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"Emissions-Controlling" - eine neue Aufgabe für das strategische Controlling?

Title: "Emissions-Controlling" - eine neue Aufgabe für das strategische Controlling?

Seminar Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nico Thom (Author)

Business economics - Controlling
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Summary Excerpt Details

Ausgangssituation

Im Januar 2005 startete der europaweite Handel mit Emissionszertifikaten. In Deutschland werden diese Zertifikate für die erste Handelsperiode (2005-2007) kostenlos durch die Bundesregierung an Betreiber emittierender Anlagen ausgeteilt. Ein Zertifikat verleiht das Recht auf den Ausstoß von einer Tonne Kohlendioxid (CO2)1; die Gesamtmenge an Zertifikaten ist in Deutschland für die erste Handelsperiode auf 503 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr begrenzt und wird für die zweite Handelsperiode (2008-2012) auf 495 Millionen Tonnen CO2 reduziert.2 Letztere Menge entspricht der Minderungsverpflichtung von 21% (bezogen auf die CO2-Emissionsmenge im Basisjahr 1990), die Deutschland im Kyoto-Protokoll eingegangen ist.3

Das Kyoto-Protokoll, das am 15.02.2005 in Kraft trat, ist ein im japanischen Kyoto verhandeltes und 1997 verabschiedetes internationales Abkommen zum Klimaschutz. Es schreibt verbindliche Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von so genannten Treibhausgasen fest – darunter vor allem CO2, Methan und Fluorchlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW).4

In Deutschland sind vorerst nur ca. 2.400 Anlagen von der Zertifizierung betroffen, vor allem große Feuerungsanlagen (größer 20 MW Feuerungswärmeleistung) sowie größere Anlagen der energieintensiven Sektoren (z.B. Stahlindustrie). 5 Diese emittieren derzeit 503 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, also mehr als in der zweiten Handelsperiode von den Zertifikaten abgedeckt sein wird. 6 Folglich sehen sich die Anlagenbetreiber der Herausforderung gegenüber gestellt, ihre Emissionen zu überwachen und zu regulieren sowie Entscheidungen über die Nutzung der Zertifikate zu treffen.
...
---
1 Vgl. Richtlinie 2003/87/EG, 2003, Artikel 3.

2 Vgl. ZuG 2007 (Zuteilungsgesetz 2007, 2004), § 4 Abs. 2-3.

3 Vgl. Fickinger, N. (Kyoto-Protokoll, 2005), S. 12.

4 Vgl. o.V. (Emissionsrechtehandel für die unternehmerische Praxis, 2004), S. 5-8.

5 Vgl. TEHG (Gesetz über den Handel mit Berechtigungen zur Emission von Treibhausgasen, 2004), Anhang 1.

6 Vgl. o.V. (Netzintegration Windenergie , 2005), S. 3.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Ausgangssituation

2 Controlling-Funktionen und Instrumente für das Emissionsmanagement

2.1 Informationsbeschaffung und Analyse

2.1.1 Strategische Frühaufklärung und Risikomanagement

2.1.2 Szenarioanalyse

2.2 Planung

2.3 Steuerung

2.3.1 Die Balanced Scorecard

2.4 Kontrolle und Externe Kommunikation

3 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des strategischen Controllings im Kontext des Emissionshandels und analysiert, wie dessen Instrumente Unternehmen bei der Bewältigung der neuen regulatorischen Herausforderungen unterstützen können.

  • Integration von Emissionsmanagement in die Unternehmenssteuerung
  • Anwendung von Instrumenten der strategischen Frühaufklärung und Szenarioanalyse
  • Strategische Planung von Maßnahmen zur Emissionsreduktion oder Zertifikatsnutzung
  • Einsatz von Kennzahlensystemen wie der Balanced Scorecard für ökologische Ziele
  • Kontrolle und externe Berichterstattung im Rahmen gesetzlicher Emissionsvorgaben

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Strategische Frühaufklärung und Risikomanagement

In der Wahrscheinlichkeitstheorie wird Risiko als Abweichung vom Erwartungswert definiert. Das Risiko der vom Emissionszertifikatehandel betroffenen Unternehmen liegt dabei in der Abweichung von der zulässigen CO2-Emissionsmenge durch Über- bzw. Unterversorgung mit Zertifikaten. Dabei ist die negative Folge einer Unterversorgung Sanktion, die der Überversorgung eine Nicht-Ausschöpfung von Ertragspotenzial.

Risikomanagement umfasst Techniken zur Erhebung und Bewältigung auftretender Risiken und wird in der Praxis als Teilbereich des Controlling angesehen. Elementarer Bestandteil ist dabei das Erkennen von Risiken, das u.a. durch Frühwarnsysteme ermöglicht wird. Die Einrichtung solcher Systeme ist im Rahmen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) gem. §91 Abs. 2 AktG für viele Unternehmen vorgeschrieben. Diese Regelung hat Abstrahleffekte auf Kapitalgesellschaften, die nicht dem Aktiengesetz unterliegen und damit auch auf entsprechende vom Emissionshandel betroffene Unternehmen. Unterstützung und Beratung bei der Ausgestaltung und Implementierung strategischer Frühaufklärungssysteme ist Aufgabe des (strategischen) Controlling.

Der Prozess der strategischen Frühaufklärung erfolgt dabei in vier Phasen. Am Anfang steht die Ortung bzw. Erfassung von „schwachen Signalen“ – schlecht definierten und unscharf strukturierten Informationen, die auf strategische Diskontinuitäten hinweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ausgangssituation: Einführung in den europaweiten Emissionsrechtehandel, die rechtlichen Grundlagen durch das Kyoto-Protokoll und die daraus resultierenden Herausforderungen für betroffene Anlagenbetreiber.

2 Controlling-Funktionen und Instrumente für das Emissionsmanagement: Untersuchung der verschiedenen Controlling-Aufgaben wie Informationsversorgung, Planung und Steuerung unter Einbeziehung spezifischer Umwelt-Management-Methoden.

2.1 Informationsbeschaffung und Analyse: Analyse der Notwendigkeit strategischer Frühaufklärung zur Erkennung von Risiken durch sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen.

2.1.1 Strategische Frühaufklärung und Risikomanagement: Erörterung der Definition von Risiko im Kontext des Zertifikatehandels und der Bedeutung von Frühwarnsystemen zur Risikobewältigung.

2.1.2 Szenarioanalyse: Vorstellung der Szenariotechnik als Werkzeug, um zukünftige Entwicklungen im Kraftwerkssektor und die Auswirkungen des Zertifikatehandels prognostizierbar zu machen.

2.2 Planung: Darstellung verschiedener Handlungsalternativen für Unternehmen, wie Modernisierung, Stilllegung oder die Nutzung der Kyoto-Mechanismen zur Erfüllung von Klimaschutzverpflichtungen.

2.3 Steuerung: Einsatz von Kennzahlen und Kennzahlensystemen zur Überwachung des operativen Geschäfts und zur Korrektur von Fehlentwicklungen.

2.3.1 Die Balanced Scorecard: Diskussion der Eignung der Balanced Scorecard (BSC) bzw. Sustainability Balanced Scorecard (SBSC) zur Integration ökologischer Ziele in die Unternehmensstrategie.

2.4 Kontrolle und Externe Kommunikation: Beleuchtung der Aufgaben des Monitorings und des Datenmanagements, um sowohl gesetzliche Berichterstattungspflichten zu erfüllen als auch interne Steuerungsentscheidungen zu unterstützen.

3 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Rolle des strategischen Controllings als Koordinator und Informationsversorger, der durch methodische Unterstützung Unsicherheiten im Emissionsmanagement abbauen kann.

Schlüsselwörter

Emissions-Controlling, Emissionshandel, Strategisches Controlling, Treibhausgase, CO2-Zertifikate, Kyoto-Protokoll, Risikomanagement, Szenarioanalyse, Balanced Scorecard, Umweltcontrolling, Nachhaltigkeit, Emissionsmanagement, Frühaufklärung, Zertifikatehandel, Energiewirtschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie das strategische Controlling bei der Bewältigung der neuen Aufgaben durch den Emissionshandel in Unternehmen unterstützen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen die Schnittstellen zwischen Emissionsmanagement und klassischen Controlling-Funktionen wie Informationsbeschaffung, Planung, Steuerung und Kontrolle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass das Emissions-Controlling keine rein operative Aufgabe ist, sondern eine strategische Dimension besitzt, die durch koordinative Funktionen effektiv unterstützt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher Konzepte (z.B. Szenarioanalyse, Balanced Scorecard) und verknüpft diese mit den Anforderungen aktueller Gesetzgebungen zum Klimaschutz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Funktionsbereiche Informationsbeschaffung (Frühaufklärung), Planung (Handlungsalternativen wie Pooling oder Joint Implementation), Steuerung (Kennzahlensysteme) und Kontrolle (Berichterstattung).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Emissions-Controlling, Emissionshandel, Strategisches Controlling, Risikomanagement, CO2-Zertifikate und Nachhaltigkeit.

Wie hilft die Szenarioanalyse den Unternehmen?

Sie ermöglicht es Entscheidungsträgern, durch die Modellierung von „Business as Usual“- und Zertifikatehandel-Szenarien, die Auswirkungen auf den Brennstoffmix und Investitionsentscheidungen im Kraftwerkssektor besser einzuschätzen.

Warum ist die Sustainability Balanced Scorecard (SBSC) relevant?

Die SBSC erlaubt es, ökologische Anforderungen aus Gesetzen wie dem TEHG direkt in die bestehenden vier Perspektiven der klassischen Balanced Scorecard zu integrieren, um strategische Ziele mit Umweltschutzvorgaben zu verknüpfen.

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Details

Title
"Emissions-Controlling" - eine neue Aufgabe für das strategische Controlling?
College
Technical University of Berlin
Course
Strategisches Controlling
Grade
1,3
Author
Nico Thom (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V36233
ISBN (eBook)
9783638359092
Language
German
Tags
Emissions-Controlling Aufgabe Controlling Strategisches Controlling
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Thom (Author), 2005, "Emissions-Controlling" - eine neue Aufgabe für das strategische Controlling?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36233
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