Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement

Die Sanktionspraxis im Jugendstrafrecht. Das Instrument der „Diversion“

Title: Die Sanktionspraxis im Jugendstrafrecht. Das Instrument der „Diversion“

Seminar Paper , 2005 , 29 Pages , Grade: Sehr Gut (16 Punkte)

Autor:in: Dennis Bodenbenner (Author)

Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Einleitung

Unter Bezugnahme der Aufgaben des Jugendstrafrechts soll mit dieser Arbeit eine Darstellung der wesentlichen Entwicklung der jugendstrafrechtlichen Sanktionspraxis und ihres heutigen Standes erfolgen. Hierzu wird nach einer Fixierung des Funktionsziels jugendstrafrechtlicher Sanktionen zunächst ein grober rechtsgeschichtlicher Abriss des Jugendstrafrechts in Deutschland gegeben. Danach werden die rechtlichen Voraussetzungen einer jugendstrafrechtlichen Sanktionierung und die heutigen Sanktionsmöglichkeiten eingehender dargestellt, um sich dann, entsprechend der großen Praxisbedeutung, in entsprechendem Umfang der Diversion als Reaktionsverzicht bzw. Alternative schwerpunktmäßig zu widmen. Hierbei verdienen, neben den rechtlichen Möglichkeiten der Diversion, die Entwicklung der Diversionspraxis und deren Gründe eine eingehende Darstellung. Anschließend wird in einem weiteren Bearbeitungsschwerpunkt die Entwicklung der formellen Sanktionen dargestellt. Hierzu werden, ausgehend von einer zu widerlegenden These, die einzelnen Maßnahmen in ihrer Entwicklung in den letzten Jahren näher betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Funktionsziel jugendstrafrechtlicher Sanktion

III. Geschichtliche Entwicklung jugendstrafrechtlicher Sanktionen

1. Reichsstrafgesetzbuch 1871

2. Jugendgerichtsgesetz 1923

3. Jugendstrafrecht im Dritten Reich

4. Jugendgerichtsgesetz 1953

IV. Heutige Sanktionspraxis

1. Voraussetzungen der Sanktionierung

2. Sanktionsmöglichkeiten

3. Diversion

a) Begriff

b) Rechtliche Voraussetzungen

aa) Einstellung nach § 45 JGG

bb) Einstellung nach § 47 JGG

c) Entwicklung der Diversionspraxis

d) Gründe der zunehmenden Diversionspraxis

aa) Verfahrensökonomie

bb) Subsidiarität des Jugendstrafverfahrens

cc) Kriminologische Erkenntnisse

dd) Mangelnde Effizienz herkömmlicher Reaktionen

4. Entwicklung der Sanktionspraxis im Bereich formeller Reaktion

a) Folgen des Erziehungszwecks

b) Empirische Feststellungen

aa) Entwicklung der „neuen ambulanten Maßnahmen“

bb) Entwicklung sonstiger ambulanter Maßnahmen

cc) Entwicklung stationärer Maßnahmen

c) Fazit

V. Gesamtresümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den aktuellen Stand der jugendstrafrechtlichen Sanktionspraxis in Deutschland, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Bedeutung und dem Anstieg informeller Erledigungsformen (Diversion) liegt.

  • Grundlagen des Jugendstrafrechts und das erzieherische Funktionsziel.
  • Rechtsgeschichtliche Entwicklung von 1871 bis 1953.
  • Rechtliche Voraussetzungen und Praxis der Diversion (§§ 45, 47 JGG).
  • Empirische Analyse der Sanktionspraxis im Bereich ambulanter und stationärer Maßnahmen.

Auszug aus dem Buch

Diversion

Der Diversionsbegriff wird uneinheitlich gebraucht. Verwendung findet er seit über dreißig Jahren, wobei er zunächst nur die nordamerikanische, nunmehr jedoch auch die deutsche Diskussion über Kriminalpolitik beherrscht. Wörtlich bedeutet Diversion Ablenkung bzw. Umleitung und geht auf das Verb „to divert“ zurück. Bezogen auf das Strafrecht bedeutet er somit im allgemeinen Sinn jedes Abbrechen der Kette von Strafverfolgung - Strafprozess - Strafvollzug an einem beliebigen Punkt. Zu beachten ist jedoch, dass in der Justizpraxis nur die Diversionsmöglichkeiten bereitstehen, die das JGG regelt. Die Darstellung einer Vielzahl von Begriffsdefinitionen sowie ein dann mitunter auszutragender Begriffsstreit führt an dieser Stelle in der Sache somit nicht weiter.

Daher wird nur die Definition der überwiegenden Meinung dargelegt. Diese definiert den Begriff Diversion als Abbruch des Strafverfahrens zwischen der polizeilichen Erfassung des Straftäters und der förmlichen Beendigung des Verfahrens durch ein Urteil. Ausgehend vom geltenden Recht lässt sich diese Definition weiter konkretisieren. Hiernach ist Diversion die Verfahrenseinstellung, die bei hinreichendem Tatverdacht und dem Vorliegen der Prozessvoraussetzungen an die Stelle einer Anklage (staatsanwaltschaftliche Diversion - § 45 JGG) oder einer Verurteilung (richterliche Diversion - § 47 JGG) tritt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, den Wandel der jugendstrafrechtlichen Sanktionspraxis unter Berücksichtigung von Diversion und formellen Maßnahmen zu beleuchten.

II. Funktionsziel jugendstrafrechtlicher Sanktion: Erläuterung der erzieherischen Ausrichtung des Jugendstrafrechts als Täterstrafrecht im Gegensatz zum schuldorientierten Erwachsenenstrafrecht.

III. Geschichtliche Entwicklung jugendstrafrechtlicher Sanktionen: Überblick über die Entwicklung von den starren Strafen des RStGB 1871 über das JGG 1923 bis hin zum JGG 1953.

IV. Heutige Sanktionspraxis: Detaillierte Analyse der modernen Sanktionsmöglichkeiten, insbesondere des Diversionskonzepts und des Wandels hin zu ambulanteren Maßnahmen.

V. Gesamtresümee: Zusammenfassende Erkenntnis, dass die jugendstrafrechtliche Reaktion heute primär auf das spezialpräventive Ziel der Erziehung zum Legalverhalten ausgerichtet ist.

Schlüsselwörter

Jugendstrafrecht, Sanktionspraxis, Diversion, JGG, Erziehungsgedanke, ambulante Maßnahmen, stationäre Maßnahmen, Täter-Opfer-Ausgleich, Legalbewährung, Kriminalpolitik, Strafverfolgung, Sozialpädagogik, Stigmatisierung, Jugendgerichtsgesetz, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der jugendstrafrechtlichen Sanktionspraxis in Deutschland und untersucht, wie sich die Maßnahmen bei Jugendlichen und Heranwachsenden im Laufe der Zeit verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Funktionsziel der Erziehung im Jugendstrafrecht, die historische Entwicklung der Rechtslage sowie die aktuelle Bedeutung und Anwendung der Diversion als informelle Erledigungsform.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Sanktionspraxis von rein formellen Urteilen hin zu diversionsorientierten und ambulanteren Maßnahmen gewandelt ist, um das erzieherische Ziel der Legalbewährung besser zu erreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine rechtswissenschaftliche Analyse des Jugendgerichtsgesetzes (JGG) sowie auf eine Auswertung kriminologischer Erkenntnisse und empirischer statistischer Daten zur Sanktionspraxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die rechtlichen Grundlagen der Diversion (§§ 45, 47 JGG) erörtert, gefolgt von einer empirischen Untersuchung der Entwicklung ambulanter und stationärer Sanktionen bis in die späten 1990er Jahre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Jugendstrafrecht, Diversion, Erziehungsgedanke, Sanktionspraxis, JGG, ambulante Maßnahmen und Legalbewährung.

Warum ist die Stigmatisierung ein wichtiges Argument für die Diversion?

Der Arbeit zufolge wird durch die Etikettierungstheorie argumentiert, dass eine formelle strafrechtliche Reaktion einen negativen Stigmatisierungsprozess auslösen kann, der das Selbstbild des Jugendlichen beschädigt und kriminelle Karrieren eher fördert als verhindert.

Was ist das zentrale Fazit zur Entwicklung des Jugendarrests?

Der Jugendarrest hat in der Praxis massiv an Bedeutung verloren, da er als repressiv und erzieherisch fragwürdig eingestuft wird; stattdessen werden zunehmend ambulante Maßnahmen wie soziale Trainingskurse bevorzugt.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Die Sanktionspraxis im Jugendstrafrecht. Das Instrument der „Diversion“
College
University of Marburg
Course
Aktuelle Fragen der Jugendkriminologie und des Jugendstrafrechts, Seminar im WS 2004/2005
Grade
Sehr Gut (16 Punkte)
Author
Dennis Bodenbenner (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V36255
ISBN (eBook)
9783638359245
Language
German
Tags
Aktuelle Fragen Jugendkriminologie Jugendstrafrechts Entwicklung Sanktionspraxis Stand Jugendlichen Heranwachsenden Berücksichtigung Instruments Diversion Aktuelle Fragen Jugendkriminologie Jugendstrafrechts Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dennis Bodenbenner (Author), 2005, Die Sanktionspraxis im Jugendstrafrecht. Das Instrument der „Diversion“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36255
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint