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Freizeit als Spannungsfeld der industriellen Arbeit am Beispiel der Geschichte der Arbeiterklasse in Südafrika

Title: Freizeit als Spannungsfeld der industriellen Arbeit am Beispiel der Geschichte der Arbeiterklasse in Südafrika

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Barbara Piechota-Lutum (Author)

African Studies - Miscellaneous
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Im afrikanischen Kontext wird von der Freizeit im Zusammenhang mit dem Kolonialismus und dem Kapitalismus gesprochen. Zwar gab es auch in den vorkolonialen agrarischen Gesellschaften Afrikas ein Bewusstsein für Freizeit, eine schärfere Trennung von Arbeit und Freizeit erfolgte erst zusammen mit der Verbreitung der kapitalistischen Produktionsweisen. So wie in den Bereichen des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens in Afrika die kapitalistischen Konzepte der Europäer mit Verwendung unterschiedlicher Strategien umgesetzt wurden, wurde auch die Freizeit der Afrikaner eine Bühne der Konkurrenz, Konflikte, und Spannungen. Afrikaner versuchten eigene kulturelle Praktiken als Ort der Bewahrung ihrer Identität zu schützen und auszubreiten. Europäer brachten Konzepte, mit denen sie im Interesse der ökonomischen und politischen Profite die Freizeit der Afrikaner gestalten und kontrollieren wollten.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich allgemein theoretisch mit dem Begriff der Freizeit und mit der Geschichte der Freizeitkultur der südafrikanischen Arbeiterklasse unter den industriellen und kolonialen Bedingungen der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der Freizeit

2.1 Geschichte des Begriffes

2.2 Probleme der Definition

3. Freizeit in Afrika

4. Freizeit der Arbeiterklasse in Südafrika

4.1 Die Geschichte der Industrialisierung und der Entstehung der Arbeiterklasse

4.2 Freizeitformen der Industriearbeiter

5. Die Freizeit der südafrikanischen Arbeiterklasse als Spannungsfeld der industriellen Arbeit

6. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Freizeitkultur der südafrikanischen Arbeiterklasse unter den industriellen Bedingungen der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, mit dem Ziel, den Einfluss dieser spezifischen Arbeitsbedingungen auf die Freizeitgestaltung und die Identitätsbildung der Arbeiter zu analysieren.

  • Theoretische Fundierung des Freizeitbegriffs und seiner Definitionsprobleme.
  • Historische Einordnung der Industrialisierung und Entstehung der südafrikanischen Arbeiterklasse.
  • Analyse der Freizeitformen wie Trinken, Tanzen, Sport und kirchlich organisierte Aktivitäten.
  • Untersuchung von Freizeit als Spannungsfeld zwischen Kontrolle durch Kolonialmächte und Identitätsbewahrung durch die Arbeiter.
  • Reflektion über die Ambivalenz industrieller Einflüsse auf die afrikanische Kultur.

Auszug aus dem Buch

4.2 Freizeitformen der Industriearbeiter

Die ersten Wohnstätten der südafrikanischen Arbeiter waren Slums - Arbeitersiedlungen, die von der Regierung oder privaten Investoren um die industriellen Zentren eingerichtet wurden. Ellen Hellmann berichtet über das Leben in einem der typischen Slumyards von Johannesburg in der Zeit von März 1933 bis April 1934, wie folgt: "The picture of urban Africans living in a crowded yard in a Johannesburg suburb presents graphically the gap between the traditional life of rural South African societies and the anomalous and often confusing setting in which city Africans find themselves."

Der von der Arbeiterklasse kreierte Lebensstil entstand durch die Konfrontation traditioneller ländlicher Muster mit den industriellen (städtischen) Lebensbedingungen. Außer der ungewohnten schweren körperlichen Arbeit in den Minen wurden die schwarzen Arbeiter (Männer), die ihre ländlichen traditionellen Strukturen verließen, mit harten materiellen und sozialen Lebensbedingungen konfrontiert (Überfüllung, fehlender Kontakt zu ihren Stammes- und Familienangehörigen auf dem Land, fehlende soziale Bindungen in den Lager, Armut). Coplan nennt alle diese Elemente als Gründe für den großen Streß, unter dem die ersten Industriearbeiter in Südafrika permanent zu leiden hatten und den sie in ihrer Freizeit vor allem beim Tanzen und Trinken abbauten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Freizeit der südafrikanischen Arbeiterklasse ein und erläutert den theoretischen sowie methodischen Ansatz der Arbeit.

2. Der Begriff der Freizeit: In diesem Kapitel wird der Freizeitbegriff historisch hergeleitet und seine soziologischen Definitionsprobleme kritisch diskutiert.

3. Freizeit in Afrika: Dieses Kapitel beleuchtet den Kontext des Kolonialismus und Kapitalismus in Afrika, der zu einem Wandel des Zeitverständnisses und einer Trennung von Arbeit und Freizeit führte.

4. Freizeit der Arbeiterklasse in Südafrika: Hier wird die Entstehung der Arbeiterklasse durch die Industrialisierung beschrieben und die verschiedenen Formen der Freizeitgestaltung, von informellen Treffen bis hin zu organisierten Angeboten, detailliert untersucht.

5. Die Freizeit der südafrikanischen Arbeiterklasse als Spannungsfeld der industriellen Arbeit: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsverhältnis zwischen den belastenden industriellen Arbeitsbedingungen und dem Bedürfnis nach Identitätsbewahrung durch Freizeitaktivitäten.

6. Schlußbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse und einer kritischen Reflexion über die ambivalenten Auswirkungen der Industrialisierung auf die südafrikanische Arbeiterkultur.

Schlüsselwörter

Südafrika, Arbeiterklasse, Freizeit, Industrialisierung, Arbeitsbedingungen, Identitätsbildung, Slumyards, Kolonialismus, Marabi-Kultur, Minenarbeit, soziale Strukturen, Freizeitgestaltung, kulturelle Traditionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Freizeit der südafrikanischen Arbeiterklasse unter industriellen Bedingungen im Zeitraum vom späten 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Definition des Freizeitbegriffs, die Geschichte der südafrikanischen Industrialisierung, die Analyse von Freizeitformen sowie die soziale Kontrolle der Arbeiter durch den Staat und private Instanzen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie industrielle Arbeitsbedingungen in Südafrika die Freizeitkultur beeinflusst haben und in welchem Maße Freizeit als Gegenpol zur Arbeit oder als Ort der Identitätsbewahrung fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf einer Auswertung soziologischer Literatur und historischer Quellen zur südafrikanischen Arbeitergeschichte.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die konkreten Freizeitformen der Industriearbeiter, darunter das "Marabi"-Phänomen, sportliche Aktivitäten wie Fußball sowie den Einfluss kirchlicher Missionen und staatlicher Regulierungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Freizeit, Arbeiterklasse, Südafrika, Industrialisierung, Arbeitsbedingungen, Identität und soziale Segregation.

Welche Rolle spielten die sogenannten "Slumyards" für die Freizeit der Arbeiter?

Die Slumyards waren Zentren der sozialen Interaktion, in denen Arbeiter trotz Armut und schwieriger Lebensbedingungen eine eigene Kultur entwickelten, die oft durch Tanz, Musik und Biertrinken geprägt war.

Inwiefern wurde Fußball von den verschiedenen Interessengruppen genutzt?

Fußball diente den Arbeitern als Ablenkung von der harten Realität, während liberale und kirchliche Organisationen sowie Minenunternehmer den Sport nutzten, um die Arbeiter moralisch zu disziplinieren und von politischen Aktivitäten abzulenken.

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Details

Title
Freizeit als Spannungsfeld der industriellen Arbeit am Beispiel der Geschichte der Arbeiterklasse in Südafrika
College
University of Hamburg  (Historisches Institut)
Course
Historisches Hauptseminar: "Arbeit in Afrika"
Grade
2,3
Author
Barbara Piechota-Lutum (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V36112
ISBN (eBook)
9783638358378
ISBN (Book)
9783638653428
Language
German
Tags
Freizeit Spannungsfeld Arbeit Beispiel Geschichte Arbeiterklasse Südafrika Historisches Hauptseminar Arbeit Afrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Barbara Piechota-Lutum (Author), 2003, Freizeit als Spannungsfeld der industriellen Arbeit am Beispiel der Geschichte der Arbeiterklasse in Südafrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36112
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