Das erziehungsbedürftige Kind - ein unbeschriebens Blatt


Seminararbeit, 2004

11 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung

2. Erziehungsbedürftigkeit und Erziehbarkeit im Spannungsfeld von Anlage Umwelt und Selbstbestimmung
2.1. Erziehungsbedürftigkeit
2.2. Erziehbarkeit
2.3. Die Frage nach der Planbarkeit von Erziehung

3. Ausblick

4. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Im Rahmen der Anlage-Umwelt-Problematik soll diese Seminararbeit einen Einblick in den Entwicklungs- und Erziehungsprozess des Menschen geben. In diesem Zusammenhang wird in einem ersten Schritt die Frage nach der Erziehungsbedürftigkeit oder sogar –notwendikeit des Menschen im Vordergrund stehen.

Eng daran anschließend und aus der Konsequenz resultierend, dass der Mensch zumindest erziehungsbedürftig ist, rückt dann die Erziehbarkeit in den Blickpunkt. Im Verlauf wird hier zunächst ein Einblick in die Anlage-Umwelt-Debatte gegeben, um anschließend die Bedeutung dieser Entwicklungseckpunkte für Erziehung herauszustellen. Der dritte Schritt wirft dann die Frage nach der Planbarkeit von Erziehung auf, um auf diese Weise Spielräume und Grenzen von Erziehung noch einmal zu verdeutlichen.

Im abschließenden Ausblick wird es darum gehen, inwieweit Kinder auf Anregungen durch die Umwelt angewiesen sind und inwieweit Förderung durch die Eltern sinnvoll ist. Am Ende bleibt die Frage, ob die Debatte um Anlage und Umwelt vorbei sein kann.

2. Erziehungsbedürftigkeit und Erziehbarkeit im Spannungsfeld von Anlage Umwelt und Selbstbestimmung

In einer hierarchischen Gliederung sollen die zunächst folgenden Zitate die Bandbreite der Auffassung von der Erziehungsbedürftigkeit bis hin zur Erziehungsnotwendigkeit verdeutlichen. Aus den drei Standpunkten ergibt sich die notwendige Frage, ob der Mensch bedingungslos erziehbar, nur begingt erziehbar oder nicht erziehbar ist. So werden im Verlauf drei Standpunkte vorgestellt, die entweder von der Ohnmacht, oder der Allmacht der Erziehung ausgehen oder aber den Standpunkt vertreten, dass keine dieser Auffassungen zutrifft. Des weiteren soll der Blickwinkel des zu erziehenden in diesem Spannungsverhältnis betrachtet werden.

Im dritten und letzten Aspekt dieses Hauptteils werden mit der Frage nach der Planbarkeit von Erziehung diese zuvor aufgestellten Thesen anhand der drei Gesetze der Verhaltensgenetik von E. Turkheimer in ihrer Konsequenz betrachtet. Außerdem soll der Ansatz der Gruppensozialisationstheorie nach J. R. Harris Berücksichtigung finden.

2.1. Erziehungsbedürftigkeit

Um mit einer Definition von M.J. Langveld zu beginnen ist der Mensch ein „erziehungsbedürftiges Wesen“[1]. Diese Feststellung beruht wiederum auf anderen Charakteristika, die den Menschen wesentlich umschreiben: Als „physiologische Frühgeburt“[2] und „biologisches Mängelwesen“[3] hat der Mensch bei seiner Geburt im Vergleich zu den Tieren einen wesentlich geringeren Entwicklungsstand erreicht. In der Konsequenz ist der Mensch auf die Hilfe primärer Bezugspersonen und auf sein intellektuelles Leistungsvermögen angewiesen, um seine Lebensweise zu erlernen und seine biologischen Mängel auszugleichen.

Wesentlich schärfer ist das Verständnis des Menschen von J.A. Comenius: Als „animal disziplinabile“ sei der Mensch ein der Zucht zugängliches Wesen, welches ohne Zucht nicht zum Menschen werden kann.[4] Folgerichtig wird dem Menschen erst durch Erziehung eine eigene Dignität zugesprochen.

I. Kant wählt eine noch striktere Richtung aus der sich viel weitreichendere Konsequenzen für Erziehungsbedürftigkeit ableiten lasen:

„Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung. Er ist nichts als was die Erziehung aus ihm macht.“[5]

Dass der Mensch aber nicht nur durch Erziehung zu dem wird, was er ist und dass Erziehung nicht in einem input-output -Verhältnis dargestellt werden kann, indem man wie im Erziehungsmodell der technischen Arbeit ein Objekt gewaltmäßig den Vorstellungen entsprechend in Form bringt, wird sich im Verlauf dieser Arbeit zeigen.

[...]


[1] Zitiert nach: Weber, Erich (Hrsg.): Pädagogik – eine Einführung: Band I, Teil 2, Donauwörth 1996 (8. Auflage); S. 218.

[2] Adolf Portmann in: Gudjons, Herbert: Pädagogisches Grundwissen – Überblick, Kompendium Studienbuch, Regensburg 2001 (7. Auflage); S. 177.

[3] Arnold Gehlen in: ebd.; S.176.

[4] Vgl.: Weber, Erich (Hrsg.): Pädagogik – eine Einführung: Band I, Teil 2, Donauwörth 1996 (8. Auflage); S. 218.

[5] Zitiert nach: ebd.; S. 251.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Das erziehungsbedürftige Kind - ein unbeschriebens Blatt
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Pädagogische Anthropologie I
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V36520
ISBN (eBook)
9783638361217
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Vor allem die ganz aktuelle Literatur hat mir zu der Note verholfen.
Schlagworte
Kind, Blatt, Pädagogische, Anthropologie
Arbeit zitieren
Anneke Veltrup (Autor), 2004, Das erziehungsbedürftige Kind - ein unbeschriebens Blatt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36520

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