Diese Studie ist ein literaturwissenschaftlicher Beitrag in der heutigen Debatte über die Konstruktion der Subjekte in einer bestimmten Situation, hier im Krieg. Auf dem Werk Remarques basierend werden verschiedene Strategien, die das im Krieg bestehende Subjekt ausüben kann, erforscht. Der Roman "Die Nacht von Lissabon" als wichtiges Beispiel der Antikriegsliteratur ist Gegenstand der Untersuchung.
Dabei werden folgende Fragen beantwortet: Was bedeutet Krieg? Welche Beziehung gibt es zwischen Krieg und Literatur? Welche Identitätskonzeptionen treten heutzutage auf? Welchen Einfluss hat der Krieg auf die Identität? Welche Strategien der Identitätskonstruktion schildert der Autor im Roman?
Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG
0.1 Thema
0.2 Problemstellung
0.3 Stand der Forschung
0.4 Forschungsziel
0.5 Methodische Vorgehensweise
0.6 Aufbau der Arbeit
1. KRIEG UND LITERARUR: GIBT ES EINEN ZUSAMMENHANG?
1.1 Der Begriff Krieg
1.2 Der Zweite Weltkrieg (1939 – 1945)
1.3 Literatur und Krieg
1.4 Literatur im Zweiten Weltkrieg
1.4.1 Schreiben als Denunziation einer Lage: die Exilliteratur
1.4.2 Schreiben als Widerstandleisten
1.5 Die deutsche Literatur der Nachkriegszeit
2. DIE PROBLEMATIK UM DIE IDENTITÄT
2.1 Zum Identitätsbegriff
2.1.1 Die individuelle Identität
2.1.2 Die kollektive Identität
2.2 Essentialismus oder Konstruktivismus?
2.2.1 Die essentialistische These
2.2.2 Die konstruktivistische These
2.3 Krieg und Identität
3. IDENTITÄTSKONSTRUKTION IM WERK
3.1 Einiges über den Autor
3.2 Remarque und die „Lost Generation“
3.3 Die Nacht von Lissabon
3.3.1 Die Nacht von Lissabon ein Psychologie-Roman?
3.3.2 Die Nacht von Lissabon als ein Anti-Kriegsroman
3.4 Erzähltechniken in DNVL
3.4.1 Exkurs: Die literarische Moderne und Postmoderne
3.4.2 Die Figuren als Träger von Charakteren
3.4.3 Subjektivierung und Psychologisierung der Wirklichkeitserfahrung
3.4.4 Der Verfremdungseffekt
3.4.5 „Der dramatische Modus“
3.5 Die Schilderung des Krieges in DNVL
3.6 Strategien der Identitätskonstruktion
3.6.1 Der Name und der Ausweis
3.6.2 Die Sprache als Verhaltensstrategie
3.6.3 Die Liebe als Selbstfindung
3.6.4 Die Verkleidung
3.6.5 Der Raumwechsel als Selbstrealisierung
4. ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Menschen unter dem Einfluss von Krieg und Vertreibung ihre Identität konstruieren und welche Bewältigungsstrategien sie im Exil entwickeln. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse von Erich Maria Remarques Roman "Die Nacht von Lissabon", um das Spannungsfeld zwischen individueller Identitätssuche und der zerstörerischen Gewalt historischer Krisensituationen aufzuzeigen.
- Identitätskonstruktion im Exil
- Kriegsfolgen und menschliche Psyche
- Antikriegsliteratur des 20. Jahrhunderts
- Erzähltechniken und ihre Wirkung
- Strategien zur Identitätswahrung
Auszug aus dem Buch
Die Sprache als Verhaltensstrategie
Sie hilft dem Mann dazu, seine Identität zu konstruieren. In der Psychologie wird gemeint, dass die Menschen in Gesprächssituationen sich Strategien im Verhalten schaffen. Dieses Verhalten hilft dem Menschen, sich ein Bild im Kontakt mit dem (der) Gesprächspartner(in) zu schaffen. Es gibt einige Elemente, die das Verhalten eines Individuums offenbaren können: „Die Grundelemente des Verhaltens sind Blicke, Gesten, Haltungen und sprachliche Äußerung [...]“ Die Menschen in der Kommunikation mit den anderen schaffen sich eine Strategie im Verhalten und diese Strategie kann auch im Bereich der Sprache vorkommen.
Dadurch verschafft sich der Mensch ein Image, mit dem er sich zu den anderen identifiziert und wird zugleich auch dadurch identifiziert. Die Sprache als Element der Subjektkonstitution ist seit dem Mitte des 20. Jahrhunderts diskutiert worden. Für Saussure konstituiert nicht nur die Sprache die Handlung des Sprechens bei dem Subjekt, d. h. die Artikulation, sondern ist die Sprache eine ganze Institution. Bei der Sprechhandlung wird das Subjekt seiner Identität bewusst. Durch die Sprache wird das Subjekt freier. Das sprechende Subjekt realisiert sich durch die Sprache und weist auch, dass es Subjekt der Sprache ist. In diesem Sinne sagt das sprechende Subjekt nur, was für ihn eine Bedeutung hat. Nicht was es ausspricht hat Wert, aber was es von ihm sagt und wie es das sagt, schreibt dem Gesagten eine Wichtigkeit zu.
Zusammenfassung der Kapitel
0. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Identitätskonstruktion in Kriegszeiten und Darlegung der forschungsleitenden Fragen.
1. KRIEG UND LITERARUR: GIBT ES EINEN ZUSAMMENHANG?: Theoretische Verortung von Krieg und Literatur sowie Untersuchung der Rolle der Literatur im Kontext von Exil und Widerstand.
2. DIE PROBLEMATIK UM DIE IDENTITÄT: Theoretische Auseinandersetzung mit Identitätskonzepten und deren Wandelbarkeit unter dem Einfluss soziologischer und politischer Bedingungen.
3. IDENTITÄTSKONSTRUKTION IM WERK: Analyse des Romans "Die Nacht von Lissabon" hinsichtlich erzähltechnischer Mittel und der Identitätsstrategien der Protagonisten.
4. ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN: Fazit der Untersuchung, das die Bedeutung von Identität als tägliche Konstruktion unterstreicht.
Schlüsselwörter
Identitätskonstruktion, Erich Maria Remarque, Die Nacht von Lissabon, Krieg, Exil, Antikriegsliteratur, Psychologie-Roman, Identitätskrise, Subjektivierung, Verfremdungseffekt, Narrative Strategien, Identifikation, Zweiter Weltkrieg, Literaturwissenschaft, Sprache als Strategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Mechanismen, mit denen Menschen in Kriegssituationen und im Exil ihre Identität aufrechterhalten oder neu konstruieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Themen Identität, Krieg, Exilliteratur und die literarische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Schicksal in Krisenzeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie sich die Identität des Menschen unter besonderer Berücksichtigung der Kriegslage in Erich Maria Remarques Roman gestaltet und welche Konstruktionsstrategien dabei zum Einsatz kommen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein Methodenmix angewandt, der unter anderem positivistische, geistesgeschichtliche, psychoanalytische und werkimmanente Ansätze kombiniert, um sowohl den Stil als auch die Figurenentwicklung zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Identität und Krieg, gefolgt von der detaillierten Romananalyse, die Erzähltechniken und konkrete Identitätsstrategien der Figuren untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Identitätskonstruktion, Antikriegsliteratur, Exil, Subjektivierung und die psychologische Dimension der Romanfiguren.
Warum spielt das Thema "Papiere" im Roman eine so zentrale Rolle?
Die Arbeit zeigt auf, dass Ausweise und Papiere im Exil zu überlebenswichtigen Identitätsnachweisen werden, die für die Protagonisten oft ihre einzige verbliebene Existenzberechtigung darstellen.
Welche Funktion hat die Sprache für die Hauptfigur Schwarz?
Sprache wird für die Figur Josef Schwarz nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern explizit als Verhaltensstrategie genutzt, um durch Anonymität oder Täuschung den Verfolgungen des Naziregimes zu entgehen.
- Quote paper
- Antoine Nyemeck (Author), 2013, Strategien der Identitätskonstruktion in der Kriegszeit. "Die Nacht von Lissabon" von Erich Maria Remarque, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365981