Untersuchung des Zusammenhangs von Achtsamkeit und Transformationalen Führungskompetenzen


Studienarbeit, 2016

21 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Über die Dichtkunst

Die Tragödie

Ganzheit, Ausdehnung und Einheit der Handlung

Die Charaktere

Das Dreigestirn von eleos,phobos und katharsis

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Poetik von Aristoteles. Die Poetik behandelt die Dichtkunst und hat ihr Hauptaugenmerk auf der Tragödie. Die Tragödie besteht aus sechs qualitativen Teilen, jedoch wird sich diese Arbeit nur mit den zwei wichtigsten Teilen beschäftigen. Die beiden Hauptteile der Tragödie sind die Komposition der Handlung und die der Charaktere. Nicht nur im Zentrum der Poetik, sondern auch im Zentrum dieser Arbeit steht der Aspekt des Handlungsverlaufs (mythos). Aristoteles sieht die Handlung als den zentralen Aspekt der Tragödiendichtung, so widmet er einen Großteil seiner Poetik, nämlich die Kapitel 7 bis 14, Fragen, die die Komposition der tragischen Handlung betreffen. Aber auch derfür ihn zweitwichtigste Teil der Tragödie, die Charaktere, sollen untersucht werden. Hier liegt der Fokus auf der Art der Charakterdarstellung. Eine gleichmäßig-glaubwürdige, handlungsorientierte Charakterdarstellung über den kompletten Zeitraum eines Stückes führt zur gelungenen mimêsis. Zum Abschluss wird diese Arbeit noch kurz auf die Wirkung der Tragödie eingehen, und somit auf die wichtigen Begriffe eleos, phobos und katharsis. Die Begriffe Mitleid und Furcht sind wichtige Begriffe, wenn man sich mit der emotionalen Wirkung der Tragödie beschäftigt. Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in Aristoteles Tragödientheorie zu erlangen. Im Besonderen wird es um die Begriffe: mimêsis, mythos und êthos gehen, welche für die Aristotelische Tragödientheorie elementare Begriffe darstellen.

Über die Dichtkunst

Die Poetik ist ein Vorlesungsmanuskript, welches in der vorliegenden Form nur fragmentarisch überliefert ist, so Höffe. (Höffe 2009: S. 1) Aristoteles habe die Poetik in zwei Büchern hinterlassen, jedoch sei nur das erste Buch überliefert worden; das zweite Buch, also das über die Komödie, sei verschollen. (Höffe 2009: S. 11)

Die Poetik beschäftigt sich mit der Dichtkunst und deren Gattungen. In den Bereich der aristotelischen Poetik fallen zunächst all diejenigen Künste (τέχναι, téchnai), die mimetischen, d. h. nachahmenden Charakter haben: Epik, Tragödie, Komödie, Dithyrambendichtung, aber auch Tanz und Musik. Bereits in der ersten Zeile des Werkes beschreibt Aristoteles worüber die Poetik handelt: ,,Von der Dichtung selbst und von ihren Gattungen, welche Wirkung eine jede hat und wie man die Handlungen zusammenfügen muss, wenn die Dichtung gut sein soll, ferner aus wie vielen Teilen eine Dichtung besteht, und ebenso auch von den anderen Dingen, die zu demselben Thema gehören, wollen wir hier handeln […]“ (Aristoteles 1982: S. 5, Z. 1-6).

Das Werk lässt sich grob in drei thematische Abschnitte einteilen. Die Kapitel eins bis fünf behandeln die Dichtung im Allgemeinen. Die Kapitel sechs bis 22 behandeln den wichtigsten Teil und zwar jenen, über die Tragödie. Die Kapitel 23 bis 26 behandeln das Epos. Bei dieser Aufteilung wird deutlich, dass es Aristoteles in der Poetik hauptsächlich um die Tragödie geht. Aristoteles Schrift Über die Dichtkunst sei trotz ihrer Kürze einer der wirkungsmächtigsten Texte ihrer Art und fraglos das erste Werk, das seinem Gegenstand eine eigene Abhandlung widmet. Sie untersuche auf systematische Weise das Wesen der Dichtung und ihre Gattungen, vor allem die Tragödie, aber auch das Epos und nur knapp die Komödie. (Höffe 2009: S. 1)

Aristoteles Ziel sei es, seinen Lesern und Zeitgenossen zu zeigen, wie man schöne Literatur ,,verfertigt“. Es ginge ihm nicht darum, ein Rezept, oder einen Meisterkurs für ,,creative writing“ anzubieten. (Höffe 2009: S. 2)

Höffe beschreibt es wie folgt: ,,Er sucht vielmehr das Wesen der Dichtung und ihrer Gattungen zu bestimmen, dabei auch Maßstäbe, aber ziemlich formale aufzustellen, mit deren Hilfe sich gute von schlechter Dichtung unterscheiden lässt“ (Höffe 2009: S. 2, Z. 31-34).

Der Grund- und Wesensbegriff der Poetik ist der Begriff der Mimesis, also der Nachahmung. Aristoteles Mimesis Begriff bedeutet: ,,[…]weder ein naturalistisches Nachahmen noch in planer Entgegensetzung pure Fiktion, sondern dass ihre Werke kein bloß innersprachliches Phänomen sind; sie beziehen sich vielmehr auf eine davon unabhängige, vorgängige existierende Wirklichkeit“ (Höffe 2009: S. 3, Z. 28-32).

Alle Dichtung sei mimêsis (Nachahmung). Nachgeahmt würden hierbei handelnde Menschen. Dabei meint mimêsis nicht eine Abbildung in dem Sinne, dass das Abbild einem Urbild entspräche (Dichter schaffen nur eine zweite, nicht die erste Welt). Vielmehr besteht mimêsis in einer Darstellung von handelnden Menschen, deren Absichten, Charakter und Handlungen sowohl zum Besseren als auch zum Schlechteren abweichen kann.

Aristoteles leitet die mimêsis aus der Natur des Menschen ab; zum einen sei die Nachahmung dem Menschen angeboren und zum anderen bereite die Erfahrung von Nachahmung dem Menschen Freude (chairein). Hierbei meint Aristoteles die Freude am Prozess intellektuellen Erkennens.

Der Philosoph hält die Dichtung sogar für philosophischer, überdies für bedeutsamer und wertvoller als die Geschichtsschreibung, so Höffe. Obwohl die Dichtung den Personen Eigennamen gibt, habe sie im Unterschied zur Geschichtsschreibung mit dem Allgemeinen zu tun: ,,daß ein Mensch von bestimmter Beschaffenheit nach Wahrscheinlichkeit oder Notwendigkeit bestimmte Dinge sagt oder tut“ (Höffe 2009: S. 7-8, Z. 40-41). In der Dichtung wird also das meistens Zutreffende oder das Wahrscheinliche im Sinne des Plausiblen dargestellt. In individueller dichterischer Gestalt, kommt Allgemeinmenschliches exemplarisch zur Darstellung. Die Aufgabe des Dichters sei also nicht, dasjenige mitzuteilen, was schon geschehen ist, sondern das mitzuteilen, was geschehen könnte; auch wegen diesem fiktionalem Charakter, setzt sich die Dichtung deutlich von der Geschichtsschreibung ab.(Höffe 2009: S. 21)

Die Tragödie

Die beiden Hauptelemente der Tragödie sind die Komposition der Handlung und die Charaktere. Wegen der mimêsis nehme die Dichtung auf Wirklichkeit Bezug, wegen der inneren Einheit des Mythos sei die interne Stimmigkeit unverzichtbar. (Höffe 2009: S. 4)

Gleich zu Beginn von Kapitel sechs kündigt Aristoteles eine Wesensbestimmung der Tragödie an: „Die Tragödie ist eine Nachahmung einer guten und in sich geschlossenen Handlung von bestimmter Größe, in anziehend geformter Sprache, wobei diese formenden Mittel in den einzelnen Abschnitten je verschieden angewandt werden. Nachahmung von Handelnden und nicht durch Bericht, die Jammer (eleos) und Schaudern (phobos) hervorruft und hierdurch eine Reinigung (katharsis) von derartigen Erregungszuständen bewirkt“ (Höffe 2009: S.9, Z. 19-15). Zentral für diese Definition sind die Begriffe eleos und phobos.

Die Tragödientheorie beginnt mit einer Grundlegung, die die sechs ,,qualitative Teile“ der Tragödie vorstellt. In der Reihenfolge der Wichtigkeit für die Qualität der Tragödie sind dies gemäß Aristoteles: 1. Handlung bzw. Plot (mythos), 2. Charaktere (êthê), 3.Gedanke/Erkenntnisfähigkeit (diánoia), 4.sprachliche Form (lexis), 5.Melodik (melopoiia), 6.Inszenierung (opsis).

Der für Aristoteles wichtigste Teil ist der Mythos, dieser sei die „Seele“ der Tragödie. Mythos meint den gesamten Handlungsverlauf. Den entsprechenden Stoff gewinnt der Dichter nach Aristoteles aus drei Quellen: erstens, aus dem wirklichen Geschehen, aus der Überzeugung, wie die Dinge sein sollten und aus der mündlichen oder schriftlichen Überlieferung, so Höffe. (Höffe 2009: S. 13) Ziel sei eine in sich geschlossene Handlung.

Der wichtigste Teil sei die Zusammenfügung der Geschehnisse, denn die Tragödie sei nicht Nachahmung von Menschen, sondern von Handlung und von Lebenswirklichkeit. Aristoteles zufolgehandeln die Personen nicht, um die Charaktere nachzuahmen, sondern um der Handlung Willen beziehen sie Charaktere ein. Aus diesem Grund seien die Geschehnisse und der Mythos das Ziel der Tragödie; das Ziel aber sei das wichtigste von allem. Dabei bedeutet ,,tragisch“ kein trauriger Unglücksfall, sondern ein Verhängnis, das aufgrund einer hamartia, eines Fehlers, seinen erbarmungslosen Lauf nimmt, so Höffe. (Höffe 2009: S. 4)

Aufgrund der überragenden Bedeutung des Mythos, wird dieser am ausführlichsten erörtert und behandelt.

Ganzheit, Ausdehnung und Einheit der Handlung

Aristoteles sieht die Handlung als den zentralen Aspekt der Tragödiendichtung; so widmet er einen Großteil seiner Poetik, nämlich die Kapitel 7 bis 14, Fragen, die die Komposition der tragischen Handlung betreffen. Mit dem siebten Kapitel beginnt die einlässlichere Erörterung des Mythos, der tragischen Handlungsstruktur. Aristoteles greift unmissverständlich auf zwei Elemente der Tragödiendefinition zurück. Auf die Erfordernisse einer ,, in sich geschlossenen Handlung von bestimmter Größe“ (Aristoteles 1982: S. 25-27). Kapitel sieben und acht befassen sich also mit allgemeinen Merkmalen der in einer Tragödie zusammengefassten Ereigniskette, mit den Merkmalen der Ganzheit, einer bestimmten Ausdehnung und der Einheit.

Ein Ganzes sei etwas, was Anfang, Mitte und Ende habe. Als Anfang könne gelten, was nicht mit Notwendigkeit aus etwas anderem hervorgehe, seinerseits aber etwas anderes nach sich ziehe. Hierauf folgen entsprechende Bestimmungen des Endes und der Mitte. Am Schluss des achten Kapitels argumentiert Aristoteles in einem Räsonnement, das sowohl der Ganzheit als auch der Einheit gilt: ,,Ferner müssen die Teile der Geschehnisse so zusammengefügt sein, dass sich das Ganze verändert und durcheinander gerät, wenn irgendein Teil umgestellt oder weggenommen wird. Denn was ohne sichtbare Folgen vorhanden sein oder fehlen kann, ist gar nicht ein Teil des Ganzen“ (Aristoteles 1982: S. 29, Z. 15-20). Am Anfang des achten Kapitels nennt Aristoteles einen formalen Maßstab; und zwar nicht die Identität des Helden, sondern die Identität der Handlung verbürge deren Einheit.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Untersuchung des Zusammenhangs von Achtsamkeit und Transformationalen Führungskompetenzen
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Veranstaltung
Empirische Forschung in Wissenschaft und Praxis
Note
2,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V365699
ISBN (eBook)
9783668482951
ISBN (Buch)
9783668482968
Dateigröße
968 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
"Achtsamkeit" " Führung" "Transformationale Führung" "Empirische Untersuchung Achtsamkeit Transformational" "Vision"
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Kathrin Jerjomenko (Autor), 2016, Untersuchung des Zusammenhangs von Achtsamkeit und Transformationalen Führungskompetenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365699

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