Mentale Trainingstechniken im Bildungskontext


Studienarbeit, 2016

11 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Allgemeine Informationen über die Zielgruppe
2.2 Migrationsbedingte Lernwiderstände bei Kindern und Jugendlichen

3. Mentales Training zur Steigerung der Motivation
3.1 Vom Leistungssport in den schulischen Kontext
3.2 Motivierungsfunktion
3.3 Konzentrierte Visualisierung

4. Durchführung der Praxiseinheit an der SRH Hochschule Heidelberg
4.1 Verlaufsplanung
4.2 Anleitung der Praxisübung

5. Fragebogen zur Evaluation

6. Reflexion über die durchgeführte Einheit

7. Fazit

8. Literatur

1. Einleitung

Die schriftliche Ausarbeitung beschäftigt sich mit der eigenständigen Planung und Durchführung einer HKT-Einheit für ein selbst konzipiertes Praxisprojekt, welches näher auf den nachfolgenden Seiten erläutert wird. Hierbei wird erst die Zielgruppe vorgestellt, der Name des Projekts, das Alter der Teilnehmer und der zur Verfügung stehende zeitliche Rahmen. Außerdem werden hierbei die wichtigsten Grobziele des Integrationskurses genannt. Ein Integrationskurs funktioniert nicht ohne eine gründliche Vorbereitung und Vorüberlegungen zum Beispiel, wie Lernwiderstand bei Migranten entsteht und wie man ihm vorbeugen kann. In diesem Zusammenhang wird beschrieben, wie durch Mentale Trainingstechniken durchaus die Annahme besteht, dass es zur Steigerung der Lernmotivation einen wesentlichen Beitrag leistet. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie das HKT im schulischen Bildungskontext eingesetzt werden kann. Die aktuelle Überlegung zur Erreichung der positiven Lernmotivation ist die Methode der konzentrierten Visualisierung. Zum einen wird sie allgemein erläutert, zum anderen wird eine Praxisübung aus dem Bereich vorgestellt, die für den Alltag geeignet und vorherige pädagogische Fachkenntnisse nicht zwingend notwendig sind, damit die Methode ihre Wirkung erreicht.

Im Rahmen des Wahlpflichtfachs: Mentales Training im Bildungskontext (Modul 10 / Fachsemester 5) des Studiengangs Kindheitspädagogik B.A an der SRH Hochschule Heidelberg konnten die teilnehmenden Studierenden der Gruppe 6180-1301 am 01.02.2016 die geplanten Praxisübungen in den Lehrräumlichkeiten der Hochschule testen, um einen ersten Eindruck zu erhalten, wie die Übungen auf andere Teilnehmer wirken. Es folgte untereinander eine Diskussion und eine Feedbackrunde. In der Ausarbeitung wird die Übungsstunde reflektiert und kommt letztendlich zu einem Fazit, ob sich die HKT-Einheit für den Integrationskurs eignet.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Allgemeine Informationen über die Zielgruppe

Bei der Zielgruppe handelt es sich um Flüchtlingsjugendliche im Alter von etwa 15 Jahren aus dem Kreis Bergstraße, die in der Umgebung Heppenheim bis Bensheim bereits eine Hauptschule besuchen. Dieser Integrationskurs bzw. das Praxisprojekt trägt den Namen ,,Integration ins deutsche Schulsystem“. Es handelt sich um eine alltagsintegrierte Sprachförderung und gleichzeitig darum, dass die Teilnehmer das Schulsystem besser verstehen und kennenlernen und eine Chance auf haben, den Schulabschluss erfolgreich zu erlangen. Gleichzeit sollen sie eine Chance erhalten auf dem Arbeitsmarkt einen Ausbildungsplatz zu finden. Jeder Teilnehmer bringt andere Stärken und Schwächen mit und muss somit individuell gefördert werden. Die Jugendlichen nehmen aus unterschiedlichen Gründen an dem Kurs teil.

Der Integrationskurs gilt als eigenständig konzipiertes Praxisprojekt im Rahmen der SRH Hochschule Heidelberg. Didaktik und Methodik wird somit selbständig festgelegt und kann stets erweitert oder verändert werden. Das Projekt findet seit 01.01.2015 statt in den Räumlichkeiten der pädagogischen Einrichtung: Schülerhilfe!. Da der erste Kurs bereits sechs Monate stattfand konnten in diesem Zeitraum erste Erfahrungen mit drei Flüchtlingsjugendlichen gesammelt werden bzw. über die verschiedenen Biografien und über das jeweilige wöchentliche Lernverhalten und vor allem über die Lernmotivation. Hierbei fiel deutlich auf, dass die Lernmotivation sehr schwankte.Der Kurs endete im Juli 2015. Eine damalige persönliche Einschätzung war, dass die Teilnehmer unterschiedliche Lernwiderstände aufzeigten. Ein neuer Kurs ist im Jahr 2016 geplant. Der genaue Zeitrahmen ist durch aktuelle Überforderung der Behörden durch die Flüchtlingskrise noch nicht bekannt. Durch die Gespräche mit den Teilnehmern ist deutlich geworden, dass die Integration in einem fremden Land eine größere psychische Belastung für die Betroffenen darstellt als persönlich zu Beginn vermutet.

2.2 Migrationsbedingte Lernwiderstände bei Kindern und Jugendlichen

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum sich Erwachsene entscheiden das eigene Land zu verlassen. Der Kernpunkt ist, dass Erwachsene eine Entscheidung treffen, Kinder und Jugendliche jedoch nicht. Sie können sich auf die neuen Bedingungen nicht rechtzeitig vorbereiten und schon gar nicht einstellen. Um als pädagogische Fachkraft eine erfolgreiche Arbeit leisten zu können, muss die lehrende oder betreuende Person konkret wissen, was jugendliche Migranten beschäftigt oder belastet. Ohne jegliches Hintergrundwissen können Lernwiderstände nicht aufgearbeitet werden. (vgl. Borde & David, 2011) Mögliche Ursachen sind vor allem Emotionen wie lebendige Phantasien der Verfolgung, Misstrauen sowie verstärkte Einsamkeitsgefühle bis hin zu Depressionen und besorgniserregenden Ängsten. Es gibt verschiedene Beschreibungen, dass Migration wie ein Kurvenmodell verläuft. (Sluzki, 2011) Dadurch, dass sie das Gefühl haben ihr zuhause gezwungenermaßen verlassen zu müssen, kann die eigene Identität in Frage gestellt werden und somit eine Lebenskrise auslösen. Alles ist plötzlich unbekannt und fremd. Die vertraute Heimat gab das Gefühl des Schutzes. Die genannte Vorbereitungsphase, die Sluzki erwähnt gibt es somit nicht bei Minderjährigen und führt dementsprechend zu diesen verschiedenen negativen Gefühlen. Die psychischen Folgen einer Auswanderung sind somit nicht zu unterschätzen und können einen guten Blick auf die neuen Herausforderungen und Aufgaben besonders in der Schule verhindern. Dies ist aber nur ein Aspekt. Eine zusätzliche Last ist der neue Alltag. Durch sprachbedingte und kulturelle Missverständnisse und hohe Anpassungsanforderungen des neuen Landes stehen sie unter enormem Leistungsdruck. Bereits bei Einheimischen führen zu hohe Leistungserwartungen zu Lernblockaden. (vgl. Borde & David, 2011). Zur aktuellen Flüchtlingsthematik gibt es verschiedene Thesen die in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Beispielsweise gibt es die These der Duldungs- und Mitleidskultur (vgl. Thomas, 2005). Bei der These geht es vor allem darum, dass die deutschen Bürger von Migranten genaue Erwartungen haben, wie die Integration ablaufen soll bzw. wie sich Migranten verhalten sollten gleichgültig ob die Auswanderung gezwungen oder freiwillig war. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt werden sie geduldet und bemitleidet. Doch wenn der Zeitraum abläuft wird völlige Anpassung an die deutsche Kultur erwartet und dass sie sich als vollwertige Arbeitskräfte ohne Zusatzaufwand integrieren können.

3. Mentales Training zur Steigerung der Motivation

3.1 Vom Leistungssport in den schulischen Kontext

Viele Leistungssportler befassen sich täglich mit dem Begriff des Mentalen Trainings. Dies ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Karriere, um erfolgreich ein formuliertes Ziel erreichen zu können. Doch auch außerhalb des Leistungssports gibt es bei jedem Menschen genug Situationen, wo es wichtig ist mental stark zu sein beispielsweise in Prüfungssituationen oder auch vor großem Publikum zu sprechen, aufzutreten und nicht nur nach außen souverän zu wirken. Genau mit dieser Thematik befassten sich drei Wissenschaftler der PH Heidelberg im Jahr 2005 explizit und entwickelten das Heidelberger Kompetenztraining, abgekürzt: HKT. Allgemein geht es darum, dass die Leistung nicht in den Situationen abgerufen werden kann, wenn sie dringend erforderlich wäre. Durch gezieltes mentales Üben können nicht nur bestimmte Bewegungsabläufe trainiert werden, sondern auch Lösungsstrategien, um in Stresssituationen nicht in Panik zu verfallen. Entwickelt wurde das HKT für alle Schüler jeglichen Alters und Schularten. Denn im Prinzip geht es um die Steigerung der Leistungsfähigkeit und dass man die Ziele, die man sich vornimmt besser durch mentale Trainingstechniken realisieren kann. (vgl. Knörzer, W. et al, 2011)

3.2 Motivierungsfunktion

Bei der Motivierung ist es wichtig zu beachten, dass sie den ganzen Lernprozess über anhält bzw. gleich aktiviert bleibt. Mit einer einmaligen Mentalübung ist es somit nicht möglich die Lernmotivation zu steigern oder zu erhalten. Dies muss als fortlaufender Prozess betrachtet werden, der Wiederholung bedarf. Die Themen müssen Interesse wecken, bzw. sich mit interessanten Gebieten auseinander setzen, die sie auch emotional ansprechen. Wenn Selbstwirksamkeit erlebt wird, ist somit der Grundbaustein für weitere Motivierungsprozesse gelegt und kann in Zukunft auch leichter aktiviert werden. (vgl. Klauer K.et al , 2007)

3.3 Konzentrierte Visualisierung

Um negative Gedanken und starke Sorgen in den Hintergrund schieben zu können, eignet sich die Methode der Konzentrierten Visualisierung zu Beginn der Stunde als ein neues Ritual besonders gut. Hierbei wird in der Lernpsychologie beschrieben, dass der intrinsische menschliche Anteil aus Zusammenspiel von zwei Faktoren abhängt. Zum einen ist es die ,,Hoffnung auf einen Erfolg“ und gleichzeitig die „Angst vor dem Versagen“. (vgl. Edelmann W., 2000) Diese zwei Faktoren kämpfen gegeneinander an und können bewusst in die eine oder andere Richtung durch die eigenen Gedanken gestärkt oder abgeschwächt werden. Bei der Methode geht es vor allem um die ,,Hoffnung auf den Erfolg“, denn durch ausgewählte mentale Trainings wird zu Beginn der Stunde erreicht, dass sich die Kursteilnehmer an individuelle eigene bereits wirklich erlebte Erfolge aus der Vergangenheit zurück erinnern sollen. So können sie sich in einen bewusstseinsähnlichen Zustand versetzen. Dies bewirkt, dass ihr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten wachsen kann. Der Blick in die Zukunft ist somit möglich und wirkt gedanklich nicht versperrt. Durch die Übungen können neue Zukunftsperspektiven geschmiedet werden. Gleichzeitig schwächt man somit die Versagensangst. Das Ziel der Übung ist, dass nicht der Fokus auf die aktuellen Schwierigkeiten gelegt wird, sondern dass die Bewusstmachung der eigenen inneren Stärke hervorgerufen werden kann und welche eigenen Ziele die Kursteilnehmer erreichen wollen. Positive Gefühle verstärken den Lernerfolg somit. Die Lernmotivation kann steigen. Es entsteht ein neues Lerngefühl.

Im zweiten Schritt wird nachdem sich die Teilnehmer auf ihre Erfolge konzentriert haben und sich dessen bewusster wurden, der Fokus auf die eigenen Stärken gelegt. Die Bewusstmachung ist deshalb so wichtig, denn neben den psychologischen Grundbedürfnissen nach Bindung, Lust, Kontrolle ist ebenso Selbstwerterhöhung ein wichtiger Teilaspekt bei Menschen, der stets befriedigt werden möchte. (Knörzer W. et al, 2011). Dieses Wissen kann gezielt eingesetzt werden, damit die Jugendlichen mit Bildung ein positives Gefühl verspüren und gleichzeitig gegen den negativen Stress selbst ankämpfen bzw. endlich bekämpfen können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Mentale Trainingstechniken im Bildungskontext
Hochschule
SRH Hochschule Heidelberg  (Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften)
Note
1,4
Autor
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V359352
ISBN (eBook)
9783668438989
ISBN (Buch)
9783668438996
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mentale, trainingstechniken, bildungskontext
Arbeit zitieren
M.A Nadja Ksiazek (Autor:in), 2016, Mentale Trainingstechniken im Bildungskontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359352

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