Die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen am Beispiel schizophren erkrankter Menschen


Hausarbeit, 2015

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schizophrenie
2.1 Definition
2.2 Ätiologie
2.3 Behandlung

3. Die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen
3.1 Nonverbale Kommunikation
3.2 Persönlichkeitsstrukturierung
3.3 Beziehungsaufnahme

4. Schlussreflexion

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Psychische Erkrankungen umfassen einen immer größer werdenden Raum in unserer Gesellschaft. Folglich haben diese eine zunehmende sozialmedizinische, gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung. Um Psychische Erkrankungen zu verstehen und einen adäquaten Umgang mit diesen zu entwickeln, sind ein multifaktorielles Verständnis sowie ein multiprofessionelles Vorgehen von hoher Relevanz. In der Zusammenarbeit mit psychisch erkrankten Menschen findet folglich eine zunehmende Verflechtung unterschiedlicher Berufsgruppen statt. Diese umfassen unter anderem SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und PsychotherapeutInnen. Dies ist nur ein kleiner Einblick in ein weitgefasstes professionelles Netzwerk (vgl. Trost, Schwarzer 2013: 15ff.). Neben den genannten Berufsgruppen, besitzen auch Musik- und KunsttheraputInnen einen hohen Stellenwert in dem Klinischen Arbeitsfeld. Die Kunsttherapie stellt heute einen festen und oft wiederzufindenden Bestandteil eines multiprofessionellen Behandlungskonzeptes dar. Besonders in der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen hat sich diese etabliert. Folglich möchte ich einen Einblick in die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen geben. Da es aufgrund der formalen Gegebenheiten der Hausarbeit nicht möglich ist, kunsttherapeutische Interventionen explizit im Zusammenhang mit dem gesamten Spektrum psychischer Erkrankungen zu erläutern, beziehe ich mich auf ein spezifisches Krankheitsbild. Folglich werde ich die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen, am Beispiel schizophren erkrankter Menschen erläutern. Dabei werde ich mich auf die Schizophrenie nach F20 des ICD-10s und dem schizophrenen, psychotischen Erleben beziehen. Auf die unterschiedlichen Subtypen der Schizophrenie sowie dessen unterschiedlichen Verlaufsformen werde ich keinen Bezug nehmen. Des Weiteren werde ich in Anbetracht des formellen Rahmens der Hausarbeit, die für mich drei wesentlichsten Bedeutungen kunsttherapeutischer Interventionen expliziter erläutern. Zu Beginn werde ich das Krankheitsbild der Schizophrenie darstellen. Dieses beinhaltet die Definition, die Ätiologie und die Behandlung. Anschließend werde ich Bezug auf die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen nehmen. Dabei werde ich zunächst einige kunsttherapeutische Methoden vorstellen und im Anschluss die drei persönlich prägendsten Interventionen für die Arbeit mit schizophren erkrankten Menschen erläutern. Diese umfassen die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation, der Persönlichkeitsstrukturierung und der Beziehungsaufnahme. Abschließend werde ich im Fazit den Bezug zu der Thematik und zur Sozialen Arbeit erläutern.

2. Schizophrenie

2.1 Definition

Die Schizophrenie wurde als diese, erstmals im Jahre 1907 beschrieben und bezeichnet eine psychische Erkrankung, welche die Gesamtpersönlichkeit betrifft. Innerhalb des Krankheitsbildes werden unterschiedliche Subtypen und Verlaufsformen differenziert. Die Namensgebung ist auf Eugen Bleuler zurück zu führen, welcher versuchte, den Verlauf schizophrener Erkrankungen zu beschreiben. Dabei machte er die Beobachtung, dass schizophren erkrankte Menschen zunehmend zersplitterten oder zerfuhren. Aufgrund dessen benutzte Eugen Bleuler den Begriff des „Spaltungsirresein“, welcher ins griechische übersetzt die Schizophrenie bezeichnet (vgl. Dörner, Plog, et al. 2013: 152). Die Symptome und die Verhaltensweisen des Krankheitsbildes sind sehr vielfältig. Schizophren erkrankten Menschen nehmen die Grenzen zwischen der Innen- und Außenwelt nicht mehr eindeutig wahr. Dies führt zu einer Depersonalisation, sowie einer Derealisation. Die Betroffenen leiden unter einer Ich-Störung, welche sich durch Gedankeneingebungen, Gedankenentzügen, Gedankenausbreitungen oder Gedankenlautwerden äußert. Des Weiteren können Denkstörungen auftreten. Diese sind von oftmals „abreissenden“ Gedankengänge, inkohärenten Denken und Neologismen gekennzeichnet (vgl. Bosshard, Ebert, Lazarus 1999: 142f.). Schizophren erkrankte Menschen leiden an Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Diese Wahnvorstellungen sind durch eine krankheitsbedingte Fehlbeurteilung der Realität geprägt und für Außenstehende Menschen ohne jeglichen realen Bezug. Die Wahnvorstellungen können sich in einem Verfolgungs-, Größen-, oder Beziehungswahn äußern. Innerhalb der Wahnvorstellungen können Zufälle nicht als solche erkannt werden. Viel mehr wird jegliche Wahrnehmung des Betroffenen in Zusammenhang mit dem Wahn gestellt und verstanden. Halluzinationen beschreiben die Störung der Wahrnehmung. Häufig hören Betroffene Stimmen. Dennoch können sich die Halluzinationen auch auf andere Sinnesmodalitäten beziehen. Weitere Symptome stellen die katatonen Symptome dar. Diese beschreiben unteranderem das Verharren in bestimmten Körperbewegungen und –haltungen (vgl. Trost, Schwarzer 2013: 161). Neben den bereits erwähnten Symptomen, können auch Affektstörungen auftreten. Diese umfassen eine zunehmende Apathie, Sprachverarmung und verflachte oder inadäquate Affekte. Auch ein sozialer Rückzug und das Nachlassen der sozialen Leistungsfähigkeit können ein Symptom des Krankheitsbildes darstellen (vgl. Bosshard, Ebert, Lazarus 1999: 142f.). Innerhalb der Symptomatik wird in Positiv- und Negativsymptomen differenziert. Die Negativsymptome umfassen zum Beispiel „[…] Aufmerksamkeitsstörungen, Freud- und Willenlosigkeit sowie Verarmung von Sprache und Denken, Affekt und Antrieb […]“ (zit. Bäuml, Martius 2005: 53). Die Positivsymptome hingegen, umfassen „[…] Wahn- und Sinnestäuschungen, Denkzerfahrenheit und psychomotorische Symptome […]“ (zit. ebd.: 52f.) und zeigen im Vergleich zu den Negativsymptomen eine deutlich höhere Verbesserungschance.

2.2 Ätiologie

Die Schizophrenie weist keine alleinige Ursache auf, demnach ist diese multifaktoriell bedingt. Das aktuellste und gängigste Ursachenmodell stellt das Vulnerabilitäts-Stress Modell dar. Dieses verbindet biologische und psychosoziale Faktoren. Das Vulnerabilitäts-Stress Modell geht dem Grundverständnis voraus, dass eine genetische und/oder Hirnreifungssstörung, unter negativen Einfluss von psychosozialen Faktoren, vor dem eigentlichen Krankheitsbeginn, eine Prädisposition darstellt. Diese Prädisposition wird im Modell als Vulnerabilität, beziehungsweise Verletzlichkeit definiert. Kennzeichnend für eine Schizophrene Vulnerabilität ist die suboptimale Reiz- und Informationsverarbeitung des Gehirns, aufgrund einer mangelnden Filterfunktion. Folglich kann durch Stresssituationen eine erhöhte Reizüberflutung im Gehirn entstehen, welche sich in einer psychischen Überforderung wiederspiegeln kann (vgl. Trost, Schwarzer 2013: 165f.). Zusammenfassend lässt sich sagen, „[j]e höher die Vulnerabilität eines Menschen ist, […] umso verletzlicher ist dieser Mensch durch belastende Faktoren (Stress)“ (zit. ebd.: 166). Um das Modell zu verdeutlichen, wird die Metapher eines Fasses genutzt. Dabei stellt die Vulnerabilität das Fass dar. Dieses Fass ist bereits aufgrund einer möglichen Prädisposition gefüllt. Die Füllmenge ist Prädispositionsabhängig unterschiedlich stark oder schwach ausgeprägt. Je voller dieses Fass aufgrund weiterer ungünstiger psychosoziale Faktoren wird, desto schneller läuft dieses über. Dies äußert sich im Ausbruch der Psychose. Trotz einer Vulnerabilität muss es nicht unmittelbar zu einem Ausbruch führen. Ob es zu einem Ausbruch führt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Negative Faktoren, die den Ausbruch fördern, stellen Stressfaktoren wie zum Beispiel übermäßige Reizüberflutung, Krisen oder Drogenkonsum dar. Positive Faktoren, die einem Ausbruch positiv entgegenwirken, sind zum Beispiel adäquate Coping-Strategien, wie zum Beispiel soziale Kontakte oder Problemlösungskompetenzen (vgl. ebd.: 166).

2.3 Behandlung

Die Behandlung der Schizophrenie lässt sich in drei Dimensionen differenzieren. Diese beinhalten die Psychopharmaka, die Psychotherapie und die Psychokotherapie. Die Psychopharmaka umfassen die medikamentöse Behandlung. Dabei steht die Gabe von Neuroleptika im Vordergrund und stellt einen unverzichtbaren Grundbaustein in der Behandlung dar. Die medikamentöse Behandlung soll dazu beitragen, den gestörten Neurotransmitterstoffwechsel zu fördern und dient lediglich zur Reduktion der Symptomatik. Eine Heilung ist ausgeschlossen. Eine weitere Behandlungsdimension stellt die Psychotherapie dar. Diese kann sich positiv auf die Rückfallprophylaxe sowie die Entwicklung von Coping-Strategien auswirken (vgl. Trost, Schwarzer 2013: 169ff.). An dieser Stelle ist auch die Kunsttherapie einzuordnen. Die dritte Behandlungsdimension beinhaltet die Psychokotherapie, welche unter anderem die Psychoedukation beinhaltet.

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen am Beispiel schizophren erkrankter Menschen
Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V366395
ISBN (eBook)
9783668451667
ISBN (Buch)
9783668451674
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Arbeit, Kunsttherapie, Schizophrenie, psychische Erkrankungen
Arbeit zitieren
Sarah Schneider (Autor), 2015, Die Bedeutung kunsttherapeutischer Interventionen am Beispiel schizophren erkrankter Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366395

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