EINLEITUNG
Durch ein gestiegenes Interesse der privaten Anleger an Börsengeschäften, verstärkt durch eine wachsende internationale Konkurrenz der Kapitalmärkte untereinander, sind die Strukturen und die Organisationsformen von Börsenmärkten stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Zusätzlich wird das Interesse unter anderem durch den Wandel aufgrund technischer Innovationen und Zusammenschlüsse an Börsenplätzen verstärkt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DER BEGRIFF UND DIE FUNKTIONEN VON BÖRSEN
3 MARKTMODELL
3.1 MARKTKONFIGURATION UND MARKTFREQUENZ
3.2 MARKTSTRUKTUR
3.3 MARKTSEGMENTE
4 MARKTORGANISATION
4.1 AUKTIONSPRINZIP
4.2 MARKET-MAKER PRINZIP
5 AKTUELLE ENTWICKLUNG
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Strukturen und Organisationsformen von Börsenmärkten in einem Umfeld, das zunehmend von technologischem Wandel und internationalem Wettbewerb geprägt ist. Ziel ist es, die Funktionsweise unterschiedlicher Marktmodelle zu analysieren und deren Anpassung an moderne Anforderungen kritisch zu beleuchten.
- Begriff und grundlegende ökonomische Funktionen von Börsen
- Analyse von Marktkonfigurationen und Marktstrukturen
- Vergleich des Auktionsprinzips mit dem Market-Maker Prinzip
- Untersuchung von Marktsegmenten und deren regulatorischer Einordnung
- Einfluss aktueller Entwicklungen und Handelsplattformen auf die Marktqualität
Auszug aus dem Buch
4.1 AUKTIONSPRINZIP
In Deutschland findet der Handel der liquidesten Aktien des fortlaufenden Handels (continious auction) an den Börsen nach dem Auktionsprinzip (Order-Driven Market/System) statt, der für die Dauer der Feststellung des Kassakurses (batch auction) unterbrochen wird. Zusätzlich folgt dieses Handelsprinzip dem Grundsatz des Meistausführungsprinzips, bei dem der höchste Umsatz bei gegebener Orderlage erreicht wird. Neben dem fortlaufenden Handel existiert die periodische Auktion (call auction) für die weniger liquiden Werte, bei der zu bestimmten Zeiten ein Kurs festgestellt wird.
Da bei der Preisfeststellung nach dem Auktionsprinzip kein Marktteilnehmer existiert, der die ständige Handelsmöglichkeit bzw. Liquidität gewährleistet, hängt jede Transaktionsmöglichkeit von dem Vorhandensein miteinander korrespondierender Kauf- und Verkaufaufträge ab. Hierbei setzen sich die höchsten Kauf- und die niedrigsten Verkaufgebote durch.
Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass in den meisten Fällen die Zahl der an der Auktion teilnehmenden Parteien über der Anzahl liegt, die durch den Vertrag gebunden sind. Kurse nach dem Auktionsprinzip stellen deshalb immer das Ergebnis einer Kollektivverhandlung dar und spiegeln den aggregierten Informationsstand der Verhandlungspartner und nicht nur der Vertragspartner wieder.
In einem computerisierten oder computerunterstützten Markt ist es üblich, dass die Orders, die nicht direkt „gematched“ werden können, in einem Orderbuch gesammelt und sortiert werden, um diese eventuell zu einem späteren Zeitpunkt auszuführen.
Als Vorteil des Auktionsprinzips gelten die geringen Marktspannen, die sich in geringen Transaktionskosten niederschlagen, sowie die Berücksichtigung des Informationsstandes aller Beteiligten bei der Preisfeststellung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung beleuchtet das gestiegene Interesse an Börsenstrukturen aufgrund technischer Innovationen und zunehmender internationaler Konkurrenz.
2 DER BEGRIFF UND DIE FUNKTIONEN VON BÖRSEN: Das Kapitel definiert den Börsenbegriff und grenzt die Aufgaben von Primär- und Sekundärmarkt gegeneinander ab.
3 MARKTMODELL: Hier werden die Marktkonfiguration, die Marktstruktur sowie die vertikale und horizontale Segmentierung von Wertpapiermärkten analysiert.
4 MARKTORGANISATION: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweisen und Unterschiede zwischen dem Auktionsprinzip und dem Market-Maker Prinzip.
5 AKTUELLE ENTWICKLUNG: Es wird die Tendenz zur Internalisierung von Kundenaufträgen durch Banken sowie die Einführung von Systemen wie Xetra BEST kritisch diskutiert.
6 FAZIT: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass sich Börsen in Europa im Wandel befinden und eine gute Marktstruktur allein keine Garantie für den Erfolg der Investoren ist.
Schlüsselwörter
Börsenmärkte, Marktmodell, Marktorganisation, Auktionsprinzip, Market-Maker, Preisfeststellung, Xetra, Primärmarkt, Sekundärmarkt, Marktsegmentierung, Internalisierung, Liquidität, Börsengesetz, Kapitalmarkt, Finanzzentren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Organisation von Börsenmärkten und analysiert, wie diese durch technische Fortschritte und Wettbewerb geformt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen Marktstrukturen, Handelsprinzipien, Marktsegmentierung und die Auswirkungen neuer Handelssysteme auf den Wertpapierhandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, die Funktionsweise und Leistungsfähigkeit verschiedener Börsenmodelle vor dem Hintergrund der aktuellen Marktveränderungen einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die auf einschlägigen Fachpublikationen und rechtlichen Grundlagen basiert, um die Marktmechanismen zu erklären.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Börsenbegriffs, die Erläuterung technischer Marktmodelle sowie einen detaillierten Vergleich von Auktions- und Market-Maker Systemen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Auktionsprinzip, Market-Maker, Marktstruktur, Marktsegmente, Internalisierung und Xetra.
Wie unterscheiden sich Auktionsprinzip und Market-Maker Prinzip?
Während beim Auktionsprinzip die Preisfeststellung durch den Abgleich von Kauf- und Verkaufsaufträgen (Order-Driven) erfolgt, stellt beim Market-Maker Prinzip ein spezialisierter Händler verbindliche Quotes bereit (Quote-Driven).
Welchen Zweck verfolgt "Xetra BEST"?
Xetra BEST ist ein Service der Deutschen Börse AG, der dazu dienen soll, den Wertpapierumsatz innerhalb des eigenen Systems zu internalisieren und gegen den Wettbewerb durch außerbörsliche Handelsplattformen zu bestehen.
- Citation du texte
- Christian Krauß (Auteur), 2004, Organisation von Börsenmärkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36496