Für die Steuerung der Arbeitsmotivation ergeben sich zwei Fragen als besonders interessant. Wobei sich die eine Fragestellung damit beschäftigt, welche Motive bzw. Handlungsbereitschaften im Inneren eines Menschen vorzufinden sind. So bildet diese Fragestellung Ansatzpunkte, um zu erkennen, was bestimmte Verhaltensweisen auslösen. Bei der anderen Frage geht um den Motivationsprozess, d.h. den Ablauf der Motivierung. Erkenntnisse können hier zur gezielten Aktivierung der Motive verwendet werden. Nun stellt sich anschließend die Frage, ob man tatsächlich eine Leistungssteigerung als natürliche Folge der Steuerung der Arbeitsmotivation erhält.
Diese Hausarbeit grenzt im Folgenden wichtige Begriffe voneinander ab. Daraufhin werden auf zwei Inhaltstheorien eingegangen. Das sind die Theorie der Bedürfnishierarchie von Maslow und die Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg. Ebenso werden zwei Prozesstheorien: VIE-Theorie von Vroom und die Theorie der Zielsetzung von Locke und Latham vorgestellt, um die Antwort auf die Fragen zu liefern. Zum Schluss werden noch einige Maßnahmen zur Durchführung als Erweiterung der Ansätze dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
3 Motivationstheoretische Ansätze
3.1 Inhaltstheorien der Motivation
3.1.1 Theorie der Bedürfnishierarchie von Maslow
3.1.2 Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg
3.1.3 Kritik und Folgerungen für die Praxis
3.2 Prozesstheorien der Motivation
3.2.1 Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungstheorie von Vroom (VIE Theorie)
3.2.2 Die Theorie der Zielsetzung von Locke
3.2.3 Kritik und Folgerungen für die Praxis
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Steuerung von Arbeitsmotivation zur Leistungssteigerung. Dabei wird analysiert, inwiefern motivationstheoretische Ansätze in der Unternehmenspraxis als Steuerungsinstrument dienen können, um die Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern gezielt zu beeinflussen.
- Grundlagen der Arbeitsmotivation und Motivationsbegriffe
- Darstellung ausgewählter Inhaltstheorien (Maslow, Herzberg)
- Analyse von Prozesstheorien der Motivation (Vroom, Locke)
- Kritische Würdigung der Anwendbarkeit auf die Führungspraxis
- Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Motivsteuerung und tatsächlicher Leistungssteigerung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg
Als Grundlage der Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg dient die Pittsburgh-Studie von 1959. In dieser Studie wurden ungefähr 200 Techniker und Buchhalter über angenehme und unangenehme Arbeitssituationen befragt.
Er fand heraus, dass meistens unterschiedliche Faktoren zu positiven bzw. negativen Arbeitserlebnissen genannt werden. So unterscheidet er zwischen zwei unabhängigen Dimensionen, welche zum Einen die Arbeitszufriedenheit und die Nicht-Arbeitszufriedenheit und zum Anderen die Arbeitsunzufriedenheit und die Nicht-Arbeitsunzufriedenheit darstellen. Herzberg spricht von zwei unterschiedlichen Arten von Anreizen. Er nennt sie Motivatoren und Hygienefaktoren. Motivatoren sind Faktoren, mit denen Arbeitszufriedenheit erzielt wird. Als die ausschlaggebendsten Motivatoren, um Arbeitszufriedenheit zu erreichen, gelten Leistungserfolg, Anerkennung, Wertschätzung, Verantwortung, Beförderung und Entfaltungsmöglichkeiten, welche direkt im Zusammenhang mit der Arbeitsdurchführung stehen und eher mit den Wachstumsbedürfnissen Maslows übereinstimmen. Sie stehen daher hauptsächlich in Verbindung mit der Person selbst. Fehlen diese intrinsischen Faktoren, so ist die Person nicht unzufrieden, sondern nimmt dieses Gefühl als nicht zufrieden wahr. Hygienefaktoren werden von Herzberg als extrinsische Einflussfaktoren bezeichnet, die keine Zufriedenheit herstellen können, aber Unzufriedenheit vermeiden. Dazu gehören besonders Rahmenbedingungen, die Menschen bei ihrer Arbeit finden, wie Entlohnung, Arbeitsbedingungen, Beziehungen zu Vorgesetzten, Kollegen und Untergebenen, Arbeitsüberwachung oder die Unternehmenspolitik. Fehlen sie, wird Arbeitsunzufriedenheit hervorgerufen. Die soeben beschriebenen Erkenntnisse von Herzberg werden in Abb. 2 bildlich dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung motivierter Mitarbeiter als Erfolgsfaktor und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Steuerbarkeit von Arbeitsmotivation.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel klärt die wesentlichen Definitionen rund um die Begriffe Motive, Motivation und Anreize als Voraussetzung für das Verständnis der weiteren Ausführungen.
3 Motivationstheoretische Ansätze: Das Hauptkapitel gibt einen detaillierten Überblick über bedeutende Inhalts- und Prozesstheorien der Motivation und reflektiert deren Implikationen für die Führungspraxis.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Motivationstheorien zwar wertvolle Ansatzpunkte liefern, eine echte Steuerung im Sinne einer direkten Leistungsmanipulation jedoch in der Praxis nur schwer realisierbar ist.
Schlüsselwörter
Arbeitsmotivation, Leistungssteigerung, Inhaltstheorien, Prozesstheorien, Bedürfnishierarchie, Zwei-Faktoren-Theorie, VIE-Theorie, Zielsetzungstheorie, Motivation, Anreize, Personalführung, Hygienefaktoren, Motivatoren, Leistungsbereitschaft, Mitarbeiterführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Arbeitsmotivation und der Frage, wie diese innerhalb eines Unternehmens gesteuert werden kann, um eine Leistungssteigerung bei den Mitarbeitern zu bewirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung der Arbeitsmotivation durch klassische Inhaltstheorien und moderne Prozesstheorien sowie deren kritische Anwendung in der betrieblichen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob und wie Arbeitsmotivation gezielt durch Führung gesteuert werden kann und welche theoretischen Modelle hierfür als Grundlage dienen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturanalyse verschiedener motivationstheoretischer Ansätze und deren kritischer Reflexion im Hinblick auf ihre praktische Umsetzbarkeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Inhaltstheorien von Maslow und Herzberg sowie der Prozesstheorien von Vroom und Locke, inklusive einer jeweils kritischen Würdigung und praxisorientierter Ableitungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeitsmotivation, Motivationsansätze, Leistungssteigerung, Anreizsysteme und Personalführung.
Wie unterscheidet Herzberg zwischen Motivatoren und Hygienefaktoren?
Motivatoren sind laut Herzberg intrinsische Faktoren, die Arbeitszufriedenheit schaffen, während Hygienefaktoren extrinsische Rahmenbedingungen sind, die lediglich Arbeitsunzufriedenheit verhindern können.
Was besagt die VIE-Theorie von Vroom?
Die VIE-Theorie geht davon aus, dass sich ein Individuum anstrengt, wenn es durch eine bestimmte Handlung ein Ziel erreichen kann, wobei Valenz, Instrumentalität und Erwartung die entscheidenden Einflussfaktoren sind.
Warum ist eine direkte Steuerung der Motivation schwierig?
Da jeder Mitarbeiter individuelle Bedürfnisse hat und unterschiedlich auf Anreize reagiert, ist eine generelle Steuerungsstrategie kaum möglich; dies erfordert einen hohen, in der Praxis oft nicht vertretbaren Aufwand.
Welche Rolle spielt die Zielsetzung nach Locke?
Locke analysiert, wie spezifische, anspruchsvolle und erreichbare Ziele die Motivation steigern, sofern sie durch Moderatoren wie Feedback und Zielbindung unterstützt werden.
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- Sasiprapa Nopparat (Author), 2016, Leistungssteigerung durch Steuerung der Arbeitsmotivation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359092