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Die Carolina und die Restriktion der Folter im frühneuzeitlichen Strafprozess

Título: Die Carolina und die Restriktion der Folter im frühneuzeitlichen Strafprozess

Trabajo Escrito , 2010 , 14 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Philipp Sattler (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Die Frühe Neuzeit ist die Zeit der Reformation und wachsender Staatlichkeit. Es ist aber auch die Zeit der Räuber und Räuberbanden und somit der Kriminalität und Rechtssprechung, zu der auch die Folter gehört. Es ist eine weitläufige Annahme, dass zu dieser Zeit die Folter maßlose Anwendung fand. Aber entspricht dieses Bild den tatsächlichen Verhältnissen?

In dieser Proseminararbeit, im Zuge des Proseminars „Räuber und Räuberbanden in der frühen Neuzeit“ entstanden, soll anhand eingehender Betrachtung neuer Forschungsliteratur erörtert werden, welche Rolle die Folter im Strafprozess der Frühen Neuzeit gespielt hat, ob Folter tatsächlich so maßlos angewendet wurde, und inwiefern sie im Prozess gegen Gauner und Vaganten angewendet wurde.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Carolina und die Restriktion der Folter

2.1 Strafrechtliche Rahmengesetzgebung durch die Carolina

2.2 Prämissen für die Folter

2.3 Zwangsmittel und Rechtfertigung

3. Ablauf der Folter

3.1 Territion

3.2 Tatsächliche Folter

4. Die Folter im Verfahren gegen Jauner

5. Kritik an der Folter

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Rolle der Folter im frühneuzeitlichen Strafprozess unter besonderer Berücksichtigung der Peinlichen Gerichtsordnung (Carolina) von 1532 und analysiert, inwieweit die Folter tatsächlich systematisch zur Anwendung kam oder durch rechtliche Restriktionen begrenzt wurde, insbesondere im Kontext von Prozessen gegen Jauner und Vaganten.

  • Die rechtliche Einordnung der Folter durch die Carolina
  • Die Abgrenzung von Territion und tatsächlicher Folter
  • Die Praxis der Folter in Jauner- und Vagantenverfahren
  • Der historische Wandel und die Kritik an der Folter bis zur Abschaffung

Auszug aus dem Buch

3.1 Territion

Waren alle nötigen Vorbereitungen getroffen, konnte mit der Folter begonnen werden. Vor der tatsächlichen Folter aber wurde jeder Inquisit erst „gütig“ befragt. Hierbei wurde der zu Verhörende aufgefordert zu gestehen und ermahnt. Folgte darauf kein Geständnis begann die Territion, das Androhen der Folter. Zuerst erfolgte die Verbalterrition, d.h. ohne Berührung wurde dem Angeklagten die Folter angedroht, darauf die Realterrition bei der die Instrumente erläutert, der Inquisit entkleidet und unter Umständen auch schon Daumenschrauben angelegt wurden. Dazu wurden die Daumen des Angeklagten zwischen zwei Platten gelegt, die mit Hilfe von Schrauben zusammengepresst wurden. Hinzu kamen oft Beinschrauben mit demselben Mechanismus. Meistens gestanden die Angeklagten schon bevor die eigentliche Folter begann. Dieses Geständnis mussten sie dann innerhalb eines Tages nochmal wiederholen, das war die sogenannte Besiebnung. Erst die erfolgreiche Besiebnung machte die Aussage rechtskräftig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Folter als historisches Phänomen ein und verortet sie im Kontext der Entwicklung des Strafrechts vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit.

2. Die Carolina und die Restriktion der Folter: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Peinlichen Gerichtsordnung von 1532 als Rahmenwerk, das die Folter nicht nur regulierte, sondern an strenge Beweisregeln und Voraussetzungen knüpfte.

2.1 Strafrechtliche Rahmengesetzgebung durch die Carolina: Hier wird der historische Kontext der Entstehung der Carolina als Reaktion auf kriminelle Gruppen wie Räuber und Vaganten sowie der Wandel zu einem öffentlichen Strafrecht dargestellt.

2.2 Prämissen für die Folter: Dieses Kapitel beschreibt die rechtlichen Bedingungen, wie das Vorliegen von Voll- oder Halbbeweisen, die erfüllt sein mussten, bevor eine Folter rechtlich zulässig war.

2.3 Zwangsmittel und Rechtfertigung: Hier wird analysiert, wie trotz restriktiver Vorschriften das Ermessen der Richter und die Notwendigkeit von Gutachten zur Verhinderung von Willkür eingesetzt wurden.

3. Ablauf der Folter: Das Kapitel bietet einen detaillierten Überblick über die prozessualen Abläufe, von der Terminwahl bis hin zur ärztlichen Begleitung, um die Anwendung der Folter zu legitimieren.

3.1 Territion: Dieser Abschnitt beschreibt die psychologische und physische Vorstufe der Folter, das sogenannte Androhen, welches oft bereits zu Geständnissen führte.

3.2 Tatsächliche Folter: Hier werden die verschiedenen Grade der Anwendung körperlicher Gewalt, wie das Aufziehen oder das Schnellen, detailliert erläutert.

4. Die Folter im Verfahren gegen Jauner: Dieses Kapitel untersucht die spezifische juristische Behandlung von Jaunern und Vaganten und hinterfragt, ob diese tatsächlich härter oder häufiger von Folter betroffen waren als andere Angeklagte.

5. Kritik an der Folter: Hier wird der historische Diskurs der Kritik an der Folter nachgezeichnet, der schließlich durch Denker wie Friedrich von Spee zur Forderung nach ihrer Abschaffung führte.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Folter trotz ihres brutalen Images eine rechtlich restringierte Maßnahme war, deren Rückdrängung im 18. Jahrhundert durch soziokulturelle Veränderungen und die Aufklärung ermöglicht wurde.

Schlüsselwörter

Folter, Carolina, Peinliche Gerichtsordnung, Frühneuzeit, Strafprozess, Inquisitionsverfahren, Territion, Geständnis, Beweisregeln, Jauner, Vaganten, Rechtsgeschichte, Folterinstrumente, Aufklärung, Kriminalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rechtliche und praktische Rolle der Folter im Strafprozess der Frühen Neuzeit, insbesondere unter dem Einfluss der Peinlichen Gerichtsordnung von 1532.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die rechtliche Restriktion der Folter, die Unterscheidung zwischen Territion und tatsächlicher Folter sowie die Behandlung spezifischer Personengruppen wie Jauner und Vaganten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob die Folter in der Frühen Neuzeit tatsächlich so maßlos angewendet wurde, wie oft angenommen wird, oder ob sie durch die Carolina einer strengen gesetzlichen Ordnung unterlag.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer eingehenden Betrachtung und Analyse einschlägiger historischer Forschungsliteratur und zeitgenössischer Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die gesetzlichen Grundlagen der Carolina, den genauen prozessualen Ablauf der Befragung, spezifische Fälle gegen Jauner sowie die historische Entwicklung der Kritik an der Folter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Folter, Carolina, Strafprozess, Frühneuzeit, Territion, Rechtfertigung und historische Kriminalitätsgeschichte.

Warum war das Geständnis für das frühneuzeitliche Strafverfahren so zentral?

Da für eine Verurteilung ein Vollbeweis erforderlich war und moderne kriminaltechnische Untersuchungsmethoden noch fehlten, war das Geständnis oft das einzig rechtssichere Mittel zur Überführung.

War die Anwendung der Folter gegenüber Jaunern in der Praxis tatsächlich willkürlich?

Obwohl Jauner rechtlich schlechter gestellt waren und in Sonderverfahren gerieten, zeigen die Quellen, dass auch hier die Verfahrensweise weitgehend den üblichen Inquisitionsregeln entsprach und keine "willkürliche" Exekution stattfand.

Welche Rolle spielte Friedrich von Spee bei der Abschaffung der Folter?

Friedrich von Spee formulierte im 16. Jahrhundert mit seiner Kritik an der Tortur zentrale Argumente, die den Weg für die spätere vollständige Abschaffung der Folter in den europäischen Staaten ebneten.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Carolina und die Restriktion der Folter im frühneuzeitlichen Strafprozess
Universidad
University of Tubingen
Curso
Gauner und Räubernbanden in der Frühen Neuzeit
Calificación
1,3
Autor
Philipp Sattler (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
14
No. de catálogo
V364460
ISBN (Ebook)
9783668438002
ISBN (Libro)
9783668438019
Idioma
Alemán
Etiqueta
Folter Strafprozess Frühe Neuzeit Carolina Peinliche Gerichtsordnung Karl V. 1532 Strafverfahren Reichstag Freiburg 1498 1498 Freiburg Hexerei Mord Gauner Räuberbanden Jauner
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Philipp Sattler (Autor), 2010, Die Carolina und die Restriktion der Folter im frühneuzeitlichen Strafprozess, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364460
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