In dieser Hausarbeit sollen die Auswirkungen der Flucht aufgezeigt werden. Hierfür möchte die Autorin zunächst die Hintergründe darstellen, weshalb Menschen ihre Heimat verlassen. Im Anschluss werden ausgewählte literarische Zeugnisse dargestellt, um aufzuzeigen, wie diese die Thematik der Flucht darstellen und welche Konsequenzen man daraus ziehen kann.
Jedes Jahr verlassen mehr als 50 Millionen Menschen ihre Heimat, um in anderen Ländern Zuflucht zu finden. Die Gründe hierfür sind Armut, politische Verfolgung, Krieg oder auch Hungersnöte. Die Menschen sind gebrandmarkt, verängstigt oder traumatisiert, doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was sie in Europa erwartet. Viele sterben auf den gefährlichen Seewegen über das Mittelmeer auf ihrem Weg nach Europa. Auf Unterstützung seitens der europäischen Union können die Schutzsuchenden nicht hoffen. Da diese Überfahrten als illegal anerkannt sind, kommt den Menschen auf den Booten keinerlei Hilfe zu. Die europäische Union tut alles in ihrer Macht Stehende, um diese Flüchtlingsströme aufzuhalten. Dazu bedient sie sich verschiedener Mittel. Die spielen Medien in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Leider liefern sie ein völlig verzerrtes Bild von der gegenwärtigen Situation.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Europas Doppelmoral/Europas zwei Gesichter
2. Europas Außengrenzen
3. Ein Blick von der Brücke/Mannheim Arrival
4. Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen.
5. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Flucht und Migration in zeitgenössischer Literatur und Theater. Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Werke aufzuzeigen, wie künstlerische Auseinandersetzungen Empathie erzeugen und das Schicksal von Geflüchteten jenseits abstrakter Massenbetrachtungen als individuelle Schicksale greifbar machen können.
- Kritische Beleuchtung der europäischen Flüchtlingspolitik und Außengrenzen.
- Die Rolle der Medien bei der Konstruktion von Flüchtlingsbildern.
- Theater als Mittel zur Authentifizierung individueller Flüchtlingsschicksale.
- Literatur als Instrument der Reflexion und Identitätsfindung.
- Die Bedeutung von Empathie für den gesellschaftlichen Integrationsprozess.
Auszug aus dem Buch
3. Ein Blick von der Brücke/Mannheim Arrival
In dem Theaterstück Ein Blick von der Brücke/Mannheim Arrival werden zwei Stücke miteinander verbunden. Der erste Teil basiert auf Arthur Millers gesellschaftskritischem Roman Ein Blick von der Brücke und der zweite auf einem Rechercheprojekt von Peter Michalzik.11
Ein Blick von der Brücke wurde bereits 1915 geschrieben und etzt sich mit der US Einwanderungspolitik auseinander. Zwei illegale Einwanderer verstecken sich bei ihrem Vetter illegal. Sie fürchten jeden Tag entdeckt und abgeschoben zu werden. Sie finden zwar Arbeit, doch ohne Pass wird diese als illegal anerkannt. Schließlich werden die illegalen Einwanderer gerade von ihrem Vetter Eddie verraten, da sich Rodolpho, einer der illegalen Einwanderer in Eddies Nichte verliebt. Am Ende ersticht Rudolphos Bruder Eddie mit dem Messer.12
Ein Blick von der Brücke verdeutlicht den Zuschauern sehr deutlich, wie es sich anfühlt als mittelloser Mann das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu erreichen und wie ernüchternd die Realität ist. Ich denke viele Leute können sich in dessen Lage hineinversetzen, denn bis heute ist die USA ein beliebtes Auswandererland. Jährlich versuchen Millionen von Menschen nach dem American Dream zu streben, doch aufgrund der Politik ist dieser oftmals nur eine Illusion. Selbst gut betuchte Europäer brauchen eine Arbeitserlaubnis, eine sogenannte Greencard, welche sehr viel Geld kostet. In Amerika angekommen, stehen sie vor weiteren Problemen und Herausforderungen: sie müssen einen Job finden, um ein Bankkonto zu eröffnen und eine Unterkunft zu mieten. Das Prozedere ist hierbei sehr langwierig und aufwändig. Zudem haben viele europäische Einwanderer mit der Sprache und den kulturellen Unterschieden zu kämpfen. Viele scheitern und kehren in ihr Heimatland zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Europas Doppelmoral/Europas zwei Gesichter: Diese Einleitung kontrastiert die widersprüchliche europäische Haltung gegenüber Flüchtlingen, die zwischen Willkommenskultur und restriktiver Abschottung schwankt.
2. Europas Außengrenzen: Hier werden die politisch-medialen Hintergründe der Flüchtlingskrise analysiert, wobei besonders die prekäre Situation an den Außengrenzen und die Rolle der EU-Grenzschutzagentur Frontex kritisiert werden.
3. Ein Blick von der Brücke/Mannheim Arrival: Dieses Kapitel untersucht, wie das Theaterstück durch die Verbindung von klassischem Drama und dokumentarischem Rechercheprojekt die menschliche Seite von Geflüchteten authentisch auf die Bühne bringt.
4. Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen.: Die Analyse des Romans zeigt auf, wie durch die Begegnung eines pensionierten Professors mit Geflüchteten neue Identitätsbezüge entstehen und eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt stattfindet.
5. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass Literatur und Theater wesentliche Brücken bauen, um Empathie zu wecken und eine gelungene Integration durch den Abbau von Vorurteilen zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Flucht, Migration, Europa, Flüchtlingspolitik, Theater, Literatur, Identität, Integration, Empathie, Vorurteile, Mannheim Arrival, Gehen ging gegangen, Humanität, Gesellschaftskritik, Individuum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Flucht in Literatur und Theater sowie deren Potenzial, das Verständnis für die Situation von Geflüchteten in der heutigen Gesellschaft zu schärfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die europäische Flüchtlingspolitik, die Rolle der Medien bei der Stigmatisierung, die Bedeutung von Empathie sowie die Funktion von Kunst bei der menschlichen Identitätsbildung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie künstlerische Zeugnisse dazu beitragen können, Flüchtlinge nicht als anonyme Masse, sondern als Individuen wahrzunehmen und so gesellschaftliche Vorurteile abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literatur- und theaterwissenschaftliche Analyse, um inhaltliche Motive und deren Wirkung auf das Publikum in den ausgewählten Werken zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Analyse der europäischen Außengrenzen, die Untersuchung des Theaterstücks Mannheim Arrival und die Interpretation von Jenny Erpenbecks Roman Gehen, ging, gegangen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Flucht, Migration, Integration, Empathie, Identität sowie die kritische Reflexion gesellschaftlicher Strukturen gegenüber Geflüchteten.
Inwiefern spielt der Aspekt der "Papiere" im Theaterstück eine Rolle?
Die wiederholte Forderung nach Papieren im Chor des Theaterstücks verdeutlicht die existenzielle Notwendigkeit bürokratischer Legitimierung für Geflüchtete, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Warum wählt die Autorin ausgerechnet den Roman von Jenny Erpenbeck für ihre Untersuchung?
Der Roman wird gewählt, weil er durch die Perspektive eines pensionierten Professors einen alltagsnahen Zugang bietet, der Vorurteile abbaut und zeigt, wie soziale Identitäten zwischen Einheimischen und Geflüchteten neu ausgehandelt werden.
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- Jennifer Stano (Author), 2016, Wie die Flucht die Welt verändert. Schutzsuchende in Literatur und Theater, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359209