Nach einer Studie des MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung wird E-Learning im Web 2.0 in den nächsten Jahren ein wichtiger und fester Bestandteil der betrieblichen Ausbildung werden (MMB-Institut, 2014, S. 9). Damit E-Learning erfolgreich in der Ausbildung eingesetzt werden kann, müssen Lehrkräfte hinsichtlich der Nutzung und Implementation von Social Software Tools geschult werden. Da das Web 2.0 neue Dimensionen des konstruktivistischen Lernens bietet, sollte diese Thematik ein wesentlicher Bestandteil von Lehrerfortbildungen werden (Koch & Moskaliuk, 2009). Aus diesem Grund ist ein google docs Einführungstool zur Thematik kollaborative Gruppenarbeit mit google docs konzipiert worden, welches als selbstgesteuerte Fortbildung für Lehrkräfte an einem Bildungszentrum eingesetzt werden soll. Dazu wird in Kapitel zwei ein thematischer Einstieg zum Kontext Social Software in Bildungsprozessen geschaffen und google docs als Social Software Tool vorgestellt. Daran anschließend in Kapitel drei werden anhand der theoretischen Grundlagen die Forschungsfrage und eine Hypothese abgeleitet. Es soll der Fragestellung nachgegangen werden, inwieweit die Nutzung des Einführungstools die Implementation von google docs in den Unterricht fördert.
Die Konzeption des Medienprojekts erfolgt anhand des ADDIE-Modells, einem fünfstufigen Modell aus dem Instruktionsdesign. Im Rahmen der Analyse in Kapitel vier werden zunächst die Ausgangslage für das Medienprojekts, die Zielgruppe und das Projektziel beschrieben. In der nächsten Phase des ADDIE-Modells, dem Design, wird die didaktische Aus-richtung des Medienprojekts erläutert. Die lerntheoretische Grundlage wird durch den Konstruktivismus gebildet, anhand dessen google docs lerntheore-tisch verortet und dementsprechend konzipiert wird. Im nächsten Kapitel De-velopment werden die Entwicklung und der Aufbau des Medienprodukts be-schrieben. Im weiteren Verlauf der Implementation wird die Einbindung des Tools in den Arbeitsalltag am Bildungszentrum erläutert. Abschließend wird in der fünften Phase des ADDIE-Modells die Evaluation des Medienproduktes erörtert. Hier werden erzielte quantitative Daten zur Bewertung des Medienprodukts erhoben und ausgewertet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Social Software in der medialen Bildung
3 Forschungsfrage und Hypothesenbildung
4 Analyse
4.1 Ausgangslage
4.2 Zielgruppe
4.3 Zielsetzung des Medienprojekts
5 Design
6 Development
7 Implementation
8 Evaluation
8.1 LORI- Learning Object Review Instrument
8.2 Gütekriterien
8.3 Fragebogenkonstruktion
8.4 Datenerhebung und -auswertung
8.5 Ergebnisdarstellung
8.6 Diskussion der Ergebnisse
9 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht, inwieweit die Nutzung eines speziell entwickelten Einführungstools die Implementation von "Google Docs" zur kollaborativen Gruppenarbeit in Unterrichtsszenarien an einem Bildungszentrum im Gesundheitswesen fördert. Ziel ist es, durch die Analyse lerntheoretischer Grundlagen und einer empirischen Evaluation zu prüfen, ob ein solches mediales Angebot Lehrkräfte dazu befähigt, kollaborative Software Tools erfolgreich in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.
- Konstruktivistische Didaktik und ihre Bedeutung für E-Learning
- Entwicklung und Konzeption eines digitalen Einführungstools (ADDIE-Modell)
- Kollaboratives Lernen und Arbeiten mit Social Software Tools
- Methodik der empirischen Evaluation mittels LORI-Modell und Online-Fragebögen
- Analyse der Akzeptanz und Anwendbarkeit medialer Tools im Lehrerkollegium
Auszug aus dem Buch
Design
Die theoretische Grundlage bildet der Konstruktivismus, da das kollaborative Arbeiten mit google docs der konstruktivistischen Lerntheorie zugeordnet werden kann. Der Konstruktivismus beschreibt Lernen als „selbstgesteuerte Aktivität, die durch Pertubationen verschiedenster Art von außen angeregt, nicht aber organisiert werden kann“ (Böhm, 2005, S. 370). Entsprechend dieser Definition des Konstruktivismus durchläuft jedes Subjekt seinen individuellen Lernprozess und wird dabei vom Lehrenden nur angeregt. Die Bilder der Außenwelt, z.B. des Lernumfeldes, lösen Gedankenprozesse im Lernenden aus, so dass dadurch subjektives Wissen und eine eigene Auffassung vom Lernkontext geschaffen wird.
Im Rahmen des Konstruktivismus findet Lernen immer in sozialen Kontexten und durch Interaktion statt (Gudjons, 2012, S. 253). Impulsgeber für eine konstruktivistische Didaktik sind Theorien von Dewey, Piaget und Vygotski. Alle drei Ansätze betonen einen aktiven Lernprozess, der sich stets auf die Vermittlung mit Handlungen bezieht und eine Spannung zwischen Subjekt und Umwelt annimmt. Dabei wird den Menschen unterstellt, dass sie der Verbindung von äußerer Welt und innerem Abbild misstrauen müssen. Lernen geschieht somit auch immer in einem kulturellen Kontext. Durch den Lernprozess wird immer ein neues subjektives Abbild der Welt geschaffen, welches niemals vollkommen ist, sondern stets durch neue subjektive Versionen überarbeitet werden kann (Reich, 2008, S. 73).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit von Fortbildungen für Lehrkräfte im Bereich Social Software und stellt das Konzept des Medienprojekts unter Anwendung des ADDIE-Modells vor.
2 Social Software in der medialen Bildung: Dieses Kapitel definiert Social Software sowie deren Potenziale für kollaboratives und kooperatives Lernen in Bildungsprozessen.
3 Forschungsfrage und Hypothesenbildung: Hier wird die Forschungsfrage zur Förderung der Implementation von Google Docs durch ein Einführungstool formuliert und eine entsprechende Hypothese abgeleitet.
4 Analyse: Das Kapitel befasst sich mit der Ausgangslage, der Zielgruppenbeschreibung sowie der Zielsetzung des Medienprojekts an einem Bildungszentrum im Gesundheitswesen.
5 Design: Es erfolgt eine theoretische Einbettung in den Konstruktivismus sowie eine Erläuterung kollaborativer Lernformen unter Nutzung von Web 2.0-Technologien.
6 Development: Hier wird der Aufbau des Einführungstools beschrieben, wobei insbesondere die didaktische Reduktion und die Umsetzung konstruktivistischer Prinzipien im Fokus stehen.
7 Implementation: Dieses Kapitel erläutert die praktische Einbindung und Bereitstellung des Einführungstools für das Lehrerkollegium im Zeitraum von sechs Wochen.
8 Evaluation: Der Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen der Untersuchung mittels LORI-Modell, die Fragebogenkonstruktion sowie die Auswertung und Diskussion der erhobenen quantitativen Daten.
9 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Evaluation zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit des Medienprojekts sowie die Eignung des ADDIE-Modells für die Konzeption der Fortbildung.
Schlüsselwörter
Google Docs, Social Software, Kollaboratives Lernen, Konstruktivismus, ADDIE-Modell, Mediendidaktik, Lehrerfortbildung, E-Education, LORI-Modell, Evaluation, Online-Fragebogen, Implementation, Kompetenzentwicklung, Unterrichtsplanung, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Planung, Gestaltung, Umsetzung und Evaluation eines digitalen Einführungstools für Lehrkräfte zum Thema kollaborative Gruppenarbeit mit Google Docs.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Zentrale Themen sind der konstruktivistische Ansatz beim Lernen, die Potenziale von Social Software im Bildungsbereich sowie die methodische Vorgehensweise bei der Entwicklung und Evaluation von Medienprodukten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die Nutzung des spezifischen Einführungstools die eigenständige Implementation von Google Docs zur kollaborativen Gruppenarbeit im Unterricht bei Lehrkräften fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das ADDIE-Modell als instruktionsdesign-Rahmenwerk genutzt; die Evaluation erfolgt quantitativ mittels LORI-Instrument und Online-Fragebogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausgangslage, die theoretische Fundierung (Konstruktivismus), die Entwicklung des Tools, die Implementationsphase sowie die anschließende empirische Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Google Docs, kollaboratives Lernen, Mediendidaktik, Lehrerfortbildung und Evaluation im Kontext der E-Education gekennzeichnet.
Warum wurde das ADDIE-Modell für dieses Projekt gewählt?
Das ADDIE-Modell wurde aufgrund seiner fünfstufigen, strukturierten Vorgehensweise gewählt, die eine zielgerichtete Planung ermöglicht und offen für unterschiedliche lerntheoretische Positionen ist.
Wie bewerten die Teilnehmer die Benutzerfreundlichkeit von Google Docs?
Die befragten Lehrkräfte stufen das Tool in der Evaluation überwiegend als benutzerfreundlich ein, was sich in den positiven Mittelwerten der entsprechenden Skalen widerspiegelt.
Welche Erkenntnisse lassen sich aus dem Fazit ableiten?
Die Evaluation zeigt, dass das Tool einen guten Einblick in die Funktionen von Google Docs ermöglicht, die Effizienz des Unterrichts durch die Maßnahme jedoch nur bedingt direkt gesteigert wurde.
- Citar trabajo
- Ilka-Maria Watermann (Autor), 2017, Mit neuen Medien neue Wege in der Bildungswissenschaft beschreiten. E-Learning im Web 2.0, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364705