In dieser Hausarbeit werden zunächst Sprach- und Sprechstörungen voneinander differenziert und einzelne Sprechstörungen, aber vor allem das Stottern, dargestellt. Im Verlauf der Hausarbeit wird sowohl auf die sprachliche als auch soziale und psychische Entwicklung des Kindes und die Symptome des Stotterns eingegangen. Anschließend werden verschiedene Therapien und Ansätze gegen das Stottern vorgestellt.
Kommunikation aber auch verschiedene Störungen der Kommunikation, wie zum Beispiel Sprach- oder Sprechstörungen, die zwischen Menschen stattfinden, sind in unserer Gesellschaft nicht mehr weg zu denken. Jeden Tag nehmen wir Sprach- oder Sprechstörungen bewusst oder unbewusst wahr und sind oder waren gegebenenfalls von diesen betroffen. Viele dieser Störungen beeinflussen den Charakter des betroffenen Menschen und sein Verhalten, da er sich lediglich darauf begrenzt. Besonders bei der Sprechstörung Stottern ist auffällig, dass die betroffenen Kinder und Erwachsenen sich schämen, kommunikativ sehr eingeschränkt und emotional beeinträchtigt sind. Des Weiteren kann sich die Sprechstörung auf die soziale und psychische Entwicklung des Betroffenen auswirken.
„Ich habe bis heute Vieles in meinem Leben erreicht und auch so manche schwierige Situation gut gemeistert. [...] In meinen jungen Jahren hätte ich nie-mals gedacht, dass ich dies mit meinem Sprachfehler so weit bringen könne.“ Das Zitat von Frank Krüger aus seiner Biographie „Mobbing-Falle Stottern. Habs hinter mir gelassen“ macht deutlich, dass ein Leben mit einer Sprach- oder Sprechstörung nicht ein minderwertigeres Leben bedeuten muss. Aber wie hat Frank Krüger es geschafft, mit seiner Sprechstörung so umzugehen und solch ein Selbstvertrauen aufzubauen? Diese Frage soll als Leitfrage zur Hausarbeit zum Thema Stottern verwendet werden.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Sprach- und Sprechstörungen im Kindes- und Erwachsenenalter
2.1 Lautbildstörungen – Dysarthrie und Sprachapraxie
2.2 Redeflussstörungen – Poltern und Stottern
3. Stottern im Kindesalter
3.1. Sprachliche Entwicklung im Kindesalter
3.2. Wann wird ein Kind als Stotterer bezeichnet und wann spricht es „nur“ unflüssig?
4. Symptome des Stotterns
4.1. Kern – und Begleitsymptome
4.2. Coping-Strategien
5. Theorien, Modelle und Ursachen zur Entstehung von Stottern
5.1. Johnsons diagnosogene Theorie
5.2. Starkweathers Modell von Anforderungen und Fähigkeiten
5.3. Ursachenbündel nach Wendlandt
6. Stottern und Gesellschaft
6.1. Familie
6.2. Schule
7. Diagnostik
8. Therapien und Konzepte
8.1. Fluency-Shaping-Therapie
8.2. Non-avoidance-Ansatz
8.3. Stärker als Stottern (=SAS)
9. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Stottern im Kindesalter, differenziert zwischen verschiedenen Sprechstörungen und analysiert Ursachen, Symptome sowie therapeutische Ansätze, um die Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes und dessen Umgang mit der Störung besser zu verstehen.
- Differenzierung von Sprach- und Sprechstörungen
- Symptomatologie: Kern- und Begleitsymptome des Stotterns
- Theoretische Ursachenmodelle (Johnson, Starkweather, Wendlandt)
- Einfluss der sozialen Umgebung (Familie und Schule)
- Methoden und Ansätze der Stottertherapie
Auszug aus dem Buch
8.1. Fluency-Shaping-Therapie
Die Fluency-Shaping-Therapie hat das Ziel, dass das stotternde Kind ein stotterfreies und flüssiges Sprechen erlernt. Demzufolge konzentrieren sich Sprachtherapeuten hauptsächlich auf die Stottersymptomatik und vorwiegend auf die Kernsyptome. Es werden zwar auch Begleitsymptome und Coping-Strategien (v.a. Vorbeugeverhalten) behandelt, allerdings werden diese und Einstellungen sowie Gefühle des Kindes nicht als Therapiepunkte betrachtet, wodurch die Elternarbeit theoretisch nicht notwendig wäre. Somit werden vor allem die emotionale und psychische Ebene des Kindes außenvorgelassen, da die Vertreter dieser Theorie annehmen, dass mit einer zunehmenden Sprechflüssigkeit die Begleitsymptome, psychische Reaktionen und Risikofaktoren abnehmen.
Die Fluency-Shaping-Therapie ist so konzipiert, dass zu Beginn der Therapie eine Intensivtherapie stattfindet und diese über einen Zeitraum von hundert oder mehr Stunden andauert. Später findet eine Stabilisierungsphase statt, in welcher die Kinder eine Aufrechterhaltung des Therapieerfolgs und Techniken, die sie im Alltag anwenden können, erlernen. Des Weiteren weist die Therapie meistens folgende Inhalte auf: Reduktion der Sprechgeschwindigkeit, gebundenes Sprechen, Atemarbeit und Transfer. Allerdings fehlt eine Desensibilisierung und zum Teil auch die Identifikation.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Vorstellung des Themas Stottern anhand eines biografischen Zitats sowie Darlegung der Leitfrage und des geplanten Vorgehens.
2. Sprach- und Sprechstörungen im Kindes- und Erwachsenenalter: Abgrenzung von Sprach- und Sprechstörungen und Einordnung von Lautbild- und Redeflussstörungen.
3. Stottern im Kindesalter: Erläuterung der normalen sprachlichen Entwicklung sowie Abgrenzung von unflüssigem Sprechen zu tatsächlichem Stottern.
4. Symptome des Stotterns: Detaillierte Betrachtung der Kern- und Begleitsymptomatik sowie der angewandten Coping-Strategien.
5. Theorien, Modelle und Ursachen zur Entstehung von Stottern: Darstellung multifaktorieller Erklärungsansätze für die Entstehung von Stottern durch verschiedene Wissenschaftler.
6. Stottern und Gesellschaft: Analyse der Auswirkungen familiärer Strukturen und des schulischen Umfelds auf stotternde Kinder.
7. Diagnostik: Überblick über die Vorgehensweise bei der Diagnosefindung und die dafür verwendeten diagnostischen Instrumente.
8. Therapien und Konzepte: Vergleich unterschiedlicher Therapieansätze wie Fluency-Shaping, Non-avoidance und deren Kombination in Stärker als Stottern (SAS).
9. Schlussteil: Zusammenfassende Reflexion über die positive Entwicklung der Therapiemöglichkeiten und die Bedeutung der frühzeitigen Erkennung.
Schlüsselwörter
Stottern, Sprachstörung, Sprechstörung, Kindesalter, Kernsymptome, Begleitsymptome, Diagnostik, Therapie, Fluency-Shaping, Non-avoidance, Stärker als Stottern, Coping-Strategien, Elternarbeit, Sprachentwicklung, multifaktoriell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Phänomen Stottern im Kindesalter, beleuchtet dessen Ursachen, Symptome und die verschiedenen Ansätze in der Sprachtherapie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Redeflussstörungen, die psychischen und sozialen Belastungen für Kinder sowie die verschiedenen theoretischen Modelle zur Entstehung und Behandlung des Stotterns.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie Betroffene mit ihrer Sprechstörung umgehen können und wie durch professionelle Therapie Selbstvertrauen sowie eine bessere Kommunikation aufgebaut werden können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener therapeutischer Ansätze sowie Ursachenmodelle zur Stotterpathologie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Symptomatik, die Vorstellung theoretischer Erklärungsmodelle, die soziale Relevanz (Familie/Schule) sowie eine tiefgehende Analyse verschiedener Therapiekonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stottern, Sprachtherapie, Symptomatik, Ursachenforschung, Identitätsstärkung und Therapiekonzepte charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen funktionellen und symptomatischen Unflüssigkeiten so wichtig?
Die Unterscheidung hilft dabei, eine vorübergehende, normale Phase der Sprachentwicklung von einem behandlungsbedürftigen chronischen Stottern zu differenzieren und unnötige Diagnosen zu vermeiden.
Was macht das "Stärker als Stottern" (SAS) Konzept besonders?
SAS ist ein methodenkombiniertes Konzept, das die Ansätze der Identifikation (Non-avoidance) und der Sprechveränderung (Fluency-Shaping) durch ein Ampelsystem und reale Werkzeuge praxisnah für Kinder verknüpft.
Warum spielt die Elternarbeit in der modernen Stottertherapie eine große Rolle?
Da Stottern oft multifaktoriell bedingt ist und Auswirkungen auf die soziale Interaktion hat, ist die Einbeziehung der Eltern entscheidend für die Unterstützung des Kindes, den Abbau von Schamgefühlen und die Identitätsstärkung.
- Citation du texte
- Monique Schulz (Auteur), 2015, Stottern im Kindesalter. Symptome, Entstehung, Diagnostik und Therapien der Sprechstörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359174