Lerntechniken und ihre Bedingungen


Hausarbeit, 2003

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition „Lernen“

3. Zwei Lernarten im Fokus
3.1. Das Lernen am Modell
3.2. Das Problemlösungslernen

4. Bedingungen im Zusammenhang mit Lerntechniken
4.1. Der Arbeitsplatz
4.2. Arbeitszeit und Tagesrhythmus
4.3. Die Motivation
4.3.1. Die positive Verstärkung
4.3.2. Die Ermutigung
4.3.3. Die Erfolgsmotivierung

5. Ernährung, Schlaf und körperlicher Ausgleich
5.1. Die Ernährung
5.2. Das Schlafbedürfnis
5.3. Der körperliche Ausgleich

6. Die Lerntechniken
6.1. Regeln auswendig lernen
6.2. Das Schreiben von Aufsätzen
6.3. Texte bearbeiten
6.4. Umgang mit Hausaufgaben
6.5. Lernen durch Lehren

7. Schlusswort

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Lernpsychologische Probleme des Unterrichts“, wird sich der folgende Beitrag mit verschiedenen Arten von Lerntechniken auseinandersetzen.

Man könnte sich an dieser Stelle fragen, welchen Grund es geben kann das „Feld Lern-

techniken“ thematisieren zu wollen. Ausgehend davon, dass Lerntechniken einen wichtigen Bestandteil des „Lernens“ darstellen und eben dieses uns ein Leben lang begleitet, findet man schnell eine Antwort auf die Frage.

Darüber hinaus scheinen Deutschlands Schüler im Ländervergleich Defizite im Bereich des Lernens und somit auch der Technik des Lernens zu haben, was die PISA-Studie aufzeigte. Die Folgen sind für die betreffenden Schüler gravierend. Denn schlechte Noten und somit schlechte Abgangszeugnisse, bedeuten eine erhebliche Verminderung der beruflichen Perspektive, bis hin zur Arbeitslosigkeit. Es sollte zu denken geben, dass große Firmen, wie unter anderem die BASF, ihren Auszubildenden in der Anfangszeit der Ausbildung Kurse anbieten, welche Ausdrucks- und Rechtschreibkenntnisse verbessern sollen.

Blickt man nun zurück auf unser vorliegendes Thema „Lerntechniken“, sieht man dieses in einem neuen Licht.

Ein weiterer Aspekt wären die Bedingungen von denen Lerntechniken abhängig sind. Was hilft die beste Technik, wenn die dazu gehörenden Bedingungen oder auch Voraus-setzungen nicht gegeben sind. Ein nicht zu unterschätzendes Beispiel hierfür stellt die „Motivation“ dar. Ist der Schüler nicht motiviert, wird ihm die beste Lerntechnik nicht den erwünschten Erfolg bringen. Es werden nicht alle Bedingungen innerhalb des folgenden Beitrages erläutert werden können, doch wird versucht werden die hauptsächlichen aufzugreifen.

Im Anschluss daran findet eine Vorstellung ausgesuchter, spezieller Lerntechniken statt. Auch hier muss erwähnt werden, dass es der Lerntechniken viele gibt und nur ein Ausschnitt dieser möglich sein wird.

2. Definition „Lernen“

Lernen bedeutet eine ständige Veränderung unserer Persönlichkeit und unserer Fähigkeiten

innerhalb unseres Lebens. So findet man folgende Definition zum Begriff „Lernen“:

„Lernen wird in der Psychologie definiert als eine dauerhafte (im Gegensatz zu einer vorübergehenden) Änderung des Verhaltens und von Verhaltenspotentialen, die durch Übung (im Gegensatz etwa Reifung, Prägung oder Krankheit) erfolgt (Quelle:paedpsych.jk.uni-linz.ac.at).

Berücksichtigt werden muss hier, dass es sich um dauerhafte Veränderungen handelt, im Gegensatz zu temporalen, welche vorübergehend sind.

Des Weiteren muss eine Abgrenzung zu den Begriffen Reifung, Prägung oder auch Krank- heit erfolgen. Dies soll am Beispiel der Reifung verdeutlicht werden:

Mit dem Eintritt in die Pubertät, kommt ein Junge in den Stimmbruch, woraufhin er tiefer spricht. Dies ist keine Veränderung hervorgerufen durch einen Lernprozess, sondern beruht auf einen Reifeprozess den der Junge erfuhr.

Nun nehmen wir an der Junge beginnt Inliner zu fahren. Anfänglich ist er noch unsicher, doch nach einiger Zeit bewegt er sich recht geschickt. Dies würde eine Veränderung seiner motorischen Fähigkeiten darstellen, in Form eines Lernzuwachses und wäre somit das Ergebnis eines Lernprozesses. Er hat innerhalb seiner Gleichgewichtssteuerung und seiner körperlichen Beweglichkeit dazugelernt (Kaiser, A./Kaiser, R. 1998, S.138).

Mit Blick auf das Thema „Lerntechniken“ ist festzustellen, dass diese innerhalb eines Reifeprozesses oder auch innerhalb des Lernens durch Prägung, keine Rolle spielen würden und können. Lernen durch Prägung oder Reifung vollzieht sich unabhängig von Lerntechniken. Hingegen das bewusste, gezielte Lernen von Lerntechniken profitieren kann.

3. Zwei Lernarten im Fokus

3.1. Das Lernen am Modell

„Unter Lernen am Modell versteht man die Aneignung von Verhaltensweisen, die bei anderen Personen beobachtet werden. Die beobachtete Person ist das Modell, der Lernende ist der Beobachter“ (Kaiser, A./Kaiser, R. 1998, S.147).

Das Lernen am Modell wird auch als Beobachtungslernen, Nachahmungslernen oder als soziales Lernen bezeichnet. Der Lernablauf lässt sich in die vier folgenden Teilprozesse untergliedern:

(1) Aufmerksamkeitsprozesse

Das Modell wird durch den Beobachter „studiert“ und dabei bewusst wahr- genommen.

(2) Gedächtnisprozesse

Die beobachteten Verhaltensweisen werden im Gedächtnis symbolisch gespeichert.

(3) Motorische Reproduktionsprozesse

Das beobachtete und symbolisch gespeicherte Verhalten wird nachgeahmt.

(4) Verstärkungsprozesse

Die Nachahmung kann verstärkt werden, zum Beispiel durch Lob oder Anerkennung dieser.

Ein Beispiel für das Lernen am Modell innerhalb der Schule:

Im Sportunterricht zeigt der Lehrer den Schülern die Technik des „Bockspringens“. Der Lehrer ist zu diesem Zeitpunkt das Modell, die Schüler die Beobachter. Sie schauen genau zu und versuchen sich den Ablauf einzuprägen. An dieser Stelle befinden sie sich innerhalb des Aufmerksamkeitsprozesses. Nun fordert der Lehrer die Schüler auf es selber zu probieren, also sein Verhalten zu reproduzieren. Hier beginnt der motorische Reproduk-tionsprozess. Anschließen könnte sich jetzt ein Verstärkungsprozess. Dieser kann positiv,

aber auch negativ erfolgen. Positiv verstärkend wäre ein Lob des Lehrers „Das hast du sehr gut gemacht, weiter so“. Doch der Lehrer kann durchaus auch negativ verstärkend reagieren, beispielsweise mit den Worten „Du scheinst nicht zugehört zu haben, aus dir wird nie ein Sportler“.

Die dritte Möglichkeit wäre eine ausbleibende Reaktion des Lehrers, was bedeuten würde, dass kein Verstärkungsprozess, ob positiv oder negativ, stattfinde würde.

3.2. Das Problemlösungslernen

„Im Gegensatz zur Theorie des Reiz-Reaktions-Lernens kann vorausgesetzt werden, dass der Mensch vor allem aufgrund von sinnhaften und sprachlich vermittelten Vorstellungen (Denken) lernt. Insbesondere beim Lösen von Problemen wird deutlich, dass diese Lernform von Denkprozessen begleitet ist. In Gedanken wird das Problem lokalisiert, präzisiert, werden Lösungswege entworfen, geprüft und schließlich zur richtigen Lösung hin weitergedacht“ (Kaiser, A./Kaiser, R. 1998, S.136).

Ebenso wie das im vorherigen Kapitel beschriebene „Lernen am Modell“, lässt sich auch das „Problemlösungslernen“ in verschiedene Phasen einteilen:

Phasen des Problemlösungslernens:

1) Auftreten eines Problems
2) Identifizierung (Lokalisierung und Präzisierung) des Problems
3) Versuche zu einer möglichen Lösung
4) Logische Entwicklung der Konsequenzen des Versuchs
5) Annahme oder Bestätigung des Lösungsentwurfes

Im Folgenden sollen die einzelnen Phasen näher erläutert werden:

Zu 1)

Mit dem Auftreten eines Problems, stellt sich bei der betroffenen Person die so genannte

kognitive Dissonanz“ (Festinger) ein. Diese lässt sich auch als von dem Betroffenen empfundener „gedanklicher Spannungszustand“ erklären (Kaiser, A./Kaiser, R. 1998, S.133). Um diesen Spannungszustand zu beheben, setzt nun ein Lösungsbestreben ein, welches Aufmerksamkeit und Fragebereitschaft weckt.

Innerhalb des schulischen Lernens wird diese Situation oft durch die geplante Unterrichts- methode künstlich erzeugt. Dies soll sowohl den Aufmerksamkeitsprozess, als auch die Fragebereitschaft der Schüler stimulieren. Man findet diese Methode auch unter der Bezeichnung „Motivation durch problemorientierten Einstieg“.

Zu 2)

In dieser Phase erfolgt eine „zusätzliche Präzisierung des Problems“ (Kaiser, A./Kaiser, R. 1998, S.134).

Sie ist besonders erforderlich, wenn lediglich eine Empfindung einer Problemsituation Gegenstand ist. Metaphorisch gesprochen kann man es als Diagnose des Krankheitsbildes bezeichnen, um daraufhin zur Therapiephase wechseln zu können.

Ein Beispiel aus dem schulischen Bereich stellen Disziplinprobleme innerhalb des Unterrichts dar. Es muss hier hinterfragt werden aus welchem Bereich die Probleme stammen, ob von Seiten der Schüler, des Lehrkörpers oder des Unterrichtsstoffes.

Zu 3)

Diese Phase ist die produktive Phase innerhalb des Lernprozesses. Unterschiedliche Faktoren können hier von Bedeutung sein.

Ein „Aha-Erlebnis“ kann zu ersten Lösungsversuchen führen. Häufiger jedoch gehen dem erste vage Lösungsansätze voraus, welche miteinander verglichen werden. Diese Lösungsversuche beleuchten das Problem aus verschiedenen Perspektiven. Vorerfahrun-

gen, welche sich sowohl positiv, als auch negativ auf die Hypothesenbildung auswirken können, spielen in dieser Phase eine zentrale Rolle.

Hat der Lehrer mit einem Schüler Probleme und erfährt von Kollegen ähnliches, kann sich dies eventuell negativ auf die Lösung des Problems auswirken.

Zu 4)

Ist die Entscheidung für einen Weg des Problemlösens gefallen, wird die Lösung in ihrer Implikation weitergedacht und geprüft. Es werden Überlegungen zu Stimmigkeit, Stichhaltigkeit, Tragfähigkeit und zu anschließenden Konsequenzen unternommen.

Zu 5)

Es ist die Phase der Entscheidung. Ein letztes überprüfen der Lösung findet statt. Dies kann sehr unterschiedlich erfolgen:

- Vergleichen von Quellen
- Vergleichen von Aussagen
- Vergleichen von Dokumenten
- Durchführung eines Experimentes

Im Falle der Disziplinschwierigkeiten innerhalb des Unterrichts, wäre das Lehrer-Schüler Gespräch eine Möglichkeit zur Überprüfung.

4. Bedingungen im Zusammenhang mit Lerntechniken

Auch Lerntechniken sind wie so vieles anderes von bestimmten Bedingungen abhängig. Wie schon eingangs erwähnt, nutzt die beste Lerntechnik nichts, wenn sie unter falschen Bedingungen angewandt wird. Aus diesem Grunde wird man sich an dieser Stelle mit einigen von ihnen auseinander zu setzen haben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Lerntechniken und ihre Bedingungen
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Psychologie)
Veranstaltung
Lernpsychologische Probleme im Unterricht
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
30
Katalognummer
V36681
ISBN (eBook)
9783638362320
Dateigröße
610 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lerntechniken, Bedingungen, Lernpsychologische, Probleme, Unterricht
Arbeit zitieren
Christina Schulz (Autor:in), 2003, Lerntechniken und ihre Bedingungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36681

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