Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Sport - Médias et Communication

Vom Nationaltorwart zum Muskelprotz. Die Mediale Stigmatisierung von Tim Wiese

Titre: Vom Nationaltorwart zum Muskelprotz. Die Mediale Stigmatisierung von Tim Wiese

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2015 , 20 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Lukas Lohmer (Auteur)

Sport - Médias et Communication
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

In der vorliegenden Seminararbeit soll nun nicht nur die Entwicklung von Tim Wiese nachgezeichnet, sondern auch die damit einhergehende mediale Stigmatisierung analysiert und erklärt werden. Was bedeutet es medial stigmatisiert zu sein? Wie entsteht Medienstigmatisierung allgemein und im speziellen Fall Wiese, das heißt wie verlief die konkrete Genese und wie wurde damit umgegangen? Um diesen Fragen nachzugehen beziehungsweise um Antworten auf diese Fragen zu finden, muss erst einmal genau definiert werden, was unter Medienstigmatisierung überhaupt zu verstehen ist. Um dies zu leisten, wird im Folgenden der Begriff, im Sinne Erving Goffmanns, einführend definiert.

Im Januar 2014 schrieb die Sport-Satire-Website Mutti der Libero, dass Tim Wiese einen Vertrag als Pro-Wrestler beim marktführenden US-Unternehmen WWE unterschrieben hätte. Eine Meldung, der die Extrovertiertheit und Exzentrik zu Grunde liegt, die Tim Wiese schon zu aktiven Profisport-Zeiten ein wenig von der Masse seiner Kollegen abhob. Allerdings, zu der Zeit noch, ohne wahren Kern, ein konkretes Fundament oder auf irgendwelchen Meldungen beruhend, die in diese Richtung hätten gehen können. Ein aus der Luft gegriffener Scherz, sozusagen. Wenige Monate später, d.h. Ende Mai 2014, erschienen jedoch tatsächlich Bilder in der Öffentlichkeit, die einen optisch transformierten Tim Wiese zeigten, der deutlich an Muskelmasse zugenommen hat und dem Erscheinungsbild, welches man gemeinhin mit einem Wrestler in Verbindung bringt, sehr nahe kam. Die Wrestling-Assoziationen häuften sich. Jetzt nicht mehr aus der Luft gegriffen, sondern unmittelbar auf die visuelle Veränderung Wieses zurückzuführen. Doch damit nicht genug: Erneut gingen einige Monate ins Land und im September 2014 kursierten erste Meldungen, dass Tim Wiese tatsächlich über einen Professionswechsel in den Bereich des Wrestlings nachdenke und ein erstes Angebot der Wrestlingliga WWE bereits abgegeben wurde.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der „Stigma“-Begriff

3. Tim Wiese – Der Werdegang

4. Exkurs: Das Stigma „Wrestling“ / „Bodybuilding“

5. Die mediale Stigmatisierung Tim Wieses

5.1 Genese und die Rolle der Medien

5.2 Umgang und Folgen

6. Fazit

7. Anhang

7.1 Literaturverzeichnis

7.2 Internetquellen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Seminararbeit ist es, die berufliche Transformation von Tim Wiese vom Profifußballer zum Wrestler nachzuzeichnen und die damit einhergehende mediale Stigmatisierung theoretisch fundiert zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Medienstigmatisierung entsteht und welche Mechanismen im spezifischen Fall Wiese zur Ausgrenzung aus dem professionellen Fußballmilieu führten.

  • Grundlagen der Stigmaforschung nach Erving Goffman
  • Biografischer Werdegang von Tim Wiese und mediale Wahrnehmung
  • Soziologische Analyse der Stigmatisierung von Bodybuilding und Wrestling
  • Untersuchung der Rolle der Medien bei der Stigmatisierung des Ex-Torwarts
  • Diskussion von Stigmamanagement und Identitätsverlust im Sport

Auszug aus dem Buch

5.1. Genese und die Rolle der Medien

Die Rolle der Medien ist im Falle Tim Wiese konstitutiv, d.h. es ist angebracht in diesem Fall von einem Medienstigma, nicht von einem mediatisierten Stigma zu sprechen, denn: Eine Stigmatisierung konnte in der Form nur im Zusammenspiel mit einer boulevardesk-skandalisierenden Berichterstattung erfolgen. Auf die sportliche Degradierung des Fußballtorwarts Wiese folgte seine mediale Degradierung als Sportler und Mensch. Er rutschte aus der Sportrubrik in die Klatschspalten und wurde schließlich das Opfer einer zunehmenden Stigmatisierung. Öffentlicher Spot und satirische Seitenhiebe wechselten sich mit einer boulevardesken Berichterstattung und einem pseudo-empathischen Reflexion seines Werdegangs ab.

So schrieb das Sport-Portal www.sportal.de am 07.März 2013, wenige Monate, nachdem Tim Wiese aus dem Profikader der TSG Hoffenheim gestrichen wurde: Hoffenheim reagiert auf neue Verfehlungen: Wiese endgültig ausgemustert [...] Die Maßnahme des Vereins ist die Reaktion auf die Eskapaden Wieses außerhalb des Platzes. Nachdem der gebürtige Bergisch-Gladbacher vor wenigen Wochen bei einer Karnevals-Veranstaltung auffällig geworden war, soll dies am Mittwoch vergangener Woche beim Spiel des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen in der Mannheimer Arena gegen den TV Großwallstadt erneut der Fall gewesen sein.

Es wird über den Privatmann Tim Wiese berichtet, über sein Verhalten außerhalb des Platzes, nicht über seine Leistung im Spiel, nicht über sein Auftreten im Training, nicht über sportlich relevante Geschehnisse. Boulevard-Zeitschriften wie die BUNTE berichten über ihn oder auch die Online-Ausgabe von DER SPIEGEL, der ihn am 31. Januar 2015 als Kandidaten für das Trash-TV-Format „Ich bin ein Star, holt mich raus“ vorschlägt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den unerwarteten Wechsel von Tim Wiese zum Wrestling und stellt die Forschungsfrage zur medialen Stigmatisierung vor dem Hintergrund des Synchronizitätsprinzips.

2. Der „Stigma“-Begriff: Dieses Kapitel definiert den Stigma-Begriff nach Erving Goffman und erläutert verschiedene Stigma-Typen sowie die soziale Funktion von Stigmatisierung.

3. Tim Wiese – Der Werdegang: Es wird die sportliche Laufbahn von Wiese skizziert, wobei seine Entwicklung vom Publikumsliebling zum polarisierenden Sportler und schließlich zum Wrestler detailliert beschrieben wird.

4. Exkurs: Das Stigma „Wrestling“ / „Bodybuilding“: Dieser Abschnitt analysiert die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber Bodybuilding und Wrestling und deren Einstufung als „Sports Entertainment“.

5. Die mediale Stigmatisierung Tim Wieses: Hier wird der mediale Umgang mit Wiese untersucht, insbesondere die Rolle der Boulevardpresse bei der Konstruktion eines Stigmas durch die Fokussierung auf sein Privatleben statt seiner sportlichen Leistung.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Stigmatisierung eine Form der „self-fulfilling prophecy“ darstellt, und distanziert den Fall von einer klassischen Medienskandalisierung.

7. Anhang: Der Anhang enthält das Literaturverzeichnis und ein detailliertes Verzeichnis der verwendeten Internetquellen.

Schlüsselwörter

Tim Wiese, Stigmatisierung, Medienstigma, Wrestling, Bodybuilding, Soziologie, Erving Goffman, Identitätsverlust, Sportpublizistik, Boulevardmedien, Stigmamanagement, Profisport, Medienanalyse, Körperbild, Diskreditierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die mediale Stigmatisierung des ehemaligen deutschen Fußballtorwarts Tim Wiese im Zuge seines Karrierewechsels zum Wrestler.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die soziologische Stigmaforschung nach Erving Goffman, die Rolle boulevardesker Sportberichterstattung und die gesellschaftliche Wahrnehmung von Körperbildern im Profisport.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Genese der Stigmatisierung Wieses nachzuvollziehen und zu erklären, wie und warum er von Medien und Öffentlichkeit als „Pseudo-Sportler“ stigmatisiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretisch fundierte Analyse auf Basis der Stigmaforschung durchgeführt, die durch eine chronologische Auswertung von Medienberichten und Quellen untermauert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsdefinition, die biografische Skizze, eine soziologische Einordnung der Sportarten Bodybuilding und Wrestling sowie eine detaillierte Analyse des medialen Umgangs mit Wiese.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Stigmatisierung, Medienstigma, Tim Wiese, Identitätsverlust und Sportsoziologie charakterisieren.

Warum wird Wiese im Text als „Wiesling“ bezeichnet?

Der Begriff „Wiesling“ wird als ein Beispiel für die diskreditierende Etikettierung durch die Medien angeführt, die den Sportler von seiner einstigen Identität als „Riese“ zur tragischen Figur degradiert.

Inwiefern spielt der „Dschungelcamp-Desaster“-Artikel eine Rolle?

Dieser Artikel dient als Beleg für die boulevardeske Berichterstattung, die Wiese nicht mehr als Sportler, sondern als Unterhaltungsobjekt bzw. Kandidaten für Trash-TV darstellt.

Ist der Fall Wiese laut Autor ein Medienskandal?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Fall Wiese zwar eine Stigmatisierung aufweist, jedoch die notwendigen Kriterien eines Medienskandals, wie eine ausgeprägte Klimax oder emotionaler Ausnahmezustand, nicht erfüllt.

Wie geht Wiese mit seiner Stigmatisierung um?

Wiese praktiziert laut Arbeit ein aktives Stigmamanagement, indem er sich von seinem alten sozialen Umfeld (Fußball) distanziert und die stigmatisierte Identität (Wrestler/Bodybuilder) kulturell und körperlich annimmt.

Fin de l'extrait de 20 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Vom Nationaltorwart zum Muskelprotz. Die Mediale Stigmatisierung von Tim Wiese
Université
University of Siegen
Note
2,0
Auteur
Lukas Lohmer (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
20
N° de catalogue
V366579
ISBN (ebook)
9783668455504
ISBN (Livre)
9783668455511
Langue
allemand
mots-clé
Mediale Stigmatisierung Tim Wiese Wiesling Wrestling Sport WWE
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lukas Lohmer (Auteur), 2015, Vom Nationaltorwart zum Muskelprotz. Die Mediale Stigmatisierung von Tim Wiese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366579
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint