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Straßennamen. Eine Geschichtsdidaktische Perspektive am Beispiel Köln

Titre: Straßennamen.  Eine Geschichtsdidaktische Perspektive am Beispiel Köln

Dossier / Travail , 2016 , 18 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Kim Victoria Gistel (Auteur)

Didactique - Histoire
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der soziologisch-kulturellen Perspektive in Bezug auf Straßennamen und ihren didaktischen Nutzen für das Geschichtsbewusstsein der Gesellschaft. Die Funktionen von Straßennamen sind zweigeteilt. Erstens fungieren sie in ihrer Hauptbedeutung als Orientierungs- und Leitsystem einer Stadt und zweites als kultureller Gedächtnisträger in der Gesellschaft.

Ist es somit möglich, dass ein einzelner Name auch stellvertretend für eine geschichtliche Entwicklung stehen kann, solange diese von der Nachwelt gewollt und unterstützt wird? Die Namensgebung einer Straße, eines Weges oder eines Platzes ist immer eine aufs kollektiv abgestimmte Entscheidung, denn nur wenn es der Masse gefällt, können schwierige Diskussionsprozesse am Ende weitestgehend vermieden werden. Beachtet werden muss hierbei allerdings, dass das was den Menschen von gestern gefallen hat noch lange nicht bedeutet, dass es den Menschen von morgen auch noch zusagt. Dies führt dazu, dass Kontroversen um Straßennamen niemals gänzlich zu vermeiden sind.

Neben einer kurzen Einführung in die infrastrukturelle Bedeutung soll vor allem die zweite Funktion untersucht werden. Neben den theoretischen Grundlagenkonzepten wird das gesellschaftliche Verhalten um Kontroversen in Bezug auf die Umbenennung von Straßen und Plätzen hin untersucht. Wie und warum reagiert die Bevölkerung überhaupt auf eine drohende Tilgung eines Namens und welchen kulturellen Nutzen haben Namen von Straßen überhaupt inne? Neben dem theoretischen Hintergrund erläutert die vorliegende Arbeit den analytischen Teil anhand von drei ausgewählten Beispielen. Es soll ferner untersucht werden, ob diese angedrohten bzw. auch vollstreckten Umbenennungen zwischen dem späten 20. Jahrhundert und dem frühen 21. Jahrhundert in Köln zu Debatten und Kontroversen führten und ob sich die Beziehung zwischen der kulturellen Auffassung und den Straßennamen als Symbolträger widerspiegeln.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Straßennamen als Orientierungs- und Symbolsystem

3. Rechtliche Grundlagen der Straßenbenennung

3. Theoretischer Hintergrund

3.1 Geschichtsdidaktik

3.2 Geschichtskultur

3.3 Das Kulturelle Gedächtnis

4. Historische Beispiele

4.1 Breslauer Platz

4.2 Appellhofplatz

4.3 Carl-Diem-Weg

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Straßennamen aus einer soziologisch-kulturellen Perspektive und analysiert deren didaktischen Nutzen für das Geschichtsbewusstsein der Gesellschaft. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Straßennamen als Orientierungssysteme sowie als kulturelle Gedächtnisträger fungieren und welche gesellschaftlichen Kontroversen durch geplante Umbenennungen entstehen.

  • Funktion von Straßennamen als städtisches Orientierungssystem
  • Straßennamen als Symbole und Träger des kulturellen Gedächtnisses
  • Die Rolle von Geschichtskultur und Geschichtsdidaktik im Alltag
  • Analyse von Umbenennungsdebatten in Köln (Breslauer Platz, Appellhofplatz, Carl-Diem-Weg)
  • Mediale Aufarbeitung als Voraussetzung für bewusste historische Erinnerung

Auszug aus dem Buch

4.1 Breslauer Platz

Dass die Umbenennung von Straßen oder Plätzen stark politisch geprägt sein kann wird durch die Debatte um den Breslauer Platz hervorgehoben. Kurz nach dem Tode Willy Brandts im Jahre 1992 schlug die SPD-Fraktion im Laufe der Bezirksvertretung Innenstadt die Umbenennung des Breslauer Platzes in Willy-Brandt-Platz vor. Die CDU, durch ihre Bezirksvertreter repräsentiert, warnte jedoch davor einer solchen Umbenennung stattzugeben, da der Breslauer Platz vielen Einwohnern Kölns als Symbol der Vertreibung und heimatlos gewordenen Deutschen gilt.

„Daher sollten für jeden Demokraten Namensgebungsdebatten außerhalb der Widmung des Breslauer Platz geführt werden. Wir bitten daher die politisch Verantwortlichen in dieser Stadt, dem Begehren, den Breslauer Platz zugunsten von Willy Brandt umzuwidmen, nicht zuzustimmen […].“

Trotz der Ermahnung durch die Vertreter der Union beschloss die SPD zusammen mit den Grünen kurzerhand die Umbenennung des Platzes gegen die Stimmen der CDU und des Bezirksvertreters der FDP. Die Empörung der Kölner, der Verbände und Vereine der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg war enorm. Beim Kölner Stadtanzeiger gingen 42 Leserbriefe ein, die vor allem die Trauer und Wut der Bevölkerung widerspiegelte.

Die Zeitung veröffentlichte Ende November 1992 zahlreiche Ausschnitte dieser Briefe und öffnete somit die Tore für einen öffentlichen Diskurs zwischen der Kölner Bevölkerung und den politischen Vertretern. Daraus zeigte sich vor allem, dass Straßen- und Platznamen nicht nur, wie KOß es nennt, als ein „verstecktes Politikum“ fungieren, sondern eine gesellschaftliche und soziologische Symbolik aufweisen die je nach Transparenz und medialer Durchdringung von hoher politischer Bedeutung sein können. „In jenem Moment, als der – bis zu diesem Zeitpunkt nicht sonderlich beachtete – Breslauer Platz zur Disposition gestellt war, wurde eruptiv all jene Elemente frei, die auf symbolischer Ebene mit diesem Straßennamen verquickt waren.“ Dieses kulturelle Gedächtnis der protestierenden Kölner kann nicht als allgemein betrachtet werden, sondern muss als identitätskonkret angesehen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Straßennamen als Symbole und Orientierungssysteme ein und skizziert die methodische Untersuchung von Umbenennungskontroversen in Köln.

2. Straßennamen als Orientierungs- und Symbolsystem: Dieses Kapitel erläutert die doppelte Funktion von Straßennamen als Orientierungshilfe und als politisch-mentale Erinnerungsträger im öffentlichen Raum.

3. Rechtliche Grundlagen der Straßenbenennung: Hier werden die historischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Straßenbenennung sowie der Einfluss von Machtstrukturen auf die Namensgebung beleuchtet.

3. Theoretischer Hintergrund: Dieser Abschnitt fundiert die Arbeit durch fachliche Konzepte der Geschichtsdidaktik, der Geschichtskultur und des kulturellen Gedächtnisses.

4. Historische Beispiele: Dieses Kapitel analysiert anhand konkreter Kölner Fälle (Breslauer Platz, Appellhofplatz, Carl-Diem-Weg), wie Debatten über Umbenennungen das gesellschaftliche Geschichtsbewusstsein aktivieren.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Straßennamen einen medialen Diskurs benötigen, um als bewusste Geschichtsträger zu fungieren und Identitätsumschwünge zu artikulieren.

Schlüsselwörter

Straßennamen, Geschichtsdidaktik, Geschichtskultur, kulturelles Gedächtnis, Orientierungssystem, Erinnerung, Identität, Köln, Umbenennung, mnemische Energie, Politik, Symbolik, kollektive Erinnerung, Geschichtsbewusstsein, Stadtentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologisch-kulturellen Dimension von Straßennamen und ihrer Rolle als Vermittler von Geschichte und Identität in einer Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die infrastrukturelle und erinnerungspolitische Funktion von Straßennamen, rechtliche Rahmenbedingungen bei Umbenennungen sowie die Bedeutung von Erinnerungskultur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Straßennamen als Symbolträger dienen und wie Kontroversen um deren Umbenennung als geschichtsdidaktische Chance für ein aktives Geschichtsbewusstsein genutzt werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch Fachliteratur zur Geschichtsdidaktik und analysiert drei konkrete historische Fallbeispiele in Köln mittels einer historisch-analytischen Perspektive.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen (Geschichtsdidaktik, kulturelles Gedächtnis) die Debatten um den Breslauer Platz, den Appellhofplatz und den Carl-Diem-Weg detailliert betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Straßennamen, mnemische Energie, kulturelles Gedächtnis, Geschichtskultur und Identitätsstiftung definieren.

Warum löste die geplante Umbenennung des Breslauer Platzes eine so starke Empörung aus?

Die Empörung resultierte daraus, dass viele Kölner den Platz als identitätsstiftendes Symbol der Vertreibung und des Schicksals der heimatlos gewordenen Deutschen aus Schlesien wahrnahmen.

Wie spielt das Konzept der „mnemischen Energie“ bei den Beispielen eine Rolle?

Die „mnemische Energie“ beschreibt die in einem Namen gespeicherte Erinnerung. Wird ein Name zur Disposition gestellt, wird diese schlafende Energie eruptiv aktiviert und führt zu gesellschaftlichem Widerstand gegen das Vergessen.

Welche Rolle spielt die Sporthochschule Köln beim Fall Carl-Diem-Weg?

Die Sporthochschule versuchte über Jahre, die Umbenennung des nach dem Sportfunktionär Carl Diem benannten Weges zu verhindern, bis ein Gerichtsbeschluss die Umbenennung aufgrund der nationalsozialistischen Verstrickungen Diems schließlich für zulässig erklärte.

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Résumé des informations

Titre
Straßennamen. Eine Geschichtsdidaktische Perspektive am Beispiel Köln
Université
University of Cologne
Cours
Geschichtsdidaktik
Note
2,0
Auteur
Kim Victoria Gistel (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
18
N° de catalogue
V367341
ISBN (ebook)
9783668474093
ISBN (Livre)
9783668474109
Langue
allemand
mots-clé
Geschichtsdidaktik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kim Victoria Gistel (Auteur), 2016, Straßennamen. Eine Geschichtsdidaktische Perspektive am Beispiel Köln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367341
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