Benito Peréz Galdós "Electra"


Seminararbeit, 2004

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Zum Autor

II. Thematik und Hintergründe der “dos Españas“

III. Zum Stück “Electra“
III.1. Inhalt und Personen
III.2. Historischer Hintergrund
III.3. Zuordnung der Personen und Namen zu den “dos Españas“
III.4. Reaktionen auf das Stück

IV. Der Thesenroman “Doña Perfecta“

V. Vergleich von “Doña Perfecta“ und “Electra“

Literaturverzeichnis

I. Zum Autor

Benito Pérez Galdós wird am 10.05.1843 in Las Palmas geboren. Mit 19 Jahren zieht er nach Madrid um Jura zu studieren. Im Jahre 1868 geht Galdós nach Paris und lernt dort die großen französischen Novellenschriftsteller kennen. Zwei Jahre später veröffentlicht er seine erste Novelle “La Fontana de Oro“, in der bereits seine radikale Einstellung deutlich wird. Er bezeichnet sich selbst als fortschrittlich und antiklerikal. 1880 beginnt er seine “Episodos nacionales“ zu schreiben. In dieser Dekade ist sein kreativer Höhepunkt. Von 1886 bis 1890 ist er Abgeordneter in den Cortes für Puerto Rico, einer linksradikalen Partei.[1]

Galdós hat eine Liebe zu einfachen Menschen und versucht die Sprache des einfachen Volkes literaturfähig zu machen. Er unternimmt häufig Reisen durch Europa, wobei er von Portugal bis zum Baltikum sowie von England bis Italien kommt. Ihm missfallen jedoch die politischen Systeme und er spricht harte Kritik am englischen Imperialismus und dem Reich Bismarcks aus. Das 19. Jahrhundert ist das Zeitalter des industriellen Aufbruchs und der revolutionären Bewegungen. Mit dem industriellen Fortschritt wachsen die Großstädte heran und die alte Politik wird durch wirtschaftliche Interessen ersetzt. Im Zuge dieser Veränderungen entstehen soziale Spannungen und so nimmt auch die Kriminalität nimmt zu. Neben den politischen Systeme spricht Galdós auch harte Kritik an der Kirche, in ihrer Funktion als politische Institution aus.[2]

Neben seinem Beruf als Schriftsteller ist Galdós ab 1892 auch als Bühnenautor tätig und das mit mehr oder weniger großem Erfolg. Sein Drama “Electra“ allerdings, das 1901 in Madrid uraufgeführt wird ist eine sehr große Attraktion. Im Jahre 1907 wird Galdós Abgeordneter für Madrid. Mit dem Alter wird er zunehmend radikaler und aggressiver gegen die herrschenden Mächte in Spanien, vor allem gegen Kirche und Adel. Diese Haltung kommt auch in seinen Werken zum Ausdruck.

Am 04.01.1920 stirbt Benito Pérez Galdós, erblindet in Madrid.[3]

II. Thematik und Hintergründe der “dos Españas“

Das 19. Jahrhundert ist die Zeit der kulturellen Öffnung Spaniens nach Jahrhunderten der Isolation. Die Thematik der “Dos Españas beschreibt“ den Konflikt zwischen den konservativen Traditionalisten und den progressiven Liberalen.

Die Regierungszeit von Isabell II. erstreckt sich von 1843 bis 1868. Das Bürgertum befindet sich im Aufstieg, doch liberale Tendenzen werden in dieser konservativen Strömung unterdrückt. Die Revolution von 1848 schafft es nicht die konservative constitución de 1845 zu stürzen. Die Bevölkerung Spaniens nimmt stark zu, auch in Europa insgesamt wächst die Bevölkerung von 187 auf 406 Millionen Menschen im Laufe des 19. Jahrhunderts. In den Fachgebieten Technik und Verkehr, ab 1848 insbesondere Eisenbau werden große Fortschritte gemacht. Die Menschen fliehen vom Land in die Stadt. Die Guardia Civil, die zum Schutz gegen meuternde Landbevölkerung im Jahre 1844 gegründet wird trägt zum Zentralismus bei. Es bildet sich eine korrupte Beamtenklasse heraus und das Heer samt seiner Generäle nimmt eine bedeutende Stellung ein. Die Revolución de Septiembre im Jahre 1868 ist erfolgreich und es kommt zum Sturz von Isabell II. Nun folgen mehrere wechselnde Regierungen. Die Intellektuellen fordern die Trennung von Kirche und Staat und streben eine bundesrepublikanische Staatsform an. Spanien ist politisch noch sehr konservativ, wirtschaftlich jedoch schon ziemlich liberal. Kapital aus Frankreich, Großbritannien und Belgien investiert in die Schwerindustrie im Baskenland. Noch vor dem Jahr 1880 werden Telegraphie, Telefon, Photografie, Phonograph und das elektrische Licht erfunden. Die Menschen haben das Gefühl der Unruhe und der Beschleunigung der Zeit. Darüber hinaus ist das Bildungsniveau in Spanien im Jahre 1860 mit 80% Analphabeten sehr niedrig. In vergleichbaren Ländern, wie Frankreich und Großbritannien liegt die Analphabetenrate zu dieser Zeit bei 30%. So empfinden die Menschen den Fortschritt auch als Bedrohung, denn sie können sich vieles, wie beispielsweise die Elektrizität, nicht erklären und haben deshalb Angst davor. Die Gesellschaft durchlebt einen Wandel von einer starren, von konservativen Grundsätzen bestimmten Ständegesellschaft, zu einer liberalen, vom ökonomischen Interesse und wissenschaftlichen Fortschritt geprägten Erwerbsgesellschaft. Im spanischen Roman äußert sich diese Zerrissenheit darin, dass neben den klassischen Erzählstrategien auch dramatische Elemente wie Dialoge, Dispute und Diskussionen eine bedeutende Rolle spielen.

[...]


[1] Vgl. http://biografias.hypermart.net/benito_perez_galdos.htm 05.05.2004

[2] Vgl. http://www.uni-graz.at/~pfeiffer/mat.htm 05.06.2004

[3] Vgl. http://biografias.hypermart.net/benito_perez_galdos.htm 05.05.2004

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Benito Peréz Galdós "Electra"
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
Spanisches Theater des 20.Jahrhunderts
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
13
Katalognummer
V36346
ISBN (eBook)
9783638360029
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Benito, Peréz, Galdós, Electra, Spanisches, Theater, Jahrhunderts
Arbeit zitieren
Claudia Otto (Autor), 2004, Benito Peréz Galdós "Electra", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36346

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