Corporate Social Responsibility (CSR) im Unternehmen "Knorr-Bremse"


Projektarbeit, 2017

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Das Unternehmen Knorr-Bremse

2 Analyse der aktuellen Situation
2.1 Triple-Bottom-Line Ansatz
2.2 Einordnung in das CSR-Reifegradmodell

3 Umsetzung der CSR-Strategie
3.1 Erörterung der Glaubwürdigkeit
3.2 Optimierungspotentiale

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Kommentiertes Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Triple-Bottom-Line Ansatz

Abbildung 2: CSR Reifegradmodell nach Andreas Schneider

Abbildung 3: Ausgaben nach Schwerpunkten bei Global Care 2015 VII

Abbildung 4: Wesentlichkeitsmatrix bei Knorr-Bremse VIII

Abbildung 5: Wesentlichkeitsmatrix bei Porsche IX

1 Das Unternehmen Knorr-Bremse

Der Name Knorr-Bremse ist den wenigsten Personen ein Begriff und doch vertrauen täglich mehr als eine Milliarde Menschen dem Unternehmen ihr Leben an. Der Konzern ist Marktführer auf dem Gebiet der Herstellung von Bremssystemen, hauptsächlich für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Züge, U-Bahnen und Lkws sind nur ein paar Beispiele für Verkehrsmittel, die Produkte von Knorr-Bremse benutzen. Das Bedürfnis nach uneingeschränkter Mobilität im Zuge der Globalisierung geht mit dem Verlangen nach qualitätsvollem Reisen einher. Hier setzt die Strategie des Unternehmens an, denn Sicherheit ist die Basis für Qualität und diese wird in der Transportindustrie maßgeblich von der Funktionalität der Bremse bestimmt. Knorr-Bremse, mit Hauptsitz in München, ist international vertreten und beschäftigt rund 24.000 Mitarbeiter über den ganzen Globus verteilt. Im Jahr 2015 wurde ein Umsatz von 5,8 Milliarden Euro generiert.[1] Ein Unternehmen dieser Größe trägt viel Verantwortung. Es beeinflusst nicht nur das Leben seiner Mitarbeiter, sondern auch die Umwelt nachhaltig. Der Begriff der Corporate Social Responsibility (CSR) gewinnt damit immer mehr an Relevanz. Die Europäische Kommission legte 2011 eine neue, moderne Definition fest, „[…] wonach CSR ‚die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft‘ ist.“[2]. Es geht darum, Unternehmensziele nicht nur nachhaltig zu formulieren, sondern auch aktiv vorzuleben. Anstelle kurzfristigen wirtschaftlichen Profits rücken langfristige Gewinne in den Vordergrund. Es dreht sich also alles um ein verantwortungsvolles Agieren auf dem Markt und den schonenden Umgang mit der Umwelt. Unternehmen können zwar nicht gezwungen werden so zu handeln, doch sehen es die meisten mittlerweile als eine Art moralische Pflicht an, der Gesellschaft etwas zurückzugeben[3]. CSR ist somit zu einem bedeutenden Teil der Unternehmensführung geworden, der alle Bereiche durchdringt. Prinzipien, um dieser Verantwortung gerecht zu werden, sind beispielsweise im UN Global Compact niedergelegt. In der vorliegenden Projektarbeit wird untersucht, welche Rolle CSR bei Knorr-Bremse spielt, inwieweit der Konzern seiner Verantwortung nachkommt und ob es noch Optimierungsbedarf gibt. Als erstes wird nun der aktuelle Status Quo des Unternehmens analysiert. Die Maßnahmen werden systematisiert und die Glaubwürdigkeit ihrer Umsetzung erörtert. Ein abschließender Vergleich mit dem Autohersteller Porsche versucht Ideen für Verbesserungen zu lokalisieren.

2 Analyse der aktuellen Situation

Es wird nun genauer untersucht, welche Rolle CSR bei Knorr-Bremse spielt. Eine Analyse der Unternehmensstrategie wird den Entwicklungsstand ungefähr einordnen können. Das Unternehmen spricht, wie viele andere auch, in unternehmenseigenen Veröffentlichungen grundsätzlich von Corporate Responsibility (CR). Damit soll Missverständnissen vorgebeugt werden, da das ‚Social‘ in CSR häufig mit sozial statt gesellschaftlich übersetzt wird. Corporate Social Responsibility als ganzheitliches strategisches Konzept umfasst jedoch die Auswirkungen des Unternehmens auf die Gesellschaft in jeder Dimension, nicht nur unter sozialen Gesichtspunkten.[4]

2.1 Triple-Bottom-Line Ansatz

Bei der Festlegung einer Nachhaltigkeitsstrategie spielt der Triple-Bottom-Line Ansatz eine große Rolle. Er basiert auf der Annahme, dass CSR aus drei zusammenhängenden Elementen besteht: Ökologie (Planet), Ökonomie (Profit) und Soziales (People). Dabei sind alle Aspekte gleichwertig, wie auch Abbildung 2 verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Triple-Bottom-Line Ansatz[5]

Knorr-Bremse sieht sich selbst als Corporate Citizen (CC) und hat eine eigene CSR-Strategie entwickelt um die drei Bereiche abzudecken. Der Konzern engagiert sich sozial durch seinen Verein Global Care. Diese, in das Unternehmen integrierte Institution, unterstützt mit einem Budget von circa zwei Millionen jährlich internationale Hilfsprojekte. Wie man in Abbildung 3 im Anhang erkennen kann, fließt ein Großteil des Geldes in Infrastrukturmaßnahmen, beispielsweise den Bau von Sanitäranlagen, gefolgt von der Bildungsförderung.[6] Des Weiteren unterstützt Knorr-Bremse durch Local Care, also soziales Engagement direkt an den jeweiligen Unternehmensstandorten, verschiedene Hilfsprojekte. Außerdem verpflichtet sich der Konzern öffentlich in seinem Verhaltenskodex weder Zwangs- noch Kinderarbeit bei sich oder seinen Zulieferern zu tolerieren. Dies wird durch regelmäßige Kontrollen aller Produktions- und Arbeitsstätten sichergestellt.[7] Die bis jetzt genannten Maßnahmen lassen sich alle dem sozialen Bereich zuordnen. Aus ökonomischer Sicht Verantwortung zu übernehmen ist schwierig, verschiedene Erwartungshaltungen treffen aufeinander. Kunden setzen auf eine möglichst effiziente Nutzung knapper Ressourcen, für Stakeholder wiederum spielen vor allem Gewinnausschüttung und Wettbewerbsfähigkeit eine Rolle und Mitarbeiter fordern sowohl faire Bezahlung als auch einen gesicherten Arbeitsplatz.[8] Um allen Erwartungen gerecht zu werden, verpflichtet sich das Unternehmen auf langfristig wirtschaftlichen Erfolg durch eine nachhaltige Wertschöpfungskette zu setzen. Ökologie, als letzter Punkt des Triple-Bottom-Line Ansatzes, beschreibt den schonenden Umgang mit der Umwelt und den vorhandenen Ressourcen. Hauptziele sind Energieeinsparungen und Emissionssenkungen. Dabei geht das Engagement über die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften hinaus, CSR bedeutet sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen. Dies versucht Knorr-Bremse durch eine selbst entwickelte HSE Policy (Health, Safety and Environment) zu erreichen. Leitgedanke ist, den kommenden Generationen eine intakte und funktionierende Umwelt zu hinterlassen mit den Chancen und Möglichkeiten der Gegenwart. Summa summarum versucht der Konzern also auf allen drei Ebenen der Triple-Bottom-Line nachhaltig zu agieren und hat die Ziele auch langfristig in einer Strategie verankert.[9] Knorr-Bremse ist bemüht, durch eine nachhaltige Unternehmensführung den Erwartungen der Stakeholder, der Mitarbeiter und dem Druck der Gesellschaft gerecht zu werden. Offen bleibt natürlich, inwieweit die genannten Handlungsfelder der CR-Policy auch praktisch angewandt werden, beziehungsweise welche Hürden oder Einschränkungen existieren.

2.2 Einordnung in das CSR-Reifegradmodell

Um einordnen zu können, wie professionell Knorr-Bremse schon CSR betreibt, werden ihre Aktivitäten in das Reifegrad-Modell nach Andreas Schneider (2015) eingeordnet. Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass einmalige Aktionen, wie beispielsweise Spenden oder Sponsoring, an sich noch keine Corporate Social Responsibility-Maßnahmen darstellen. Sie werden stattdessen dem Cause related Marketing (CrM) zugeschrieben. Dies kann eine Ausprägung von CSR darstellen, jedoch nur wenn die Aktivität als eine von vielen in eine umfassende Strategie eingebettet ist. Als Unternehmen Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen schließt jeden Bereich ein. Vereinzelte Aktionen hingegen, die zwar der Gesellschaft helfen, aber hauptsächlich der Steigerung von Ansehen und Profit dienen gehören nicht zu CSR.[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: CSR Reifegradmodell nach Andreas Schneider[11]

Wie man in Abbildung 2 erkennt beginnt die Pyramide mit CSR 0.0. Wirtschaftliche und legale Verantwortlichkeiten (economic und legal responsibility) stellen aber noch kein CSR im eigentlichen Sinne dar. Es sind rein ökonomische Beweggründe, die das Unternehmen zum Überleben erbringen muss – dies kann zufällig dem Wohle der Gesellschaft dienen ist aber nicht aktiv gewollt. Beispiele sind die Schaffung von Arbeitsplätzen oder Lohnauszahlungen. Diese Stufe hat Knorr-Bremse schon überschritten. Die Stufe CSR 1.0 hat ein Unternehmen erreicht, wenn es Aktivitäten zum Wohle der Gesellschaft durchführt, die nichts mehr mit dem eigentlichen Unternehmensgeschäft zu tun haben. Ethisch korrektes Verhalten rückt in den Vordergrund. Es soll den Auftritt des Unternehmens auf dem Markt rechtfertigen und sein Ansehen steigern. Jedoch sind die Aktionen in keiner Nachhaltigkeitsstrategie verankert und werden eher planlos realisiert. Erfolgt der Übergang von austauschbaren zu unternehmenseigenen Projekten ist die Phase CSR 2.0 erreicht. Hier werden die Maßnahmen erstmals systematisiert und mit den Unternehmenszielen synchronisiert. Oktober 2011 hat Knorr-Bremse mit der Unterzeichnung der zehn Prinzipien des UN Global Compact die Stufe überschritten. Er verpflichtet den Konzern zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Unternehmensführung. Seitdem wird jährlich ein Bericht erstellt, in dem der Konzern darlegt durch welche Verbesserungsmaßnahmen er versucht den Forderungen nachzukommen.[12] “Nur im Kerngeschäft kann ein Unternehmen langfristig zukunftsfähige gesellschaftliche Wertschöpfung erzeugen und einen nachhaltigen Beitrag für die Gesellschaft erbringen.“[13] Hier kommt der Triple-Bottom-Line Ansatz wieder ins Spiel. Erst wenn die Nachhaltigkeitsstrategie den Konzern ganz durchdringt und sich nicht nur auf unwesentliche Bereiche erstreckt, agiert Knorr-Bremse verantwortungsvoll. Laut Unternehmensdarstellung ist diese Phase mittlerweile erreicht. Es sind in allen drei Bereichen - Ökonomie, Ökologie und Soziales - Maßnahmen ergriffen worden zur Verbesserung der Situation. CSR 3.0 baut auf CSR 2.0, geht aber über gesellschaftliches Engagement hinaus. Hierbei nutzt der Konzern seine Position, um Einfluss auf Politik und Wirtschaft auszuüben und diese aktiv mitzugestalten. Es geht nicht mehr nur darum, Verantwortung für das Handeln des Unternehmens zu übernehmen, sondern um einen ganzheitlichen Ansatz sich gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen, da diese im Zuge der Globalisierung jeden indirekt betreffen. Knorr-Bremse hat zwar in den letzten Jahren eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, doch ist diese noch sehr unternehmenszentriert. Es geht hauptsächlich um Risikominimierung und Absicherung für die Zukunft. Der Konzern ist somit noch kein ‚proaktiver politischer Mitgestalter‘.[14]

3 Umsetzung der CSR-Strategie

Knorr-Bremse hat erkannt, dass „Megatrends wie Globalisierung, Urbanisierung oder Klimawandel […]“[15] sich auch auf ihre Geschäftstätigkeiten auswirken und diesen Herausforderungen begegnet werden muss. Schenkt man der Darstellung des Konzerns Glauben, so ist CSR deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie. Problematisch ist die Überprüfbarkeit, inwieweit die proklamierten Maßnahmen auch wirklich umgesetzt werden. Knorr-Bremse setzt sich öffentlich sehr gut in Szene, weswegen eine objektive Beurteilung für Außenstehende diffizil ist. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird nun der Versuch unternommen, die Aussagen des Unternehmens kritisch zu beleuchten und Optimierungspotentiale freizulegen.

3.1 Erörterung der Glaubwürdigkeit

Knorr-Bremse ist als Aktiengesellschaft im Handelsregister eingetragen, trotzdem kann von einem familiengeführten Betrieb gesprochen werden[16]. Firmeneigentümer Heinz Hermann Thiele, der das Unternehmen 1985 übernahm, hat zusammen mit seinen Kindern Julia Thiele-Schürhoff und Henrik Thiele die Mehrheit am Unternehmen inne[17]. Pures Eigeninteresse ist somit einer der Gründe sich CSR-konform zu verhalten, erklärt das Unternehmen. Eine effektive Nachhaltigkeitsstrategie ist unabdingbar, sollen die Kindern und kommende Generationen den Familienbetrieb weiterhin so erfolgreich führen.[18] Voraussetzung für langfristige Konkurrenzfähigkeit ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt. Das Argument ist allerdings kaum haltbar, da Thieles Sohn Henrik im Juni 2016 das Unternehmen überraschend verließ, kurz vor Antritt seines Vorstandsamtes. Unüberbrückbare Differenzen mit seinem Vater gingen dem Abgang voraus.[19] Da weder bekannt ist, ob er zurückkommt, noch ob die Tochter Julia Thiele-Schürhoff den Konzern weiterführen möchte, ist es fraglich, ob es bei einem Familienbetrieb bleibt oder jemand anders die Nachfolge antreten wird. Somit ist das Argument CSR geschehe aus Eigeninteresse, um den Erhalt des Unternehmens für Thieles Kinder zu sichern, fragwürdig.

Soziales Engagement wird bei Knorr-Bremse durch Local und Global Care großgeschrieben. Die Förderung dieser gesellschaftlichen Projekte ist jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft. Beispielsweise ist das Finanzieren von Einzelpersonen durch Spenden oder Stipendien ausgeschlossen. Des Weiteren kommen Anträge auf Hilfe überhaupt nur in Frage, wenn sich die Projekte auf lange Sicht von selbst tragen. Global Care e.V. übernimmt die Unterhaltskosten erst bei einem gesicherten Erfolg des Vorhabens. Das Engagement ist auf drei Förderbereiche beschränkt: WASH (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene), Bildung und Soforthilfe. Ein Beispielprojekt ist das von Knorr-Bremse finanzierte Jugendwohnheim für Berufsschüler in Indien, das 2014 fertiggestellt wurde. Die Realisierung erfolgte vor Ort durch das Unternehmen Don Bosco India Tech. Weiterhin nimmt sich der südamerikanische Standort Jugendlichen aus Itupeva, Brasilien, an. Sie werden zwischen 2015 und 2017 technisch ausgebildet. Soforthilfe erhielten 2016 verschiedene Einrichtungen für Flüchtlinge in Jordanien und Deutschland. Diese wurden in einer Kooperation mit Save the Children Deutschland organisiert.[20] Sich auf ein paar Bereiche zu spezialisieren wirkt sich meist positiv auf die Größe des Knowhows aus. Andererseits sind mögliche Erfolgsprojekte außerhalb der vorgegebenen Kategorien von vornherein ausgeschlossen. Eine weitere Bedingung von Global Care ist die Beschränkung der Hilfe auf Staaten, in denen Knorr-Bremse einen eigenen Standort hat, plus zehn zusätzliche Länder wie Äthiopien, Ghana oder Kambodscha. Das Unternehmen hilft also nicht ganz so selbstlos wie es zuerst den Anschein erweckt. Wie in Abbildung 3 zu sehen ist, geht der Großteil des Geldes in soziale Infrastruktur. Damit wird nicht nur die lokale Bevölkerung unterstützt, sondern zusätzlich der nahe Standort und seine Mitarbeiter. Auch in Bildung und Erziehung zu investieren ist ein langfristiger Vorteil für Knorr-Bremse später einmal vor Ort Mitarbeiter beziehen zu können. Der Konzern hilft nur finanziell, das Geld wird an Kooperationspartner weitergegeben, die die Maßnahmen entweder selber vor Ort umsetzen oder sich nochmals einen Projektträger im Land auswählen. Eine weitere zu beachtende Bedingung ist, dass das Budget des Erstantrag auf maximal 50.000 € begrenz ist.[21] All diese Kriterien dienen dazu das wirtschaftliche Risiko zu minimieren und das Unternehmen abzusichern. Nicht umsonst wurde Knorr-Bremse durch externe Ratings von Standard & Poor‘s sowie Moody’s eine stabile Entwicklung attestiert. Beide führten ein Upgrade auf A beziehungsweise A2 durch. Die positive Beurteilung ist nicht zuletzt dem effektiven CSR-Management geschuldet.[22] Die Maßnahmen unterstützen zum Teil indirekt das Unternehmen selbst, da sie ihre Angestellten an den Standorten nicht nur unterstützen, sondern auch später neue Mitarbeiter aus den Projekten rekrutieren können. Im Wiederspruch zu diesem Engagement steht die Kritik von Betriebsräten und Vertretern der IG Metall. Sie rügen, „[…] dass der Vorstand bei der Belegschaft knausere. Viele Beschäftigte müssten mehr als 40 Stunden die Woche arbeiten, bekämen aber nicht viel mehr Geld als Mitarbeiter anderer Konzerne mit 35-Stunden-Woche.“[23] Da es fast keine negative Presse zu Knorr-Bremse gibt, ist es schwierig zu entscheiden, ob die Vorwürfe stimmen. Das Unternehmen praktiziert die 42-Stunden-Woche, anstelle der sonst üblichen 38,5 Stunden. Ob die Mitarbeiter jedoch angemessen vergütet werden, bleibt offen. Thiele gibt in einem Interview mit dem Magazin WirtschaftsWoche zu, dass der Konzern im Vergleich zu BMW oder Audi weniger Geld auszahlt. Trotzdem herrschen laut Meinung des Firmenbesitzers faire Bedingungen.[24] Das Unternehmen agiert auf jeden Fall sehr erfolgreich und hat eine professionelle CSR-Strategie entwickelt. Es ist schwer überprüfbar, wie gut die einzelnen Maßnahmen umgesetzt werden, jedoch hat der Konzern noch nicht die Phase CSR 3.0 erreicht und es ist fraglich ob diese überhaupt angestrebt wird.

3.2 Optimierungspotentiale

Um herauszufinden, in welchen Bereichen Knorr-Bremse sich noch verbessern kann, wird die intern durchgeführte Wesentlichkeitsanalyse von 2014 mit der Wesentlichkeitsmatrix des Konzerns Porsche verglichen. Beide Abbildungen sind im Anhang einsehbar. Eine Gegenüberstellung bietet sich an, da CSR-Maßnahmen zum Großteil branchenunabhängig sind, allein die Relevanz der einzelnen Handlungsfelder variiert je nach Industrie. Durch den Vergleich wird deutlich werden, in welchen Bereichen Knorr-Bremse schon sehr gut aufgestellt ist und wo es noch Optimierungsbedarf gibt. Hierbei ist vor allem von Bedeutung welche Handlungsfelder Knorr-Bremse als wichtig erachtet und wie die gleichen Punkte der Autohersteller sieht. Es ist wichtig anzumerken, dass Porsche nur eine Abgrenzung zwischen mittel und hoch vorgenommen hat. Der Autokonzern begründet dies damit, dass für ihn kein Thema gänzlich irrelevant ist. Knorr-Bremse hingegen unterscheidet zwischen niedrig und sehr hoch.

[...]


[1] Vgl. Knorr-Bremse, www.knorr-bremse.de, Zugriff vom 19.01.2017

[2] Europäische Kommission 2011, 7

[3] Münstermann 2006, 15

[4] Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, www.csr-in-deutschland.de, Zugriff vom 20.01.2017

[5] CSR Ambassadors, www.csrambassadors.com, Zugriff vom 20.01.2017

[6] Vgl. Knorr-Bremse Global Care, www.global-care.knorr-bremse.com, Zugriff vom 20.01.2017

[7] Vgl. Knorr-Bremse, www.knorr-bremse.de, Zugriff vom 21.01.2017

[8] Vgl. Habisch/Schmidpeter/Neureiter 2008, 80f.

[9] Vgl. Knorr-Bremse, www.knorr-bremse.com, Zugriff vom 20.01.2017

[10] Vgl. Stumpf/Teufl 2014, 8f.

[11] Schneider/Schmidpeter 2015, 33

[12] Vgl. Knorr-Bremse, www.knorr-bremse.com, Zugriff vom 20.01.2017

[13] Schneider/Schmidpeter 2015, 35

[14] Vgl. Schneider/Schmidpeter 2015, 31-40

[15] Knorr-Bremse, www.knorr-bremse.com, Zugriff vom 20.01.2017

[16] Vgl. Knorr-Bremse, www.knorr-bremse.de, Zugriff vom 21.01.2017

[17] Vgl. ebd., Zugriff vom 21.01.2017

[18] Vgl. ebd., Zugriff vom 21.01.2017

[19] Vgl. Bayernkurier, www.bayernkurier.de, Zugriff vom 21.01.2017

[20] Vgl. Knorr-Bremse Global Care, www.global-care.knorr-bremse.com, Zugriff vom 21.01.2017

[21] Vgl. ebd., Zugriff vom 21.01.2017

[22] Vgl. Knorr-Bremse, www.knorr-bremse.de, Zugriff vom 20.01.2017

[23] Süddeutsche Zeitung, www.sueddeutsche.de, Zugriff vom 21.01.2017

[24] Vgl. WirtschaftsWoche, www.wiwo.de, Zugriff vom 23.01.2017

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Corporate Social Responsibility (CSR) im Unternehmen "Knorr-Bremse"
Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V359380
ISBN (eBook)
9783668442542
ISBN (Buch)
9783668442559
Dateigröße
731 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
corporate, social, responsibility, unternehmen, knorr-bremse
Arbeit zitieren
Anna Hilse (Autor), 2017, Corporate Social Responsibility (CSR) im Unternehmen "Knorr-Bremse", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359380

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