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Mentale Subjektivität in den Episoden „House´s Head“ und „Wilson´s Heart“ der TV-Serie „House, M.D.“

Title: Mentale Subjektivität in den Episoden „House´s Head“ und „Wilson´s Heart“ der TV-Serie „House, M.D.“

Bachelor Thesis , 2016 , 43 Pages

Autor:in: Victoria Smirnov (Author)

Communications - Movies and Television
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Vorherrschende Analogien zwischen dem Kinofilm und der Psychoanalyse wurden bereits seit deren Entstehung diskutiert. Beide sind ungefähr zur selben Zeit entstanden und haben den Menschen und dessen Handeln im Fokus des Geschehens. Vor allem mentale Prozesse wie die Gedanken, Erinnerungen und Träume sind für beide von großem Interesse und können, vor allem vom Film, am besten dargestellt werden. Obgleich andere Medien die Intention besitzen mentale Prozesse darzustellen, so hat der Film dafür die besten Voraussetzungen. Tatsächlich stehen dem Film Optionen zur Verfügung, die dem menschlichen Denken am nächsten sind. „Eine Begegnung, der etwas Selbstverständliches eignet, weil die Spiele des Imaginären und Symbolischen sich offensichtlich auf der Leinwand und im Kinosaal niederschlagen.“

So ist es dem Film möglich eine schnelle Bildfolge zu zeigen, sprunghaft zwischen Szenarien zu wechseln und zeitlich unabhängig zu agieren. Da die Gedanken und Erinnerungen nur in den Köpfen der Menschen existieren braucht es stets ein Medium, welches diese für andere Personen zugänglich macht. So kann das Medium Sprache dafür genutzt werden, ebenso wie die Schrift. Doch diese überlassen der subjektiven Vorstellung stets einen gewissen Spielraum, so dass nie ganz nachvollzogen werden kann wie die andere Person das tatsächlich sieht oder denkt. Das Medium Film kann dabei eindeutig die mentalen Prozesse eines Menschen für andere sichtbar machen, etwa durch filmische Darstellungen von Traumsequenzen, Erinnerungen oder Halluzinationen.

Doch nicht nur die Psychologie, sondern grundsätzlich die Medizin zeigen großes Interesse an der Erforschung von mentalen Prozessen. So stehen der heutigen Medizin viele Wege offen um mentale Vorgänge sichtbar zu machen und zu erforschen. Dies kann beispielsweise durch moderne Methoden der Gehirnforschung geschehen, die Einblicke in die Struktur des Denkens und Fühlens preisgeben. Doch am häufigsten erfolgt die Erforschung der mentalen Prozesse durch Psychoanalyse. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien zur mentalen Subjektivität

2.1 Sigmund Freuds Psychoanalyse

2.1.1 Das Unbewusste

2.1.2 Der Traum und die Traumdeutung

2.2 Trauma und Backstorywound

2.3 Morelli, Freud, Sherlock und House – Symbole, Symptome und Spuren

3. Filmische Darstellung der mentalen Subjektivität in House, M.D.

3.1 House´s Head & Wilson´s Heart

3.1.1 Dr. Gregory House und Dr. James Wilson

3.1.2 Inhaltszusammenfassung beider Episoden.

3.1.3 Mindscreen - Inverser Blick

3.2 House´s Head - Portale ins Unbewusste

3.2.1 Hypnose

3.2.2 Traum

3.2.3 Erinnerung und Halluzination

3.2.4 Das Unterbewusstsein - Nahtoderfahrung

3.3 Wilson´s Heart – Portale ins Unbewusste

3.3.1 Traum

3.3.2 Zwischen Leben und Tod – das Unbewusste

3.4 Das Unbewusste – House Divided und Under My Skin

4. Analyse und Interpretation der mentalen Subjektivität in House M.D.

4.1 Besonderheiten der Darstellung von mentalen Prozessen

4.2 Narratologische und audiovisuelle Filmtechniken

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Bachelorarbeit untersucht die filmische Darstellung mentaler Subjektivität in den Episoden „House´s Head“ und „Wilson´s Heart“ der TV-Serie „House, M.D.“. Das primäre Ziel ist es, die narrativen und visuellen Techniken zu analysieren, mit denen das Medium Film das Unbewusste und innere Prozesse des Protagonisten Dr. House für den Zuschauer erfahrbar macht, wobei Theorien von Sigmund Freud als theoretisches Fundament dienen.

  • Analyse der psychoanalytischen Grundlagen (Unbewusstes, Traumdeutung, Trauma).
  • Untersuchung der filmischen Portale ins Unbewusste (Hypnose, Traum, Halluzination).
  • Vergleich der Identitäts- und Wissensstrukturen zwischen House, Sherlock Holmes und der „Morelli-Methode“.
  • Interpretation der audiovisuellen Mittel wie Farbgebung, Beleuchtung und Mindscreen-Verfahren.
  • Betrachtung der Bedeutung von Dr. James Wilson und der Figur Amber als Manifestationen des Unbewussten.

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Mindscreen - Inverser Blick

Für die Darstellung des subjektiven Blickes einer Figur wird nicht selten die sogenannte Point-of-View-Sequenz benutzt. Dabei sieht der Zuschauer exakt das, was die Figur sieht und kann dadurch deren Wahrnehmung nachempfinden. Dadurch werden die eigentlich subjektiven Prozesse zu einem objektiven Gut transformiert. Um die Innenwelt, also die Gedanken und Erinnerungen einer Figur zu erfahren bedarf es eines anderen Verfahrens. Dieses Verfahren wird als Mindscreen bezeichnet und stellt die Visualisierung von Gedanken einer filmischen Figur dar. Das Mindscreenverfahren spielt am häufigsten im Kontext des unzuverlässigen Erzählens eine Rolle. Durch Vorenthaltung wichtiger Informationen wird ein Spannungsbogen geschaffen, der erst zum Ende des Filmes aufgelöst wird und meist eine unvorhergesehene Wendung zur Folge hat. Der Begriff des Mindscreen wurde von dem amerikanischen Filmwissenschaftler Bruce Kawin geprägt. Laut Kawin gibt dieses filmische Erzählverfahren anstatt nur der optischen Wahrnehmung die innere Wahrnehmung einer Figur wieder. „[Dadurch sind wir] angekommen im Kopf der Figur, sehen, was und vor allem wie sie sieht, erleben, was sie erlebt. Der Film verschafft uns Zugang zum Bewusstsein, respektive Unterbewusstsein der Figur, dringt in ihre Wahrnehmungswelten ein. Und diese Wahrnehmungswelten unterliegen im Fall von Träumen und Rauschzuständen eben anderen Verarbeitungsmechanismen von Umweltreizen als im Normal- oder Wachzustand.“ Durchaus gibt es Beispiele für Traumsequenzen, welche sich signifikant von der übrigen Wirklichkeit im Film unterscheiden. Diese Abgrenzung erfolgt beispielsweise durch Farben oder Töne, die zuvor nicht vorkamen. Jedoch nutzt vor allem das Mindscreenverfahren Traumsequenzen oder Halluzinationen, um den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken, indem diese nicht als solche gekennzeichnet werden. Die Besonderheit des Mindscreenverfahrens in House, M.D. liegt darin, dass nicht nur Träume und Erinnerungen, sondern auch das Unbewusste dargestellt wird. Das Unterbewusstsein ist ein nicht greifbarer und nicht konkret definierter Bewusstseinsprozess, der von Film nach Belieben dargestellt werden kann und einen wichtigen Teil der Erzählung der Episoden „House´s Head“, „Wilson´s Heart“, „House Divided“ und „Unter My Skin“ ausmacht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema der Darstellung mentaler Prozesse im Film, insbesondere anhand der Serie „House, M.D.“ und ihrer Relevanz für psychoanalytische Fragestellungen.

2. Theorien zur mentalen Subjektivität: Erläuterung der psychoanalytischen Basismodelle von Freud sowie der Verbindung von Symptomen, Indizien und Spuren in den Figuren Sherlock Holmes und Dr. House.

3. Filmische Darstellung der mentalen Subjektivität in House, M.D.: Detaillierte Analyse der speziellen Episoden und der angewandten filmischen Portale wie Hypnose, Träume und Halluzinationen zur Visualisierung des Unbewussten.

4. Analyse und Interpretation der mentalen Subjektivität in House M.D.: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der narratologischen und audiovisuellen Filmtechniken, die zur Darstellung von House' Innenwelt genutzt werden.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Films als optimales Medium zur objektiven Darstellung subjektiver mentaler Prozesse und Einordnung der Ergebnisse.

Schlüsselwörter

Mentale Subjektivität, Dr. House, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Das Unbewusste, Traumdeutung, Mindscreen, Retrograde Amnesie, Filmanalyse, Narration, Halluzination, Trauma, Backstorywound, Deduktion, Audiovisuelle Filmtechnik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Medium Film mentale Prozesse wie Träume, Erinnerungen und das Unbewusste darstellt, wobei die US-Serie „House, M.D.“ als zentrales Fallbeispiel dient.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen psychoanalytische Theorien, die filmische Umsetzung narrativer Ebenen und die Untersuchung von "Portalen" ins Unterbewusstsein des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, mit welchen spezifischen narrativen und technischen Mitteln die Serie House, M.D. eigentlich subjektive innere Prozesse für den Zuschauer objektiv visualisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine methodische Kombination aus filmanalytischen Verfahren und psychoanalytischen Theorien (insb. Freuds Modell), um die filmischen Darstellungsformen zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Episoden „House’s Head“ und „Wilson’s Heart“ sowie ergänzend „House Divided“ und „Under My Skin“ im Hinblick auf ihre narrativen Strukturen, den Einsatz des Mindscreen-Verfahrens und die Symbolik von Traum und Halluzination.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Mentale Subjektivität, Psychoanalyse, Mindscreen, Traumdeutung, Unbewusstes und Filmnarration sind die prägenden Begriffe.

Welche besondere Bedeutung hat die Figur "Amber" in den untersuchten Episoden?

Amber fungiert in den Episoden als die zentrale Manifestation des Unbewussten von Dr. House, die ihn sowohl bei der Lösung von Rätseln unterstützt als auch seinen inneren psychischen Konflikt widerspiegelt.

Warum spielt die Farbe in den Episoden eine so große Rolle?

Die Farbgebung dient als filmisches Unterscheidungsmerkmal zwischen der realen diegetischen Welt, negativen Halluzinationen (kühle Blautöne) und dem hellen, weißen Licht, das Hoffnung oder eine Nahtoderfahrung symbolisiert.

Wie unterscheidet sich die "Morelli-Methode" von der Arbeitsweise von House?

Die Morelli-Methode fokussiert sich auf die Identifizierung durch kleinste, unauffällige Details, was als direkte Inspiration für die deduktive Arbeitsweise von Sherlock Holmes und in der Folge von Dr. House dient.

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Details

Title
Mentale Subjektivität in den Episoden „House´s Head“ und „Wilson´s Heart“ der TV-Serie „House, M.D.“
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Author
Victoria Smirnov (Author)
Publication Year
2016
Pages
43
Catalog Number
V364691
ISBN (eBook)
9783668445796
ISBN (Book)
9783668445802
Language
German
Tags
mentale subjektivität episoden house´s head wilson´s heart tv-serie house
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Victoria Smirnov (Author), 2016, Mentale Subjektivität in den Episoden „House´s Head“ und „Wilson´s Heart“ der TV-Serie „House, M.D.“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364691
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