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Kapitalverkehrsbeschränkungen als Maßnahme zur Bewältigung von Währungs- und Finanzkrisen

Titre: Kapitalverkehrsbeschränkungen als Maßnahme zur Bewältigung von Währungs- und Finanzkrisen

Dossier / Travail , 2004 , 20 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Jan Grommas (Auteur)

Economie politique - Théorie et Politique monetaire
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Einleitung

So schnell wie Kapital in ein Land hereinfließt, so schnell kann es dieses (bei geöffneter Kapitalbilanz) auch wieder verlassen.1 Die Auswirkungen einer panikartigen Kapitalflucht sind dabei meist verheerend für den Wohlstand eines Landes. So konnte beispielweise im Zuge der Asienkrise nicht verhindert werden, dass ein Großteil der Bevölkerung zurück unter die Armutsgrenze rutschte und jahrelange Entwicklungsanstrengungen innerhalb kürzester Zeit zunichte gemacht wurden.2 Aus diesem Grund ist es verständlich, dass nach jeder größeren Krise die Forderung nach Kapitalverkehrsbeschränkungen eine Art Hochkonjunktur erfährt.3 Die Beurteilung von Kapitalverkehrsbeschränkungen als Maßnahme zur Bewältigung von Währungs- und Finanzkrisen gestaltet sich jedoch aufgrund der Komplexität der Systemzusammenhänge meist als schwierig.

Daher sollen im Rahmen dieser Arbeit zunächst die wesentlichen Ziele von Kapitalverkehrsbeschränkungen herausgearbeitet werden. Anschließend erfolgt eine Systematisierung der Methoden und Instrumente, um letztendlich zu einer differenzierten Aussage hinsichtlich der Effektivität von Kapitalverkehrsbeschränkungen zu gelangen. Die Arbeit gliedert sich zu diesem Zweck in zwei Abschnitte. Im ersten Teil werden die wesentlichen theoretischen Grundlagen, das heißt Ziele, Methoden, Instrumente und angestrebte Wirkungen von Kapitalverkehrsbeschränkungen dargestellt, im zweiten Teil erfolgt eine exemplarische Überprüfung der Effektivität von Kapitalverkehrsbeschränkungen an den Beispielen Malaysias und Chiles sowie eine Bewertung von Kapitalexport- und Kapitalimportbeschränkungen hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Bewältigung von Währungs- und Finanzkrisen. Die Beurteilung erfolgt in diesem Zusammenhang durch die Auswertung wesentlicher Literatur zu diesem Thema. Ein detaillierter Vergleich mehrerer Länder ist aufgrund des begrenzten Rahmens nicht Ziel dieser Arbeit. Die Bewertung von Kapitalverkehrsbeschränkungen wird auf deren Potential zur Prävention von Währungs- und Finanzkrisen ausgeweitet.
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1 Vgl. Hujo (2003), S. 4.

2 Vgl. Hujo (2003), S. 4.

3 Vgl. Bofinger (2001), S. 1.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kapitalverkehrsbeschränkungen als Maßnahme zur Krisenbewältigung in Schwellenländern (theoretische Sicht)

2.1 Definitionen

2.2 Zielsetzungen von Kapitalverkehrsbeschränkungen

2.3 Systematisierung von Kapitalverkehrsbeschränkungen, Methoden und ausgewählte Instrumente zur Erreichung der Ziele

2.3.1 Direkte Kapitalverkehrsbeschränkungen

2.3.2 Indirekte Kapitalverkehrsbeschränkungen

2.4 Der Faktor Zeit

2.5 Konsequenzen von Kapitalverkehrskontrollen

3 Anwendung von Kapitalverkehrsbeschränkungen (praxisorientierte Sicht)

3.1 Exemplarische Überprüfung der Effektivität an ausgewählten Beispielen

3.1.1 Der Fall Malaysia

3.1.2 Der Fall Chile

3.2 Zusammenfassende Beurteilung

3.2.1 Effektivität von Kapitalexportbeschränkungen

3.2.2 Effektivität von Kapitalimportbeschränkungen

4 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Effektivität von Kapitalverkehrsbeschränkungen als Instrument zur Bewältigung von Währungs- und Finanzkrisen in Schwellenländern kritisch zu untersuchen und zu bewerten. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die theoretische Eignung sowie die praktische Wirksamkeit dieser Maßnahmen unter Berücksichtigung von Kosten-Nutzen-Aspekten.

  • Theoretische Systematisierung von direkten und indirekten Kapitalverkehrskontrollen
  • Analyse der Wirkungsweise von Kapitalexport- und Kapitalimportbeschränkungen
  • Empirische Fallstudien zur Effektivität in Malaysia und Chile
  • Untersuchung des Faktors Zeit bei der Implementierung präventiver und reaktiver Maßnahmen
  • Diskussion der Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Korruptionsanfälligkeit

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Der Fall Malaysia

Malaysia führte im September 1998 umfassende Kapitalexportbeschränkungen ein. Zu diesen zählten beispielsweise die Untersagung der Zahlung in einheimischer Währung für Waren und Dienstleistungen an das Ausland oder die Rückzahlung von Auslandskrediten.

Weiterhin durften im Zuge der Fortführung der seit 1994 eingeführten Kapitalimportbeschränkungen Auslandsguthaben nur mit Genehmigung der Zentralbank umgetauscht und Devisen nur in begrenztem Volumen eingeführt werden.

Zum Zeitpunkt der Einführung der Kapitalexportbeschränkungen befand sich Malaysia bereits in einem fortgeschrittenen Krisenstadium. Die Maßnahmen werden daher in der Literatur unter dem Begriff der sogenannten „post-crisis capital controls“ diskutiert. Die Beurteilung der malaysischen Maßnahmen ist in der Literatur nicht eindeutig. Während einige Autoren durch einen Vergleich mit Thailand zu dem Schluss kommen, dass eine Erholung auch ohne massive Kapitalexportbeschränkungen hätte vollzogen werden können, gibt es andererseits Meinungen in der Literatur, die zu einer positiven Gesamtbeurteilung der malaysischen Maßnahmen gelangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Kapitalflucht und Definition des Untersuchungsrahmens zur Wirksamkeit von Kontrollmaßnahmen.

2 Kapitalverkehrsbeschränkungen als Maßnahme zur Krisenbewältigung in Schwellenländern (theoretische Sicht): Definition der zentralen Begriffe und systematische Herleitung der Ziele sowie der Instrumententypen (direkt/indirekt).

2.1 Definitionen: Abgrenzung der Begriffe Kapitalverkehrsbeschränkungen, Währungskrisen und Schwellenländer für die vorliegende Untersuchung.

2.2 Zielsetzungen von Kapitalverkehrsbeschränkungen: Darstellung der Intentionen wie Volatilitätsreduktion, geldpolitische Autonomie und Zeitgewinn für Regierungen.

2.3 Systematisierung von Kapitalverkehrsbeschränkungen, Methoden und ausgewählte Instrumente zur Erreichung der Ziele: Differenzierung zwischen direkten und indirekten Kontrollen sowie der Bedeutung des Faktors Zeit.

2.3.1 Direkte Kapitalverkehrsbeschränkungen: Erläuterung administrativer Eingriffe wie Limits oder Verbote als „top-down“-Instrumente.

2.3.2 Indirekte Kapitalverkehrsbeschränkungen: Beschreibung marktbasierter Ansätze, insbesondere der Tobin-Steuer und der Bardepotpflicht.

2.4 Der Faktor Zeit: Analyse der Notwendigkeit einer zeitgerechten Implementierung und Liberalisierung.

2.5 Konsequenzen von Kapitalverkehrskontrollen: Untersuchung negativer Effekte wie Wachstumsbremsung und eingeschränkte Marktliquidität.

3 Anwendung von Kapitalverkehrsbeschränkungen (praxisorientierte Sicht): Methodische Einführung in die Zinspread-Analyse zur empirischen Überprüfung.

3.1 Exemplarische Überprüfung der Effektivität an ausgewählten Beispielen: Konkrete Betrachtung der Maßnahmen in Malaysia und Chile.

3.1.1 Der Fall Malaysia: Untersuchung der post-Krisen-Kapitalexportkontrollen von 1998.

3.1.2 Der Fall Chile: Analyse der präventiven Bardepotpflicht (URR) in den 1990er Jahren.

3.2 Zusammenfassende Beurteilung: Gesamtschau der Probleme wie Umgehungstransaktionen und Verwaltungsanforderungen.

3.2.1 Effektivität von Kapitalexportbeschränkungen: Evaluierung der Wirksamkeit in Krisensituationen unter Berücksichtigung von Ausweichreaktionen.

3.2.2 Effektivität von Kapitalimportbeschränkungen: Diskussion der präventiven Wirkung auf die Fristigkeit der Kapitalzuflüsse.

4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, die keine pauschale Empfehlung zulässt, aber die Notwendigkeit einer starken Administration betont.

Schlüsselwörter

Kapitalverkehrsbeschränkungen, Finanzkrisen, Währungskrisen, Schwellenländer, Kapitalexportbeschränkungen, Kapitalimportbeschränkungen, Tobin-Steuer, Bardepotpflicht, Krisenmanagement, Kapitalflucht, Devisentransaktionen, Kapitalmarktaufsicht, Systemstabilität, Finanzmarktregulierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische Begründung und die praktische Anwendung von Kapitalverkehrsbeschränkungen als Mittel zur Eindämmung von Währungs- und Finanzkrisen in Schwellenländern.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Themen zählen die Systematisierung von Kontrollinstrumenten, die Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Maßnahmen sowie deren Konsequenzen für die nationale Wirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine differenzierte Aussage über die Effektivität solcher Beschränkungen zu treffen, wobei die Komplexität der Systemzusammenhänge als limitierender Faktor berücksichtigt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine qualitative Auswertung wesentlicher Fachliteratur sowie eine vergleichende Analyse der Praxisbeispiele Malaysia und Chile anhand empirisch begründeter Indikatoren.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Klassifizierung der Instrumente und einen praktischen Teil, der die Wirksamkeit anhand von Fallbeispielen und die damit verbundenen ökonomischen Nebenwirkungen bewertet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kapitalverkehrsbeschränkungen, Kapitalimport- bzw. -exportbeschränkungen, Krisenprävention, Kapitalmarktregulierung und die ökonomische Stabilität von Schwellenländern.

Wie effektiv waren die Maßnahmen im Fall Malaysia?

Die Wirksamkeit ist umstritten; während Befürworter die Stabilisierung des Wechselkurses hervorheben, betonen Kritiker, dass eine Erholung auch ohne diese drastischen Eingriffe möglich gewesen wäre.

Welche Rolle spielt die „Bardepotpflicht“ im chilenischen Modell?

Die Bardepotpflicht diente dazu, die Fristigkeit der Kapitalzuflüsse zu erhöhen, indem kurzfristige spekulative Kapitalzuflüsse verteuert wurden, um so die Volatilität zu senken.

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Résumé des informations

Titre
Kapitalverkehrsbeschränkungen als Maßnahme zur Bewältigung von Währungs- und Finanzkrisen
Université
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Note
2,3
Auteur
Jan Grommas (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
20
N° de catalogue
V36259
ISBN (ebook)
9783638359283
Langue
allemand
mots-clé
Kapitalverkehrsbeschränkungen Maßnahme Bewältigung Währungs- Finanzkrisen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jan Grommas (Auteur), 2004, Kapitalverkehrsbeschränkungen als Maßnahme zur Bewältigung von Währungs- und Finanzkrisen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36259
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Extrait de  20  pages
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