Zwischen Schuld und Unschuld. Charakterisierung der Figuren "Kurt" und "Walter" in Konrad Wolfs Spielfilm "Sterne"


Hausarbeit, 2016
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1. Handlungsabstraktion des Spielfilms „Sterne“ DDR, 1959

2. Die kontroversen Figuren „Kurt“ und „Walter“
2.1. Charakterisierung der Figur „Kurt“
2.1.1. Allgemeine Informationen zu Kurt
2.1.2. Kurt im Paradies
2.1.3. Kurts Motto „Fressen, Saufen, Weiber“
2.1.4. Der kameradschaftliche Kurt
2.1.5. Kurt als Täter des Holocausts
2.2. Charakterisierung der Figur „Walter“
2.2.1. Allgemeine Informationen zu Walter
2.2.2. „Rembrandt“, der Maler und Philosoph
2.2.3. Walter und Ruth
2.2.4. Walter als „Herr Unter“
2.2.5. Walters Entwicklung zum Helfer
2.3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Figuren „Kurt“ und „Walter“

3. Fazit

4. Anhang
4.1. Quellenverzeichnis
4.2. Abbildungsverzeichnis

5. Erklärung zur eigenständigen Arbeit

1. Handlungsabstraktion des Spielfilms „Sterne“ DDR, 1959

Der Film „Sterne“ wurde unter Regie von Konrad Wolf im Spätsommer 1958 in Bulgarien produziert und erschien am 27. März 1959 in Berlin.[1]

„Sterne“ spielt im Jahre 1943 in einem kleinen von der deutschen Wehrmacht besetzten bulgarischen Dorf. Der Offizier Kurt und der Unteroffizier Walter genießen das Leben abseits der Front, bis eines Tages griechische Juden in das dort eingerichtete Zwischenlager kommen, um auf ihre Deportation nach Auschwitz zu warten. Walter begegnet so der Jüdin Ruth, hilft ihr und den anderen Juden und verliebt sich in sie. Durch diese Liebe beginnt er sich zu wandeln. Seine Gleichgültigkeit schlägt um in Menschlichkeit. Dadurch kommt es zum Konflikt zwischen ihm und seinem Freund und Vorgesetzten Kurt, der gewissenlos die Ideologie des NS umsetzt. Zudem tritt Walter zunächst unbewusst in Kontakt mit Partisanen und bittet sie später um Hilfe für Ruths Flucht. Als diese jedoch misslingt, entscheidet er sich, nicht untätig zu bleiben und die Widerstandskämpfer nun aktiv mit Waffen zu unterstützen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vor allem mit den Figuren „Kurt“ und „Walter“. Ziel ist es, diese beiden Hauptfiguren anhand verschiedener Szenen zu charakterisieren, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihnen herauszustellen und die Frage ihrer NS-Täterschaft zu klären.

Im ersten Teil der Charakterisierung geht es um die Figur „Kurt“. Zunächst werden allgemeine Informationen, wie Aussehen, Sprechweise und soziale Kontakte aufgezeigt und beschrieben. Im nächsten Punkt wird Kurts Meinung zu dem bulgarischen Dorf erörtert, in dem er und Walter stationiert sind. Daraufhin soll seine Beziehung zu Frauen unter dem Motto „Fressen, Saufen, Weiber“ dargelegt, sowie seine Freundschaft zu Walter herausgearbeitet werden. Zu guter Letzt wird seine Haltung gegenüber dem Holocaust untersucht.

Der zweite Teil analysiert dann die Figur „Walter“. Anfangs geht es wiederum um allgemeine Informationen, um dann im Anschluss Walter als Maler und Philosoph „Rembrandt“ vorzustellen. Nachfolgend soll seine Beziehung zu Ruth sowie seine aufkeimende Bereitschaft den Partisanen gegenüber herausgearbeitet werden. Gegen Ende hin setzt sich die Charakterisierung mit Walters Entwicklung zum Helfer der Juden und Partisanen auseinander. Der letzte Punkt beinhaltet den Vergleich der beiden Figuren.

Unberührt bleibt in dieser Arbeit die Thematik der Juden als einzige Opfergruppe im Film „Sterne“. Wie die Juden genau dargestellt werden, wie sie in dem Lager leben oder warum nicht auch auf politisch Verfolgte oder Homosexuelle im Film eingegangen wird, diese Betrachtungen würden den Rahmen der Arbeit sprengen. Jedoch soll die „Figur“ Ruth, als Repräsentantin dieser Opfergruppe, nicht unerwähnt bleiben, da sie eine wichtige Rolle für Walter spielt.

Ziel dieser Arbeit ist es, die zwei Hauptfiguren „Kurt“ und „Walter“ anhand der Charakterisierung und dem Vergleich darzustellen und deren NS-Täterschaft im Laufe dieser zu klären.

2. Die kontroversen Figuren „Kurt“ und „Walter“

2.1. Charakterisierung der Figur „Kurt“

2.1.1. Allgemeine Informationen zu Kurt

Die Figur „Kurt“ wird gleich zu Beginn des Films in die Handlung miteingeführt. Ein wohlgenährter Mann im Alter von zwanzig bis dreißig Jahren, mit einem etwas runden Gesicht, steht rauchend mit einem langen ledernen Mantel im Regen und hilft Frauen und Kindern in einen Waggon zu steigen. Grinsend freut er sich über die getane Arbeit und befiehlt, die Türen zu schließen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Kurt in Uniform

Kurt ist Offizier der deutschen Wehrmacht und trägt fast im gesamten Film eine prächtige Uniform. Die Feldhose im Reiterstil ist in hohe schwarze Stiefel gesteckt, seine Feldbluse wird von einem enggezogenen Gürtel gehalten. Über der rechten Brusttasche prangt der Reichsadler, auf seiner Linken trägt er die Kriegsauszeichnung des Eisernen Kreuzes, Klappen zieren seine Schultern, an seinen Händen trägt er schwarze Handschuhe, auf dem Kopf sitzt eine Schirmmütze.

Seine Sprache ist, außer während der Arbeit, sehr einfach gehalten. Vor allem im Gespräch mit Walter kürzt er oft Wörter ab und verwendet häufig Kurzformen wie „Was ‘n“[2] statt „Was ist denn“ oder „die Amis“ (TC 0:12:50) statt „die Amerikaner“. Obwohl er in Bulgarien postiert ist, spricht er nur deutsch und lässt sich daher von Walter übersetzen.

Seine sozialen Kontakte beschränken sich auf seinen treuen und langjährigen Freund Walter, eine bulgarische Prostituierte namens „Muzi“ (TC 0:39:14) sowie einen bulgarischen Mann, der mit einer weiteren Frau ebenfalls mit ihm in der Kneipe am Tisch sitzt.

2.1.2. Kurt im Paradies

Kurt nimmt das bulgarische Dorf, in dem Walter und er stationiert sind, als Paradies wahr: das kleine Tal, umringt von Bergen mit schneebedeckten Spitzen, weite Felder, Einsamkeit. „Das stille Tal“ (TC 0:14:33), wie er es nennt, steht im Kontrast zum Krieg und vor allem zu Leningrad, wo sie vor Bulgarien postiert waren.

Leningrad, das heutige St. Petersburg, wurde 1941 bis 1944 durch deutsche Truppen belagert und beschossen. Dabei starben fast eine Millionen Menschen. Vor allem die Kälte in den Wintermonaten, Hunger und Krankheiten machten sowohl der Bevölkerung als auch den Deutschen zu schaffen.[3]

Ausgehend von diesem Hintergrund ist es einleuchtend, dass Kurt das kleine Dorf in Bulgarien vorzieht und die Zeit hier genießt. Während er und Walter sich bei strahlendem Sonnenschein auf einem Hügel „aus der Dreckwelt absetzen“ (TC 0:11:28), erfreut er sich des Lebens und schwelgt in Erinnerungen. Bei dem Wort Leningrad verzieht er nur angewidert das Gesicht. Hier im Paradies kann er den Krieg vergessen. „Es gibt keinen Krieg […] nur Stille.“ (TC 0:12:36), sagt er glücklich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 und 3: Kurt genießt sein stilles Tal

Das Geräusch eines sich nähernden Fahrzeugs durchbricht die Ruhe, dahinter läuft eine große Gruppe Juden in Richtung des Dorfes. Verärgert über die aufkommende Arbeit, springt Kurt auf: „Verflucht nochmal. Griechische Juden! Der Teufel soll sie holen. Ich muss sie übernehmen bis Güterwagen kommen.“ (TC 0:14:06)

Dies ist die erste Szene, in der Kurt abschätzig über die Juden spricht. Eigentlich wären sie ihm wahrscheinlich egal, jedoch bedeutet ihre Ankunft für ihn Arbeit, wo er doch viel lieber faulenzen würde. Er wirkt wie jemand, der es sich gerne gutgehen lässt und jede Art von Arbeit und Anstrengung scheut.

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Abb. 4: Walter beim „Fressen“

2.1.3. Kurts Motto „Fressen, Saufen, Weiber“

Während des gesamten Films lebt Kurt nach dem Motto „Fressen, Saufen, Weiber“. Sowohl in der Szene beim Abendessen mit Walter, als auch in der Kneipenszene kommt der verfressene Kurt zum Vorschein. In Ersterer hält er in beiden Händen Hühnchenschenkel und stopft sie sich wie ein Schwein in den Mund. Er weiß gar nicht von welchem Stück er überhaupt abbeißen soll. Die Reste werden dann mit Wein heruntergespült. Zum Schutz vor Flecken auf der schönen Uniform hat er sich wie ein Baby ein Lätzchen umgebunden.

Dass er ein einfacher, verschwenderischer Mensch ist, der in manchen Szenen sogar dümmlich wirkt, zeigt sich zum Beispiel auf dem Jahrmarkt. In einem kurzen Ausschnitt sieht man wie Kurt drei glasierte Äpfel in der Hand hält. Als er Walter am Schießstand erblickt, wirft er nochmals einen kurzen Blick auf sie, ob er sie nicht doch weiter verspeisen möchte, im nächsten Augenblick entscheidet er sich aber dagegen und wirft die Äpfel einfach auf den Boden. Hier deutet sich schon an, dass es ihm an Wertschätzung für Nahrung und Respekt für andere Menschen fehlt.

In der Kneipenszene nach dem Jahrmarkt sitzt Kurt dann mit zwei Frauen und einem bulgarischen Freund singend und lallend im Wirtshaus. Es wird Schaschlik gegessen und der Alkohol fließt. „Tolle Weiber“ (TC 0:37:14) hat er eingeladen, von denen er anfangs nicht mal den Namen weiß. Er verhält sich ihnen gegenüber respektlos und schreit sie sogar an, sie sollen Ruhe geben, als er von seinem Freund „Rembrandt“ (Walter) erzählt. Während eine der Frauen ihm sein Ohr massiert, stellt er freundschaftlich ein Glas Wein für den noch abwesenden Walter bereit. Obwohl man in dieser Szene ganz genau einen Ehering an seinem rechten Ringfinger erkennen kann, klopft er zufrieden dem Mädchen auf den Schoß, betatscht sie, küsst schleimig ihre Hand und fragt sie nach ihrem Namen. Allein beim Zusehen der Situation fühlt man sich unwohl. Kurt, der schmierige Liebhaber, der ohne Charme und Respekt die Frauen begrabscht, mit vollem Mund spricht, lauthals lacht und grunzt. Seine Alkoholfahne kann man förmlich riechen.

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Abb. 5: Kurt und Muzi in der Kneipe

Zwischen den Betrunkenen entsteht ein hitziges Gespräch:

„Freunde, ich liebe Bulgarien!“, sagt Kurt und küsst dabei die Frau neben sich auf den Mund. „Ein schönes Land. Ihr wisst ja gar nicht, wie gut ihr es habt, ihr habt doch keinen Krieg […] und vor den Partisanen scheißt ihr euch doch vor Angst in die Hosen.“ Sein bulgarischer Freund antwortet darauf: „Wir keine Angst vor Partisani. Wir sie vernichten. Das ist unser Krieg!“ Beim letzten Teil des Satzes reißt er seinen Finger mahnend nach oben. „Das ist euer Krieg“, Kurt tippt sich grinsend an den Kopf, „dass ich nicht lache! Mensch, wir haben einen Winter lang vor Leningrad gelegen. Das ist ‘n Krieg, mein Lieber.“ (TC 0:39:46 – 0:40:49)

Während dieser Auseinandersetzung erfährt man nicht nur, dass Kurt ein Angeber und stolz auf den Kriegseinsatz ist, sondern auch, dass er kein Bulgarisch spricht. Als Muzi, die Dame zu seiner Rechten, sich an ihn wirft und ihm auf Bulgarisch sagt, dass er ein Held sei, versteht er kein Wort und bittet Walter um Übersetzung.

Kurt fällt auf, dass Walter, der im Laufe des Gesprächs nur zugehört hat, überhaupt nicht in Feierstimmung ist. Seiner Meinung nach liegt dies daran, dass Walter kein Mädchen mit am Tisch hat, so wie die anderen. Deshalb lässt er Ruth aus dem Lager in die Kneipe bringen, was zum Höhepunkt des Abends führt.

Kurt schüttelt beim Eintreten Ruths sofort die Hand seiner Muzi ab und erfreut sich an Ruths Anblick. Zunächst siezt er sie noch höflich, daraufhin kommt erneut seine respektlose Seite gegenüber Frauen zum Vorschein: „Bitte setzen Sie sich. Hey, hörst du nicht, Jüdin. Herkommen, lustig sein!“ (TC 0:43:43) Er verlangt von Ruth nicht nur, sich zu ihnen zu gesellen, sondern auch ihre Traurigkeit zu überspielen und „lustig zu sein“. Welche Ironie, wenn man an ihr Schicksal denkt!

Als Walter Ruth daraufhin Wein anbietet, ist Kurt sichtlich unzufrieden mit dessen charmanter Art: „Jetzt sei mal ein Kavalier, zeig ihr, was wir von einer Dame erwarten! Zack, zack! Nicht so Rembrandt, solche dressiert man anders.“ (TC 0:44:10)

Diese Aussprüche lassen eindeutig auf zwei Dinge schließen: erstens, dass Kurt eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber Frauen hat: nämlich, dass sie dafür da sind, einen Mann zu bespaßen; und zweitens, dass er Ruth als Person zweiter Klasse ansieht, wenn er sie überhaupt als Mensch sieht. Dies lässt sich sowohl an dem Wort „solche“ als auch an dem animalischen Verb „dressieren“ festmachen. Der Duden schlägt zu diesem Wort folgende Bedeutungen vor: abrichten; einem Tier bestimmte Fertigkeiten beibringen oder (abwertend) jemanden durch Disziplinierung zu einer bestimmten Verhaltensweise bringen“.[4] Des Weiteren nennt er Ruth hier nicht beim Namen, sondern „Jüdin“, was darauf schließen lässt, dass er sie damit erniedrigen möchte. Die Bedrohlichkeit in der Situation wird außerdem durch die Kameraführung unterstrichen: als Kurt auf Walter zugeht und ihm zeigen möchte wie man mit „so einer umgeht“, filmt die Kamera Kurt von unten. Zusätzlich spielt im Hintergrund bedrohliche Musik. Walter rettet die Situation, indem er Ruth küsst und somit vor Kurt schützt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Kurt und Walter beim Abendessen

2.1.4. Der kameradschaftliche Kurt

Im Gegenüber mit Walter hat Kurt, der in der oben beschriebenen Szene sehr negativ erscheint, durchaus auch positive Seiten, schließlich ist er auch Walters bester Freund, Wehrmachtskamerad und Zimmergenosse. Kurt ist auch der einzige, der ihn mit Walter anspricht und ihn Rembrandt nennt. Die beiden essen zusammen, Walter porträtiert Kurt und sie unternehmen neben der Arbeit sogar Ausflüge und tauschen sich über das Leben aus. Ihre Unterhaltungen sind dabei durchaus auch mit Späßen versehen. Siehe folgenden Dialog auf dem Hügel: „Du Walter, weißt du woran ich denke?“ „Du denkst? Sieh mal an.“ (TC 0:11:54)

Wie gerne Kurt Zeit mit Walter verbringt, erfährt man ebenfalls in der unter Punkt 2.1.3 geschilderten Szene. Als Walter noch nicht zu der Feiergesellschaft in der Kneipe dazu gestoßen ist, stellt ihm Kurt ein Glas Wein bereit, von dem niemand trinken darf. Sobald dieser dann den Raum betritt, stellt er ihn lauthals als seinen Freund Rembrandt vor. Dass er Ruth zu ihnen kommt lässt, zeigt auch, dass er für Walter nur das Beste möchte und ihm sogar die schönste Jüdin aus dem Lager bringen lässt, damit dieser nicht alleine ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Sind Kurt und Walter noch Freunde?

Neben Ruth ist Kurt außerdem der einzige, dem Walter etwas über seine Gefühle und seine Meinung preisgibt und ihn um Hilfe bittet, wenn er sie braucht. Denn Kurt ist derjenige, der Walter zu Liebe einer gebärenden Frau im Judenlager einen Arzt zu kommen lässt. Trotzdem merkt man während des Films schnell, dass Kurt die Freundschaft zu Walter mehr Wert ist als umgekehrt. Obwohl Walter sehr viel Zeit mit Kurt verbringt, bekennt er sich nie direkt zu seinem Freund.

Einen ersten Knacks bekommt die Freundschaft jedoch, nachdem Kurt die Juden für den Besitz der Medikamente bestraft. Walter, der die Situation betrübt mitangesehen hatte, trifft Kurt abends in der Kneipe:

Kurt zu Walter: „Was ‘n los mit dir?“ Walter: „Nichts Besonderes. Du warst heute blendend den Juden gegenüber, echt deutsch.“ Kurt versteht die Ironie nicht: „Ja, das haben die sich selber eingebrockt. Übrigens hab ich heut deine Jüdin wieder gesehen, ganz große Klasse, also Walter beim nächsten Mal bin ich dran, verstehst du.“ Walter knallt das Glas auf den Tisch, steht auf und geht. Daraufhin Kurt: „Hey was hast du denn? Wegen so einer werden wir doch unsere Freundschaft nicht in die Binsen gehen lassen. Wir benehmen uns hier wie die Kinder. Na entschuldige schon. Ich bin dein Freund und dabei bleibt‘s. Und deine Jüdin kannst‘e wieder haben, wenn de willst. Heute noch.“ (TC 1:04:05 – 1:05:01)

Obwohl Kurt demnach mehrmals dabei hilft, dass Walter Ruth treffen kann und dabei nicht erwischt wird, möchte er seinen Freund gegen Ende dann doch schützen und ihn vor einer Dummheit bewahren. Er belügt Walter mit dem Datum des Abtransports der Juden und verwehrt ihm somit die Möglichkeit Ruth zur Flucht zu verhelfen und sie zu retten. „So ist‘s besser!“ (TC 1:22:39) schreibt er auf das Portrait, das Walter am Nachmittag zuvor von Ruth gemalt hat und lädt ihn ein, in die Kneipe zu kommen. Walter wird aber nicht kommen. Ob Walter ihm verzeihen kann und was daraufhin mit der Freundschaft der beiden passiert, erfährt man im Film nicht.

[...]


[1] Dossier Sterne, verfasst von: Alsheikhly, Rami; Kaufhold, Hanna; Plaschka, Marie-Lyce; Reglauer Franziska. Proseminar WS 15/16 „Filmische Vermittlung des Dritten Reiches“. Seite 1

[2] Sterne. Regie: Konrad Wolf. Drehbuch: Angel Wagenstein. DDR/BG: DEFA (Berlin); Studio für Spielfilme (Sofia). 1958. Fassung: DVD. 89 Min. TC 1:04:05

[3] Scriba, Arnulf: Die Belagerung von Leningrad (19.05.2015). URL: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/belagerung-von-leningrad.html, Zugriff am 05.01.2016 um 15:06 Uhr

[4] Bibliographisches Institut GmbH - Duden Verlag (Hrsg.). URL: http://www.duden.de/rechtschreibung/dressieren, Zugriff am 06.01.2016 um 15:54 Uhr

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Zwischen Schuld und Unschuld. Charakterisierung der Figuren "Kurt" und "Walter" in Konrad Wolfs Spielfilm "Sterne"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Filmische Vermittlungen des Dritten Reiche
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V366551
ISBN (eBook)
9783668454903
ISBN (Buch)
9783668454910
Dateigröße
2583 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sterne, Konrad Wolf, DDR, Spielfilm, Charakterisierung, Nationalsozialismus, NDL, Germanistik
Arbeit zitieren
Marie-Lyce Plaschka (Autor), 2016, Zwischen Schuld und Unschuld. Charakterisierung der Figuren "Kurt" und "Walter" in Konrad Wolfs Spielfilm "Sterne", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366551

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