Dreißigjähriger Krieg. Der Niedersächsisch-Dänische Krieg


Essay, 2011

11 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Kriegsverlauf
2.1 Die Krise vor dem Krieg
2.2 Der Niedersächsisch-Dänische Krieg

3. Das Restitutionsedikt

4. Der Friede von Lübeck

5. Die Folgen des Krieges

6. Zusammenfassung

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Gegenstand dieser Arbeit wird der Niedersächsisch-Dänische Krieg und der Lübecker Friede sein. Um zu verstehen, wie es zum Lübecker Friede kam, ist es notwendig, in der Geschichte zurück zu gehen und sich den Ablauf des Dreißigjährigen Krieges, vor dem Ausbruch des Niedersächsisch-Dänischen Krieges, vor Augen zu halten. Aufgrund der begrenzten Seitenanzahl kann nicht auf alle Ereignisse detailliert eingegangen werden, womit ich mich nur auf einige, für mich als wichtig empfundenen, Ereignisse reduziere. Das Anliegen dieser Arbeit ist es nachzuvollziehen, was es für ein Krieg war und wie es zum Lübecker Friede kam. Zur Klärung wird als wesentliche Grundlage der Vertrag zwischen Kaiser Ferdinand II. und König Christian IV. von Dänemark (Lübeck, 12./22. Mai 1629[1]) verwendet sowie Christoph Kampmanns BuchEuropa und das Reich im Dreißigjährigen Krieg. Geschichte eines europäischen Konflikts. Besonders die Gliederung des Hauptteils stützt sich stark auf die von Christoph Kampmann, da diese sehr übersichtlich und gut strukturiert ist.

2. Kriegsverlauf

Der Dreißigjährige Krieg war eine Abfolge mehrerer Kriege im Zeitraum von 30 Jahren und begann 1618 als Konflikt zwischen den protestantischen- böhmischen Landständen und den katholischen Habsburgern und weitete sich zu einem europäischen Krieg aus.[2]Als Ende des Dreißigjährigen Krieges wird der Westfälische Friede im Jahre 1648 angegeben.

2.1 Die Krise vor dem Krieg

Ausgangspunkt für sämtliche Streitereien war der Prager Fenstersturz. Am 23. Mai 1618 warfen böhmische Ständevertreter kaiserliche Statthalter und deren Sekretär aus dem Fenster. Dies war ein Zeichen der böhmischen Stände gegen den regierenden König Ferdinand II. von Böhmen, in dem sich der protestantische Adel gegen dessen Rekatholisierungspolitik wendete. Dieser Aufstand führte zum Böhmischen-Pfälzischen Krieg.[3]

Der Ausgang des Böhmisch-Pfälzischen Kriegs im Jahre 1623 brachte nicht nur eine Belastung für die Bevölkerung mit sich, sondern auch die Sorge, dass der Niedersächsische Kreis zum Kriegsschauplatz werden könnte und der Kaiser dieses Gebiet zu rekatholisieren versucht. Schutz wurde durch eine „große, antihabsburgisch-protestantische Mächtekoalition in Europa“[4]gesehen, was anfangs auch recht gut durchsetzbar erschien. Im Jahre 1621 beschloss man somit, im holsteinischen Segenberg auf einer Konferenz protestantischer Mächte, eine antihabsburgische Schutzallianz zu bilden. Dies scheiterte jedoch an der Zurückhaltung Englands und aufgrund interner Streitereien der Protestanten untereinander. Umso mehr wuchs die Idee das benachbarte Königreich Dänemarks als Schutz in Erwägung zu ziehen. Nicht nur aufgrund der Finanzkraft, der militärischen Stärke und der protestantischen Orientierung des dänischen Königs Christian IV., sondern auch weil er der Herzog von Holstein war und somit ein Mitglied des niedersächsischen Kreises. Durch die Erklärung Englands, Frankreichs und der Generalstaaten[5]ein militärisches Vorgehen Dänemarks zu unterstützen, „Schaffung einer starken europäischen Allianz“[6], wie Kampmann dieses Vorgehen nennt, sowie die Zurückhaltung Schwedens am Kriegseintritt, konnte sich Christian IV. in Norddeutschland engagieren, ohne weitere politische Risiken zu befürchten. Die offizielle Bekanntgabe seines Eingreifens in das Geschehen im Jahre 1625 und die Aufstellung einer Armee im niedersächsischen Kreis wurde von den Habsburgern als direkter Angriff gedeutet.

Angesichts dieser Ereignisse drängte Maximilian von Bayern aktiver vorzugehen. Das im Jahre 1623 vorgetragene Angebot Wallensteins, eine Armee im kaiserlichen Auftrag aufzustellen, wurde zwar nicht mit Freude aufgenommen, da es Gegner provozieren könnte[7], doch schließlich wurde dies gebilligt und er erschien im Jahre 1625 mit einer Armee von 40.000 Mann auf dem niedersächsischen Kriegsschauplatz.

2.2 Der Niedersächsisch-Dänische Krieg

Durch das Erscheinen einer „neuen, starken kaiserlichen Armee unter Wallenstein“[8], wie Kampmann beschreibt, verschlechterten sich die militärischen Aussichten Dänemarks auf dem niedersächsischen Kriegsschauplatz. Auch die Entwicklungen im europäischen Umfeld des Reiches trugen zur Verschlechterung der Lage Dänemarks bei. Es wurde deutlich, dass Dänemark mit seinen niedersächsischen Verbündeten erfolglos auf Unterstützung durch eine große antihabsburgische Koalition in Europa gewartet hatte.

Im Jahre 1625 brach ein großer Aufstand der Hugenotten[9]in Frankreichaus. Ludwig XIII. und Richelieu trafen, wie Kampmann weiter schreibt, „eine folgenschwere Entscheidung“[10]. Sie vereinbarten die Ausschaltung der Hugenotten und deren Vorrang vor weiterem außer-politischem Vorgehen. Dies führte zum Ausschluss Frankreichs aus der antihabsburgischen Koalition bis zum Jahre 1628. Auch die Generalstaaten leisteten keine Unterstützung, denn diese konzentrierten sich mit allen Kräften im Kampf gegen Spanien und der Eroberung der Hafenstadt Breda. Dazu fiel England nach dem Tod Jakobs I. überraschend als Bündnispartner aus. In den Folgejahren wurde England in einen Doppelkrieg mit Frankreich und Spanien verwickelt, der jeden weiteren militärischen Einsatz im Reich unmöglich machte.

Unter Berücksichtigung dieser Entwicklungen im Reich und Europa, entschloss sich der dänische König, Christian IV., mit der Unterstützung von Söldnerführern den Gegner an verschiedene Kriegsschauplätze zu binden, indem er diese an möglichst vielen verschiedenen Stellen angreift. Ernst von Weimar marschiert somit nach Osnabrück, Christian von Braunschweig stößt nach Süden vor, in das Hessische, und Ernst von Mansfeld marschiert in Südosten ein. Der Angriff Braunschweigs und Mansfelds missglückte an der entschlossenen Gegenwehr Tillys und Wallensteins. Entsprechend erlitt Mansfeld an der Dessauer Elbbrücke am 25.04.1626 eine beeindruckende Niederlage.[11]

[...]


[1]Aufgrund verschiedener Kalender ergeben sich zwei verschiedene Daten. Der Julianische Kalender wurde von Julius Caesar eingeführt. Dieser wurde seit dem 16. Jahrhundert schrittweise durch den Gregorianischen Kalender abgelöst.

[2]Zeeden, Dr. Ernst Walter: Das Zeitalter der Glaubenskämpfe (1555-1648). Tübingen. In: Grundmann, Herbert: Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte. Stuttgart. 1970. S. 161-188.

[3]Kampmann, Christoph: Europa und das Reich im Dreißigjährigen Krieg. Geschichte eines europäischen Konflikts. Stuttgart. 2008. S. 34.

[4]Ebd. S. 51.

[5]Unter den Generalstaaten versteht man laut Meyers Handlexikon die Abgeordneten, die in der ehemaligen Republik Holland von den Provinzialständen gestellt wurden und die Souveränitätsrechte der Republik ausübten.

[6]Ebd. S. 55.

[7]Schormann, Gerhard: Der Dreißigjährige Krieg. Gottingen. 1985. S. 37.

[8]Kampmann, Christoph: Europa und das Reich. Stuttgart. 2008. S. 59.

[9]Laut Meyers Handlexikon war Hugenotten früher in Frankreich ein Spottname der Anhänger der Reformation.

[10]Ebd. S. 59.

[11]Ebd. S. 60.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Dreißigjähriger Krieg. Der Niedersächsisch-Dänische Krieg
Hochschule
Universität des Saarlandes
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V366051
ISBN (eBook)
9783668451063
ISBN (Buch)
9783668451070
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dreißigjähriger, krieg, niedersächsisch-dänische
Arbeit zitieren
I. Magel (Autor), 2011, Dreißigjähriger Krieg. Der Niedersächsisch-Dänische Krieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366051

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