Der Technikbegriff bei Günter Ropohl und Wolfgang König


Seminararbeit, 2017

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Forschungsstand und Quellenlage
1.3. Aufbau und Argumentation der Arbeit

2. Die Hauptkategorien des Technikbegriffs
2.1. Subkategorien bei Günter Ropohl
2.2. Subkategorien bei Wolfgang König

3. Der Vergleich zwischen Ropohl und König

4. Fazit

5. Anhang

5.1 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

"Die Diskussionen über den richtigen Technikbegriff wollen kein Ende nehmen"[1], mit dieser Einführung beginnt Günter Ropohl seinen Text über die Technikbegriffe. Wolfgang König betont ebenfalls den Facettenreichtum von Technik, in dem er auf die große Allgemeinheit und Offenheit des Technikbegriffs verweist.[2] Damit kommt bereits zum Ausdruck, dass kaum ein Begriff so einen vielfältigen und ausdifferenzierten Gebrauch aufweist wie der Technikbegriff. Da gegenläufige oder gar explizit einander widersprechende Tendenzen beim Technikbegriff zu verzeichnen sind, ergibt sich die wissenschaftliche Notwendigkeit, den Technikbegriff anhand zweier voneinander unabhängiger Texte konkret(er) zu definieren. Hierfür dient die Betrachtung verschiedender Texte aus zwei Perspektiven, der von Günter Ropohl[3] und der von Wolfgang König[4], als Forschungsgegenstand.

1.1. Fragestellung

Die Technikgeschichte umfasste zahlreiche Betrachtungsperspektiven (z.B. soziologische oder politische), die man in verschiedene Kategorien einteilen kann. Um eine endgültige Einteilung des Technikbegriffs in Kategorien vollziehen zu können, ist es zunächst sinnvoll, sich jedem Standpunkt separat zu widmen. Im nächsten Schritt sollen die zentralen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der jeweiligen Texte herausgearbeitet werden. Anhand der zu untersuchenden Texte stelle ich die These auf, dass Begriffsauslegungen generell weder wahr noch falsch sind. Meine These werde ich im Verlauf meiner Hausarbeit in Form einer Begriffsdiskussion vertiefen. Angesichts dieser These soll im Anschluss an diese separate Betrachtung der einzelnen Standpunkte von Ropohl und König eine möglichst allgemeingültige Kategorisierung des Technikbegriffs vorgenommen werden mit dem Ziel, zu einem wissenschaftlich fundierten Fazit zu gelangen. Dazwischen werden kurze Verweise auf weitere Wissenschaftler nebensächlich erwähnt. Demnach lautet die konkrete Fragestellung meiner Hausarbeit: In welche allgemeingültigen Kategorien kann man nach Ropohl und König den Begriff "Technik" einteilen und definieren?

1.2. Forschungsstand und Quellenlage

Wie die Fragestellung bereits impliziert, verfügt die Technikgeschichte über ein breites wissenschaftliches Spektrum. Da die Entwicklung der Technikgeschichte durch zahlreiche Perspektiven von vielen Wissenschaftlern geprägt wurde, existiert eine Reihe von Literatur[5], die sich gezielt mit der Suche nach einer universell gültigen Definition von Technik auseinander setzt. Durch den großen literarischen Umfang sowie dem mannigfaltigen Angebot gestaltet sich die Auswahl von zwei besonders aussagekräftigen Texten schwierig. Meine Literaturauswahl ist vornehmlich auf die Texte von Günter Ropohl und Wolfgang König gefallen, weil diese beiden Texte ein gegenteiliges Verständnis von Technik in anschaulicher Weise darstellen. In Zusammenhang mit einer Begriffsdiskussion über Technikgeschichte sollte man auch andere relevante Texte keinesfalls ganz außer Acht lassen. Erst durch eine heterogene Betrachtung ist ein differenziertes Bild der Technikgeschichte möglich. In dem Seminar "Technikkulturen" wurde über mehrere nennenswerte englisch- und deutschsprachige Werke diskutiert, die ebenfalls genannt werden sollten. So spezialisiert sich die Autorin Judith McGaw in ihrem Text "Why feminine technology matters" [6] auf den femininen Bereich der Technik. Ebenso eindrucksvoll schildert die Australierin Judy Wajcman in "Reflections on Gender and Technology Studies" [7] den Weg zur weiblichen Emanzipation in Technik. Dagegen widmet sich Reinhold Bauer[8] vor allem den "gescheiterten Innovationen". Dabei konzentriert sich Bauer auf den Niedergang der Deutschen Reichsbahn. Der Soziologe Max Weber gibt eine lange Auflistung von Technikbegriffen, die von der Gebetstechnik bis zur erotischen Technik reicht.[9] In "Technik in Deutschland" legt Joachim Radkau[10] einen speziellen Fokus auf den technischen Werdegang in Deutschland.

1.3. Aufbau und Argumentation der Arbeit

Nach den einleitenden Bemerkungen des ersten Kapitels wird im zweiten Kapitel präzisiert, wie und in welche Richtung Ropohl und König den Technikbegriff lenken. Um die Komplexität des Technikbegriffs in seiner Ganzheit aufzuzeigen, soll zunächst ein grober Überblick über die Hauptkategorien der jeweiligen Autoren erfolgen. Nachfolgend soll sich mit den Subkategorien (2.1. und 2.2.) befasst werden. Ferner steht die akribische Begutachtung der Besonderheiten der jeweiligen Texte im Vordergrund. Danach soll im dritten Kapitel kontrovers über die voneinander abweichenden Standpunkte diskutiert werden. Auf dem Fundament der Erkenntnisse aus den einzelnen Kapiteln soll als letzter Schritt im vierten Kapitel ein Fazit formuliert werden, inwiefern die Meinungen der beiden Autoren voneinander abweichen oder übereinstimmen. Im Fazit soll auch die Frage geklärt werden, ob, und wenn ja, welche allgemeingültige(n) Kategorien des Technikbegriffs bei Ropohl und König vorliegen.

2. Die Hauptkategorien des Technikbegriffs

Im Laufe der Entstehung des Technikbegriffs als einem Teilgebiet der Geschichtswissenschaft kam es immer wieder zu hitzigen Definitionsdebatten.[11] Diese Debatten wurden entfacht, da verschiedenartige sowie mehrdimensionale Betrachtungsweisen hinsichtlich des zu definierenden Technikbegriffs vorlagen bzw. vorliegen. Per Exempel wurde Technik für den Ökonom Karl Marx als Mittel und Ergebnis menschlicher Arbeit und für den Physiker Friedrich Dessauer als Fortsetzung des göttlichen Schöpfungsplans gedeutet.[12] Dies sind exemplarisch wichtige Vertreter für die Meinungsverschiedenheit. Angesichts der andauernden Debatte ist es ziemlich unrealistisch eine allgemeingültige und vollkommene Auslegung des Technikbegriffs festzulegen. Darum kann anhand der Standpunkte von Ropohl und König auch lediglich eine begriffliche Annäherung erfolgen. Günter Ropohl klassifiziert zwei grobe Hauptkategorien: eine nominalistische und eine essenzialistische Begriffsstrategie von Technik.[13] Seine grobe Klassifikation lässt sich in spezielle Subkategorien aufspalten. Im Ganzen skizziert die nominalistische Definitionsstrategie die Interdependenz zwischen Rationalität und Technik, welche je nach subkategorischem Blickwinkel stärker oder schwächer ausgeprägt ist. Überdies ist der nominalistische Technikbegriff recht allgemein gehalten. Damit wird überaus deutlich, dass die Fokussierung auf eine Teildisziplin nicht ausreichend ist, sondern es einer transdisziplinären Erkenntnis- und Gestaltungsstrategie bedarf,- dies vornehmlich vor dem Hintergrund, dass bei der nominalistischen Technikauffassung ein Mangel an philosophischer Tiefe zu attestieren ist. Essenzialistische Technikbegriffe haben den Anspruch einer allseitigen Analyse von technischen Phänomenen. Generell ist der soziale Aspekt beim essenzialistischen Technikbegriff eingebettet.

[...]


[1] Ropohl, Günter: Technikbegriffe zwischen Äquivokation und Reflexion, in: Banse, Gerhard: Technik und Kultur. Karlsruhe 2010, S. 41.

[2] König, Wolfgang: Technikgeschichte. Eine Einführung in ihre Konzepte und Forschungsergebnisse. Stuttgart 2009, S. 56.

[3] Ropohl, Günter: Technikbegriffe zwischen Äquivokation und Reflexion, in: Banse, Gerhard: Technik und Kultur. Karlsruhe 2010, S. 41-54.

[4] König, Wolfgang: Technikgeschichte. Eine Einführung in ihre Konzepte und Forschungsergebnisse. Stuttgart 2009, S. 57-67.

[5] Häußling, Roger: Techniksoziologie. Konstanz 2014, S. 12- 18.

[6] McGaw, Judith: Why feminine technology matters. Baltimore und London 2003, S. 11-35.

[7] Wajcman, Judy: Reflections on Gender and Technology Studies: In What State is the Art? Social Studies of Science 2000, S. 447- 464.

[8] Bauer, Reinhold: Gescheiterte Innovationen. Fehlschläge und technischer Wandel. Frankfurt und New York 2006, S. 50-100.

[9] Ropohl, Günter: Technikbegriffe zwischen Äquivokation und Reflexion, in: Banse, Gerhard: Technik und Kultur. Karlsruhe 2010, S. 42.

[10] Radkau, Joachim: Technik in Deutschland. Vom 18.Jahrhundert bis heute. Frankfurt und New York 2008, S.39-56.

[11] Joerges, Bernward: Die Brücken des Robert Moses. Stille Post in der Stadt- und Techniksoziologie, in: Leviathan 27 (1), 1999, S. 43-63.

[12] Ropohl, Günter: Technikbegriffe zwischen Äquivokation und Reflexion, in: Banse, Gerhard: Technik und Kultur. Karlsruhe 2010, S. 44.

[13]ebenda, S. 42 und 43.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Technikbegriff bei Günter Ropohl und Wolfgang König
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Historisches Institut der RWTH Aachen)
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V366020
ISBN (eBook)
9783668452954
ISBN (Buch)
9783668452961
Dateigröße
632 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Technik, Technikgeschichte, Innovation
Arbeit zitieren
Julia Engels (Autor), 2017, Der Technikbegriff bei Günter Ropohl und Wolfgang König, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366020

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