In dieser Hausarbeit wird untersucht, wie die Kategorie Aktionsart im Deutschen und Englischen ausgedrückt wird. Hierzu werden deutsche Sätze ins Englische übersetzt und hinsichtlich ihrer Verwendung miteinander verglichen. Es wird untersucht, wie verschiedene Aktionsarten in beiden Sprachen ausgedrückt und verwendet werden. Dafür werden zunächst die grammatischen Kategorien Tempus, Aspekt und Aktionsart zwecks Unterscheidung beschrieben.
Es zeigt sich, daß es in beiden Sprachen die Kategorie Aktionsart gibt, sie aber sehr unterschiedlich zum Ausdruck gebracht wird. Im Deutschen wird sie hauptsächlich morphologisch durch Präfigierung eines Stammverbes zum Ausdruck gebracht, im zeitgenössischen Englisch werden Aktionsarten durch unterschiedliche lexikalische Elemente ausgedrückt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Begriffsdefinitionen
1.1.1 Probleme bei der Abgrenzung von Tempus, Aspekt und Aktionsart
1.1.2 Tempus
1.1.3 Aspekt
1.1.4 Aktionsarten und Situationstyp
1.1.4.1 Aktionsarten:
2. Aktionsarten im Deutschen und im Englischen
2.1 Durativität und Punktualität
2.2 Phasen
2.3 Aktionale Präfigierung im Englischen
3. Fazit
3.1 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kontrastiv, wie die Kategorie der Aktionsarten im Deutschen und Englischen ausgedrückt wird. Im Fokus steht dabei die Analyse, ob diese Kategorien durch morphologische Präfigierung (Deutsch) oder durch unterschiedliche lexikalische Elemente (Englisch) abgebildet werden.
- Kontrastive Analyse deutscher und englischer Verben
- Abgrenzung der linguistischen Konzepte Tempus, Aspekt und Aktionsart
- Untersuchung der morphologischen Präfigierung im Deutschen
- Vergleich der lexikalischen Realisierung im Englischen
- Darstellung von Phasen und Resultativität bei Aktionsarten
Auszug aus dem Buch
1.1.4 Aktionsarten und Situationstyp
Unter Aktionsart bzw. Aktionalität versteht man allgemein ‚die sprachliche Kennzeichnung der Art, Verlaufsweise und Abstufung eines Geschehens’ (FLÄMIG: 377). Hierbei wird hauptsächlich zwischen durativen vs. punktuellen Verben unterschieden, i.e. zwischen der zeitlich nicht begrenzten vs. zeitlich begrenzten Verlaufsweise eines Verbs. Diese Unterscheidung bezieht sich auf den lexikalischen Gehalt eines Verbs. So sind Verben wie arbeiten, suchen, laufen, musizieren, etc. von der Bedeutung des Grundmorphems zeitlich nicht begrenzte Tätigkeiten, während Verben wie finden, treffen, erblicken, etc. eher zeitlich begrenzt sind. So erstreckt sich beispielsweise das Suchen nach einem Gegenstand über einen Zeitraum, während das Finden eines Gegenstandes per se auf einem kurzen perzeptiven Stimulus beruht. BACHE (217) betont hierbei die Rolle der Lexikalisierung.
Ein Situationstyp ist stark abhängig davon, welches lexikalische Verb ein Sprecher für einen bestimmten situativen Referenten benutzt. Er hebt hervor, daß die Dichotomie Durativität/Punktualität nicht absolut ist, sondern daß durative und punktuelle Verben durch Verwendung entsprechender Adjektive (often, always, every day,...) beispielsweise habituellen Charakter erhalten können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Konzepte Tempus, Aspekt und Aktionsart kontrastiv zu untersuchen und die Probleme ihrer terminologischen Abgrenzung zu verdeutlichen.
1.1 Begriffsdefinitionen: Erläutert die theoretischen Grundlagen und die Entstehungsgeschichte der Begriffe Tempus, Aspekt und Aktionsart sowie deren Problematik bei der Abgrenzung.
2. Aktionsarten im Deutschen und im Englischen: Kontrastiert deutsche und englische Sätze im Hinblick auf ihre Aktionsarten und untersucht die Rolle von Durativität, Punktualität und Phasenbildungen.
3. Fazit: Führt die Beobachtungen zusammen und stellt fest, dass das Deutsche Aktionsarten primär durch Präfixe synthetisch markiert, während das Englische eher analytische oder lexikalische Mittel wählt.
3.1 Zusammenfassung: Fasst nochmals kurz die zentralen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die Unterschiede in der sprachlichen Markierung von Aktionsarten.
Schlüsselwörter
Aktionsarten, Aktionalität, Deutsch, Englisch, Kontrastive Linguistik, Tempus, Aspekt, Präfigierung, Lexikalisierung, Durativität, Punktualität, Situationstyp, Sprachvergleich, Morphologie, Verbsemantik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kontrastiven Untersuchung von Aktionsarten im Deutschen und Englischen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von Tempus, Aspekt und Aktionsart sowie deren spezifische Realisierung in den beiden Sprachen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Aktionsarten durch unterschiedliche sprachliche Mittel – etwa morphologische Präfigierung im Deutschen gegenüber lexikalischen Mitteln im Englischen – ausgedrückt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kontrastive Analyse angewandt, bei der deutsche Sätze ins Englische übersetzt und hinsichtlich ihrer Aktionalität verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Konzepte Durativität und Punktualität, die Darstellung von Handlungsphasen und die Präfigierung als Mittel zur Aktionsartenbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aktionsarten, Aktionalität, Kontrastive Linguistik, Präfigierung, Durativität und Lexikalisierung.
Warum spielt die Präfigierung im Deutschen eine so wichtige Rolle?
Die Präfigierung ist das primäre morphologische Mittel im Deutschen, um den Beginn, das Ende oder die Dauer einer Handlung (Aktionsart) systematisch auszudrücken.
Wie unterscheidet sich die englische Herangehensweise vom Deutschen?
Das Englische nutzt für die Ausdrücke von Aktionsarten meist unterschiedliche lexikalische Einheiten statt synthetischer Präfixe, was als analytischer oder lexikalischer Ansatz beschrieben wird.
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- M.A. Thorsten Witting (Author), 2001, Aktionsarten im Deutschen und Englischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3631