Einleitung
Wie oft hört man in der heutigen Zeit von sexueller Gewalt. Gerade in den Medien wird dieses empfindliche Thema zum Schlagzeilen machen benutzt. Diese Art von Gewalt richtet sich meist gegen die Schwächsten unter uns, die Kinder. Danach kommen die Frauen und auch behinderte Menschen haben nicht selten darunter zu leiden. Und - so wirklich vor ihr geschützt ist eigentlich niemand. Es könnte jeden treffen! Aber, und das ist mindestens genau so schlimm, viele von uns könnten auch Täter sein. In der folgenden Arbeit möchte ich mich mit dem Thema auseinander setzten, ob sexuelle Gewalt eine Straftat ist oder ob man sie eher als Krankheit ansehen muss. Beginnen möchte ich erst einmal mit der Definition dieser unterschiedlichen Begrifflichkeiten. Danach möchte ich versuchen herauszubekommen, in wie weit die Handlungen einer solchen Trat wirklich krankhaft sind und wie die Frage der Schuld zu klären ist. Außerdem möchte ich darstellen, wie mit Sexualstraftätern nach der Verurteilung verfahren wird und welche Chancen sie haben sich durch eine Therapie wieder im gesellschaftlichen Leben zu integrieren. Abschließend möchte ich auf ein etwas umstrittenes Thema – die Unbehandelbarkeit dieser Täter – eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition sexuelle Gewalt
2.1 Definition Straftat
2.2 Definition Krankheit
3. Täter und Täterschaft
3.1 Der Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und Kriminalität am Beispiel des schizoiden Phänomens
3.2 Schuldfähigkeit
4. Der Umgang mit Sexualstraftätern
5. Die Unbehandelbarkeit der Täter
6. Fazit
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Fragestellung, ob sexuelle Gewalt primär als kriminelles Delikt oder als Ausdruck einer psychischen Erkrankung zu bewerten ist. Dabei wird analysiert, wie sich Täterpersönlichkeiten definieren, welche Rolle psychische Störungen spielen und wie die Gesellschaft sowie das Rechtssystem mit der Herausforderung der Behandelbarkeit und Resozialisierung von Sexualstraftätern umgehen.
- Definitionen von sexueller Gewalt, Straftaten und Krankheitsbildern
- Psychologische und soziale Hintergründe der Täter und ihre Täterschaft
- Schuldfähigkeit und juristische Bewertung psychischer Störungen
- Methoden der Therapie, Resozialisierung und Risikoabklärung
- Kategorisierung und Umgang mit als unbehandelbar geltenden Tätern
Auszug aus dem Buch
3. Täter und Täterschaft
Die meisten Täter, die im Zusammenhang mit dem Delikt der sexuellen Gewalt auftauchen sind männlich.
Die Forscher, die sich mit sexuellen Missbrauchern ( und andere Straftäter, die sexuelle Gewaltdelikte begangen haben) auseinandergesetzt haben, kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass es keine einheitliche Täterpersönlichkeit gibt. Die Täter entstammen weder einer speziellen sozialen Herkunft, noch sind sie psychisch und sozial auffälliger als andere Männer. Meist verhalten sie sich eher unauffällig und angepasst, sind verheiratet und oft gut sozial integriert. (Vgl. Wodtke-Werner/Mähne, 1999, S.16)
Dies soll jedoch nicht heißen, dass alle Männer potentielle Sexualstraftäter sind.
Es wäre besser zu sagen, dass durch die gesellschaftlichen Voraussetzungen jeder Mann unter bestimmten Umständen zum Täter werden kann.
Viele Täter versuchen, nachdem ihre Tat entdeckt wurde, sich selber zu entlasten, indem sie z. B. Argumente anführen wie:
Sexueller Notstand
Starker Geschlechtstrieb
Geistige oder psychische Störung (Persönlichkeitsstörung)
Situation und Erziehung in Herkunftsfamilie
Starke „Liebe“ zum Kind
Verführung durch das Kind
Kurzschlussreaktion
Störungen zum weiblichen Geschlecht
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Medialisierung und das Ausmaß sexueller Gewalt und skizziert die zentrale Fragestellung, ob diese als Straftat oder Krankheit zu werten ist.
2. Definition sexuelle Gewalt: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Vielfalt im Bereich des sexuellen Missbrauchs sowie die rechtliche Definition der Straftat und den medizinischen Begriff der Krankheit.
3. Täter und Täterschaft: Hier wird analysiert, dass es keine einheitliche Täterpersönlichkeit gibt, und es wird der Zusammenhang zwischen schizoiden Störungen und Kriminalität sowie die rechtliche Schuldfähigkeit erörtert.
4. Der Umgang mit Sexualstraftätern: Dieser Abschnitt beschreibt die verschiedenen staatlichen Ansätze zur Sicherung der Gesellschaft sowie die Möglichkeiten der Therapie und Resozialisierung.
5. Die Unbehandelbarkeit der Täter: Das Kapitel thematisiert Konzepte zur Vorhersagbarkeit von Rückfällen und kategorisiert Täter basierend auf ihrer therapeutischen Zugänglichkeit.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Schwierigkeit zusammen, sexuelle Gewalt rein in kriminologische oder psychiatrische Kategorien zu fassen, und plädiert für eine individuelle Beurteilung der Täter.
7. Literatur: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Sexuelle Gewalt, Sexualstraftäter, Strafgesetzbuch, Schuldfähigkeit, psychische Störungen, Resozialisierung, Maßregelvollzug, Täterpersönlichkeit, Forensische Psychiatrie, Rückfallprävention, Therapie, Machtmissbrauch, Unbehandelbarkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der juristischen Einordnung sexueller Gewalt als Straftat und der psychiatrischen Perspektive, die das Tatgeschehen als mögliche Krankheit betrachtet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition von Gewaltbegriffen, die Analyse der Täterstrukturen, die Frage der rechtlichen Schuldfähigkeit sowie die Methoden des Umgangs mit Straftätern nach dem Urteil.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob sexuelle Gewalt auf eine Krankheit zurückzuführen ist oder eine Straftat darstellt, für die der Täter vollumfänglich verantwortlich gemacht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur, Medienberichten und juristischen Definitionen (StGB), ergänzt durch Konzepte der forensischen Psychiatrie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Straftaten und Krankheiten, der Analyse von Täterprofilen, der Bedeutung der Schuldfähigkeit nach § 20 StGB und den Ansätzen zur Therapie von Straftätern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie sexuelle Gewalt, Schuldfähigkeit, Maßregelvollzug, Behandelbarkeit und Täterpersönlichkeit geprägt.
Wie unterscheidet der Autor zwischen behandelbaren und unbehandelbaren Tätern?
Basierend auf Frank Urbaniok werden Täter in Kategorien unterteilt, wobei die Behandelbarkeit von Faktoren wie Motivation, Einsichtsfähigkeit und dem Vorliegen psychischer Hindernisse abhängt.
Welche Rolle spielen psychische Störungen, insbesondere schizoide Phänomene, in dieser Arbeit?
Psychische Störungen werden als möglicher Kompensationsmechanismus entfremdeter Menschen diskutiert, die in Extremfällen zu einer erhöhten Neigung für sexuelle Gewalt führen können.
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- Saskia Schumann (Author), 2005, Sexuelle Gewalt - Straftat oder Krankheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36307