»Wissen ist Macht.« – dieser Ausspruch symbolisiert die neue Bedeutung Wissen generierender Prozesse in Unternehmen. Dieser hohe Stellenwert resultiert aus dem Versuch von Firmen, Wissensprozesse entstehen zu lassen und Lernen in der Arbeit unter den vielfältigsten Ansätzen, Modellen und Methoden zu ermöglichen. Im Bewusstsein um ihre Bedeutsamkeit waren diese – neuartig oder altbewährt – Inhalt des Seminars. Angelegt an die verschiedensten Varianten des Wissensmanagements warfen die Seminarteilnehmer dabei auch einen Blick nach Fernost, wo die Wurzeln (auch) im Umgang mit Wissen liegen. Japanische Unternehmen definieren dabei grundsätzlich ihr Kapital anders als europäische: Nicht technisches Know-how bildet für sie »das« Kapital einer Firma, sondern Wissen ist für sie die einzig sichere Quelle für dauerhafte Wettbewerbsvorteile. Folglich steigen in diesen Unternehmen auch die damit verbundenen Prozesse der Wissensorganisation- und Gestaltung in ihrem Stellenwert. Innovationen sollen dabei nicht länger ein Zufallsprodukt sein, sondern auf Basis gezielter Wissens- und Lernprozesse entstehen, welche durch die Managementebene angestoßen werden. Da dies über das herkömmliche Modell des Lernens am Arbeitsplatz hinausgeht, ist hier ein »Blick über den Tellerrand« in Richtung Nippon lehrreich, denn die »Generierung und Organisation betrieblichen Wissens« in Japan unterscheidet sich von der europäischen gänzlich. Deutlich wird dies durch Unterschiede zu uns bekannten oder im Seminar vermittelten Wissensgenerierungsmodellen; basierend auf ihrer Kultur und Tradition hat der Ferne Osten ein komplett anderes Modell entwickelt: Dies lässt Begriffe wie »implizites und explizites Wissen« in einem neuen Licht erstrahlen und verknüpft Wissensgenerierung bildhaft mit »Metaphern« und »Analogien«. Wie und mit welchen Mitteln das geschieht, das soll diese Ausarbeitung aufzeigen. Ähnlich der bildhaften fernöstlichen Sprache möchte ich mich hierbei auch auf einige Beispiele berufen, welche gemäß dem Ausspruch "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" die Einfachheit und Effizienz dieses Modells deutlich machen werden. Die daraus resultierenden vielfältigen Möglichkeiten der japanischen Wissensgenerierung aufzuzeigen ist nunmehr das Ziel meiner Ausarbeitung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung - Was ist Wissen?
- Wissensschaffung
- Implizites und explizites Wissen
- Intention
- Autonomie
- Fluktuation und kreatives Chaos
- Metapher, Analogie und Modell
- Redundanz
- Notwendige Vielfalt
- Anwendung und Fazit: Beispiele aus dem Seminar
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Ausarbeitung befasst sich mit der Art und Weise, wie japanische Unternehmen Wissen generieren und die Bedeutung von Wissen in der japanischen Unternehmenskultur beleuchtet. Sie setzt sich zum Ziel, die Besonderheiten des japanischen Wissensgenerierungsmodells im Vergleich zum europäischen Modell aufzuzeigen und insbesondere die Rolle des impliziten Wissens und die Anwendung von Metaphern und Analogien zu untersuchen.
- Implizites und explizites Wissen im japanischen Kontext
- Metaphern und Analogien als Werkzeuge der Wissensgenerierung
- Die Bedeutung der Tradition und Kultur für die japanische Wissenskultur
- Unterschiede zwischen westlichem und japanischem Wissensmanagement
- Beispiele aus dem Seminar, die die Effizienz des japanischen Modells verdeutlichen
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt die Relevanz von Wissen in Unternehmen dar und betont die Besonderheiten des japanischen Ansatzes zur Wissensgenerierung im Vergleich zu europäischen Modellen.
- Kapitel 2 analysiert den Unterschied zwischen implizitem und explizitem Wissen. Es wird gezeigt, dass japanische Unternehmen implizites Wissen stärker in den Vordergrund stellen und auf dessen Nutzung setzen.
- Die weiteren Unterkapitel beleuchten verschiedene Aspekte der Wissensgenerierung in japanischen Unternehmen, wie z.B. die Bedeutung von Intention und Autonomie, die Rolle von Fluktuation und kreativem Chaos sowie die Nutzung von Metaphern, Analogien und Modellen.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen der Ausarbeitung sind implizites und explizites Wissen, Wissensgenerierung, Metaphern, Analogien, japanisches Management, Kultur und Tradition, Unterschiede zwischen westlichem und japanischem Wissensmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich japanisches Wissensmanagement vom europäischen?
Japanische Unternehmen sehen Wissen als die einzig sichere Quelle für Wettbewerbsvorteile an und setzen stark auf die Umwandlung von implizitem in explizites Wissen.
Was ist der Unterschied zwischen implizitem und explizitem Wissen?
Explizites Wissen ist formalisiert und leicht übertragbar. Implizites Wissen ist personengebunden, erfahrungsbasiert und schwer zu artikulieren – in Japan spielt letzteres eine zentrale Rolle.
Welche Rolle spielen Metaphern und Analogien in japanischen Firmen?
Sie dienen als Werkzeuge, um schwer fassbares, implizites Wissen für andere Teammitglieder verständlich und nutzbar zu machen.
Was bedeutet „kreatives Chaos“ im Kontext der Wissensgenerierung?
Es beschreibt einen Zustand, der durch das Management bewusst herbeigeführt wird, um Routinen zu hinterfragen und innovative Lernprozesse anzustoßen.
Warum gilt Innovation in Japan nicht als Zufallsprodukt?
Innovationen basieren auf gezielten Wissens- und Organisationsstrukturen, die durch die Managementebene systematisch gefördert werden.
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- Christian Kunze (Author), 2004, Wie japanische Unternehmen Wissen generieren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35985