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Das Phänomen der Boulevardisierung in der deutschen Qualitätspresse

Title: Das Phänomen der Boulevardisierung in der deutschen Qualitätspresse

Term Paper , 2014 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ariadne Stickel (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Nachdem das Thema der Kommerzialisierung in der Berichterstattung des Fernsehens seit Bestehen des dualen Rundfunksystems Mitte der 80er Jahre nun schon seit Jahrzehnten für Diskussionsstoff sorgt, werden seit geraumer Zeit zunehmend kritische Stimmen laut, die der Qualitätspresse vorwerfen, sich mittels der Boulevardisierung den kommerziellen Erfolg zum Zweck und Ziel zu machen. Auch einzelne Studien, die im Laufe der vergangenen Jahre hauptsächlich zur thematischen Sensationalisierung der Medieninhalte in Europa durchgeführt wurden konstatieren diese Entwicklung. Mit Begriffen der »Infotainisierung«, »Trivialisierung« und vor allem der »Boulevardisierung« wird dabei nicht sparsam umgegangen, während eine ganzheitliche Betrachtung des Boulevardisierungskonzepts häufig auf der Strecke bleibt.

Um diesbezüglich zu aussagekräftigen, gültigen Aussagen zu gelangen ist ein unvoreingenommener Ausgangspunkt der Forschung eine notwendige Voraussetzung. Dulinski merkt an, dass durch eine normativ voreingenommene Haltung der Forscher z. T Validitätsprobleme entstehen. Folglich ist es unabdingbar, beim Erfassen des Sensationalismus‘ als diskursiver Strategie und Hauptmerkmal der boulevardistischen Berichterstattung weit mehr Indikatoren hinzuzuziehen als dies weithin üblich ist.

So ergibt sich die Frage, ob unter Berücksichtigung der von Dulinski vorgeschlagenen Aspekte und der Hinzuziehung von weiteren Indikatoren, das Anprangern der zunehmenden Boulevardisierung in der Qualitätspresse tatsächlich gerechtfertigt und begründet ist. Stützt eine ganzheitliche Betrachtung die empirisch weiterhin wenig erforschte These der zunehmenden Boulevardisierungsmerkmale in den Qualitätsmedien? Um sich dieser Frage anzunähern, werde ich im ersten Teil dieser Arbeit zunächst den theoretischen Hintergrund des Boulevardisierungskonzepts erläutern, um dieses anschließend anhand von aktuellen Studien zu prüfen, die zur Boulevardisierung in der Qualitätspresse in Deutschland vorliegen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der theoretische Hintergrund der Boulevardisierung

2.1 Der schwammige Begriff der Boulevardisierung

2.2 Begriffsklärung

2.3 Das Boulevardisierungskonzept

3 Studienergebnisse zur Boulevardisierung in deutschen Qualitätszeitungen

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Boulevardisierung in der deutschen Qualitätspresse und geht der Forschungsfrage nach, ob die viel diskutierte These einer zunehmenden Boulevardisierung empirisch haltbar ist oder ob es sich dabei um eine unbegründete Befürchtung handelt.

  • Theoretische Grundlagen des Boulevardisierungskonzepts
  • Indikatoren für boulevardeske Berichterstattung
  • Empirische Untersuchung anhand von Langzeitstudien
  • Vergleich von regionalen und überregionalen Qualitätsmedien
  • Qualitätsdiskurs im Journalismus

Auszug aus dem Buch

2.3 Das Boulevardisierungskonzept

Um Licht ins Dunkel dieses Forschungsfeldes zu bringen, erscheint es bei der Untersuchung des Boulevardisierungskonzepts sinnvoll die unter anderem von Dulinski (2003) vorgeschlagenen drei Teilkomponenten Formales, Sprachliches und Inhaltliches zu unterscheiden.

Form: unter diesen Teilbereich fällt die optische Gestaltung des Blattes, die in Boulevardzeitungen hauptsächlich aus scheinbar willkürlich und bunt angeordnetem, plakativem, großflächigem Bildmaterial, viel Einsatz von Farbe und fettgedruckten, knallig, kurzen Überschriften besteht (vgl. Dulinski 2003:80, 247). Der Schwerpunkt liegt also auf der ausgeprägten Visualisierung, wodurch sich folglich auch die Artikellänge verkürzt (vgl. Landmeier/Daschmann 2011:178). Dieses Maximum an visuellen Reizeffekten tritt besonders ausgeprägt auf der Titelseite auf, da diese ja täglich aufs Neue als Werbefläche für das eigene Blatt dienen muss, um die Passanten zum Kauf zu ermutigen (vgl. Dulinski 2003:80, 247).

Sprache: die Sprache eines Boulevardblattes ist durch ihre umgangssprachliche, einfache Ausdrucksweise gekennzeichnet, die sich vorzugsweise der Adjektive und malerischen Worte bedient (vgl. Landmeier/Daschmann 2011:178). Die Grammatik ist bei ausgeprägter Interpunktion einfach gehalten, verzichtet auf Konjunktive sowie die Vermittlung komplexer Zusammenhänge und schafft so eine verkürzte Realität, wodurch ein Wertkonflikt zwischen Leser und Zeitung vermieden wird (vgl. Dulinski 2003:245f). Sowohl Form als auch Sprache des Sensationsjournalismus als diskursive Strategie zielen in erster Linie darauf ab, die »niederen« Instinkte beim Menschen anzusprechen und Gefühle zu evozieren (vgl. ebd.:80). Das Hervorrufen von Emotionen geschieht beispielsweise durch wertende, affektive Sprache, bei der postitive bzw. negative Ereignisse besonders hervorgehoben werden (vgl. Landmeier/Daschmann 2011:179). Dulinski (2003:80-85) nennt in diesem Zusammenhang folgende weitere wesentliche Indikatoren, die durch diskursive Strategien gezielt zur Aktivierung der Emotionen des Lesers führen sollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Boulevardisierung ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung für den deutschen Nachrichtenjournalismus.

2 Der theoretische Hintergrund der Boulevardisierung: Hier werden Definitionen und das wissenschaftliche Konzept der Boulevardisierung anhand der drei Dimensionen Form, Sprache und Inhalt dargelegt.

3 Studienergebnisse zur Boulevardisierung in deutschen Qualitätszeitungen: In diesem Kapitel werden empirische Langzeitstudien ausgewertet, um zu prüfen, ob Boulevardisierungsmerkmale in der Qualitätspresse tatsächlich zunehmen.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass sich die These eines Qualitätsverlustes durch Boulevardisierung empirisch nicht eindeutig bestätigen lässt und ordnet die Ergebnisse in den medialen Wandel ein.

Schlüsselwörter

Boulevardisierung, Qualitätspresse, Sensationsjournalismus, Medienwandel, Infotainisierung, Journalistische Standards, Langzeitstudie, Inhaltsanalyse, Hard News, Soft News, Medienökonomie, Boulevardpresse, Diskursive Strategien, Politische Berichterstattung, Medienqualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Phänomen der Boulevardisierung und dessen Auswirkungen auf die Berichterstattung in deutschen Qualitätsmedien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die theoretische Definition von Boulevardisierung sowie deren empirische Überprüfung anhand formaler, sprachlicher und inhaltlicher Kriterien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob der Vorwurf eines zunehmenden Qualitätsverlusts in der deutschen Qualitätspresse aufgrund boulevardesker Strategien durch empirische Daten gestützt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Sekundärauswertung mehrerer quantitativer Langzeit-Inhaltsanalysen von Tageszeitungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs und eine anschließende Prüfung anhand konkreter Studienergebnisse zur Sächsischen Zeitung und zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Boulevardisierung, Qualitätspresse, Medienwandel und Inhaltsanalyse charakterisieren.

Wird durch die Ergebnisse der Boulevardisierungstrend bestätigt?

Nein, die untersuchten Langzeitstudien zeigen keinen Beleg für eine flächendeckende Boulevardisierung, die den Funktionsauftrag der Qualitätspresse gefährden würde.

Spielen wirtschaftliche Faktoren bei der Boulevardisierung eine Rolle?

Ja, der Konkurrenzdruck und die Ressource Aufmerksamkeit zwingen Medien dazu, neue Strategien zu entwickeln, was teilweise zu einer moderaten Anpassung von Stilelementen führt.

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Details

Title
Das Phänomen der Boulevardisierung in der deutschen Qualitätspresse
College
Free University of Berlin
Grade
1,7
Author
Ariadne Stickel (Author)
Publication Year
2014
Pages
15
Catalog Number
V366901
ISBN (eBook)
9783668455900
ISBN (Book)
9783668455917
Language
German
Tags
phänomen boulevardisierung qualitätspresse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ariadne Stickel (Author), 2014, Das Phänomen der Boulevardisierung in der deutschen Qualitätspresse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366901
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