  • Interpretation des Werkes als bewusst parodistisches Kunstwerk

Auszug aus dem Buch

5. Walthers Tagelied als parodistisches Kunstwerk nach Asher

Asher ist einer ganz anderen Meinung als die Kritiker zuvor, er interpretiert Walthers Tagelied erstmals als parodistisches Kunstwerk mit der Absicht, die Gattung lächerlich zu machen. Seiner Meinung nach haben die oben genannten Autoren weder die künstlerische Absicht, noch den Zweck des Tageliedes zu seiner Zeit verstanden. Außerdem kritisiert er, dass niemand begründen konnte, wie Walther von der Vogelweide dazu gekommen sein soll, ein minderwertiges Lied zu dichten, wo seine Dichtkunst sich doch sonst durch hohe Qualität auszeichnet. Asher interpretiert all die angeblich negativen Eigenschaften als Kunstmittel, die Walther absichtlich verwendet hat21:

Die Wiederholung der unnötigen Anreden könnte laut Asher einen Hinweis auf einen mimischen Vortrag des Tagelieds darstellen. Indem Walther möglicherweise die Stimme bei der gegenseitigen klischeehaften Typenbezeichnung gewechselt hat, könnte er einen komischen Effekt erzielt haben. Auch die abgegriffenen Phrasen wie diu frowe in leide sprach, dû solt dîn trûren lân, staete sunder wanc oder nu lige ich liebes âne reht als ein senede wîp bei einer gleichzeitigen übertrieben stark gespielten Gemütsbewegung könnten damals Ironie signalisiert haben. Die vielfach kritisierte Geschwätzigkeit der Personen innerhalb komplizierter Responsionsreime könnte ebenfalls dazu gedient haben, die Gattung lächerlich zu machen. Die bluomen rôt wurden von Walther bereits in einem anderen, sexuellen Zusammenhang verwendet und könnten durch komische, erotische Gesten begleitet worden sein.22 Durch den Verlust des ursprünglichen performativen Rahmens ist das heute allerdings nicht mehr nachvollziehbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Walthers Tagelied Friuntlîchen lac ein rîter: Einführung in den Primärtext durch die Gegenüberstellung des mittelhochdeutschen Originals und einer neuhochdeutschen Übersetzung.

2. Besonderheiten des Tagelieds: Analyse der inhaltlichen Merkmale, wie die Rollenverteilung und das Handeln der Figuren, sowie Untersuchung der formalen Struktur, insbesondere des komplexen Reimschemas und der sogenannten Waisen.

3. Kritik an Walthers Tagelied: Darstellung der negativen Rezeption durch verschiedene Forscher, die das Werk als formal ungeschickt und inhaltlich abweichend von Walthers sonstiger Qualität bewerten.

4. Ironie im Mittelalter: Erörterung der theoretischen Grundlagen von Ironie und ihrer Schwierigkeit der Rekonstruktion in mittelalterlichen Texten aufgrund der notwendigen performativen Komponente.

5. Walthers Tagelied als parodistisches Kunstwerk nach Asher: Darlegung der Argumentation Ashers, der die vermeintlichen Schwächen des Gedichts als gezielte Stilmittel zur Parodie der Gattung Tagelied deutet.

Schlüsselwörter

Walther von der Vogelweide, Tagelied, Friuntlîchen lac ein rîter, Parodie, Ironie, Minnesang, Mittelalter, Gattungspoetik, Literaturkritik, Waisen, Reimschema, performativer Charakter, höfische Dichtung, literarische Analyse, Gattungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Tagelied von Walther von der Vogelweide mit dem Titel „Friuntlîchen lac ein rîter“ und hinterfragt die traditionell kritische Sichtweise auf dieses Werk.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Gattung des Tagelieds im Mittelalter, die Parodie als künstlerisches Mittel, der Einsatz von Ironie in der mittelalterlichen Dichtung sowie die formale Analyse literarischer Texte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Walthers Tagelied nicht aufgrund mangelnden Könnens „schlecht“ geschrieben ist, sondern dass die als Fehler interpretierten Elemente bewusste stilistische Mittel einer Parodie darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Untersuchung des Originaltextes, einer formalen Struktur- und Reimanalyse sowie der kritischen Auseinandersetzung mit Sekundärliteratur (insbesondere Asher) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die textliche Bestandsaufnahme, die detaillierte formale und inhaltliche Analyse, die Aufarbeitung der negativen Forschungskritik sowie die theoretische Fundierung der Parodie-Hypothese.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Walther von der Vogelweide, Tagelied, Parodie, Ironie, formale Analyse und Gattungsgeschichte.

Warum gilt das Tagelied in der älteren Forschung als minderwertig?

Kritiker wie Lachmann oder de Gruyter empfanden den Ausdruck als herb, die Übergänge als ungeschmeidig und das Werk als stilistisch unähnlich zu Walthers sonstiger, als hochwertiger betrachteter Lyrik.

Welche Rolle spielen die sogenannten „Waisen“ im Gedicht?

Die Waisen (Verse ohne Reimpartner) werden als gestalterische Besonderheit analysiert, auf die die bedeutungsstärksten Wörter des Gedichts fallen, was die bewusste kompositorische Leistung Walthers unterstreicht.

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Detalles

Título
Die Besonderheiten des Tagelieds Walthers von der Vogelweide und sein ironisch-performativer Charakter
Universidad
LMU Munich
Calificación
1,7
Autor
Nadine Fischer (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
18
No. de catálogo
V358954
ISBN (Ebook)
9783668433519
ISBN (Libro)
9783668433526
Idioma
Alemán
Etiqueta
Tagelied Walther Vogelweide Mediävistik Mittelalter
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nadine Fischer (Autor), 2015, Die Besonderheiten des Tagelieds Walthers von der Vogelweide und sein ironisch-performativer Charakter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358954
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