Wir bauen Instrumente für eine Klangwand


Unterrichtsentwurf, 2004
10 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Begründung des Themas

2. Richtlinienbezug

3. Sachanalyse

4. Allgemeine Lernvoraussetzungen

5. Individuelle Lernvoraussetzungen

6. Lernziele

7. Struktur des Vorhabens

8. Didaktisch-methodische Entscheidungen und Reduktion

9. Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde

10. Literatur

11. Anhang

1. Begründung des Themas

Gestaltung des Schullebens

Den Schülern der PZS stehen nur wenige Angebote zur Verfügung, die sie in den Pausen nutzen können. Um neben dem Kicker und der Tischtennisplatte eine musikalische Alternative zu bieten, die auch für körperbehinderte Schüler geeignet ist, kam die Idee einer Klangwand. Die Instrumente sollten dazu folgende Kriterien erfüllen:

- ansprechende Gestalt,
- einfach in der Spielweise,
- günstig in der Herstellung,
- unterschiedlich im Klang,
- sowohl in Pausen als auch im Unterricht einsetzbar.

Ort

Die Klangwand soll im Vorübergehen zum Rasseln, Schrappen, Trommeln, Zupfen oder Anschlagen von Instrumenten einladen. Dazu ist es erforderlich, eine ungenutzte Wand zu finden, die von den Klassenräumen entfernt liegt, um niemanden zu belästigen, großräumig genug, um auch für Rollstuhlfahrer den Flur nicht zu versperren und zugleich nah am Pausengeschehen ist. Die Rückseite des Großgruppenraumes ist für diesen Zweck ideal, zumal in diesem Raum die traditionellen Instrumente lagern. Die Klangwand soll offiziell zum Schulfest im September eingeweiht werden.

Beteiligte Personen

Aufgrund verschiedener organisatorischer Rahmenbedingungen eignet sich meine Stammklasse (Grundstufe 4) nicht, die erforderlichen Instrumente selbst herzustellen. Daher habe ich dieses als Zusatzangebot ausgeschrieben. Die Mittelstufenklasse von Frau X hat sich dafür interessiert, so dass ich das Vorhaben nun mit diesen sieben Schülern, der Klassenlehrerin und einem Zivildienstleistenden als Unterstützung durchführe.

2. Richtlinienbezug

Im hessischen Rahmenplan für Musik wird angeregt, einen handelnden Zugang zur Musik mithilfe von Instrumenten anzustreben. Dies kann realisiert werden durch das Kennen lernen der klanglichen Möglichkeiten verschiedenster Materialien (hier: Metall und Holz) und das Ausprobieren unterschiedlicher Arten der Klangerzeugung (hier: Klöppel in Bewegung setzen). Außerdem wird vorgeschlagen, elementare Instrumente selbst herzustellen und dabei die akustischen Gesetzmäßigkeiten (hier: Verhältnis Größe – Tonhöhe) zu entdecken (S. 12).

Die bayrischen Richtlinien schlagen unter dem Lernbereich „4.1 Musik mit Instrumenten – Elementare Instrumente“ explizit den Bau einer Klangwand vor. Außerdem sollen die Schüler „verschiedene Spielmöglichkeiten mit selbst gebauten Instrumenten erproben“ (S. 306).

3. Sachanalyse

Projektorientiertes Vorhaben „Klangwand“

„Die Schülerinnen und Schüler gestalten grundsätzlich aktiv mit. Sie experimentieren mit Tönen, Klängen, Geräuschen, Bewegung, Instrumenten und Sprache. Sie erfahren sich als Urheber und erwerben Fähigkeiten und Kenntnisse durch eigenes Tun“ (Lehrplan Bayern, 296).

Diese Anforderung kann im Projektunterricht gut umgesetzt werden. Die Verbindung von praktischem Tun und theoretischer Erkenntnis wird beim Bau jedes einzelnen Instrumentes bedacht und gipfelt in der abschließenden Präsentation des fertig gestellten Gesamtproduktes. Die Interessen und Vorschläge der Schüler können bezüglich des Oberthemas „Klangwand“ flexibel integriert werden. (vgl. Mattes, S. 70f)

Bau von Klangerzeugern

Auswahl

Die gebauten Instrumente haben die gleichen Prinzipien zur Tonerzeugung und werden ähnlich traditioneller Musikinstrumente gespielt (z.B. Dosentrommeln, Réco, Gong). Ursprünglich war die Intention, aus jeder Gruppe mindestens ein exemplarisches Instrument herzustellen. Aufgrund hygienischer Bedenken (Ansteckungsgefahr, z.B. Hepatitis) scheiden Aerophone komplett aus. Da die Klangwand eine feste Einrichtung im Schulleben bleiben soll, sind Membranophone aufgrund der geringen Strapazierfähigkeit der dünnen Membran ungeeignet. Stattdessen werden Dosentrommeln ihren Platz einnehmen. Der Bau von Chordophonen ist geplant; allerdings muss noch eine stabilere Bauweise gefunden werden. Vorwiegend werden Geräuscherzeuger/ Idiophone angefertigt. Um vielfältige Klänge hervorzubringen, werden Holz, Metall und Plastik verarbeitet, die auch bei der Herstellung traditioneller Instrumente Verwendung finden. Aus Sicherheitsgründen dürfen keine spitzen Gegenstände (z.B. Nägel) hervorstehen oder Kleinteile (z.B. Murmeln) verschluckt werden können.

Zusammenfassend lässt sich daher sagen, dass die gebauten Instrumente nicht nur nach pädagogischen, sondern ebenso nach zweckmäßigen, hygienischen und materiellen Gesichtspunkten gewählt werden müssen.

Spielbarkeit

Die ausgesuchten Instrumente werden so befestigt, dass sie sowohl im Stehen als auch im Rollstuhl gespielt werden können. Außerdem sind sie großflächig, so dass sie auch von motorisch ungeschickten Schülern getroffen werden. Schlägel und Griffe werden den anatomischen Voraussetzungen der Spieler angepasst. Die Dosenglocken spielt man, indem mithilfe eines Ringes der Klöppel in Bewegung gebracht wird, der die Metallwand anschlägt. Es wird Wert darauf gelegt, dass keine speziellen Fertigkeiten erlernt werden müssen, um die Selbstbauinstrumente auf herkömmliche oder alternative Weise zum Klingen zu bringen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Wir bauen Instrumente für eine Klangwand
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Sonderschule für Menschen mit geistiger Behinderung)
Veranstaltung
Förderschule f. Praktisch Bildbare
Autor
Jahr
2004
Seiten
10
Katalognummer
V36318
ISBN (eBook)
9783638359818
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Unterrichtseinheit ist Fächer übergreifend angelegt. Arbeitslehre (Werken) und Musik greifen im Instrumentenbau ineinander. Bauanleitung Dosenglocken. Im Bausatz befinden sich: eine Dose mit vorgebohrtem Loch, eine Holzleiste, an der die Sägestelle eingezeichnet ist sowie die Position der Löcher, eine Holzperle und ein an beiden Enden verschmolzenes Kunststoffseil, an dem ein Gardinenring als Griff bereits verknotet ist.
Schlagworte
Instrumente, Klangwand
Arbeit zitieren
Jessica Freis (Autor), 2004, Wir bauen Instrumente für eine Klangwand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36318

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