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Erzähltheorie nach Mona Baker

Am Beispiel der aktuellen Flüchtlingssituation

Title: Erzähltheorie nach Mona Baker

Term Paper , 2017 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ines Wiedmann (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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In ihrem Buch „Translation and Conflict – A Narrative Account“ untersucht Mona Baker wie Übersetzer und Dolmetscher in Konfliktsituationen funktionieren. Baker löst die Untersuchung der Narrative von ihrem strukturellen Aufbau und widmet sich stattdessen der Bedeutung, die Narrative im sozialen und politischen Bereich haben.

In dieser Arbeit soll zuerst auf Baker als Übersetzungswissenschaftlerin eingegangen werden und ihr Standpunkt im Bereich der Translationswissenschaft dargestellt werden. Danach soll dargelegt werden, welche Narrative Baker unterscheidet, welche Probleme es bei deren Übersetzung gibt und welche Bedeutung sie für das Individuum, die Gesellschaft, die Politik und letztendlich das gesamte Weltgeschehen haben. Diese Bedeutung soll am aktuellen Beispiel der Flüchtlingsbewegung in Deutschland, verdeutlicht werden und die Frage beantworten wie Ängste durch Narrative geschürt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mona Baker - Leben und Forschung

3 Erzähltheorie

3.1 Kollektive und ontologische Narrative

3.2 Öffentliche Narrative

3.3 Konzeptuelle Narrative

3.4 Meta-Narrative

3.5 Übersetzung von Narrativen

4 Die politische Bedeutung von Narrativen

4.1 Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzähltheorie der Übersetzungswissenschaftlerin Mona Baker und wendet diese auf die mediale Berichterstattung zur Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa an, um aufzuzeigen, wie durch spezifische Narrative und Sprachbilder Ängste in der Bevölkerung geschürt und politisch instrumentalisiert werden können.

  • Grundlagen der Erzähltheorie nach Mona Baker
  • Klassifizierung von Narrativen (ontologisch, öffentlich, konzeptuell, Meta-Narrative)
  • Die Rolle der Übersetzung und des Framings bei der Konstruktion von Realität
  • Analyse der medialen Berichterstattung zur Flüchtlingskrise
  • Politische Instrumentalisierung von Narrativen durch rechtspopulistische Akteure

Auszug aus dem Buch

3.1 Kollektive und ontologische Narrative

Ontologische Narrative sind Geschichten, die sich Menschen selbst über sich, ihre Vergangenheit und ihren Platz in der Welt, erzählen. Sie konstituieren durch sie ihr Leben und geben ihm einen nachvollziehbaren Sinn. Diese Narrative sind von sozialer Art und werden mit anderen Individuen ausgetauscht (vgl. Whitebrook 2001: 24). Das bedeutet, dass sie immer von kollektiven Narrativen abhängig sind, genauso wie deren Überleben von den ontologischen Narrativen abhängig ist. Kollektive Narrative sind Narrative, die von unzähligen Mitgliedern einer Gemeinschaft immer wieder erzählt und somit verbreitet werden. Sie beinhalten die Werte und Lebensentwürfe, die in einer Gemeinschaft anerkannt sind. Somit sind Menschen durch diese Art der Narrative in ihrem Handeln und Denken eingeschränkt, da sie sich nur im vorgegebenen Bereich bewegen können (vgl. Baker 2006: 29).

Kollektive Narrative werden auf verschiedenen Wegen verbreitet, beispielweise durch das Fernsehen, Kino, Literatur, professionelle Vereinigungen oder Bildungseinrichtungen. Die Gesellschaft spielt eine große Rolle für die Narrative, mit denen sich Individuen ihren Platz in der Welt erklären und rechtfertigen. Die einzelnen ontologischen Narrative tragen dazu bei, ob eine Gesellschaft funktionieren und auf Dauer bestehen kann. Das führt dazu, dass dominante Institutionen in der Gesellschaft Rollenbilder für ihre Mitglieder bzw. Untergebenen schaffen, die zu deren Natur, Interessen und Bedürfnissen passen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen der Flüchtlingssituation 2016 und führt in Mona Bakers Konzept ein, dass Übersetzer und Narrative in Konfliktsituationen eine zentrale Rolle spielen.

2 Mona Baker - Leben und Forschung: Dieses Kapitel stellt die akademische Laufbahn von Mona Baker vor und erläutert ihren Ansatz der „Descriptive Translation Studies“ sowie ihre Arbeit mit Korpora.

3 Erzähltheorie: Hier werden Bakers theoretische Grundlagen dargelegt, die Kommunikation als narratives Geschehen betrachten, losgelöst von klassischen Gattungsbegriffen.

3.1 Kollektive und ontologische Narrative: Es wird erklärt, wie persönliche Lebensgeschichten mit den kollektiven Werten einer Gemeinschaft interagieren und sich gegenseitig formen.

3.2 Öffentliche Narrative: Dieses Kapitel definiert Narrative, die von Institutionen getragen werden und die kollektive Identität sowie gesellschaftliche Wahrnehmungen prägen.

3.3 Konzeptuelle Narrative: Der Fokus liegt auf disziplinären Narrativen, die in der Forschung entstehen und Meinungen oder wissenschaftliche Positionen legitimieren.

3.4 Meta-Narrative: Dieses Kapitel analysiert umfassende, historisch wirksame Narrative, wie etwa den Kalten Krieg, die das Leben großer Menschengruppen beeinflussen.

3.5 Übersetzung von Narrativen: Hier wird die ethische Verantwortung von Übersetzern hervorgehoben und aufgezeigt, wie durch Framing und sprachliche Nuancen soziale Realität konstruiert wird.

4 Die politische Bedeutung von Narrativen: Das Kapitel untersucht die Macht von Narrativen zur sozialen Kontrolle und die Gefahr der Bildung von Parallelgesellschaften bei konkurrierenden Identitätsentwürfen.

4.1 Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa: Eine Analyse konkreter Sprachbilder (Naturkatastrophen-Metaphern, Krankheitsvergleiche) in der Medienberichterstattung zur Flüchtlingskrise.

5 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die bewusste Wortwahl in Politik und Medien maßgeblich dazu beiträgt, Ängste zu schüren und das gesellschaftliche Zusammenleben zu beeinflussen.

Schlüsselwörter

Mona Baker, Erzähltheorie, Narrativ, Politisches Framing, Flüchtlingssituation, Translationswissenschaft, Medienberichterstattung, Ontologische Narrative, Kollektive Narrative, Metaphern, Deskriptive Übersetzungswissenschaft, Identität, Diskursanalyse, Gesellschaftliche Verantwortung, Diskurs.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Erzähltheorie von Mona Baker und deren Anwendung auf die mediale und politische Darstellung der Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Erzähltheorie, der Bedeutung von Narrativen für die Identitätsbildung, der ethischen Verantwortung von Übersetzern sowie der Wirkung von Sprachbildern im politischen Diskurs.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, wie Mona Bakers Erzähltheorie auf die aktuelle Flüchtlingssituation anwendbar ist und inwiefern Narrative in den Medien dazu genutzt werden, Ängste zu schüren und die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung von Bakers Konzepten in Kombination mit einer diskursanalytischen Betrachtung medialer Berichterstattung und politischer Aussagen.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil differenziert zwischen verschiedenen Narrativ-Typen (ontologisch, öffentlich, konzeptuell, Meta-Narrative) und verknüpft diese mit der Rolle der Übersetzung und des Framings bei der Konstruktion gesellschaftlicher Realität.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die zentralen Begriffe sind Narrativ, Politisches Framing, Flüchtlingskrise, Identitätsbildung und die ethische Verantwortung im Übersetzungsprozess.

Wie beeinflussen „Frames“ die Wahrnehmung von Flüchtlingen laut der Autorin?

Durch die Verwendung von Naturmetaphern wie „Flüchtlingswelle“ oder „Tsunami“ werden Flüchtlinge als Naturgewalt oder Bedrohung gerahmt, wodurch ihre menschliche Fluchtursache aus dem Fokus der Wahrnehmung gerät.

Inwiefern spielen Übersetzer eine Rolle bei der Verbreitung dieser Narrative?

Übersetzer tragen eine moralische Verantwortung, da sie durch ihre Wortwahl oder das Hinzufügen/Weglassen von Informationen den Tenor eines Textes an eigene oder gesellschaftlich vorgegebene Narrative anpassen können.

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Details

Title
Erzähltheorie nach Mona Baker
Subtitle
Am Beispiel der aktuellen Flüchtlingssituation
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Sprache, Kultur, Translation)
Course
Europäische Translationswissenschaftler
Grade
1,0
Author
Ines Wiedmann (Author)
Publication Year
2017
Pages
22
Catalog Number
V359290
ISBN (eBook)
9783668442092
ISBN (Book)
9783668442108
Language
German
Tags
Erzähltheorie Mona Baker Flüchtlinge Narrative Übersetzung Hebbsche Regel Vorurteile Wortwahl öffentliche Meinung Salient Exemplar Effect Contested Concept Flüchtlingsdebatte Frames Kollektiv Frame-Ambiguität Meta-Narrativ Ontologisches Narrativ Kollektives Narativ konzeptuelles Narrativ Translationswissenschaft Linguistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Wiedmann (Author), 2017, Erzähltheorie nach Mona Baker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359290
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