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Der Barbarenbegriff im klassischen Zeitalter der griechischen Antike

Ambivalenz und Wandel

Titel: Der Barbarenbegriff im klassischen Zeitalter der griechischen Antike

Hausarbeit , 2016 , 19 Seiten

Autor:in: Hendrik-Bennett Hoerold (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Begriff des Barbaren ist im 21. Jahrhundert längst antiquiert und findet weder in seriöser Politik noch Wissenschaft eine ernstzunehmende Verwendung, um Menschen und Menschengruppen zu bezeichnen. Existent ist der Begriff dennoch in einer Assoziation, die das Wort "Barbar" als Sammelbegriff für Primitivität, Unmenschlichkeit und Kulturlosigkeit definiert.

Bereits um die Zeitenwende bezeichneten die Römer des frühen Kaiserreichs die Völker und Stämme westlich des Rheins, zusammengefasst in "Germanen", als barbarisch und wild. Stigmatisierungen anhand von Zugehörigkeitsmerkmalen waren demnach nicht ungewöhnlich. Sichtet man aber die Literatur über das Bild der "Fremden" in der Antike, so trifft man immer wieder auf die wichtige Bemerkung, es habe kein Rassismus existiert, so wie der Mensch nach neuzeitlichem Rassismusverständnis nach biologischen Merkmalen in "Rassen" eingeteilt wird. Das lässt vermuten, in der klassischen Zeit Athens eine aufgeklärte Gesellschaft zu sehen, frei von Rassismus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Barbarenbegriff

II.1. Der Barbarenbegriff vor Herodot

II.2. Der Barbarenbegriff bei Herodot

II.3. Die Darstellung des Fremden bei Herodot

III. Das Selbstbild der Griechen

IV. Die Kultur der Athener

V. Der negative Barbarenbegriff

VI. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Bedeutungswandel des Barbarenbegriffs in der griechischen Antike und analysiert, wie sich das Bild des Fremden von einer neutralen Kategorisierung hin zu einer negativen, identitätsstiftenden Stigmatisierung entwickelte. Dabei wird insbesondere der Einfluss politischer Krisen und die Rolle Herodots sowie des athenischen Selbstverständnisses kritisch hinterfragt.

  • Historische Entwicklung des griechischen Barbarenbegriffs
  • Die ethnographische Rolle Herodots und seiner "Historien"
  • Das Konzept der Alterität und Identitätsstiftung bei den Griechen
  • Einfluss der athenischen Demokratie und Kultur auf das Fremdenbild
  • Politischer Wandel vom 5. zum 4. Jahrhundert v. Chr.

Auszug aus dem Buch

II.2. Der Barbarenbegriff bei Herodot

In seinen „Historien“ vermittelt Herodot ein möglichst differenziertes Bild fremder Kulturen in seinen „ethnographischen Exkursen“, die nicht auch zuletzt auf seinen eigenen Erkundungsreisen beruhen. Diese Exkurse sind immer wieder enthalten in diesem Werk, das sich mit der Geschichte der Perserkriege auseinandersetzt und für Herodot wichtige Darstellungen sind, um die expansive Geschichte des Perserreiches zu literarisieren sowie ethnographische Arbeit zu leisten. Bei den Historien des Herodot handelt es sich um eine Geschichte aus der Perspektive der Perser, also des Kriegsfeindes der Griechen zu Beginn des 5. Jahrhunderts v.Chr. Zu diesem Krieg leiten die ersten fünf Bücher (das Werk ist in 9 Bücher aufgeteilt) hin. Hier findet sich der Leitaspekt, die „unterschiedlichen Lebensformen jener Völkerschaften, die seinem Wissen nach die Oikumene bewohnen“ zu beschreiben. Das äußert sich in den „ethnografischen Exkursen“ zu den Geschichten von beispielsweise Ägypten oder Babylonien, also jenen Völkerschaften, die mit den Persern in Kontakt kamen und deshalb wesentlich für Herodots Erzählungen sind. Die Exkurse sind so angelegt wie das Perserreich die Völker eroberte, um im Resultat eine Einheit des asiatischen Ostens zu haben. So führt die Schilderung des Wachsens des Perserreichs hin zu den Feldzügen gegen die Griechen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des antiken Barbarenbegriffs ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Wandel dieses Bildes im klassischen Zeitalter sowie der Rolle Herodots.

II. Der Barbarenbegriff: Dieses Kapitel analysiert die etymologische Herkunft des Begriffs vor Herodot und untersucht detailliert, wie dieser in den "Historien" als neutrales, aber dennoch ambivalentes Werkzeug zur Völkerbeschreibung genutzt wurde.

III. Das Selbstbild der Griechen: Hier wird erörtert, wie die Griechen ihr eigenes Weltbild und ihre klimatische Verortung als legitimierende Grundlage zur Abgrenzung gegenüber den "Barbaren" nutzten.

IV. Die Kultur der Athener: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss der attischen Theaterkultur, insbesondere Aischylos’ "Die Perser", auf die mediale und politische Verarbeitung des Fremdenbildes.

V. Der negative Barbarenbegriff: Die Analyse zeigt auf, wie der Begriff durch politische Krisen und kriegerische Auseinandersetzungen im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. zunehmend diskriminierend besetzt wurde.

VI. Fazit: Das Fazit fasst den Wandel zusammen und konstatiert, dass der Barbarenbegriff zur Zeit Alexanders des Großen seine ursprünglich rein koordinierende Einteilungsfunktion verloren hatte.

Schlüsselwörter

Barbarenbegriff, Herodot, Historien, Antike, Alterität, Griechisches Selbstbild, Perserkriege, Ethnozentrismus, Athenische Demokratie, Kultur, Identitätsstiftung, Aischylos, Fremdenbild, Klassisches Zeitalter, Xenophobie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel des Begriffs "Barbar" im klassischen Zeitalter der griechischen Antike und wie dieses Konzept zur Identitätsbildung und Abgrenzung genutzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die griechische Wahrnehmung des Fremden, der historische Kontext der Perserkriege, das antike Selbstbild sowie der Einfluss von Literatur und Politik auf soziale Kategorisierungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, dass sich das Bild des Fremden in der griechischen Gesellschaft von einer anfänglichen Ambivalenz hin zu einer negativen Stigmatisierung entwickelte, legitimiert durch politische und kulturelle Kontexte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und geschichtswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Interpretation antiker Quellen (Herodot, Aischylos) sowie der Auseinandersetzung mit moderner Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Herodot als Ethnograph, das griechische Selbstverständnis, die Rolle der athenischen Kultur als meinungsbildende Instanz und die politische Radikalisierung des Begriffs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Barbarenbegriff, Alterität, Herodot, Ethnozentrismus, Identitätsstiftung und Klassische Antike.

Wie bewertet der Autor Herodots Objektivitätsanspruch?

Der Autor zeigt auf, dass Herodot zwar einen neutralen Erzählstil anstrebte, sein Werk jedoch durch eine zugrundeliegende, leicht hellenozentrische Perspektive und eine unbewusste Ambivalenz geprägt ist.

Warum spielt die Tragödie "Die Perser" von Aischylos eine besondere Rolle?

Das Stück dient als Beispiel dafür, wie athenische Theaterkultur politische Ereignisse verarbeitete und wie der "Barbar" hier ein Gesicht erhielt, noch bevor der Begriff später stark diskriminierend aufgeladen wurde.

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Details

Titel
Der Barbarenbegriff im klassischen Zeitalter der griechischen Antike
Untertitel
Ambivalenz und Wandel
Autor
Hendrik-Bennett Hoerold (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V359297
ISBN (eBook)
9783668442306
ISBN (Buch)
9783668442313
Sprache
Deutsch
Schlagworte
barbarenbegriff zeitalter antike ambivalenz wandel barbaren
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hendrik-Bennett Hoerold (Autor:in), 2016, Der Barbarenbegriff im klassischen Zeitalter der griechischen Antike, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359297
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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