In dieser Hausarbeit werde ich mich ausführlich mit dem Werk Emil Durkheims „ Der Selbstmord“ befassen. Bevor ich einige Daten zu Durkheims Biographie nenne, möchte ich kurz darstellen, wie sich diese Arbeit aufgliedert. Ganz am Anfang möchte ich darauf eingehen, in welchem historischen Kontext dieses Werk entstand. Ich werde also auf die gesellschaftliche und geschichtliche Situation im späten 19. Jh. Eingehen, die maßgeblichen Eindruck auf Durkheim hatte, wie ich noch zeigen will. Nach dieser Einführung werde ich auf das Werk selber zu sprechen kommen. Da das Buch relativ umfangreich ist, werde ich mich bei Beispielen auf einige beschränken, die ich dann näher ausführe. Dieses Auslassen von Beispielen und das beschränken auf einige wenige ist aber weniger „ schlimm“, da die Vorgehensweise Durkheims bei seinen Untersuchungen grundsätzlich dieselbe ist. Darauf werde ich aber später noch zu sprechen kommen. Danach werden wichtige Begriffe wie Empirie, Kollektivneigung oder Typenbildung im Mittelpunkt meiner Darstellungen stehen. Gegen Ende meiner Arbeit stehen die Folgen im Mittelpunkt, die Durkheims Werke, vor allem „ le Suicide“, noch heute in der Wissenschaft vor allem der Soziologie und der Psychologie hinterlassen haben. Natürlich war die Art und Weise wie Durkheim arbeitete, vor allem sein Schwerpunkt auf die Empirie nicht unumstritten, so das am Ende einige Kritiker zu Wort kommen werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrund der Entstehung von „Der Selbstmord“
3. Erkenntnisinteresse Durkheims am Selbstmord
4. Inhalt des Werkes
4.1 Beispiel: Einfluß der Bildung auf die Selbstmordrate
4.2 Die Wichtigkeit der Empirie in Durkheims Werk
4.3 Die Wichtigkeit der Typenbildung – 3 Grundformen des Selbstmords
4.4 Der Einfluß von Gesellschaft und Kollektivneigung auf die Selbstmordrate
5. Kritik
6. Schlußbemerkung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Émile Durkheims soziologischem Hauptwerk „Der Selbstmord“ auseinander, um aufzuzeigen, wie er das Phänomen des Suizids nicht als individuelles, sondern als soziales Faktum begreift und zur Analyse gesellschaftlicher Krisen nutzt.
- Historischer Kontext und Entstehungsbedingungen des Werkes
- Die methodische Herangehensweise Durkheims an soziologische Fragestellungen
- Differenzierung der Suizidtypen (egoistisch, altruistisch, anomisch)
- Die Bedeutung von Kollektivneigungen und sozialer Integration
- Kritische Würdigung der methodischen und theoretischen Ansätze
Auszug aus dem Buch
4.3 Die Wichtigkeit der Typenbildung – 3 Grundformen des Selbstmordes
Die Menschen begehen unter sehr verschiedenen gesellschaftlichen Bedingungen Selbstmord und Durkheim kommt es darauf an das empirische Material so aufzugliedern, dass der soziale Faktor mit seinen verschiedenen Erscheinungsweisen zur Darstellung kommt. Hierzu äußert sich Friedrich Jonas folgendermaßen: „Zwischen der allgemeinen theoretischen Hypothese, daß das soziale immer über das Individuelle , und dem empirischen Material muß die Wissenschaft eine Verbindung dadurch herstellen, daß sie die Typen theoretischer Erklärungen bildet, in denen dieser Zusammenhang beider Seiten deutlich wird.“ Durkheim typisierte also den Selbstmord. Er legte verschiedene Typen des Selbstmordes fest. Die allgemeine Ursache des Selbstmordes ist nach ihm die Abhängigkeit des einzelnen von der Gesellschaft. Aber die bestimmte Ursache, die also im konkreten Fall wirksam wird, ist nicht überall dieselbe, sondern weist typische Unterschiede auf. Für Durkheim gibt es drei Grundformen des Selbstmordes, welche sich untereinander unterscheiden. Außerdem führt er noch 3 Mischformen auf, die er aber für weniger wichtig hält.
Es gibt für ihn den egoistischen, den altruistischen und schließlich den anomischen Selbstmord. In allen drei Fällen sucht er das Verhältnis des Individuums zum Sozialen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, die sich mit Durkheims Biographie, dem historischen Kontext und der Bedeutung seines Hauptwerkes befasst.
2. Hintergrund der Entstehung von „Der Selbstmord“: Es wird die depressive Grundstimmung Ende des 19. Jahrhunderts beleuchtet, die durch ökonomische Krisen und gesellschaftliche Orientierungslosigkeit geprägt war.
3. Erkenntnisinteresse Durkheims am Selbstmord: Durkheims Ziel wird als Analyse der Gesellschaft in der Orientierungskrise definiert, wobei er den Selbstmord als symptomatisches Phänomen zur Etablierung der Soziologie als eigenständige Wissenschaft nutzt.
4. Inhalt des Werkes: Dieser Abschnitt erläutert Durkheims Streben nach der Vereinigung von Theorie und Empirie und seine Ablehnung psychologischer Kausalerklärungen zugunsten sozialer Tatsachen.
4.1 Beispiel: Einfluß der Bildung auf die Selbstmordrate: Anhand von Konfessionsunterschieden wird dargelegt, dass nicht die Bildung selbst, sondern die Schwächung traditioneller Gemeinschaftsstrukturen die Suizidrate beeinflusst.
4.2 Die Wichtigkeit der Empirie in Durkheims Werk: Hier wird gezeigt, wie Durkheim populäre Thesen, etwa zum Klima, durch statistische Analysen widerlegt und soziale Bestimmungsfaktoren hervorhebt.
4.3 Die Wichtigkeit der Typenbildung – 3 Grundformen des Selbstmords: Der Autor erläutert Durkheims Typologie, insbesondere die Differenzierung in egoistischen, altruistischen und anomischen Selbstmord.
4.4 Der Einfluß von Gesellschaft und Kollektivneigung auf die Selbstmordrate: Die zentrale Rolle der gesellschaftlichen moralischen Verfassung und ihre steuernde Wirkung auf das Individuum werden thematisiert.
5. Kritik: Zeitgenössische und spätere wissenschaftliche Gegenstimmen, die Durkheims methodisches Vorgehen als reduktionistisch oder rein illustrativ kritisieren, werden angeführt.
6. Schlußbemerkung: Der Autor reflektiert die Übertragbarkeit der soziologischen Erkenntnisse auf heutige gesellschaftliche Probleme, wie Arbeitslosigkeit und soziale Desintegration.
Schlüsselwörter
Émile Durkheim, Der Selbstmord, Soziologie, soziale Tatsachen, Empirie, Typenbildung, egoistischer Selbstmord, altruistischer Selbstmord, anomischer Selbstmord, Kollektivbewußtsein, soziale Desintegration, Orientierungskrise, moralische Verfassung, Gesellschaft, Integration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Émile Durkheims soziologische Studie „Der Selbstmord“ und analysiert seine methodische Herangehensweise, bei der er Suizidraten als Resultat gesellschaftlicher Prozesse anstelle individueller psychologischer Ursachen betrachtet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Einordnung, der methodischen Anwendung von Empirie in der Soziologie, der Typologisierung von Suizidformen sowie der Abhängigkeit des Individuums von gesellschaftlichen Integrationsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Durkheims Vorgehensweise bei der Analyse sozialer Tatsachen darzustellen und aufzuzeigen, wie seine Erkenntnisse dazu dienten, Soziologie als eigenständige Disziplin zu etablieren und gesellschaftliche Krisenphänomene besser zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in Durkheims Werk verwendet?
Durkheim nutzt die empirische Analyse von Statistiken, um soziologische Hypothesen zu prüfen und psychologische Ansätze, die den menschlichen Willen in den Vordergrund stellen, durch eine Analyse der gesellschaftlichen „Kollektivneigung“ zu ersetzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Darstellung des Werkes, die kritische Prüfung der Bildungs- und Klimatheorien, die Erläuterung der verschiedenen Selbstmordtypen und die Diskussion über den Einfluss der Gesellschaft auf das Individuum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind soziale Tatsachen, Anomie, Kollektivbewußtsein, soziale Integration, Empirie und die soziologische Typenbildung.
Wie unterscheidet Durkheim den egoistischen vom anomischen Selbstmord?
Der egoistische Selbstmord resultiert aus unzureichender sozialer Integration, während der anomische Selbstmord aus einer gesellschaftlichen Orientierungskrise entsteht, bei der die normativen Regeln (die moralische Ordnung) zusammengebrochen sind.
Inwieweit lässt sich Durkheims Analyse auf die heutige Gesellschaft übertragen?
Der Autor der Arbeit argumentiert, dass auch heute soziale Desintegration durch Arbeitslosigkeit und den Verlust von Gemeinschaftsbindungen (wie in Familie oder Religion) einen wesentlichen Faktor für Instabilität und Suizidalität darstellt.
- Citar trabajo
- Kay Pilkenroth (Autor), 1999, Der Selbstmord von Emile Durkheim, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35912