Pompeii
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Kontext – Great Depression
3. Der Mythos Pompeii – Strahlkraft antiker Stoffe
4. Der Film in Zeiten der Krise
5. The Last Days of Pompeii (1935)
5.1. Die Handlung des Films
5.2. „The Last days of Pompeii“ – Konstruktion von Werten durch den „every day man“ in der Krise
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der US-amerikanische Film „The Last days of Pompeii“ (1935) während der wirtschaftlichen und sozialen Krise der „Great Depression“ als Medium zur Vermittlung moralischer Werte und zur Stabilisierung der nationalen Stimmung instrumentalisiert wurde.
- Rezeption der Antike im Hollywood-Kino der 1930er Jahre
- Historische Rahmenbedingungen der „Great Depression“ in den USA
- Die Rolle von Spielfilmen als psychologisches Instrument in Krisenzeiten
- Konstruktion von Charakter- und Wertewandel am Beispiel des Protagonisten
- Instrumentalisierung antiker Kulissen zur Vermittlung christlicher Moralvorstellungen
Auszug aus dem Buch
3. Der Mythos Pompeii – Strahlkraft antiker Stoffe
Dadurch dass die Gesellschaft Geschichte und historische Stoffe immer als ein Mittel der Legitimation und der Rechtfertigung, im Hinblick auf soziale Werte, Normen und Systeme benutzt hat, ist auch der Bezug auf die Antike kein verwunderlicher. In der Betrachtung der westlichen Welt mit der Antike fällt damit besonders die europäische Geschichte und Antike ins Gewicht.
„In the western world, Greece and Rome have long functioned as marks of origin guarranteeing the quality of any product to which they are attached.“
Die Antike als eine geschichtliche Epoche, die im Gegensatz zu anderen Phasen der Menschheitsgeschichte als weitestgehend positiv betrachtet wird, dient dazu, durch die Darstellung in den Medien, egal ob Print, Theater oder bewegtem Bild, als ein Vorbild dargestellt zu werden. Inhalte und Werte, die in diesem Kontext behandelt werden, erscheinen somit auch positiv. Die schiere zeitliche Spanne der Antike kann als ein Beweis dafür gelten, dass Werte, die in diese Zeit hineinprojiziert werden, als gut aufgefasst werden können, da sie solang bestand hatten. Aussagen in Bezug auf die frühe Filmproduktion zeigen, dass „ On a very basic level, early cinema turned to classica antiquiety as a source for ethical, political or sexual models to be emulated, but also antitypest to be confronted.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, warum Filme wie „The Last days of Pompeii“ ausgerechnet in der Zeit der „Great Depression“ produziert wurden und welche moralischen Intentionen die Produzenten verfolgten.
2. Historischer Kontext – Great Depression: Das Kapitel beleuchtet die wirtschaftliche Krise der 1930er Jahre in den USA, die durch Massenarbeitslosigkeit und einen Vertrauensverlust der Bürger in den Staat gekennzeichnet war.
3. Der Mythos Pompeii – Strahlkraft antiker Stoffe: Es wird analysiert, warum antike Stoffe als Projektionsfläche für moralische Werte und als legitime Kulisse für gesellschaftliche Konflikte dienen.
4. Der Film in Zeiten der Krise: Dieses Kapitel erläutert die psychologische und ideologische Rolle des Hollywood-Kinos als Mittel zur Erhaltung der nationalen Moral („maintenance of the national morale“).
5. The Last Days of Pompeii (1935): Die Untersuchung des Films als zentrales Fallbeispiel, das das Interesse an antiken Stoffen mit der Krisensituation der 1930er Jahre verknüpft.
5.1. Die Handlung des Films: Zusammenfassung der filmischen Handlung über den Werdegang des Schmieds Marcus, vom einfachen Familienvater hin zum Arena-Betreiber und seiner spirituellen Erlösung.
5.2. „The Last days of Pompeii“ – Konstruktion von Werten durch den „every day man“ in der Krise: Analyse des Protagonisten als „every day man“, der durch einen Schicksalsschlag korrumpiert wird und letztlich durch christliche Werte und familiäre Rückbesinnung sein Heil findet.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Film Pompeii als legitimatorischen Rahmen nutzt, um dem Publikum in der Krisenzeit Werte wie familiären Zusammenhalt und Glauben als Ausweg aus materiellem Elend zu vermitteln.
Schlüsselwörter
Great Depression, Antikenrezeption, Pompeii, The Last Days of Pompeii, Hollywood, Krisenbewältigung, Moralvorstellungen, Filmgeschichte, Wirtschaftskrise, Wertewandel, Christliche Ethik, Historischer Film, Identität, Soziale Normen, RKO Studios
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Instrumentalisierung antiker Themen im US-Film der 1930er Jahre, konkret am Beispiel des Films „The Last days of Pompeii“ (1935), um zu verstehen, wie mediale Inhalte die Gesellschaft während der „Great Depression“ beeinflussen sollten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit verknüpft Filmgeschichte mit Zeitgeschichte. Sie beleuchtet die Rolle des Kinos als psychologische Stütze während der Weltwirtschaftskrise und untersucht die Bedeutung der Antike als moralische Kulisse.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Hollywood-Produktionen durch das antike Setting subtile Botschaften transportierten, um in einer Zeit der Massenarbeitslosigkeit und Orientierungslosigkeit gesellschaftliche Werte wie familiären Zusammenhalt und Religiosität zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt eine filmwissenschaftliche und kulturhistorische Analyse. Er vergleicht den historischen Kontext der 1930er Jahre mit der narrativen Struktur des Films, um die Intentionen der Filmemacher und die Wirkung auf das zeitgenössische Publikum herauszuarbeiten.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des historischen Kontextes, die Analyse der Faszination für antike Stoffe im Film sowie die detaillierte Untersuchung der Handlung und der Charakterentwicklung des Protagonisten Marcus im untersuchten Film.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Great Depression, Antikenrezeption, Krisenbewältigung, moralische Stabilisierung, christliche Ethik und die Hollywood-Historie der 1930er Jahre.
Wie verändert der Protagonist Marcus sein Wertesystem im Verlauf des Films?
Marcus beginnt als rechtschaffener Schmied, der durch einen persönlichen Schicksalsschlag (Tod der Familie bei Armut) zynisch wird. Er strebt nur noch nach materiellem Reichtum und Macht. Erst am Ende, im Moment der Zerstörung Pompeiis, erkennt er die Bedeutung von Familie und christlicher Vergebung wieder.
Welche Funktion hat die Zerstörung Pompeiis im narrativen Kontext des Films?
Der Vulkanausbruch fungiert nicht nur als Spektakel, sondern als „reinigendes“ Ereignis. Er bietet eine Bühne für die finale moralische Läuterung des Helden und symbolisiert eine Art göttliche Gerechtigkeit, die den Kontrast zwischen den „Guten“ und den „Schuldigen“ auflöst.
- Citar trabajo
- Daniel Hartmann (Autor), 2016, Rezeption der Antike in Zeiten der "Great Depression" in den USA anhand des Films "The Last days of Pompeii" (1935), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366563