„Mach mich reich, Robo!“ Was klingt, wie die Anlagewelt von morgen ist seit wenigen Jahren die Wirklichkeit. Durch den stark wachsenden Einfluss der Digitalisierung gewinnen nicht nur digitale Geldgeschäfte zunehmend an Bedeutung. Auch die vermeintlich beratungsintensive Vermögensverwaltung entwickelt sich stetig weiter. Während in der Vergangenheit die persönliche und individuelle Beratung bei der Vermögensverwaltung nie in Frage gestellt wurde, so distribuieren neue Geschäftsmodelle, sogenannte Robo-Advisor, online beratungsintensive und durch persönliche Beratung geprägte Finanzdienstleistungen. Die neuen Geschäftsmodelle sind infolge innovativer und intelligenter FinTechs (FinTechs = Finanztechnologien) entstanden.
Schlagzeilen, wie „Robo-Advisor greifen [den] Fondsvertrieb an“ verdeutlichen den Wandel in der Vermögensverwaltung. Allerdings zählen Robo-Advisor nicht einzig auf die veränderte Anforderung privater Investoren, Finanzdienstleistungen eigenständig online über mobile Endgeräte wie Mobiltelefone oder Tablets beziehen zu können. Vielmehr schafft die digitale Alternative zur Vermögensverwaltung die Voraussetzung „Anlagestrategien für jedermann umsetzbar [zu] machen.“
Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Formelverzeichnis
- Symbolverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Relevanz der Thematik
- 1.2 Aufbau der Arbeit und methodische Vorgehensweise
- 2 Rendite versus Risiko – Dilemma für Privatanleger?
- 2.1 Grundlagen des Portfolio-Managements
- 2.1.1 Zielsetzungen privater Investoren bei der Vermögensanlage
- 2.1.2 Rendite
- 2.1.3 Risiko
- 2.2 Rendite-Risiko-Optimierung nach Harry M. Markowitz
- 2.2.1 Ermittlung effizienter Portfolios
- 2.2.2 Risikoneigung privater Investoren
- 2.2.3 Bestimmung optimaler Portfolio.
- 2.3 Strukturierung optimaler Portfolios
- 2.1 Grundlagen des Portfolio-Managements
- 3 Robo-Advisory: Die neue Art der Geldanlage
- 3.1 Grundlagen digitaler Vermögensverwaltung
- 3.1.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung zum Private Banking
- 3.1.2 Zielgruppen
- 3.1.3 Entstehung der künstlichen Intelligenz
- 3.1.4 Internationale Entwicklungen der digitalen Vermögensverwaltung
- 3.2 Arten digitaler Kapitalanlage
- 3.3 Onlinebasierte Beratungsprozesse
- 3.3.1 Beratungssoftware
- 3.3.2 Komplettlösung
- 3.4 Vor- und Nachteile der Digital Wealth Manager
- 3.1 Grundlagen digitaler Vermögensverwaltung
- 4 Untersuchung digitaler Vermögensverwaltung in der Praxis
- 4.1 Methodik der Untersuchung
- 4.1.1 Beschreibung des Ausgangsmaterials
- 4.1.2 Durchführung der empirischen Untersuchung
- 4.2 Auswertung der Interviews
- 4.3 Interpretation der Ergebnisse
- 4.1 Methodik der Untersuchung
- 5 Kritische Würdigung
- 6 Fazit
- Anhang 1: Verwendeter Interviewfragebogen
- Anhang 2: Telefonisches Interview am 29.11.2016 mit Herrn Prof. Dr. Stefan Mittnik.
- Anhang 3: Telefonisches Interview am 02.12.2016 mit Herrn Dr. Olaf Zeitnitz
- Literaturverzeichnis.
- Internetverzeichnis
- Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Hauptziel, die Chancen und Risiken der digitalen Vermögensverwaltung zu erörtern. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welchen Mehrwert schafft die digitale Vermögensverwaltung?
- Analyse von Robo-Advisory als neue Form der Geldanlage.
- Untersuchung der Parameter Rendite und Risiko im Portfolio-Management.
- Vergleich der digitalen Vermögensverwaltung mit traditionellem Private Banking.
- Empirische Untersuchung der digitalen Vermögensverwaltung in der Praxis mittels Experteninterviews.
- Darstellung der Vor- und Nachteile von Digital Wealth Managern.
- Betrachtung der Zielgruppen und internationalen Entwicklungen im Bereich FinTech.
Auszug aus dem Buch
Grundlagen digitaler Vermögensverwaltung
„Viele Verbraucher fühlen sich unsicher, wenn es um die Planung ihrer Geldanlage geht. Jenes ist zum einen auf die Komplexität der Anlageprodukte und zum anderen auf die Skepsis seit der Finanzkrise im Jahr 2008 zurückzuführen. Eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) aus dem Jahr 2015 hat ergeben, dass lediglich 15 Prozent der Anleger am Kapitalmarkt agieren. Die Investitionen in Geldwerte wie festverzinsliche Wertpapiere oder in Substanzwerte wie Aktien sind seit Jahren stark rückläufig. Zwar sind Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktien besonders lukrativ, allerdings ebenso riskant. Investmentfonds sind eine bedeutende Alternative, jedoch ist die Auswahl geeigneter Fonds für viele Anleger zeitaufwendig und schwierig. Stattdessen bevorzugen private Investoren primär sicherheitsorientierte Anlagen, wie Giro- oder Sparkonten. Allerdings eignen sich jene Anlageformen nicht für den langfristigen Vermögensaufbau. Insbesondere wegen der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die digitale Vermögensverwaltung vereinfacht die Komplexität der Anlageprodukte und schafft die Voraussetzung für eine höhere Partizipation privater Investoren am Kapitalmarkt.
3.1.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung zum Private Banking
Der Terminus Robo-Advisor (englisch für Anlage-Roboter) ist bislang nicht einheitlich de-finiert. Vielmehr lässt sich das Begriffsverständnis aus der Funktionsweise herleiten. Robo-Advisor unterstützen private Anleger auf internetbasierten Plattformen bei der langfristigen Geldanlage. Die Vermögensverwaltung wird medial anhand algorithmen-basierter Tools durchgeführt. Insofern handelt es sich um eine automatisierte Geldanlage. Dadurch ist der persönliche Kontakt zum Finanzberater nicht mehr obligatorisch. Insofern handelt es sich bei einem Robo-Advisor um eine digitale Alternative zur traditionellen Vermögensverwal-tung im Privatkundengeschäft. Robo-Advisor differieren wegen der Funktionalität im weiteren Sinne respektive wegen dem Mindest-Anlagevolumen im engeren Sinne vom Pri-vate Banking. Beim Private Banking erhalten ausschließlich wohlhabende Kunden, die mindestens ein sechsstelliges Anlagevolumendisponieren, eine persönliche und individuelle Beratung. Zwar liegen die Einstiegssummen bei einem Robo-Advisor deutlich darunter, jedoch bietet die digitale Vermögensverwaltung keine Beratung im eigentlichen Sinne. Infolgedessen, dass der Beratungsprozess nicht individualisiert, sondern einzig standardisiert ist. Während beim Private Banking eher Einmalanlagen getätigt werden, so eignen sich Robo-Advisor auch für den Zweck des monatlichen Sparens. Der Mindest-Sparbeitrag vari-iert je Anbieter, beträgt jedoch mindestens 5 Euro.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die Relevanz der digitalen Vermögensverwaltung und stellt die zentrale Forschungsfrage sowie den Aufbau und die methodische Vorgehensweise der Arbeit vor.
2 Rendite versus Risiko – Dilemma für Privatanleger?: Das Kapitel erläutert die Grundlagen des Portfolio-Managements, die Rendite-Risiko-Optimierung nach Harry M. Markowitz und die Strukturierung optimaler Portfolios, um das Dilemma für Privatanleger zu beleuchten.
3 Robo-Advisory: Die neue Art der Geldanlage: Hier werden die Grundlagen der digitalen Vermögensverwaltung, die verschiedenen Arten digitaler Kapitalanlagen, die onlinebasierten Beratungsprozesse sowie die spezifischen Vor- und Nachteile von Digital Wealth Managern detailliert dargestellt.
4 Untersuchung digitaler Vermögensverwaltung in der Praxis: Dieses Kapitel überprüft die in der Einleitung formulierte Forschungsfrage durch eine empirische Untersuchung, die auf qualitativen Experteninterviews mit führenden FinTech-Unternehmen basiert und deren Ergebnisse interpretiert.
5 Kritische Würdigung: Das Kapitel diskutiert kritisch die theoretischen Annahmen zur digitalen Vermögensverwaltung im Abgleich mit den gewonnenen empirischen Ergebnissen und hebt Diskrepanzen sowie offene Diskussionspunkte hervor.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Hauptergebnisse, betont die zukünftige Rolle von Robo-Advisorn und prognostiziert die Entwicklung hin zu hybriden Beratungsmodellen in der Vermögensverwaltung.
Schlüsselwörter
Robo-Advisor, digitale Vermögensverwaltung, FinTech, Portfolio-Management, Rendite, Risiko, Markowitz, Kapitalanlage, private Investoren, Diversifikation, Anlagestrategien, Asset Allokation, ETFs, Beratungsprozess, Wertpapiere
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse der Chancen und Risiken der digitalen Vermögensverwaltung (Robo-Advisory) für private Investoren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind das Portfolio-Management, die Rendite-Risiko-Optimierung nach Markowitz, die Funktionsweise und Arten von Robo-Advisorn, deren Vor- und Nachteile sowie ihre praktische Anwendung und zukünftige Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Chancen und Risiken der digitalen Vermögensverwaltung zu erörtern. Die Forschungsfrage lautet: „Welchen Mehrwert schafft die digitale Vermögensverwaltung?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet Experteninterviews mit vorformulierten Fragen als empirische Forschungsmethode und eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring zur Auswertung des sprachlichen Materials.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen des Portfolio-Managements, die Rendite-Risiko-Optimierung, die Konzepte des Robo-Advisory, seine Arten und Prozesse, sowie eine praktische Untersuchung der digitalen Vermögensverwaltung durch Interviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Robo-Advisor, digitale Vermögensverwaltung, FinTech, Portfolio-Management, Rendite, Risiko, Markowitz, Kapitalanlage, private Investoren, Diversifikation, Anlagestrategien, Asset Allokation, ETFs, Beratungsprozess, Wertpapiere.
Was ist das „magische Dreieck“ der Vermögensanlage?
Das „magische Dreieck“ der Vermögensanlage fasst die drei Hauptziele privater Investoren zusammen: Sicherheit, Rentabilität und Liquidität, welche komplementär zueinanderstehen.
Inwiefern unterscheidet sich Robo-Advisory vom Private Banking?
Robo-Advisor bieten eine automatisierte, algorithmus-basierte Geldanlage, oft mit niedrigeren Einstiegssummen und standardisierten Prozessen, wohingegen Private Banking eine persönliche und individuelle Beratung für wohlhabende Kunden mit hohem Anlagevolumen umfasst.
Welche Arten von Robo-Advisorn werden in Deutschland unterschieden?
In Deutschland werden Robo-Advisor in drei Kategorien eingeteilt: solche, die Einzelproduktvorschläge machen (§34f GewO), solche, die eine komplette Vermögensverwaltung übernehmen (§32 KWG), und solche, die im sogenannten Haftungsdach agieren (§2 Abs. 10 KWG).
Welche Vorteile sehen Experten in der digitalen Vermögensverwaltung?
Experten sehen Vorteile in geringen Einstiegshürden, Kostengünstigkeit, einfacher und verständlicher Darstellung der Anlageprodukte, Unabhängigkeit von Konzernen, Flexibilität bei Einmal- und Sparbeiträgen sowie jederzeitiger Online-Verfügbarkeit von Informationen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2017, Kritische Analyse der Chancen und Risiken der digitalen Vermögensverwaltung für private Investoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365965