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Georg Simmel, Rembrandt und das italienische Fernsehen

Title: Georg Simmel, Rembrandt und das italienische Fernsehen

Seminar Paper , 2005 , 12 Pages , Grade: 2

Autor:in: Marian Berginz (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Georg Simmel ist und bleibt einer der herausragendsten Soziologen. In seinem Werk „Die Individualisierung und das Allgemeine“ wird dies deutlich: Es gibt ein über alles lastendes „Sowohl als Auch“, das eine Vereinnahmung Simmels unmöglich macht. Hier beschreibt er die Unterschiede zwischen dem germanischen und dem romanischen Stil, am Beispiel des Malers Rem-brandt veranschaulichend. Es wird deutlich, dass man viel mehr sehen und verstehen kann, als es auf den ersten Blick scheint; sogar das italienische Fernsehen und die Commedia dell´Arte scheinen sich erklären zu lassen. Dabei offenbart er in seinen Ideen eine erstaunliche Nähe zu Friedrich Schiller.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Simmels Theorie und Schillers Briefe

3. Die Individualisierung und das Allgemeine

4. Schlussgedanken

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das soziologische Werk Georg Simmels, insbesondere dessen Analyse von Individualität und Allgemeinheit im Kontext von Kunst und Kultur, und setzt diese in Beziehung zu den ästhetischen Gedanken Friedrich Schillers.

  • Vergleich der soziologischen Ansätze von Georg Simmel und Friedrich Schiller hinsichtlich des Begriffs der Individualisierung.
  • Analyse des Konflikts zwischen objektiver und subjektiver Kultur bei Simmel.
  • Untersuchung der Bedeutung des Spiels und der Geselligkeit als Ausdrucksformen menschlichen Daseins.
  • Kulturelle Gegenüberstellung von germanischem und romanischem Stil am Beispiel der Kunstbetrachtung.

Auszug aus dem Buch

Die Individualisierung und das Allgemeine

Es ist ein immer wiederkehrendes Schauspiel. Am Wochenende wird im italienischen Fernsehen die Commedia dell´ Arte wiederbelebt. Es treten in allen Shows vermeintliche Dumme, blonde Schönheiten und intelligente Familienoberhäupter auf, die das Schlamassel wieder richten müssen. Zu diesem Zeitpunkt wird klar, weshalb Simmel schrieb, dass typusmäßiges Verhalten mit dem Hang zur Präsentation eng verwoben ist. Diese samstäglichen und sonntäglichen Gestalten eifern dabei einem allgemeinen Bild nach und versuchen dennoch jede für sich schön zu sein.

Doch, was steht am Anfang? Simmel behauptet: „Die Normen, nach denen Erscheinungselemente rein als solche zu einem Optimum an künstlerischer Anschau lichkeit geformt werden, sind unvermeidlich ´allgemeiner´ Art“. Das Allgemeine definiert das Schöne. Das Allgemeine ist Gesetz und das Gesetz ist überindividuell. In der Klassik werden die Elemente so gestaltet, dass sie auf den Betrachter den optimalsten Eindruck erzeugen. In den Ländern des Mittelmeerraumes nimmt dies eine besondere Gestalt an: Ein italienischer Arbeiter würde, auch wenn er sich nicht beobachtet fühlte, für ein Publikum singen, ein deutscher Arbeiter nur für sich selbst. Dies deutet bereits auf einen großen Unterschied hin, der zwischen beiden Kulturregionen besteht: Im Land der Germanen wird das Innere nach außen getragen, in Italien hingegen das Allgemeine nach innen.

Ein italienischer Mann wird von sich selbst behaupten, dass er es selbst sei, auch wenn der Armanianzug einen allgemeinen Charakter hat. Er folgt aber dabei einer allgemeinen Norm und ist deshalb in diesem Sinne nicht als individuell anzusehen. Der deutsche Arbeiter hat aber auch eine andere Empfindung von persönlicher Intimität. Wenn er aus sich herausgeht, dann ist dies seine persönliche Sphäre. Die Sphäre wird mit keiner anderen Person geteilt und gehört ihm. Dies spiegelt auch die Wohnkultur: Sind die italienischen Möbel kleinen ausladenden Palazzi ähnlich, bestechen die deutschen Möbel vor allem durch ihre Gemütlichkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel führt in die historische Epoche Georg Simmels ein und erläutert, wie er zeitgenössische Spannungen in seine soziologische Theorie integrierte, wobei ein Fokus auf der Ablehnung von ideologisch-absoluten Lösungen liegt.

2. Simmels Theorie und Schillers Briefe: Dieser Abschnitt vergleicht die Theorien von Simmel und Schiller, insbesondere im Hinblick auf den Konflikt zwischen individueller Persönlichkeitsentwicklung und einer komplexer werdenden Gesellschaft sowie die Rolle der Kunst.

3. Die Individualisierung und das Allgemeine: Hier wird der kulturelle Vergleich zwischen germanischen und romanischen Stilen anhand von Kunstbeispielen und der Darstellung des Verhältnisses von Person und Schicksal vertieft.

4. Schlussgedanken: Das abschließende Kapitel reflektiert den Nutzen von Simmels formaler Soziologie als Rüstzeug zum Verständnis kultureller Phänomene und kritisiert die begrenzte Rezeption seiner Ideen innerhalb der Fachdisziplin.

Schlüsselwörter

Georg Simmel, Friedrich Schiller, Soziologische Theorie, Individualisierung, Allgemeinheit, Kunstsoziologie, Objektive Kultur, Subjektive Kultur, Rembrandt, Commedia dell'Arte, Formale Soziologie, Vergesellschaftung, Werden, Schicksal, Differenzierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert soziologische Konzepte von Georg Simmel, insbesondere sein Verständnis von Individualisierung und Kultur, und setzt diese mit den theoretischen Ansätzen Friedrich Schillers in Bezug.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind das Verhältnis von Form und Inhalt, die Unterscheidung zwischen objektiver und subjektiver Kultur sowie die Bedeutung des Spiels für die moderne Gesellschaft.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Simmels "formale" Soziologie als interpretatives Rüstzeug zu nutzen, um kulturelle Unterschiede und das Spannungsfeld zwischen dem Individuum und gesellschaftlichen Anforderungen besser zu begreifen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretisch-soziologische Analyse, die primäre Texte von Simmel und Schiller vergleichend gegenüberstellt und in den Kontext der modernen Gesellschaft einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Phasen von Simmels Schaffen, die Parallelen zu Schillers ästhetischer Erziehung sowie die unterschiedliche kulturelle Ausprägung von Individualität in germanischen und romanischen Kontexten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Individualisierung, das "Sowohl als Auch", die Dualität von Form und Inhalt sowie das Konzept des Werdens.

Warum zieht der Autor den Vergleich zwischen Rembrandt und italienischem Fernsehen?

Der Vergleich dient der Illustration von Simmels Theorie der Typenbildung; während Rembrandts Kunst das Individuelle betont, steht das italienische Fernsehen exemplarisch für ein nicht hinterfragbares, typenhaftes Handeln.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Rezeption von Simmels Werk?

Der Autor schließt, dass Simmels sperrige Ausdrucksweise seine breite Verbreitung erschwert hat, obwohl seine unideologische formale Soziologie gerade für die moderne, wenig ideologisch geprägte Zeit von großer Relevanz wäre.

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Details

Title
Georg Simmel, Rembrandt und das italienische Fernsehen
College
University of Graz  (Institut für Soziologie)
Course
Soziologische Theorien
Grade
2
Author
Marian Berginz (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V36059
ISBN (eBook)
9783638358019
Language
German
Tags
Georg Simmel Rembrandt Fernsehen Soziologische Theorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marian Berginz (Author), 2005, Georg Simmel, Rembrandt und das italienische Fernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36059
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