Im Folgenden wird das Bildungssystem länderübergreifend und die damit verbundenen Chancen im späteren Berufsleben genauer analysiert und besonders die Relationen zwischen den verschiedenen Schularten und den späteren Berufsmöglichkeiten betrachtet.
In den Medien wird das Thema Bildung und berufliche Chancengleichheit immer wieder aufgegriffen. Bei diesen Beiträgen liest man jedoch selten positives. „Der deutsche Pisa-Aufstieg ist gestoppt - warum?“ oder „Abitur oder Realschulabschluss bevorzugt: Hauptschüler bekommen keine Lehrstellen“.
Seit den positiven Resultaten der finnischen Schüler bei den PISA Studien wird das deutsche und das finnische Bildungssystem verstärkt verglichen. Dieser Vergleich mit einem skandinavischen Bildungssystem ist jedoch nicht neu für Deutschland. Bereits in den 1960er und 70er Jahren, in der damaligen Gesamtschuldiskussion, richtete sich der Blick nach Norden. Damals stand jedoch, anders als heute, Schweden im Mittelpunkt.
Der nun auf Finnland gerichtete Fokus wird auf den wahrgenommenen Erfolg des finnischen Bildungssystems und der finnischen Wirtschaft bzw. Gesellschaft begründet. Jedoch gibt es nicht nur positive Stimmen, bezogen auf das finnische Bildungssystem „Finnlands Pisa-Wunder entpuppt sich als Irrtum“.
Neben den Allgemeinen, rein bildungsgetriebenen Faktoren, wird das deutsche Bildungssystem als ungerecht und unsozial angesehen. So haben es Kinder aus bildungsfernen Schichten als auch Kinder mit Migrationshintergrund sehr schwer, die optimale Förderung für einen guten Bildungsabschluss zu erhalten. In keinem Land hängt der Bildungserfolg der Kinder so stark vom sozialen Level der Eltern ab wie in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
2 Datensatz
2.1 Datenanalyse
3 Ergebnisse
4 Diskussion
4.1 Fazit
5 Literaturverzeichnis
Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Bildungsniveaus sowie der nationalen Herkunft (Deutschland versus Finnland) auf die berufliche Chancengleichheit, wobei der Fokus exemplarisch auf der Berufsgattung der Manager liegt, um die Auswirkungen unterschiedlicher Bildungssysteme statistisch zu analysieren.
- Vergleichende Analyse der Beschäftigungszahlen in Deutschland und Finnland (2000–2014)
- Anwendung statistischer Verfahren wie der mehrfaktoriellen Varianzanalyse (ANOVA)
- Bewertung der Chancengleichheit in Abhängigkeit vom ISCED-Bildungsniveau
- Untersuchung der strukturellen Besonderheiten des finnischen Bildungssystems
Auszug aus dem Buch
4 Diskussion
Die zu Beginn formulierte Hypothese, dass das Land und das Bildungslevel keinen signifikanten Einfluss auf die berufliche Chancengleichheit haben, wird durch die Ergebnisse der Analyse verworfen. Dies wird vor allem bei der Betrachtung des Interaktionsplots (vgl. Abbildung 1) als auch des Boxplots (vgl. Abbildung 2) deutlich, als auch durch den P-Wert > 0,0001 des Signifikansniveaus von 5%. Des Weiteren wird der F-Wert, welcher bei Bestätigung der Hypothese nahe 1 liegen sollte, als Indikator für die Verwerfung der Hypothese herangezogen. Dieser liegt bei bei 8,925 liegt.
In beiden Plots ist deutlich zu erkennen, dass finnische Schüler eine signifikant höhere Chance haben als Manager beschäftigt zu werden als deutsche Schüler. Hiervon sind vor allem die Level 0-2 als auch die Level 5-8 betroffen. In beiden genannten Levelgruppen unterscheiden sich die Mittelwerte Finnlands signifikant von den Mittelwerten Deutschlands. Im Level 3-4 ist dieser Effekt jedoch nicht vorhanden, dies bedeutet, dass in Finnland als auch in Deutschland ähnlich viele Personen aus diesem Bildungslevel als Manager beschäftigt sind.
Diese Signifikanz kann vor allem auf den Aufbau und sowie die Ausrichtung des finnischen Bildungswesens zurückgeführt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Bildungsdebatte und Definition der Forschungsfrage sowie der Nullhypothese hinsichtlich der beruflichen Chancengleichheit.
2 Datensatz: Darstellung der verwendeten Datenbasis aus den Jahren 2000 bis 2014 sowie Erläuterung der Kategorisierung nach dem ISCED-Standard und der methodischen Vorgehensweise.
3 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertung mittels ANOVA, inklusive der Berechnung von Mittelwerten und Standardabweichungen für die verschiedenen Bildungsstufen.
4 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext des finnischen und deutschen Bildungssystems sowie kritische Betrachtung der festgestellten Unterschiede.
4.1 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Analyseergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der beruflichen Chancengleichheit in den betrachteten Ländern.
5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen, Publikationen und statistischen Datenbanken.
Anhang: Dokumentation der ergänzenden Abbildungen und der verwendeten statistischen Software-Outputs (R/SAS).
Schlüsselwörter
Bildungssystem, Chancengleichheit, Deutschland, Finnland, Manager, ISCED, Varianzanalyse, ANOVA, Beschäftigungszahlen, Arbeitsmarkt, Bildungsniveau, Datenanalyse, Statistik, R, SAS
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie sich das Bildungssystem und das erreichte Bildungsniveau auf die beruflichen Chancen von Managern in Deutschland und Finnland auswirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen der internationale Bildungsvergleich, die statistische Modellierung von Beschäftigungsdaten und die Analyse sozialer Gerechtigkeit innerhalb von Bildungssystemen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Prüfung der Hypothese, ob nationale Bildungssysteme und Bildungsstufen einen signifikanten Einfluss auf die berufliche Chancengleichheit in der Berufsgruppe der Manager haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die mehrfaktorielle Varianzanalyse (ANOVA) zur Auswertung der Daten, unterstützt durch statistische Softwareprogramme wie R und SAS.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Aufbereitung des Datensatzes, die Durchführung der statistischen Analysen (ANOVA), die grafische Darstellung der Ergebnisse und die kritische Diskussion der Befunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bildungsniveau, Chancengleichheit, Deutschland, Finnland, Varianzanalyse und ISCED-Klassifizierung charakterisiert.
Warum wurde die Berufsgruppe der Manager gewählt?
Die Berufsgattung wurde gewählt, da diese zumeist einen hohen Bildungsabschluss erfordert und somit als aussagekräftiger Indikator für den Zusammenhang zwischen Bildung und beruflicher Position dient.
Welches Fazit zieht der Autor hinsichtlich der Chancengleichheit?
Der Autor erkennt in Finnland eine deutlich größere berufliche Chancengleichheit als in Deutschland, führt dies jedoch auf den staatlich geförderten Zugang zu hochwertiger Bildung zurück.
Gibt es Auffälligkeiten in den Daten für Deutschland?
Ja, die Daten zeigen, dass Deutschland im Vergleich zu Finnland eine konstantere Beschäftigungsrate über den Zeitraum von 2000 bis 2014 aufweist, was auf eine höhere Vorhersagbarkeit hindeutet.
- Arbeit zitieren
- Jan Saam (Autor:in), 2017, Auswirkungen des Bildungssystems auf die berufliche Chancengleichheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366956