Die folgende Hausarbeit setzt sich mit der Frage auseinander, ob neben dem von Dilthey eingeführten historischen Verfahren noch andere Weltanschauungen geschaffen werden sollten oder ob sich fortan rein auf das historische Verfahren konzentriert werden sollte.
Dafür soll zunächst der Begriff des historischen Verfahrens geklärt werden. Anschließend soll sich mit Argumenten für und gegen das historische Verfahren als einziges auseinandergesetzt und im Schlussteil darüber reflektiert werden, warum es nicht als einziges Verfahren angesehen werden sollte.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Das historische Verfahren
3) Die Reichweite des historischen Verfahrens
3.1) Das historische Verfahren ohne weitere Weltanschauungen
3.2) Das historische Verfahren mit weiteren Weltanschauungen
4) Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung, ob das von Wilhelm Dilthey eingeführte historische Verfahren als alleiniges Instrument zur Erkenntnis des Lebens- und Welträtsels ausreicht, oder ob die fortwährende Entwicklung neuer Weltanschauungen notwendig bleibt.
- Grundlagen des historischen Verfahrens nach Dilthey
- Die Problematik der Zirkularität in philosophischen Begriffsbestimmungen
- Grenzen des historischen Verfahrens bei der Erschließung der Wirklichkeit
- Die Notwendigkeit individueller Interpretation und schöpferischer Freiheit
- Das Paradoxon des infiniten Regresses bei Meta-historischen Ansätzen
Auszug aus dem Buch
3.1) Das historische Verfahren ohne weitere Weltanschauungen
Ausgehend von dem hier dargestellten historischen Verfahren Diltheys ist zu fragen, ob es überhaupt noch notwendig ist, Philosophie außerhalb des historischen Verfahrens zu betreiben.
Inzwischen gibt es immerhin mehr als genügend Weltanschauungen von denen die allermeisten aufgrund von einer hinreichenden Anzahl von Quellen nachvollzogen und vom menschlichen Geist in eine Interpretation der Wirklichkeit gesetzt werden können. Die Anzahl der Quellen ist mittlerweile sogar dermaßen hoch, dass es gar nicht möglich erscheint, alle Weltanschauungen innerhalb der Zeitspanne eines geistigen Lebens nachzuvollziehen und in einen historischen Kontext zu setzen. Aufgrund dessen scheint es einleuchtend zu sein, sich zunächst mit den alten Weltanschauungen zu befassen, anstatt dauernd neue zu schaffen.
Zudem sollte beachtet werden, dass Dilthey mit dem Herausstellen des historischen Verfahrens eine neue Weltanschauung herausgearbeitet hat, die dementsprechend auch nachvollzogen werden muss, respektive sollte.
Außerdem ist zu berücksichtigen, dass, wenn außerhalb des historischen Verfahrens, die Philosophie immer weiter getrieben wird, das historische Verfahren nie zu einem Ende kommen kann. Das Wesen der Philosophie also auch nie hinreichend bestimmt werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Philosophie ausschließlich durch das historische Verfahren betrieben werden sollte oder ob neue Weltanschauungen notwendig sind.
2) Das historische Verfahren: Dieses Kapitel erläutert Diltheys Konzept des historischen Verfahrens als Methode, philosophische Ausrichtungen zu einem Wesensbegriff zu verbinden, und thematisiert den damit verbundenen methodischen Zirkel.
3) Die Reichweite des historischen Verfahrens: Das Kapitel hinterfragt die Alleinstellung des historischen Verfahrens und diskutiert die Praktikabilität sowie die Grenzen dieser Methode im Kontext einer zunehmenden Fülle an Quellen.
3.1) Das historische Verfahren ohne weitere Weltanschauungen: Hier wird geprüft, ob ein Verzicht auf die Neuschaffung von Weltanschauungen sinnvoll ist, da die historische Materialfülle bereits kaum bewältigbar erscheint.
3.2) Das historische Verfahren mit weiteren Weltanschauungen: Dieses Kapitel argumentiert für die Notwendigkeit neuer Interpretationen, um den drohenden Stillstand des philosophischen Wissens bei einem rein hypothetischen Verständnis zu vermeiden.
4) Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass ein rein objektives historisches Verfahren nicht existieren kann, weshalb die menschliche Subjektivität und schöpferische Tätigkeit als Teil der Philosophie anerkannt werden müssen.
Schlüsselwörter
Wilhelm Dilthey, historisches Verfahren, Philosophie, Weltanschauung, Erkenntnistheorie, Lebensrätsel, Welträtsel, Hypothetisches Wissen, Subjektivität, Meta-historisches Verfahren, Infiniten Regress, Wissensbegriff, Interpretation, Wirklichkeit, Denkweise
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert kritisch Wilhelm Diltheys historisches Verfahren und untersucht, ob dieses als einziges philosophisches Instrument ausreicht, um das Wesen der Philosophie zu erfassen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Methodik des historischen Verstehens, die Grenzen objektiver Erkenntnis in der Philosophie und die Rolle der individuellen schöpferischen Interpretation.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Autorin geht der Frage nach, ob man sich künftig rein auf das historische Verfahren beschränken sollte oder ob die fortlaufende Schaffung neuer Weltanschauungen für die Philosophie unverzichtbar bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer hermeneutischen Analyse der philosophischen Schriften von Wilhelm Dilthey, insbesondere seinem Werk "Das Wesen der Philosophie".
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil setzt sich mit dem "Zirkel" des historischen Verfahrens, der Unmöglichkeit eines "Meta-historischen" Verfahrens und der Abhängigkeit des Erkenntnisprozesses von Zeitgeist und subjektiver Denkweise auseinander.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Diltheys historisches Verfahren, hypothetisches Wissen, der Zirkel in der Philosophie sowie die Problematik des infiniten Regresses bei Meta-Verfahren.
Warum ist ein "Meta-historisches" Verfahren laut Autorin problematisch?
Ein solches Verfahren würde laut der Autorin zu einem infiniten Regress führen, da jede Meta-Ebene wiederum einer erneuten Prüfung durch ein Subjekt bedürfte, welches selbst wieder in einer spezifischen Epoche verhaftet ist.
Was ist das Hauptproblem bei einem rein "historischen Verfahren"?
Das Hauptproblem liegt darin, dass ein solches Verfahren das Wesen der Philosophie nur als rein hypothetisches Wissen definieren würde, das an einen Endpunkt gerät, an dem keine Weiterentwicklung des philosophischen Denkens mehr möglich wäre.
- Quote paper
- Saskia Janina Neumann (Author), 2017, Das historische Verfahren als einziges Verfahren. Dilthey und weitere Weltanschauungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365478