Die Bezugsbasis Volkswirtschaft der Bundesrepublik Deutschland kann sich anhand verschiedener Kriterien in Teilmengen differenzieren lassen. Dabei haben sich zwei Hauptkriterien als besonders sinnvoll für Theorie und Politik herausgebildet: die Einteilung nach Regionen und die hier zu behandelnde Einteilung nach Sektoren. Das statistische Bundesamt teilt in einer ersten Gliederungsstufe die Volkswirtschaft in drei Sektoren ein: den primären, sekundären und tertiären Sektor. Weiter differenziert, wird unter dem primären Sektor die Land- und Forstwirtschaft, Energie, Wasserversorgung und der Bergbau verstanden, also diejenigen Wirtschaftsbereiche, in denen der Boden als Produktionsfaktor vorherrscht und die erzeugten Güter lebensnotwendig sind. Der sekundäre Sektor setzt sich aus dem verarbeitendem Gewerbe und dem Baugewerbe zusammen; hier herrscht das Kapital als Produktionsfaktor vor und die erzeugten Güter sind nicht lebensnotwendig. Der tertiäre Sektor umfasst alle privaten und öffentlichen Dienstleistungen, vorherrschend als Produktionsfaktor ist die Arbeit. Die erzeugten Güter sind wie beim sekundären Sektor nicht lebensnotwendig. Mein Tätigkeitsunternehmen, die Thyssen Henschel Industrietechnik GmbH (kurz: THIT), wird als Produzent von Investitionsgütern dem sekundären Sektor (dem verarbeitenden Gewerbe) zugeordnet. Wird der sekundäre Sektor weiter in der Sprache des statistischen Bundesamtes differenziert, kann die THIT dem Bereich Maschinenbau zugeordnet werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Entwicklung des Wirtschaftssektors, in dem der Praktikumsbetrieb tätig ist
1.1. Allgemeine Differenzierung – Die Drei-Sektoren-Theorie
1.1.1. Messung der Struktur und Bedeutung von Sektoren mittels Indikatoren
1.1.2. Hypothese von Jean Fourastié
1.2. Der sekundäre Sektor
1.2.1. Entwicklung des sekundären Sektors im Zeitablauf
1.2.2. Entwicklung des Teilbereichs Maschinenbau im Zeitablauf
1.3. Zusammenfassende Würdigung
II. 2. Produktionsprogramm und Marktstellung der Thyssen Henschel Industrietechnik GmbH
2.1. Allgemeines
2.1.1. Geschichte des Standortes Kassel
2.1.2. Die Thyssen Henschel Industrietechnik GmbH (THIT)
2.2. Produktionsprogramm
2.2.1. Antriebstechnik
2.2.2. Mischtechnik
2.2.3. Handhabungstechnik
2.3. Marktstellung
2.3.1. Antriebstechnik
2.3.2. Mischtechnik
2.3.3. Handhabungstechnik
2.4. Ausblick
III. Tätigkeitsbericht
3.1. Aufgaben der Abteilung IVC
3.2. eigene Tätigkeit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Strukturwandel von Wirtschaftssektoren und untersucht den Praktikumsbetrieb, die Thyssen Henschel Industrietechnik GmbH (THIT), im Kontext des sekundären Sektors. Das Ziel ist es, die Marktposition der THIT anhand differenzierter Analysen zu bewerten und die im Praktikum ausgeübten Tätigkeiten im internen Rechnungswesen wissenschaftlich einzuordnen.
- Strukturanalyse von Volkswirtschaften anhand der Drei-Sektoren-Theorie
- Entwicklung und Marktsituation des Teilbereichs Maschinenbau
- Produktionsprogramm und Wettbewerbsanalyse der Thyssen Henschel Industrietechnik GmbH
- Praktische Anwendungen im Controlling und Kostenrechnungswesen mittels SAP R/3
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Messung der Struktur und Bedeutung von Sektoren mittels Indikatoren
Soll die Struktur einer Volkswirtschaft gemessen werden, bedarf es Indikatoren, also Messgrößen zur Beurteilung des Bedeutungsanteils. Diese können mengen- oder wertmäßig, bzw. input- oder outputorientiert bestimmt werden. Vier wichtige Größen haben sich im Lauf der Zeit herausgebildet: eingesetzte Arbeitskräfte (als Input- Mengengröße), Wertschöpfung (als Input- Wertgröße), erzeugte Gütereinheiten (als Output Mengengröße) und Umsatz (als Output- Wertgröße).
Im folgenden wird die Zahl der eingesetzten Arbeitskräfte als Indikator eingesetzt, aus zwei Günden: 1. Würde sich an einer Outputgröße orientiert, hätte man die Schwierigkeit der Messung und unterschiedlich vorliegendes Zahlenmaterial (in Tonnen, Stück, usw.). Darüber hinaus liegen bei der Input-Größe „Zahl der eingesetzten Arbeitskräfte“ differenzierte Daten vor, die teilweise in Vollerhebung ermittelt wurden und daher relativ sicher sind. 2. Die Orientierung an einer Wertgröße bringt die Schwierigkeit mit sich, dass sich aufgrund Inflation und Währungsumstellungen das vorliegende Zahlenmaterial nur schwer in heutige Werte umrechnen lässt. Eine Mengengröße hingegen ist invariant gegenüber Inflation und Währungsreformen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Entwicklung des Wirtschaftssektors, in dem der Praktikumsbetrieb tätig ist: Dieses Kapitel erläutert die Drei-Sektoren-Theorie und die Hypothese von Jean Fourastié, um den Strukturwandel von Volkswirtschaften sowie den Maschinenbau als Teil des sekundären Sektors historisch einzuordnen.
II. 2. Produktionsprogramm und Marktstellung der Thyssen Henschel Industrietechnik GmbH: Das Kapitel detailliert die Unternehmenshistorie am Standort Kassel sowie die spezifischen Produktbereiche Antriebs-, Misch- und Handhabungstechnik inklusive einer fundierten Wettbewerbsanalyse.
III. Tätigkeitsbericht: Der Abschnitt beschreibt die Aufgaben der Abteilung IVC und reflektiert die eigenen Projektarbeiten des Autors, insbesondere die Einrichtung von Zyklen zur Raumkostenverrechnung im SAP R/3 System.
Schlüsselwörter
Drei-Sektoren-Theorie, Maschinenbau, Thyssen Henschel Industrietechnik GmbH, Strukturwandel, Produktionsprogramm, Marktanteil, Wettbewerbsanalyse, Kostenrechnung, SAP R/3, Raumkostenverrechnung, Gemeinkosten, Investitionsgüter, Industrialisierung, Industriekultur, Controlling
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Einordnung eines speziellen Industriebetriebs, der Thyssen Henschel Industrietechnik GmbH, in den makroökonomischen Kontext der Sektorenentwicklung und analysiert gleichzeitig die praktische Arbeit des Autors im betrieblichen Rechnungswesen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der wirtschaftstheoretischen Sektorenanalyse, der detaillierten Marktdarstellung spezifischer technischer Produktgruppen und der Anwendung von Controlling-Instrumenten in einem produzierenden Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Strukturwandel im Maschinenbau zu belegen, die Marktposition der THIT anhand von Wettbewerbsdaten zu evaluieren und die im Praktikum gewonnenen Erkenntnisse über Kostenstellenstrukturen praxisnah zu verarbeiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Der Autor nutzt deskriptive statistische Analysen der Beschäftigungszahlen sowie komparative Marktanalysen basierend auf Wettbewerbsstudien und wendet betriebswirtschaftliche Methoden der Kostenrechnung an.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Sektorenentwicklung, die spezifische Unternehmens- und Marktanalyse der THIT und einen detaillierten Tätigkeitsbericht über Controlling-Prozesse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Drei-Sektoren-Theorie, Maschinenbau, Wettbewerbsanalyse, SAP R/3, Raumkostenverrechnung und Investitionsgüter.
Warum spielt die Raumkostenverrechnung eine wichtige Rolle im Praktikumsbericht?
Sie dient als konkretes Fallbeispiel für die Anwendung des EDV-Systems SAP R/3 zur effizienten Verteilung von Gemeinkosten auf die verschiedenen Kostenstellen des Unternehmens.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der internationalen Arbeitsteilung auf das Unternehmen?
Er beschreibt die Verlagerung von Baugruppenfertigungen ins Ausland als notwendige Reaktion auf hohen Wettbewerbsdruck und Kostennachteile, um die Defizite in den Produktbereichen zu beheben.
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- Andreas Reichhardt (Author), 2001, Entwicklung des industriellen Sektors und des Standortes Kassel-Mittelfeld, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36690