Textprozeduren und Beschreiben als Textsorte. Die Beschreibung eines Sportspiels


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015
10 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhalt

1. Das Beschreiben als Textsorte
1.1 Textprozeduren einer Beschreibung

2. Lernaufgabe
2.1 Teilhandlung „Beutelwurf“

3. Anhang

4. Literaturverzeichnis

1. Das Beschreiben als Textsorte

Das Beschreiben lässt sich als Textsorte festlegen. Bevor jedoch genauer auf diese Thematik eingegangen wird, sollten einige Informationen vorab geklärt werden. Einem geschriebenen Text geht immer ein Schreibprozess voran. Das Schreiben an sich ist ein kognitiver Konstruktionsprozess, der sich in verschiedene Phasen einteilen lässt. Hayes & Flower (1980) haben dazu ein Modell entwickelt.[1] Dieses Modell lässt sich in insgesamt drei Phasen gliedern. In der ersten Phase wird der Text geplant. Dieser Abschnitt dient vor allem dazu, Ideen zu sammeln, diese zu ordnen und sich über Struktur und Form Gedanken zu machen. Außerdem soll hier das Vorwissen des Schreibers abgerufen und bereits genauere Vorstellungen erzeugt werden. Die zweite Phase dient dann hauptsächlich der Formulierung. Im Modell von Hayes & Flower wird dies als das „Übersetzen von einer gedanklichen auf eine sprachliche Ebene“[2] bezeichnet. In der dritten und letzten Phase überarbeitet man den verfassten Text.[3]

Die Beschreibung gehört im heutigen Unterricht nach wie vor zu den gängigen Aufsatzarten und ist im Lehrplan verankert. Außerdem gehört sie zum Standardrepertoire der schulischen Aufsätze. Der kognitive Anspruch wird jedoch meist gänzlich unterschätzt.[4] „Beschreibungen sind unter textlinguistischen Gesichtspunkten eine heterogene und schwer bestimmende Textart.“[5] Es handelt sich um einen sachlichen Aufsatz, der ein räumliches Nebeneinander darstellt. Die Schüler sollen mit ihren Sinnesorganen etwas beobachten und mit Hilfe eines wirklichkeitsgetreuen, kurzen und klaren Sprachstils zu Papier bringen.[6] Für Beschreibungen eignen sich vor allem „Oberflächen statischer Sachverhalte wie Personen, Tiere, Pflanzen, Landschaften, Städte, Gebrauchsgegenstände, Bilder und Ähnliches; mithin alles Sichtbare oder potentiell Sichtbare.“[7] Alles andere, was Ereignissen oder Erlebten zuzuordnen ist, fällt nicht mehr in den Bereich der Beschreibung, sondern wird der Erzählung oder aber auch dem Bericht zugewiesen.[8]

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass bei der Beschreibung etwas beschrieben wird, dass für den Adressaten selbst noch unbekannt ist. Der Leser soll also eine genaue Vorstellung davon bekommen wie der Gegenstand, ein Zusammenhang, ein Sachverhalt oder auch eine Person dargestellt wird. Die Textsorte ist vor allem informierend und sachbetont. Ähnlich wie auch beim Bericht, hat der Verfasser eine gewisse Vorerfahrung oder eine bessere Wahrnehmung über die Thematik, über die er schreiben möchte, als der Leser.[9] Auch wenn die Beschreibung einem Bericht ähnelt, gibt es entscheidende Unterschiede: „anders als ein Bericht weist eine Beschreibung jedoch stärker einen präsentischen und allgemeingültigen Gestus auf (...) Im Idealfall vergegenwärtigt der Beschreibende dem Rezipienten das Beschriebene aufgrund eingehender Beobachtung detailliert und in nachvollziehbarer Ordnung.“[10] Jedoch ist der Vergleich mit anderen Textarten bei einer Beschreibung ziemlich schwer, da die „Selbstständigkeit (Selbstsuffizienz), das heißt die Fähigkeit, eine komplexere kommunikative Funktion alleine zu erfüllen“[11] fehlt. Wichtig ist auch genau zu wissen, auf welchem Stand das Vorwissen des Lesers ist, um die Beschreibung übersichtlich und diesem Wissen angepasst verfassen zu können. Es entsteht dadurch „das konventionell geteilte Wissen zwischen dem Leser (...) und dem Schreiber, der diesen Text produziert.“[12] Es ist auf keinen Fall außer Acht zu lassen, dass sich die sprachliche Form der Beschreibung hauptsächlich auf den übergeordneten Kontext stützt.[13] Die Beschreibung sollte daher in genauer und eindeutiger, sprachlicher Form verfasst werden. Auch die nötige Fachsprache und eventuelle Fremdwörter sollten dem Adressatenkreis angepasst werden. Um eine Beschreibung für den Leser passend zu gestalten, damit keine Unstimmigkeiten in der Verständlichkeit entstehen, ist es nach Ossner vorteilhaft, ein bestimmtes Anordnungsmuster einzuhalten. Dem Rezipienten fällt es dadurch auch leichter, das Gelesene oder Gesagte im Gedächtnis zu behalten.[14] Die Anordnungsmöglichkeiten sind zum Beispiel: „von Anfang zum Ende, vom Auffälligen zum Unauffälligen, (...) vom Bedeutsamen/Wichtigen zum Unbedeutenden, (...) vom erwartet Unterstellten zum erwartet Unbekannten und jeweils umgekehrt.“[15] Einzig zu beachten ist bei diesen Anordnungsmustern, dass zu Beginn jeweils ein entscheidender Anstoß gegeben wird. Mit diesem Punkt wird im Verlauf der weiteren Beschreibung dann gearbeitet.[16] Ganz klar ist, dass sich dadurch eine Überschneidung mit instruktiven Texten nicht vermeiden lässt.[17] Abschließend ist festzuhalten: „Beschreibungen beschränken sich auf das, was sichtbar oder unmittelbar ist.“[18]

1.1 Textprozeduren einer Beschreibung

Nach Feilke sind „die eigentlichen Werkzeuge des Schreibens (...) nicht Stifte, Tastaturen oder Schreibprogramme“[19] sondern Textprozeduren, welche auf der text-sprachlichen Basis funktionieren. „Textprozeduren bilden den vermittelnden „Transmissionenriemen“ zwischen den individuellen Schreibprozessen und den resultierenden Textprodukten.“[20] Bei den Schreibprozessen in der Schule ist es enorm wichtig, dass Schüler solche Textprozeduren erlernen. Bachmann vertritt die Meinung, dass die Aneignung und Vermittlung dieser eben genannten sprachlichen Werkzeuge einen hohen Stellenwert einnehmen sollten. Um den Schülern im Unterricht diese Kompetenzen vermitteln zu können braucht es nach Schneuwly verschiedene Kriterien. Zum einen muss die sprachliche Aufgabe exakt und präzise sein, zum anderen darf aber auch nicht vergessen werden, dass den Schülern eine Schreibaufgabe so vorbereitet werden muss, dass sie auch zu einem Textmuster zugeordnet werden kann. Auch ein gewisses System oder eine Struktur bei der Bearbeitung ist hilfreich. Im Unterricht müssen die Schüler die Schreibfähigkeiten für den Text erfahren. Auch eine Reflexion am Ende eines geschriebenen Texts setzt Schneuwly auf diese Liste. In dieser Reflexionsphase können die Schüler ihre Texte verbessern, Unklarheiten umschreiben oder gegebenenfalls sogar ganze Textpassagen neu formulieren.[21] Um den Kindern auch die Reflexion der eigenen Texte etwas näher zu bringen, kann man auf das Prinzip des roten Fadens zurückgreifen. Die Schüler werden dadurch zum Nachdenken über ihr eigenes Schreiben angeregt. Auch ein Reflexionsgespräch eignet sich dazu bestens.[22] Schüler demonstrieren somit, dass sie prozedurales Wissen besitzen und mit Hilfe einer Reflexion ein Wissen entwickeln, welches Probleme lösen kann.[23] Es „wird deutlich, dass Schreibgeheimnisse bzw. Textprozeduren in hohem Maß von Gebrauchskonfigurationen, z.B. der jeweiligen Domäne und der Textsorte, abhängig sind. Nicht das Ausdrucksmuster an sich, sondern das Handlungsschema“[24] selbst ist von sehr großer Bedeutung. Doch dies ist nur ein kleiner Teil von Textprozeduren. Die Thematik ist sehr breit gefächert und bietet für jede einzelne Textsorte ihre eigene Herangehensweise. Nachfolgend soll nun genauer bestimmt werden, wie Textprozeduren in einer Beschreibung zum Ausdruck kommen.

Das wohl typischste Merkmal einer Beschreibung wie man sie aus der Schule kennt, ist die zu verwendende Tempusform des Präsens. Auch die Satzkonstruktionen sind bei einer Beschreibung eigen. So werden oft auch Konstruktionen verwendet, die dem Passiv sehr ähnlich sind. Der parataktische Satzbau sowie das Verwenden von Fachausdrücken und Attributen sind ebenso ausschlaggebend. In Abgrenzung zu anderen Textsorten gibt es bei der Beschreibung jedoch kein typisches Merkmal in der Makrostruktur. Es wird sich nicht an eine vorgegebene Chronologie geklammert, obgleich diese bei einer Vorgangsbeschreibung ja eingehalten wird.[25] Bei einer Beschreibung gibt es „kein einheitliches Sequenzierungsmuster, das heißt kein durchgehendes Prinzip der Linearisierung oder Strukturierung.“[26] Für eine gute Beschreibung sind auch Adjektiv- sowie Präpositionalattribute von wichtiger Bedeutung. Relativsätze als Attribute oder auch Genitivattribute finden eher weniger Anklang. Auch die Verwendung von Vergleichen sowie passenden Verben ist wichtig.[27] Um eine Orientierung zu erhalten sind anaphorische Ausdrücke, adverbiale Raumanaphern und raumdeiktische Wendungen von großer Bedeutung, damit der Rezipient eine imaginäre Vorstellung erhält.[28]

In der nun nachfolgenden Beschreibung, müssen die Schüler ein Sportspiel beschreiben.

[...]


[1] Vgl. Fix, Martin: Texte schreiben. S.36.

[2] Ebd., S.36.

[3] Ebd., S.36.

[4] Vgl. Mrotzeck-Becker: Schreibkompetenzen entwickeln und beurteilen. S.115.

[5] Ebd., S.115

[6] Vgl. Fix, Martin: Texte schreiben. S.91.

[7] Vgl. Mrotzeck-Becker: Schreibkompetenzen entwickeln und beurteilen. S.115.

[8] Vgl. Mrotzeck-Becker: Schreibkompetenzen entwickeln und beurteilen. S.115.

[9] Vgl.Fix, Martin: Texte schreiben. S.99.

[10] Ebd., S.99.

[11] Vgl. Mrotzeck-Becker: Schreibkompetenzen entwickeln und beurteilen. S.115.

[12] Vgl. Augst, Gerhard: Text-Sorten-Kompetenz. S.168.

[13] Vgl. Mrotzeck-Becker: Schreibkompetenzen entwickeln und beurteilen. S.116.

[14] Vgl.Fix, Martin: Texte schreiben. S.100.

[15] Ebd., S.100.

[16] Ebd., S.100.

[17] Ebd., S.101.

[18] Vgl. Mrotzeck-Becker: Schreibkompetenzen entwickeln und beurteilen. S.116.

[19] Vgl. Feilke, Helmuth: Werkzeuge des Schreibens. S.7.

[20] Ebd., S.8.

[21] Vgl. Feilke, Helmuth: Werkzeuge des Schreibens. S.48f.

[22] Ebd., S.88f.

[23] Ebd., S.101.

[24] Ebd., S.89.

[25] Vgl. Mrotzeck-Becker: Schreibkompetenzen entwickeln und beurteilen. S.116f.

[26] Vgl. Mrotzeck-Becker: Schreibkompetenzen entwickeln und beurteilen. S.117

[27] Vgl.Fix, Martin: Texte schreiben. S.99.

[28] Vgl. Mrotzeck-Becker: Schreibkompetenzen entwickeln und beurteilen.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Textprozeduren und Beschreiben als Textsorte. Die Beschreibung eines Sportspiels
Hochschule
Universität Regensburg
Note
3,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V358981
ISBN (eBook)
9783668437746
ISBN (Buch)
9783668437753
Dateigröße
894 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
textprozeduren, beschreiben, textsorte, beschreibung, sportspiels
Arbeit zitieren
Peter Rackl (Autor), 2015, Textprozeduren und Beschreiben als Textsorte. Die Beschreibung eines Sportspiels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358981

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Textprozeduren und Beschreiben als Textsorte. Die Beschreibung eines Sportspiels


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden