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Therapie- und Handlungsansätze in der Sozialarbeit bei Menschen mit Essstörungen

Titel: Therapie- und Handlungsansätze in der Sozialarbeit bei Menschen mit Essstörungen

Studienarbeit , 2017 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tina Maus (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Unzufriedenheit mit der Figur und dem Gewicht ist bereits ab der Pubertät vor allem bei Frauen ein weit verbreitetes Phänomen und das öffentliche Interesse am Thema Essstörungen ist ungebrochen. Dies mag auch daran liegen, dass die Nahrungsaufnahme, das Essen, einerseits zu den Grundbedürfnissen der Menschen gehört, andererseits aber auch im Falle einer Essstörung schwerwiegende gesundheitliche, teils sogar tödliche, Folgen haben kann.

In unserer westlichen Gesellschaft werden Menschen zunehmend nach ihrer äußeren Erscheinung bewertet und das Selbstwertgefühl der von Essstörungen Betroffenen orientiert sich vornehmlich an einem möglichst attraktiven Körper. Jede Abweichung des Körpergewichts nach oben ist geeignet, tiefe Selbstzweifel auszulösen. „Die Tatsache, dass Essstörungen vorrangig Frauen betreffen, führt zu einer kritischen Betrachtung der Rollenvorstellungen, mit denen Frauen konfrontiert werden.“ (Cuntz et al. 2015).

Zwei Drittel der Frauen im Jugend- und Erwachsenenalter neigen daher dazu Maßnahmen zur Gewichtsregulation, wie zum Beispiel chronische Diäten, durchzuführen. „Die Kombination von einem gestörten Körperbild und Diätverhalten führt nicht selten zu einer manifesten Essstörung mit anorektischen und / oder bulimischen Symptomen […]“ (Brunner und Resch 2008). Die ansteigende Zahl anorektischer und bulimischer Mädchen und auch junger Frauen oder Adipöse männlichen und weiblichen Geschlechts ist erschreckend. Es sind mittlerweile vielerorts Beratungsstellen und Therapiezentren entstanden, die sich ausschließlich mit diesen Krankheitsbildern beschäftigen. "Essstörungen haben vielfältige Bezüge zu Substanzmissbrauch und Sucht." (Thomasius & Küstner 2005). Insbesondere bei der Bulimie findet sich eine relativ hohe Komorbidität zum Substanzmissbrauch sowohl in den Familien als auch bei den betroffenen Patientinnen selbst. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychische Störungsbilder

2.1. Grundlagen von Essstörungen

2.2. Anorexia nervosa

2.3. Bulimia nervosa

3. Therapieansätze

4. Handlungsansätze für Sozialarbeiter

5. Konsequenzen für Sozialarbeiter/innen in der Therapie mit essgestörten Menschen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Behandlung von Menschen mit Essstörungen. Ziel ist es, die häufigsten Formen der Erkrankung zu definieren, bewährte therapeutische Ansätze zu beleuchten und daraus spezifische Handlungsfelder sowie die notwendigen psychischen und professionellen Voraussetzungen für in diesem Bereich tätige Sozialarbeiter abzuleiten.

  • Grundlagen und Definitionen von Anorexia nervosa und Bulimia nervosa
  • Familiendynamische Ursachen und Einflussfaktoren bei Essstörungen
  • Therapeutische Settings und multiprofessionelle Zusammenarbeit
  • Aufgabenfelder der Sozialarbeit in spezialisierten Wohngruppen
  • Selbstfürsorge und professionelle Reflexion in der helfenden Beziehung

Auszug aus dem Buch

2.3 Bulimia nervosa

Bulimia nervosa, auch als Fress-Brechsucht bezeichnet, ist ein Störungsbild, bei dem die betroffene Person Heißhungerattacken in unterschiedlicher Häufigkeit nicht wiederstehen kann. Die Betroffene nimmt meist mehrmals täglich eine extreme Menge an Nahrungsmittel auf, die sie dann unmittelbar dach der Aufnahme durch selbst induziertes Erbrechen wieder ausscheidet. Dabei sind die Bulimikerinnen, im Gegensatz zu anorektischen Patienten, nur leicht Untergewichtig, eher normalgewichtig oder sogar auch übergewichtig (vgl. Gasteiger-Klicper et. al. 2008, S. 293). Die Betroffenen beschäftigen sich andauernd mit der Nahrungsaufnahme, der Nahrungsbeschaffung und -zubereitung, erleben während der Essanfälle einen "Kontrollverlust", d.h. Sie können nicht mehr aufhören zu essen und das Hunger- und Sättigungsgefühl ist verloren gegangen, quasi nicht mehr vorhanden (vgl. Reich 2003, S. 9). Es besteht, wie auch bei der Anorexie, eine überwertige Furcht vor einer Gewichtszunahme, welche durch selbst herbeigeführtes Erbrechen, Fasten, Abführmittelmissbrauch, Diuretika, Appetittzügler, Schilddrüsenpräparate sowie exzessiven Sport vermieden werden (vgl. ebd. 2003, S. 9). Bulimische Patientinnen stehen häufig unter ungeheuerem Druck, verschiedenen, auch sich völlig widersprechenden sozialen Rollen genügen zu wollen, sie überfordern sich und haben eine stärkere Außenorientierung und Sozialangst als nicht essgestörte Frauen (vgl. ebd. S.15).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die gesellschaftliche Relevanz des Themas Essstörungen und führt in die klinische und psychosoziale Problematik ein.

2. Psychische Störungsbilder: Definiert psychische Störungen allgemein und erörtert spezifisch Anorexia nervosa und Bulimia nervosa unter Berücksichtigung familiärer Dynamiken.

3. Therapieansätze: Gibt einen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten, von stationären über ambulante Settings bis hin zu spezialisierten therapeutischen Wohngruppen.

4. Handlungsansätze für Sozialarbeiter: Fokussiert auf die alltagsbegleitende und klinische Rolle der Sozialen Arbeit, insbesondere im Kontext von Wohngruppen und Case Management.

5. Konsequenzen für Sozialarbeiter/innen in der Therapie mit essgestörten Menschen: Diskutiert die Anforderungen an Sozialarbeiter, notwendige Selbstreflexion und Strategien zur Burnout-Prävention im Berufsalltag.

Schlüsselwörter

Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Soziale Arbeit, Klinische Sozialarbeit, Familiendynamik, Psychosomatik, Therapieansätze, Wohngruppen, Handlungsansätze, Supervision, Selbstfürsorge, Beratung, Körperbild, professionelle Helferrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den therapeutischen und sozialarbeiterischen Handlungsmöglichkeiten bei der Arbeit mit Menschen, die unter Essstörungen leiden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die Definitionen von Magersucht und Bulimie, die systemische Perspektive der Familien, Therapiesettings sowie die Anforderungen an Sozialarbeiter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Darstellung und Reflexion von Arbeitsansätzen der Sozialen Arbeit bei der Begleitung essgestörter Menschen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Studienarbeit, die auf der Auswertung aktueller Fachliteratur und theoretischer Konzepte basiert.

Was wird im Hauptteil ausführlich behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Krankheitsbildern vor allem die verschiedenen Therapieformen und die spezifische Alltagsbegleitung in speziellen Wohngruppen (z.B. ANAD) beschrieben.

Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?

Essstörungen, Soziale Arbeit, Therapieansätze, Supervision und Selbstfürsorge sind zentral.

Warum ist das Familiensystem bei Essstörungen so relevant?

Die Arbeit verdeutlicht, dass familiäre Konflikte und gestörte Beziehungsstrukturen oft maßgeblich an der Genese und Aufrechterhaltung der Essstörung beteiligt sind.

Welche besonderen Belastungen ergeben sich für Sozialarbeiter in diesem Feld?

Sozialarbeiter sind mit eigener Betroffenheit durch Übertragungsprozesse, hohem Erfolgsdruck und der Gefahr des Ausbrennens konfrontiert.

Warum wird Supervision als unabdingbar beschrieben?

Supervision ist notwendig, um das eigene Handeln zu prüfen, Spaltungsprozesse im Team zu vermeiden und die psychische Gesundheit der Fachkräfte zu schützen.

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Details

Titel
Therapie- und Handlungsansätze in der Sozialarbeit bei Menschen mit Essstörungen
Hochschule
Hochschule München  (Hochschule für angewandte Sozialwissenschaften München)
Note
1,3
Autor
Tina Maus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V365662
ISBN (eBook)
9783668443372
ISBN (Buch)
9783668443389
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Essstörungen Sozaiale Arbeit Therapieansätze Handlungsansätze
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tina Maus (Autor:in), 2017, Therapie- und Handlungsansätze in der Sozialarbeit bei Menschen mit Essstörungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365662
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Leseprobe aus  18  Seiten
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