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Normales Altern unnormal? Menschen mit geistiger Behinderung im Ruhestand

Eine Herausforderung für die stationäre Behindertenhilfe in Berlin

Title: Normales Altern unnormal? Menschen mit geistiger Behinderung im Ruhestand

Diploma Thesis , 2004 , 114 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jochen Hermann (Author)

Social Work
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Das zunehmende Altern der Gesellschaft in Deutschland ist mittlerweile ein tagespolitisches Thema. Fast wöchentlich werden wir mit neuen Reformideen im Bereich der Sozialsysteme konfrontiert. Dabei geht es fast ausschließlich um den Teil der Bevölkerung, der zu den Menschen ohne Behinderungen gerechnet wird.
Die stationäre Behindertenhilfe in Berlin zeigt, dass das Älterwerden und die damit einhergehenden Effekte nicht nur auf den Teil der Bundesbürger zutrifft, der in den Medien regelmäßig präsent ist.
Menschen ohne Behinderung scheiden aus dem Arbeitsleben aus und genießen in freier Selbstbestimmung ihren Ruhestand. Bewohner institutioneller Wohnformen haben feste Tagesstrukturen und sind durch diese fremdbestimmt. Ist daher überhaupt ein Ruhestand in einer stationären Wohnform mit den derzeitigen Strukturen der Behindertenhilfe möglich, und wie kann dieser ausgestaltet sein?
Die Darstellung des Altersquerschnitts in der stationären Behindertenhilfe in Berlin ist aus heutiger Sicht bisher nicht repräsentativ und aktuell dargestellt. Daher wurden 9 Wohneinrichtungen Berlins für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Bewohner befragt. Dem Vergleich der Angebotsinhalte mit den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner ist dabei eine gewichtige Rolle zugekommen.
Die Ergebnisse finden nachfolgend ihren Niederschlag. Einerseits wird dargestellt, welche heilpädagogischen Grundlagen ein Ruhestand in einer stationären Wohnform hat und wie andererseits die rechtlichen Voraussetzungen gelagert sind.
Daraus ergeben sich Anforderungen an die stationäre Behindertenhilfe in Berlin. Dabei geht es sowohl um Voraussetzungen, die die Einrichtungsträger schaffen müssen, um fachliche Anforderungen an die Mitarbeiter im Betreuungsdienst als auch um inhaltliche Ausgestaltungsmöglichkeiten der Betreuung und Assistenz von alten Menschen mit geistiger Behinderung im Ruhestand. Welche Rolle die politischen Entscheidungsträger dabei spielen können ist ebenfalls angeführt.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit ist die maskuline Personalform gewählt. Dies schließt ausdrücklich die weibliche Form mit ein und hat keinerlei diskriminierende Bedeutung.
Unter Berücksichtigung des Datenschutzes sind die Fragebögen der einzelnen Einrichtungs- und Bewohnerbefragungen nicht enthalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Altern der Gesellschaft in Deutschland

2.1. Ursachen der demographischen Entwicklung

2.1.1. Die Entwicklung der Fertilität

2.1.2. Die Entwicklung der Mortalität

2.1.3. Die Entwicklung der Migration

2.2. Folgen des demographischen Wandels

3. Das Altern von Menschen mit geistiger Behinderung

3.1. Behinderung, Geistige Behinderung und Menschenbild

3.1.1. Behinderung

3.1.2. Geistige Behinderung - eine Frage des Menschenbildes

3.2. Definition des „alten“ Menschen mit geistiger Behinderung

3.3. Das Dritte Reich, die Euthanasie und die Auswirkungen

3.4. Zusammenfassung

4. Die Erfassung der Altersstruktur

4.1. Problemlage und Projekt

4.2. Handlungskonzept

4.3. Die Methodenauswahl

4.3.1. Die Methodenauswahl der Einrichtungsbefragung

4.3.1.1. Fragenevaluation der Einrichtungsbefragung

4.3.1.2. Der Fragebogen für die Leistungsanbieter

4.3.2. Die Methodenauswahl der Bewohnerbefragung

4.3.2.1. Fragesituation der Bewohnerbefragung

4.3.2.2. Fragenevaluation der Bewohnerbefragung

4.3.2.3. Der Fragebogen für die Bewohnerbefragung

4.4. Die Durchführung der Datensammlungen

4.4.1. Die Durchführung der Einrichtungsbefragung

4.4.1.1. Kontaktherstellung mit anderen Einrichtungen

4.4.1.2. Die Befragung zur Altersstruktur

4.4.2. Die Durchführung der Bewohnerbefragung

4.5. Die Auswertung der empirischen Erhebungen

4.5.1. Auswertung zur Altersstruktur in den befragten Einrichtungen

4.5.2. Auswertung zur internen Tagesstruktur in den befragten Einrichtungen

4.5.2.1. Auswertung der inhaltlichen Gestaltung der internen Tagesstruktur

4.5.2.2. Auswertung der Bewohnerbefragung in der internen Tagesstruktur

4.6. Zusammenfassung

5. Ruhestand im Behindertenheim

5.1. Aus dem Arbeitsleben ins Pflegeheim?

5.2. Wohnen für Menschen mit geistiger Behinderung

5.2.1. Theoretisch-psychologische Aspekte

5.2.2. Der Zusammenhang zwischen dem Erleben von Heimat und dem Verhalten

5.2.3. Sicherheit und der Verlust der vertrauten Umgebung

5.3. Grundbedürfnisse von alten Menschen mit geistiger Behinderung

5.4. Versorgungsstrukturelle Überlegungen

Exkurs: Das Normalisierungsprinzip und Empowerment in der Behindertenhilfe

E.1. Das Normalisierungsprinzip in Deutschland

E.2. Empowerment, Independent Living, Self-Advocacy

5.5. Die rechtlichen Grundlagen für einen Ruhestand im Wohnheim

6. Die Anforderungen an das normale Altern

6.1. Die Anforderungen an die Wohneinrichtungsträger

6.1.1. Bauliche Voraussetzungen

6.1.2. Personelle Ressourcen

6.1.3. Angebotsstruktur

6.2. Anforderungen an Mitarbeiter, Teams und Betreuungsinhalte

6.2.1. Die Anforderungen an die Mitarbeiter und Teams

6.2.2. Die Anforderungen an die Betreuungsinhalte

- Biographische Arbeit und soziale Kontakte

- Gedächtnistraining, Bildungsangebote

- Gesundheit und Altern

- Sterben, Trauern und Religion

6.3. Die Anforderungen an Kostenträger und Politik

7. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Alterungsprozess von Menschen mit geistiger Behinderung im Kontext stationärer Wohneinrichtungen in Berlin. Das zentrale Ziel ist es, auf Basis einer empirischen Altersstrukturanalyse in Berliner Einrichtungen, konzeptionelle Ansätze für einen altersgerechten Ruhestand innerhalb stationärer Wohnstrukturen zu entwickeln, die den veränderten Bedarf an Betreuung und Teilhabe im Alter adressieren.

  • Demographischer Wandel und Auswirkungen auf die stationäre Behindertenhilfe
  • Definition des „Alterns“ bei Menschen mit geistiger Behinderung unter Berücksichtigung historischer und individueller Faktoren
  • Empirische Erfassung der Altersstruktur und Tagesstrukturierung in Berliner Wohneinrichtungen
  • Anforderungen an eine zukunftsorientierte Gestaltung des Ruhestands (baulich, personell, inhaltlich)
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und sozialpolitische Handlungsbedarfe

Auszug aus dem Buch

Die Erfassung der Altersstruktur

Die Grundidee meiner vorliegenden Arbeit ist es, eine konzeptionelle Variante zu entwickeln, die in der Umsetzung einen sinnvollen altersgerechten Ruhestand und seine Begleitung bzw. Assistenz bei alten Menschen mit geistiger Behinderung ermöglicht. Hierzu ist es notwendig, einen Überblick über das Ausmaß des Alterungsprozesses in den Berliner Einrichtungen der stationären Behindertenhilfe zu erhalten. Nur diese Kenntnis ermöglicht es, entsprechende Vorstellungen zu entwickeln, wie in den Einrichtungen auf den möglichen Bedarf an altersgerechter Tagesstrukturierung reagiert werden muss. Vor dem Hintergrund der oben genannten Ursachen für den zu erwartenden Anstieg der Lebenserwartung von Menschen mit geistiger Behinderung müssen daher Datensammlungen verwendet und ausgewertet werden.

Hier bieten sich offensichtlich statistische Erhebungen an, die das Land Berlin vorhält. Leider ist festzustellen, dass es keine konkreten Angaben zur Altersstruktur gibt. Der Berliner Behindertenbericht (vgl. SENAT VON BERLIN 2001) gibt Auskunft über Gleichstellung, berufliche Rehabilitation, Mobilitätsprojekte usw.. Welche Entwicklung das Altern als eine natürliche Gegebenheit nimmt und welche Perspektiven sich daraus ergeben, läßt sich nicht ableiten.

Es ist also notwendig, die Altersstruktur in den stationären Einrichtungen zu ermitteln, um daraus bedarfsorientierte Lösungen zu entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Alterns von Menschen mit geistiger Behinderung ein und begründet die Notwendigkeit der empirischen Erfassung zur Gestaltung eines altersgerechten Ruhestands.

2. Das Altern der Gesellschaft in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die demographischen Ursachen wie Fertilität, Mortalität und Migration und beschreibt deren gesamtgesellschaftliche Folgen.

3. Das Altern von Menschen mit geistiger Behinderung: Es erfolgt eine Definition von Behinderung und geistiger Behinderung sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Definition des "Alters" bei dieser Personengruppe unter Einbezug historischer Traumata.

4. Die Erfassung der Altersstruktur: Der methodische Teil beschreibt die Problemlage, das Handlungskonzept sowie die Durchführung der empirischen Einrichtungs- und Bewohnerbefragungen in Berlin.

5. Ruhestand im Behindertenheim: Dieses Kapitel diskutiert die Wohnsituation, Grundbedürfnisse und versorgungsstrukturelle Überlegungen sowie das Normalisierungsprinzip und Empowerment in der Behindertenhilfe.

6. Die Anforderungen an das normale Altern: Es werden konkrete Anforderungen an Träger, Mitarbeiter, Teams und Kostenträger formuliert, um eine würdevolle Lebensgestaltung im Alter zu ermöglichen.

7. Fazit und Ausblick: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Dringlichkeit, auf die zunehmende Anzahl alter Menschen mit geistiger Behinderung mit bedarfsorientierten Konzepten zu reagieren.

Schlüsselwörter

Geistige Behinderung, Altern, stationäre Behindertenhilfe, Berlin, Altersstruktur, Tagesstruktur, Ruhestand, Empowerment, Normalisierungsprinzip, Teilhabe, Pflegebedarf, Eingliederungshilfe, Lebensqualität, empirische Erhebung, Bewohnerbefragung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Menschen mit geistiger Behinderung, die das Rentenalter erreichen und in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe in Berlin leben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen demographische Veränderungen, die Definition von Altern bei Menschen mit geistiger Behinderung, die institutionelle Alltagsgestaltung und die Anforderungen an eine zukunftsorientierte Betreuung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ermitteln, wie sich die Altersstruktur in stationären Berliner Einrichtungen darstellt und welche konzeptionellen Lösungen für einen altersgerechten Ruhestand notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine empirische Datenerhebung durch, bestehend aus einer Befragung von Einrichtungsleitungen zur Altersstruktur und kurzen Interviews mit Bewohnern zur Tagesgestaltung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die aktuelle Altersstruktur in Berliner Wohneinrichtungen, diskutiert theoretisch-psychologische Aspekte des Wohnens im Alter sowie rechtliche und strukturelle Voraussetzungen der Betreuung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Geistige Behinderung", "Altern", "stationäre Behindertenhilfe", "Tagesstruktur", "Empowerment" und "Normalisierungsprinzip".

Wie gehen die Einrichtungen mit dem "Alter" ihrer Bewohner um?

Die Einrichtungen bieten tagesstrukturierende Maßnahmen an, stoßen dabei jedoch oft an bauliche, personelle und konzeptionelle Grenzen, da das Bedürfnis nach Ruhe und Individualität im Alter oft zu kurz kommt.

Warum ist der Umzug in ein Pflegeheim für die Betroffenen problematisch?

Ein Umzug kann den Verlust der vertrauten Umgebung, von sozialen Kontakten und der gewohnten Struktur bedeuten, was für Menschen mit geistiger Behinderung, die oft lebenslange Heimerfahrungen haben, eine massive Belastung darstellt.

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Details

Title
Normales Altern unnormal? Menschen mit geistiger Behinderung im Ruhestand
Subtitle
Eine Herausforderung für die stationäre Behindertenhilfe in Berlin
College
Catholic University for Applied Sciences Berlin
Grade
1,0
Author
Jochen Hermann (Author)
Publication Year
2004
Pages
114
Catalog Number
V36016
ISBN (eBook)
9783638357692
ISBN (Book)
9783638715683
Language
German
Tags
Normales Altern Menschen Behinderung Ruhestand Eine Herausforderung Behindertenhilfe Berlin Heilpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jochen Hermann (Author), 2004, Normales Altern unnormal? Menschen mit geistiger Behinderung im Ruhestand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36016
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