Das Sprichwort "Gegensätze ziehen sich an" wird beim Thema Partnerschaft häufig verwendet, jedoch haben Studien gezeigt, dass das nicht grundsätzlich zutrifft. "Gleich und Gleich gesellt sich gerne" scheint da viel eher zu passen, wobei ähnliche
Merkmale wie Prestige, Attraktivität und Bildung eine große Rolle spielen. Diese und andere Merkmale beeinflussen sowohl das Partnerwahl- als auch das Erwerbsverhalten.
Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist die Analyse der Leitfrage, wie es zu diesem Umstand kommt und ob das veränderte Partnerwahlverhalten das Erwerbsverhalten oder umgekehrt strukturiert. Um zu verstehen, weshalb sich Individuen für gewisse Dinge entscheiden, sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten und worin die Ursachen dafür liegen, werden zunächst die theoretischen Grundlagen gelegt. Dafür werden die Aspekte Sozialisation, soziale Milieus, Lebensstile sowie Werte und Wertewandel behandelt.
Nachdem die theoretischen Grundlagen erläutert wurden, widmet sich die Arbeit dem Partnerwahlverhalten, für dessen Untersuchung die theoretischen Grundlagen oft Verwendung finden. Schließlich werden im Fazit die wesentlichen Ergebnisse festgehalten und die Leitfrage beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Sozialisation
2.2 Soziale Milieus
2.3 Lebensstile
2.4 Werte und Wertewandel
3 Partnerwahlverhalten
3.1 Assortative Mating
3.2 Erwerbsverhalten
4 Fazit
Zielsetzung & thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die wechselseitige Beeinflussung von Partnerwahlverhalten und Erwerbsverhalten. Dabei wird untersucht, ob Veränderungen im Partnerwahlverhalten das Erwerbsverhalten strukturieren oder ob umgekehrt das Erwerbsverhalten die Partnerwahl maßgeblich bestimmt.
- Sozialisation als Basis für Identitätsbildung und Normen
- Die Rolle von sozialen Milieus und Lebensstilen bei der Partnerwahl
- Werte und Wertewandel in westlichen Gesellschaften seit den 1950er Jahren
- Assortative Mating als Mechanismus der Partnerselektion
- Einfluss von Bildung, Status und Erwerbsverhalten auf die Partnersuche
Auszug aus dem Buch
3.1 Assortative Mating
Nachfolgend liegt der Fokus auf Ehepaaren und nichtehelichen Partnerschaften zwischen Mann und Frau. Es zeigt sich, dass sich die Individuen in vielen Partnerschaften in Bezug auf Staatsangehörigkeit, Bildungsgrad, Alter sowie Schicht- und Religionsgemeinschaft ähneln. Hinsichtlich der Staatsangehörigkeit ist zu erwähnen, dass bei einer Partnerschaft von Individuen aus unterschiedlichen Nationalitäten das soziale Ansehen der ausländischen Nationalität sowie die Ähnlichkeit kultureller Werte entscheidend sind. Des Weiteren können Individuen in einer Partnerschaft bspw. dieselbe Weltanschauung, politische Meinung, Freizeitgestaltung oder denselben Musikgeschmack haben, also im Grunde denselben Lebensstil teilen. Der Begriff Assortative Mating wird in Homogamie und Heterogamie unterteilt, sodass bei der Partnerwahl entweder Gleich- oder Verschiedenartigkeit entscheidend ist.
Von Homogamie spricht man also dann, wenn sich Individuen in Partnerschaften in Bezug auf gewisse Aspekte ähnlich sind. Heterogamie liegt dann vor, wenn sich Partner in vielen Aspekten unterscheiden (vgl. Rössel 2009, S. 338 f.; Krack-Roberg et al. 2016; Klein 2015, S. 336 f.; Brandstötter 2009, S. 166 f.). Da sich Individuen in Partnerschaften für gewöhnlich aber dennoch einen ähnlichen Lebensstil teilen und sich an symbolischen Merkmalen eines Lebensstils in Bezug auf Gleich- oder Verschiedenartigkeit orientieren, findet die Partnerwahl nicht zufällig statt (vgl. Skopek 2012, S. 51). In homogamen Partnerschaften besteht darüber hinaus eine starke Werteübereinstimmung. Im Gegensatz dazu passen sich die Werte in heterogamen Partnerschaften, bei denen grundsätzlich eher unterschiedliche Werte herrschen, im Zeitverlauf an, weil sonst langfristig kein harmonisches Miteinander denkbar wäre (vgl. Ressler 2005, S. 166 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Partnerwahl und des Erwerbsverhaltens ein und stellt die zentrale Leitfrage nach der gegenseitigen Strukturierung dieser beiden Bereiche.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel legt das Fundament durch die Erläuterung der Sozialisation, sozialer Milieus, Lebensstile sowie Werte und deren Wandel, um den Handlungskontext der Individuen verständlich zu machen.
3 Partnerwahlverhalten: Hier werden die Konzepte des Assortative Mating sowie der Einfluss des Erwerbsverhaltens detailliert beleuchtet, um die Mechanismen der Partnersuche zu analysieren.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Partnerwahlverhalten einen strukturierenden Einfluss auf das Erwerbsverhalten ausübt.
Schlüsselwörter
Partnerwahlverhalten, Erwerbsverhalten, Assortative Mating, Homogamie, Heterogamie, Sozialisation, Soziale Milieus, Lebensstile, Werte, Wertewandel, Bildungsexpansion, Rollenerwartungen, Identität, Sozioökonomischer Status, Partnerschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen der Wahl eines Partners und dem beruflichen bzw. erwerbswirtschaftlichen Verhalten von Individuen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Sozialisationsprozesse, die Bildung sozialer Milieus, die Bedeutung von Lebensstilen und Wertesystemen sowie die Dynamiken auf dem Partnermarkt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das veränderte Partnerwahlverhalten das Erwerbsverhalten strukturiert oder ob die Kausalität in die umgekehrte Richtung verläuft.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der existierende soziologische Theorien und Erkenntnisse zur Sozialisation, Partnerwahl und Erwerbsarbeit zusammengeführt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Sozialisation und Lebensführung sowie eine spezifische Analyse der Partnerwahlmechanismen (Assortative Mating) und deren Verknüpfung mit Erwerbsbiografien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Assortative Mating, Homogamie, Soziale Milieus, Wertewandel und Erwerbsverhalten.
Was genau bedeutet der Begriff "Assortative Mating"?
Assortative Mating bezeichnet die nicht zufällige Partnerwahl, bei der sich Individuen aufgrund von Ähnlichkeiten (Homogamie) oder gezielten Unterschieden (Heterogamie) in Merkmalen wie Bildung, Alter oder Schichtzugehörigkeit zusammenfinden.
Welchen Einfluss hat das Bildungsniveau auf die Partnerwahl?
Ein hohes Bildungsniveau ist oft mit einer höheren Erwerbspriorität und einem bestimmten sozialen Status verbunden; Individuen suchen dabei häufig nach Partnern mit ähnlichem Kapital und ähnlichen Werten, was die homogame Partnerwahl stärkt.
- Citation du texte
- Shahab Olyaee (Auteur), 2017, "Assortative Mating" und Erwerbsverhalten. Strukturiert das veränderte Partnerwahlverhalten das Erwerbsverhalten oder umgekehrt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364485