Welche volkswirtschaftliche Rolle spielen Investmentfonds?


Seminararbeit, 2004

21 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

III. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Ziel der Arbeit

3. Investmentfonds - Allgemeines

4. Idee und Entwicklung des Investmentsparens
4.1 Idee des Investmentsparens
4.2 Entwicklung des Investmentsparens und des Fondsvermögens
4.3 Entwicklung der Investmentfonds im Jahr 2003

5. Angebotspalette und Organisation der Investmentgesellschaften
5.1 Publikumfonds und Spezialfonds
5.2 Gesellschaftstyp und Vertragstyp

6. Transformationsleistungen von Investmentfonds
6.1 Losgrößentransformation
6.2 Informationstransformation
6.3 Risikotransformation
6.4 Liquiditätstransformation

7. Bedeutung der Kapitalanlagegesellschaften als Finanzintermediäre

8. Volkswirtschaftliche Funktionen des Investmentsparens
8.1 Finanzierungspolitische Funktion
8.2 Kapitalmarktpolitische Funktion
8.3 Sozialpolitische Funktion
8.3.1. Beteiligung der Bevölkerung am Produktivkapital
8.3.2. Private Altersvorsorge
8.3.3. Soziale Verantwortung durch Lehrstellen

9. Fazit

IV. Literatur

V. Eidesstattliche Versicherung

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Überblick Fondsvermögen Publikums- und Spezialfonds, Quelle BVI

Abb. 2: Überblick Anzahl verschiedener Fonds, Quelle BVI

Abb. 3: Anzahl und Gesamtwert von VL-Fonds-Sparplänen, Quelle BVI

1. Einleitung

Die deutsche Investmentbrache wächst. Kapitalanlagegesellschaften können heute neben Banken, Bausparkassen und Versicherungsunternehmen als eigenständige Branche im Finanzsektor der deutschen Volkswirtschaft angesehen werden und erwirtschaften derzeit eine beachtliche Bruttowertschöpfung[1]. Gleichzeitig drängt sich angesichts aktueller Entwicklungen in Politik sowie auf den Finanz- und Kapitalmärkten die Vermögensanlage in Wertpapieren nicht nur institutionellen Anlegern und Unternehmen auf, sondern auch dem „kleinen“ Sparer.

2. Ziel der Arbeit

Im Rahmen dieser Seminararbeit soll die volkswirtschaftliche Rolle von Investmentfonds, einer immer wichtiger werdenden Anlageform, näher beleuchtet werden. Innerhalb des kurzen Rahmens dieser Arbeit kann jedoch nicht der Anspruch auf vollständige Durchdringung des Themas erhoben werden. Vielmehr wurde versucht die Rolle von Investmentfonds aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen, was sich in den verschiedenen volkswirtschaftlichen Funktionen der Investmentfonds zeigt.

3. Investmentfonds - Allgemeines

Eine Kapitalanlagegesellschaft (KAG) bündelt das Kapital mehrerer Anleger, um nach dem Prinzip der Risikomischung in verschiedenen Vermögenswerten (Wertpapieren, Geldmarktinstrumenten, Immobilien, stillen Beteiligungen) diese dann effizient anzulegen und zu verwalten. Die Gesamtheit der von den Anlegern eingezahlten Geldern und der dafür angeschafften Vermögenswerte wird somit als „Investmentfonds“ bezeichnet. Durch den Erwerb von Investmentanteilscheinen wird man aber nicht Mitgesellschafter der KAG, sondern die Einzahlungen werden einem gesondert verwalteten Vermögen, dem sog. Sondervermögen zugeführt. Dieses Vermögen haftet nicht für die Schulden der KAG, was dem Schutz der Anleger zugute kommt. Die KAG haben den Status von Kreditinstituten und unterliegen dem KAGG. Das zuständige Bundesaufsichtsamt wacht über die Einhaltung des KAGG und über die Vertragsbedingungen.[2]

4. Idee und Entwicklung des Investmentsparens

4.1 Idee des Investmentsparens

Will man sein Kapital am Kapitalmarkt gewinnbringend nicht nur in festverzinsliche Rentenpapiere sondern auch in Aktien anlegen, muss man über erhebliche Mittel verfügen, um eine gewisse Risikostreuung und eine gleichmäßige Ertragsaussicht zu realisieren.[3] Das Ziel des Investmentsparens wurde schon 1868 im Gründungsprospekt des Foreign and colonial government trust wie folgt beschrieben: „Das Ziel der Gesellschaft ist es, den kleinen Sparern dieselben Vorteile zu verschaffen wie den Reichen, indem das Risiko durch die Streuung der Kapitalanlage auf eine Vielzahl verschiedener Aktien vermindert wird.“[4] Investmentgesellschaften (Kapitalanlagegesellschaften) sind also Unternehmen, die per Gesetz dazu verpflichtet sind, ihnen anvertraute Kapitalbeträge so in Wertpapiere oder Immobilien zu investieren, dass sie dem Anleger sowohl eine sichere Anlage als auch einen guten Ertrag bringen. In §1 KAGG heißt es wie folgt:

„Kapitalanlagegesellschaften sind Unternehmen, deren Geschäftsbetrieb darauf gerichtet ist, bei ihnen eingelegtes Geld im eigenen Namen für gemeinschaftliche Rechnung der Einleger (Anteilinhaber) nach dem Grundsatz der Risikomischung in den nach diesem Gesetz zugelassenen Vermögensgegenständen gesondert vom eigenen Vermögen in Form von Wertpapier-, Beteiligungs- oder Grundstücks-Sondervermögen anzulegen und über die hieraus sich ergebenden Rechte der Anteilhaber Urkunden (Anteilscheine) auszustellen.“[5]

Einem Investmentsparer kommen also nicht nur Zins- und Dividendenerträgnisse des Investmentfonds zugute, vielmehr soll ihm auch die Aussicht auf die Beteiligung an Kursgewinnen in Aussicht gestellt werden. Die ihm nachteilig entstehenden Kosten bei Ankauf und Ausgabe werden von den KAG genutzt, um deren Verwaltungs-, Vertriebs-, Depot- und Werbekosten sowie Mittel für die Gewinnausschüttung an die Gesellschafter der KAG zu decken. Auch werden bei einer Rücknahme der Anteilscheine durch die KAG Spesen und Gebühren erhoben. Jeder Investmentsparer hat die gleiche Chance, unabhängig von seinem Kapitaleinsatz, von der durch die Anlagemischung erzielten Risikominderung, der Sachkunde von Anlagespezialisten und der Ersparnis an Spesen durch zusammengefasste Verwaltung der Vermögenseinlagen vieler Sparer zu profitieren.[6]

„Das Investmentsparen schafft damit Chancengleichheit zwischen dem breiten Sparerpublikum und institutionellen Anlegern mit hochqualifizierten Finanzabteilungen.“[7]

Durch weitreichende Gesetzesänderungen und die Innovationsfreude deutscher Investmentgesellschaften wurde das Investmentsparen zu einer der bequemsten und modernsten Anlageformen der heutigen Zeit und wird heute in standardisierter Form für die Vermögensverwaltung für breite Bevölkerungsschichten und deren Beteiligung an allen attraktiven Märkten des In- und Auslandes verwendet.[8]

4.2 Entwicklung des Investmentsparens und des Fondsvermögens

Wie so oft in Deutschland begann die Entwicklung des Investmentsparens den Erfahrungen der Vereinigten Staaten, die erstmals 1940 mit dem Investment Company Act gemacht wurden, zu folgen. Die ADIG Allgemeine Deutsche Investment GmbH, die neben anderen zahlreichen KAG wie z.B. der DWS Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen, DIT Deutscher Investment-Trust und Deka Deutsche Kapitalanlagegesellschaft zu den heute größten Investmentgesellschaften zählt, führte im Jahre 1950 die ersten Aktienfonds ein. In dem bis zu dem Jahre 1957 rechtlich ungeordneten Investmentmarkt wurde durch das Gesetz über KAG zum Schutze der Anleger Ordnung gebracht und die Einführung steuerlicher Vorschriften, die eine Schlechterstellung des Investmentsparers gegenüber dem Direktanleger vermeiden sollten schufen die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung des Investmentsparens. Am 28. Juli 1969 wurde das Auslandsinvestmentgesetz verabschiedet, welches Vorteile ausländischer Fonds, die ihre Zertifikate bis dato ohne spezialgesetzliche Regelungen verbreiten konnten, zunichte machte. Das Investmentsparen erfuhr Mitte der siebziger Jahre durch die Rentenfonds, die auch noch heute einen Großteil aller Investmentfonds darstellen, einen erheblichen Boom.[9]

Bis in den letzten Jahren ist die deutsche Investmentbranche stetig weiter gewachsen. Das gesamte Fondsvermögen deutscher KAG, das in Publikums- und Spezialfonds gegliedert werden kann, sowie das Fondsvermögen ausländischer Fonds deutscher Herkunft ist zwischen 1990 und 2002 von 129 Milliarden Euro auf 862 Milliarden Euro angewachsen.[10]

Einen aktuellen Überblick über Anzahl und Fondsvermögen per August 2004 geben nachfolgende Tabellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Überblick Fondsvermögen Publikums- und Spezialfonds, Quelle BVI

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Überblick Anzahl verschiedener Fonds, Quelle BVI

[...]


[1] Vgl. Seip, S.: Hoher Stellenwert - zur volkswirtschaftlichen Rolle der Investmentfonds, Verlagsbeilage "Investmentfonds" der FAZ vom 25.05.04

[2] Vgl. Basisinformationen über die Vermögensanlage in Investmentfonds- Grundlagen, wirtschaftliche Zusammenhänge, Chancen und Risiken, 5. Aufl., Stuttgart, o.V. , S. 14f.

[3] Vgl. Barocka, E.: Investment-Sparen und Investment-Gesellschaften – Eine volkswirtschaftliche und rechtspolitische Betrachtung, Kiel, 1956, S. 27ff.

[4] Vgl. http://www.bvi.de/fsSEKM-4MYMRG.hmtl, Zugriffsdatum: 12.10.04

[5] KAGG §1 Abs. 1

[6] Vgl. Barocka, E.: Investment-Sparen …, a.a.O., S. 11 ff.

[7] http://www.bvi.de/fsSEKM-4MYMRG.hmtl, Zugriffsdatum: 12.10.04

[8] Vgl. ebenda

[9] Vgl. Päsler, R.: Handbuch des Investmentsparens, Wiesbaden, 1991, S. 4f

[10] Vgl. http://www.bvi.de/fsSEKM-4MYMRG.hmtl, Zugriffsdatum: 12.10.04

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Welche volkswirtschaftliche Rolle spielen Investmentfonds?
Hochschule
Hochschule Offenburg  (Fachbereich technische Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen)
Veranstaltung
Volkswirtschaftliches Seminar
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V35901
ISBN (eBook)
9783638356800
Dateigröße
590 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
1. Einleitung Die deutsche Investmentbrache wächst. Kapitalanlagegesellschaften können heute neben Banken, Bausparkassen und Versicherungsunternehmen als eigenständige Branche im Finanzsektor der deutschen Volkswirtschaft angesehen werden und erwirtschaften derzeit eine beachtliche Bruttowertschöpfung . Gleichzeitig drängt sich angesichts aktueller Entwicklungen in Politik sowie auf den Finanz- und Kapitalmärkten die Vermögensanlage in Wertpapieren nicht nur institutionellen Anlegern und Untern
Schlagworte
Welche, Rolle, Investmentfonds, Volkswirtschaftliches, Seminar
Arbeit zitieren
Patric Heby (Autor), 2004, Welche volkswirtschaftliche Rolle spielen Investmentfonds?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35901

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