Diese Arbeit soll einen Einblick in die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen geben. Da es aufgrund der formalen Gegebenheiten der Hausarbeit nicht möglich ist, kunsttherapeutische Interventionen explizit im Zusammenhang mit dem gesamten Spektrum psychischer Erkrankungen zu erläutern, beziehe ich mich auf ein spezifisches Krankheitsbild. Folglich werde ich die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen am Beispiel schizophren erkrankter Menschen erläutern. Dabei werde ich mich auf die Schizophrenie nach F20 des ICD-10s beziehen. Auf die unterschiedlichen Subtypen der Schizophrenie sowie dessen unterschiedliche Verlaufsformen werde ich keinen Bezug nehmen.
Des Weiteren werde ich die für mich drei wesentlichsten Bedeutungen kunsttherapeutischer Interventionen expliziter erläutern. Zu Beginn werde ich das Krankheitsbild der Schizophrenie darstellen. Dieses beinhaltet die Definition, die Ätiologie und die Behandlung. Anschließend werde ich Bezug auf die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen nehmen. Dabei werde ich zunächst einige kunsttherapeutische Methoden vorstellen und im Anschluss die drei persönlich prägendsten Interventionen für die Arbeit mit schizophren erkrankten Menschen erläutern. Diese umfassen die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation, der Persönlichkeitsstrukturierung und der Beziehungsaufnahme. Abschließend werde ich im Fazit den Bezug zu der Thematik und zur Sozialen Arbeit erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schizophrenie
2.1 Definition
2.2 Ätiologie
2.3 Behandlung
3. Die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen
3.1 Nonverbale Kommunikation
3.2 Persönlichkeitsstrukturierung
3.3 Beziehungsaufnahme
4. Schlussreflexion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Relevanz kunsttherapeutischer Interventionen in der Arbeit mit schizophren erkrankten Menschen und beleuchtet, wie kreatives Gestalten als ergänzendes therapeutisches Mittel zur Förderung von Kommunikation, Persönlichkeitsstrukturierung und Beziehungsaufbau eingesetzt werden kann.
- Grundlagen des Krankheitsbildes Schizophrenie und deren Behandlungsmöglichkeiten
- Die Funktion der nonverbalen Kommunikation durch künstlerisches Gestalten
- Methoden zur Strukturierung der Persönlichkeit und des inneren Erlebens
- Regulierung von Nähe und Distanz im therapeutischen Prozess
- Integration kunsttherapeutischer Ansätze in die Soziale Arbeit
Auszug aus dem Buch
3.2 Persönlichkeitsstrukturierung
Schizophren erkrankte Menschen zeigen in ihrer Gestaltung all das, was sich in ihrem Inneren verwirrenden und chaotischen wahnhaften Geschehen abspielt. An dieser Stelle ist es wichtig, ihr Tun achtsam wahrzunehmen, zu verstehen und den Bildinhalt zu akzeptieren. Hierbei steht der Fokus nicht auf den defizitären Anteil des Betroffenen, sondern auf den, in der wahnhaften psychotischen Darstellung enthaltenen Entwicklungsmöglichkeiten und Ressourcen. Dies stellt zudem das Ziel kunsttherapeutischer Interventionen dar. Schizophren erkrankte Menschen können nicht, beziehungsweise nur schwer in einer Innen- und Außenwelt differenzieren. Folglich führt dies zu einer Reizüberflutung des Betroffenen, die eine Krise auslösen kann. An dieser Stelle kann das Gestalten als persönlichkeitsstrukturierende Funktion fungieren. Während des Gestaltens kann so zum Beispiel ein Rahmen gestaltet werden, der dazu dienen soll, das nach außen projizierte, innere Chaos einzugrenzen. Die Strukturierung des inneren Chaos kann zusätzlich durch ein Feedback unterstützt werden, indem zum Beispiel dem Betroffenen vermittelt wird, dass keine klaren Strukturen zu erkennen sind, diese jedoch notwendig seien, um die Aussage des eigenen Werks deutlicher zum Ausdruck zu bringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die wachsende Bedeutung psychischer Erkrankungen ein und erläutert das Ziel der Arbeit, kunsttherapeutische Interventionen am Beispiel schizophren erkrankter Menschen zu untersuchen.
2. Schizophrenie: Dieses Kapitel definiert das Krankheitsbild Schizophrenie, beleuchtet die ätiologischen Erklärungsmodelle wie das Vulnerabilitäts-Stress-Modell und beschreibt gängige Behandlungsdimensionen.
3. Die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen: Hier werden Methoden der Kunsttherapie vorgestellt und deren spezifische Bedeutung in der Kommunikation, bei der Strukturierung der Persönlichkeit und dem Beziehungsaufbau detailliert analysiert.
4. Schlussreflexion: Die Reflexion fasst zusammen, dass kunsttherapeutische Interventionen eine wertvolle Ergänzung im multiprofessionellen Behandlungskonzept darstellen und besonders dort wirksam sind, wo verbale Therapieformen an Grenzen stoßen.
Schlüsselwörter
Schizophrenie, Kunsttherapie, Interventionen, Soziale Arbeit, Nonverbale Kommunikation, Persönlichkeitsstrukturierung, Beziehungsaufnahme, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Psychose, Kreativität, therapeutischer Prozess, Rehabilitation, psychische Erkrankung, Symptomatik, Ressourcenorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und Bedeutung von kunsttherapeutischen Interventionen bei der Behandlung von Menschen mit einer schizophrenen Erkrankung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Symptomatik der Schizophrenie, die theoretischen Grundlagen der Kunsttherapie sowie die praktischen Anwendungsbereiche wie nonverbale Kommunikation und Persönlichkeitsstrukturierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, einen Einblick zu geben, wie kunsttherapeutische Interventionen gezielt genutzt werden können, um den Heilungsprozess und die psychosoziale Teilhabe schizophren erkrankter Menschen zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Konzepte, Fachliteratur und therapeutische Prinzipien (insbesondere nach Ciompi) zusammenführt und auf das Feld der Sozialen Arbeit bezieht.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert, wie durch künstlerisches Gestalten ein "sicheres Gegenüber" geschaffen wird, um die Kommunikation zu erleichtern, chaotische Erlebenswelten zu ordnen und die Beziehung zwischen Klient und Therapeut zu festigen.
Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schizophrenie, Kunsttherapie, nonverbale Kommunikation und Ressourcenorientierung innerhalb der Sozialen Arbeit definieren.
Inwiefern hilft Kunsttherapie bei der Regulierung von Nähe und Distanz?
Das künstlerische Objekt dient als "Dritter" im therapeutischen Prozess, was eine Triangulierung ermöglicht und den Druck einer direkten, oft überfordernden verbalen Interaktion reduziert.
Welche Rolle spielt die "gesunde Seite" des Klienten?
Ein zentrales Behandlungsprinzip ist die Akzentuierung der gesunden Anteile, um verborgene Ressourcen zu aktivieren und nicht primär den defizitären Zustand zu fokussieren.
- Quote paper
- Sarah Schneider (Author), 2015, Die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen am Beispiel schizophren erkrankter Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366395